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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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Vorwurf nur das Fehlerhafte beym Gebrauch der Parallelentrifft. Sobald man nähmlich nicht von Voraussetzungen aus-geht, die man dann auf die in Parallele gestellten Gegenständeüberträgt, sondern nur gültige Resultate eines sorgfältigen Ge-schichtsstudiums zusammen reiht; sobald man ferner nicht bloßÄhnlichkeiten zwischen den bemerkten Gegenständen aussucht,sondern auch die Unähnlichkeiten mit gleicher Wahrheitsliebeangibt sobald können auch historische Parallelen von gro-ßem Nutzen seyn, indem sie nicht nur vor Einseitigkeit im Ur-theil bewahren, sondern auch die Eigenthümlichkeiten der Per-sonen, Volker und Begebenheiten, die man zusammen stellt,weit anschaulicher wachen, als es sonst geschehen kann.

Nach diesen Grundsätzen und Überzeugungen ist der fol-gende Aufsatz entworfen, den ich hiermit der Prüfung unsererGeschichtsforscher übergebe. Ich schmeichle mir nicht, für denKenner etwas Neues gesagt zu haben; aber lieb wird es mirseyn, wenn man diese Arbeit als einen Beytrag zur nähernCharakteristik der Griechen und Römer betrachtet.

2. Parallele zwischen der Geschichte der Grie-chen und Römer.

Blicken wir zuerst auf das Eigenthümliche der Geschichteder Griechen und Römer, so finden mir schon hier viel Ähnli-ches und Unähnliches Key einander; wir mögen nun aus dieBeschaffenheit oder die Darstellungsart der Geschichte beyderNationen Rücksicht nehmen.

Zuerst fällt es jedem in die Augen, daß die Geschichte derRömer mehr historische Einheit als die Geschichte der Griechenhat. Die Römer machten ein Volk aus; ihre Geschichte istgewisser Maßen bis zu den Zeiten der Kaiser nur die Geschichteeiner Stadt. Rom ist der Mittelpunct, von dem jede Wir-kung ausgeht, und man kann wohl mit Herder behaupten,daß das Schicksal so vieler und gebildeter Völker nie längerund mächtiger an eine Stadt gebunden gewesen sey, als un-