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kelt*); und von allen übrigen Staaten ist keiner bedeutend ge-nug, um euch den Vorrang streitig zu machen. Wahrend wiralso unser Eigenrhum in Sicherheit besitzen und die Wage derGerechtigkeit unter den Hellenen halten konnten, sehen wir unsvielmehr unsers eigenen Landes beraubt, und haben unnützerWeise eine Summe von mehr als fünfzehn hundert Talentenverschwendet. Die Bundesgenossen, die mir im Kriege erwor-ben hatten, sind uns im Frieden verloren gegangen, und un-ser,! schlimmsten Feind haben wir selbst so groß gemacht. Oderes trete jemand aufund zeige, wodurch anders Philippos so mäch-tig geworden ist, als durch uns selbst.
Aber, o Freund, höre ich Manche sagen, wenn unsere äu-ßern Verhältnisse schlecht sind, so ist dagegen unsere innere Ver-waltung desto vorzüglicher. — Und welche Gründe führt mandafür an? Die Mauern, die wir übertüncht, die Straßen, diewir ausgebessert haben, die- Gossen und Possen? Schauet da-gegen auf die Unternehmer dieser Werke! Einige derselben sindaus Bettlern zu reichen Leuten geworden; andere haben sichaus der Dunkelheit zum Ruhm erhoben; andere haben ihrePrivatwohnungen herrlicher als öffentliche Gebäude geschmückt.Denn so wie der Wohlstand des Staats gesunken ist, hat sichder Wohlstand dieser Menschen vermehrt. Was ist nun an al-len dem Schuld? Warum stand vormahls Alles so gut, undjetztnicht mehr? Erstlich, weil das Volk, das damahls Muth ge-nug begaß, seine Kriege selbst zu führen, über die Verwal-ter des Staats herrschte und alle Belohnungen in seiner Ge-walt harre, und jeder andere es für ein Glück ansah, Ehre,Ämter und Güter aus den Händen des Volkes zu empfangen.Jetzt aber geschieht das Gegentheil. Alle Vortheile sind in denHänden der Staarsverwalter, und alles wird durch diese ge-than. Ihr aber, das Volk von Athen, seyd entnervt, euresVermögens und eurer Bundesgenossen beraubt, gleichsam nurDiener und Anhängsel des Ganzen, und vollkommen zufrieden,
*) In den phokensischen Krieg.