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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
Entstehung
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sere Blicke ruhen sanft/ und keine Wolken trüben unsere Phan-tasie in diesem ehrwürdigen Hain, der seinem Besitzer ähn-lich ist.

Gemählde vom Tode des Seneca.

Ich kann sagen / nun habe ich auch den Seneca Ser-ben gesehen. Er stirbt auf diesem Gemählde. Die mittelste Fi-gur/ halb entkleidet/ wie ein Mensch, der seinen Leib denElementen wieder gibt und nicht mehr gegen sie schützt, hältdie Füße im Bade, und läßt das Blut strömen; das ist Se-neca. Rechts, etwas tiefer, sitzt in einiger Entfernung einSchreiber, der geschrieben hat, und inne hält; links, zweyandere Schreiber; sie halten ebenfalls inne. Auf eben der Li-nie, so hoch als Seneca, steht ein Mensch in einer dunkelnEcke; jetzt erkenn' ich ihn; es ist ein Soldat. In der andernEcke, aber im Lichte, seh ich einen alten Senator. Betrachtenwir nunmehr, was vorgeht. Der ehrwürdige Alte dictirt, inErwartung des Todes, die Gedanken, die vor seinem InnernSinn vorüber gehen. Der Tod hemmt ihren Gang. Der Armist eiskalt, das Blut will nicht mehr fließen, der Leib erstarrt,das Haupt schwankt, und der Blick, der einen Gedanken er-spähte, strebt umsonst ihn festzuhalten, und will erlöschen.Jeder von den Schreibern, mit einem andern Ausdruck vonTheilnehmung, Aufmerksamkeit und Besorgniß, jeder mit derFeder in der Hand, blickt unverwandt auf die Lippen des Wei-sen, die noch sin Wort beginnen. Nur noch eine Bewegung,und es ist ausgesprochen; umsonst! der Tod drückt ihnen dasSiegel auf. Mittlerweile zählt der Centurio' an der Thür mitUngeduld die Augenblicke bis zum letzten Hauch des Philoso-phen ; schon hebt er den Fuß in die Höhe, denn Nero ist's,der auf ihn wartet. Der alte Senator endlich denkt an Nero,indem er Seneca's Tod erwägt.