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Persern/ Jesus den Christen/ den Griechen Sokrates predigte/die jeder, nach Lage, Temperament, Umstanden und Kops,Alle aber zuletzt auf Einen gewissen unwandelbaren Plan hinmodificiren. Sollt' ich's vor meinem Tode dir nie wieder sa-gen, so wisse es jetzt und sag' es, wenn du Gelegenheit hast,nach meinem Tode, daß auch dein Freund seine Ältern liebte,und daß er Ältern hatte, welche seiner Liebe würdig waren.Ich wünsche dir Kinder, die dich, wie du deine Ältern, ehren.
S.
Chambrisi, bey Genf, den 12. Dec. 1765.
Seit vier Jahren, liebster Freund, schreiben wir unsöfter oder seltener, nach Maßgabe der Zeit, welche uns unsereGeschäfte übrig lassen. Erlaube mir, nachdem ich so oft fürmeine eigene Satisfaction an dich geschrieben, es heut' imNahmen der Nachwelt, deiner Freunde, deiner Frau unddeiner Kinder zu thun. Dein Anblick, welcher immer eineWollust für mich ist, war mir das letzte Mahl eine geringere,weil ich deine Brust nicht, wie gewöhnlich, mit deinem ge-sunden Blute belebt, sondern durch Krankheit und Arbeitengeschwächt und gedrückt fand. Auch machten mir andere unserergemeinschaftlichen Freunde ein solches Gemahlde von den letz-ter» und derselben Folgen, daß ich den Mann, welchen icham Ende des Augustmonaths 177b sah, halb als meinen innig-sten Feind betrachten mußte, der mich des liebenswürdigen,gesunden und hoffnungsvollen Freundes, den ich so oft anmein Herz gedrückt, und der mir ewige Freundschaft verspro-chen, muthwilliger Weise berauben wollte.
Ich kenne, Lheuerster! ja, ich verehre die Ursache allerdieser Übel. Sie ist deines Geistes würdig ; die helvetische Ge-schichte zum Unterricht der Alten, eben sowohl als der Jungen,auf eine praktische Weise lehren zu wollen. Bilde dir aber nichtein platonisches Ideal, dessen Erreichung dir dein Leben kostenwürde! Laß hiernächst dir selbst Gerechtigkeit widerfahren, und
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