,59
rakter der französischen Revolution erkannte, der schon damahls,als noch alle diejenigen, denen es vergönnt war, eine solcheBegebenheit frey von allem Privat-Jnteresse zu erleben, nochvon ihr befangen und umstrickt waren, ihre Richtung und ihreFolgen nicht bloß erkannt, sondern ausgesprochen hatte. Erwar in dem Augenblick der^größten Gefahr, die sein Vater-land und diesen Welttheil bedrohte, ich möchte sagen, die ein-zige Schildwache, die an ihrem Posten stand. Eine beynahezwanzigjährige Freundschaft verband mit jenem großen Manneden jünger,, Fox. Eine Verbindung, die auf nichts anderm be-ruhen konnte, als auf der Größe und Göttlichkeit ihres Ge-genstandes, mußte erschüttert werden, als über das Wesen derbürgerlichen Freyheit, über den altbrittischen und neufränki-schen Sinn dieses Wortes, erst ein Streit über die wörtlicheAuslegung, dann über die praktische Anwendung sich erhob,und dann unmittelbar das ganze Gebäude dieser Freundschaftergriff und verzehrte. Fox sah in der Revolution nichts, alsden Triumph der Sache, für die sie beyde gelebt hatten;Burke hingegen ihren Untergang, und mit einer Rührung,die zu menschlich ist, als daß sie sich nicht jedem Herzen vonselbst darstellen sollte, das Opfer, welches sie ihm selbst absor-derte in seinem Freunde. Es kostete ihm den schönsten JrrthumseinesWebens, die Meinung, die er zwanzig Jahre hindurchvon Fox genährt hatte.
Die Trennung war beynahe ein Jahr undeclarirt geblie-ben. Die Täuschung, einander selbst fest zu halten, nachdem dergemeinschaftliche Boden verschwunden ist, auf dem man miteinander gelebt, nährt jeder, so lang er kann, bewußtlos. —Beyde Freunde hatten sich vermieden, und eine heilige Scheu,die solcher Bund, wie solche Trennung wohl verdient, hieltjeden Dritten von aller versöhnenden, wie von aller entzweyen-den Einmischung zurück. Es war in der Nacht vom n. zum
tannien, oder: die Macht der praktischen Naturd e r B e r e d sa m k e i t nennen. ^