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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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Als Rabener gegen das Ende seines Lebens einige vonden Anfallen erfuhr, die in der Folge wirklich seinen Tod ver-ursachten, traf er mit seinem Arzt die Abrede, ihm, wenner Gefahr spüre, statt mündlicher Todesankündigung, sogleichseinen Beichtvater mitzubringen; denn dieß stumme Zeichenwerde dann minder Schreckliches und zugleich mehr Nutzen fürihn haben. Der Arzt versprach es, setzte seine Besuche fort,und brachte den Kranken bald zu einer merklichen Besserung.Eines Tages, bey seinem gewöhnlichen Morgenumgange, be-gegnete ihm an derHausrhür unsers Dichters, der Pastor O***und fragte ihn, zu wem er gehe?Zum Steuerrath Rabe-n e r."Wie? Rabener krank? Rabener, mein guterFreund, mein Beichtsohn! Und das weiß ich nicht einmahl;Hab' ihn noch nicht besucht! Ist er denn lange schon unpaßO ja, eine geraume Weile schon."So warten Sie doch, neh-men Sie mich mit!" Der Doctor, der Abrede ganz uneinge-denk, ließ es sich gefallen; aber der Kranke, der sich eben rechtleidlich befand, gedachte ihrer desto besser.Ha! Sie mit?"rief er, als er den Geistlichen herein treten sah;ich verstehedas Zeichen. Kommen Sie, kommen Sie, Herr Pastor! nochhatte ich mich Ihrer nicht versehen; aber wenigstens sollen Siemich willig, wenn auch nicht ganz vorbereitet zu meiner Ab-fahrt finden."Was meinen Sie damit, Herr Steuerrath ?"fragte der Arzt, der nach dem Puls fühlte, und ihn recht gutbefand;ich freue mich. Sie so munter zu treffen."Rechtso, recht so, mein Herr! das ist die Sprache, über welchewir einig wurden. Ich sehe, daß Sie ein baldiges und tvdtli-ches Reeidiv befürchten." Jetzt erst besann sich der Arzt,und versicherte hoch und theuer, daß dieß, was ihm Vorsatzscheine, bloßer Zufall sey. Aber es kostete viele Mühe, bises der Kranke ihm glaubte, und der Eindruck davon verschlim-merte auf viele Tage sein Befinden.

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In der lieben Gewohnheit des täglichen Lebens warGleim, der sonst überall wache Mann, oft sehr zerstreut.