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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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Beschreibung von Korinth*).

Wir sind seit einigen Tagen in Korinth, einer der reich-sten, schönsten und größten Städte von Griechenland. IhreLage ist außerordentlich. Sie erhebt sich auf dem Isthmus, der,in einer Breite von 40 Stadien, den Peloponnes mit demübrigen Griechenlande vereinigt, und zwischen dem saronischenund krissäischen Meerbusen liegt, von denen jener durch dasägäische, dieser durch das jonische Meer gebildet wird. An je-dem derselben haben die Korinther einen Hafen, deren einerLechaum, der andere Kenchrea heißt. Der letztere ist der an-sehnlichste. Hier steht ein Tempel des Neptun, wo die Sta-tuen der Sieger in den isthmischen Spielen errichtet sind; einStadium und ein Theater. Man nähert sich der Stadt aufeinem sehr aizgenehmen Zugänge, durch einen Hain von Cy-pressen. Sie hat eine Menge von schonen Gebäuden, und einengroßen Reichlhum von Gemählden und Bildsäulen, die vonden besten Meistern gearbeitet sind; denn Korinth ist unterandern auch wegen der großen Architekten, Mahler und Bild-hauer berühmt, die es hervor gebracht hat.-

Den Markt umringen mehrere öffentliche Gebäude. Znder Mitte desselben erhebt sich die Bildsäule der Minerva aufeinem Fußgestelle, in welches die Musen eingegraben sind. Nichtweit davon ist eine Wasserleitung, mit einem ehernen Nep-tun geschmückt. Zu den Füßen des Gottes liegt ein Del-phin, aus dessen Rachen das Wasser hervor strömt. Auf jederSeite steigen prächtige Tempel der Venus, des Glücks, undein dritter, welcher allen Göttern geweiht ist, empor. Ausdem Fuße eines schroffen Berges, welcher Akrokorinthos heißt,strömt die Quelle Pirene hervor. Sie führt ihren Nahmen vonder Nymphe Pirene, welche den Tod ihrer Tochter, die zufäl-liger Weise auf der Jagd von der Diana getödtet worden war,mit so vielen Thränen beweinte, daß sie in eine Quelle ver-wandelt wurde. Man schätzt dieses Wasser wegen der Süßig-

*j Aus eben demselben Werke.

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