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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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«mch, daß sie ihm nicht erlaubten, ihnen einen eigenen Zeit-raum zu widmen. Der eine wird, durch den Rausch zu vielergesellschaftlicher Ergebungen, trunken, und vergißt sich, seinePflichten und alles vernünftige Nachdenken. Der Andere lebtin eben dem Geräusch, und bleibt nüchtern, seiner mächtig, eindenkender Mann, vielleicht ein beobachtender Philosoph.Jedem Menschen ist diejenige Lage schädlich, welche ihm seineGeistesfreyheit raubt, und seine Vernunft verdunkelt. Es istdaher das arbeitsame und das zerstreute Leben von sehr ver-schiedenem Einflüsse auf verschiedene Menschen. Die Schwachenwerden durch das erste bloße Routiniers, durch das andere leicht-sinnig, leer oder ausschweifend. Die Starken hingegen könnendurch die Arbeit 'geübt, und durch die Zerstreuung verfeinertwerden, ohne von ihren natürlichen Anlagen etwas einzubüßen.

Weil aber doch nur wenige Menschen diese überwiegendeSelbstmacht haben, welche die Menge aufgedrungener Objecte,es mögen ernsthafte oder ergehende seyn, gleichsam zu über-wältigen und so zu bearbeiten wüßten, daß ihre intellectuelleund moralische Vollkommenheit darunter nicht litte: so ist esallerdings etwas Wünschenswürdiges für einen an sich thä-tigen und fähigen Geist, von diesem Dringen und Drängenäußerer Gegenstände frey zu seyn, und weder durch einenObern, noch durch die Noth, noch durch die bloße Lage in derWelt, immer von einer Beschäftigung, von einer Idee zurandern getrieben zu werden. Wenn diese äußere Losspannungeinem Manne von ausgezeichneten Talenten und edeln Ge-sinnungen zu Theil wird, einem Manne, der, durch eigenenTrieb, mit Wahrheit und Tugend unablässig beschäftigt ist:dann ist sie wirklich, wie Sokrates sie nannte, etwas Heiliges,ein ehrwürdiger Zustand, ähnlich dem, in welchem wir unsdas höchste Wesen vorstellen.

Gelassene, ruhige Thätigkeit ist an sich schon eine herr-liche Eigenschaft. Thätigkeit aus eigener Wahl ist ein zweyterköniglicher Vorzug. Wenn sie nun auch noch ununterbrochenauf einengroßen und gemeinnützigen Zweck gerichtet seyn kann,

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