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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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über das Grab. Wenn Alles Übrige aufhört, soll der Nach-ruhm; wenn Alles Trümmer ist/ was das Leben gebaut hat,soll die Ehrensäule noch da stehen.

Wieland.

Eine innere Nothwendigkeit treibt uns, in Allem nachWahrheit zu streben, auch wenn sie unser» Wünschen undNeigungen entgegen steht. Jrrthum kann uns angenehmseyn, aber nie befriedigen.

Kinder sind leichtgläubig aus Unwissenheit dessen, wasmöglich oder unmöglich ist: Alte sind es, weil sie so oft un-glaubliche Dinge sich haben zulragen sehen, daß ihnen nichtsmehr unglaublich scheint. Jene glauben Alles, weil sie dasMißtrauen noch nicht kennen; Key diesen ist Mißtrauen eineder bitter» Früchte des Lebens, und macht sie eben so geneigt,an Allem zu zweifeln, als die Erfahrenheit aus der andernSeite, Alles für möglich zu halten.

Was auf's erste Mahl nicht geht, geht beym zehnten oderzwanzigsten Mahle; und reichen zweyArme nicht hin, so werdenvier, sechs oder acht damit zu Stande kommen. Jeder neueVersuch setzt etwas zu unserm Begriff von der Sache und zuunserer Geschicklichkeit zu; wir lernen durch Irren und Fehlen,und werden Meister durch Übung, ohne zu merken, wie eszugegangen ist.

Es gibt, wie Salomo sagt, eine Zeit zu reden und eineZeit zu schweigen. Schweigen nützt der guten Sache oftmehr, als d e c l a m i re n wie ein Cicero, und immer un-endliche Mahle mehr, als sich erhitzen und in dem Feuer mehrsagen, als man verantworten kann.

Mäßigung und freywillige Enthaltung ist das sichersteVerwahrungsmittel gegen Überdruß und Erschlappung.

T h ü m m e l.

Wie viele Schleifwege zu dem menschlichen Herzen stehennicht dem Unmuthe offen! Er springt über Dämme und Hecken,