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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
Entstehung
Seite
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Hys. Ich gebe zu, daß Cartesiüs dieses so gut alserwiesen hat.

Philon. Der Grund zu den Gedanken liegt also nichtin der Materie,-so wenig als Citronensamen im Rosendorn.Aber Gott soll der Materie die Kraft zu denken mitlheilen.Muß er nicht diese Kraft besonders erschaffen, und mit derMa-terie verbinden'?

Hyl. Allerdings! so wie wir an unserem Beyspiele ge-sehen haben.

Philon. Dadurch aber erlangt die Materie nur demScheine nach die Kraft zu denken; diese kann ihr in der Thatso wenig eigenthümlich werden, als am Rosenstocke wirklichCikronen wachsen können?

Hyl. Auch das muß ich zugeben.

Philon. Die Frage war also nicht: ob die Allmachtder Materie die Kraft zu denken mittheilen könne? denn dies;ist unmöglich; sondern: ob sie nicht eine Kraft zu denken er-schaffen und mit der Materie verbinden könne? und sieh ! dieß hatsie wirklich gethan. Sie hat mit gewissen Portionen organisir-tsr Materie eine besonders erschaffene Kraft zu denken verbun-den, und beyde zusammen machen das lebendige Thieraus. Wie die Früchte-zum" fremden Stamme, so verhält sichdie Kraft zu denken zur organisirten Materie. Am Ende kanndiese vergehen, ohne daß jene mehr als ihre Stütze verlöre.

Mendelssohn. ^

Verstand und Herz.

Ein Hausgespräch am langen Winterabend.

Ein Vater saß mitten unter seinen Kindern, die sich durchSpiele , Scherze und Gespräche den langen Winterabend kürz-ten. Disßmahl hatte ihr Gespräch eine sehr philosophischeMiene: denn sie stritten über Geist und Herz, und was jedesvon beyden für Eindrücke gewähre? das macht: dieß warenmetaphysische Kinder. Die Knaben nahmen natürlich alle dieParthie des Verstandes, weil sie sehr verständige Knaben seyn