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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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Zierde seiner Nation, seines Zeitalters und des Menschengerschlechts.

Der Quell von Vauciüse*).

Der Quell von Vauelüse mar mein erster Gang; gesternbesucht' ich ihn. Was sage ich? Gestern? Ist mir doch, als sah'ich ihn noch.

Heute noch stürzt vor meinen Augen, wie aus einemtiefen Kessel, ein Strom hervor; er steigt, er schwilltheran, und plötzlich ergießt er sich unaufhaltsam, mit Donnerund Brausen, in schäumenden Fällen herab, die der Dicht-kunst und der Mahlerey zum Trotz unnachahmlich sind. Dießist der Quell von Vauclüse.

Im nächsten Augenblick stießt er schon wieder ganz ruhig,wie jenes glückliche Temperament, das sich zwar von seinerLebhaftigkeit Hinreißen, aber auch schnell wieder von inmohnen-der Güte besänftigen läßt. Hier wandeln sich seine Silberwel-len in Wellen von flüssigem Blau, gleiten dahin und wälzensich und spielen sorglos umher auf dem Wiesenteppich. Baldtrennen sie sich in eine Menge kleiner Bäche und rieseln durchein reizendes Thal. Jenseits des Thales vereinigen sich die Bä-che wieder, und nunmehr ist es die Sorgue, die in hundert-fältigen Krümmungen sich schlängelt, und den Comral vonAvignon befruchtet und schmückt.

Die Gärten zu Poggi.

Die schonen Gärten zu Poggi gleichen nicht jenen symme-trische» Gärten, die der Hochmuth bestellt und die Baukunstausgeführt hat; nicht jenen Gärten, wo unter der einförmigen,despotischen Zucht der Schere, des Rechens und der Schnur,jedes Beet nur eine Blume, jeder offene Platz nur einen

*) Diese und die zwey folgenden Beschreibungen sind aus den

Briefen über Italien, vom Jahr 1785, übersetzt von Georg

Förster.

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