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2 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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Übrige ist See; sinkt unter uns; bestürmt und verschlingt unsendlich.

Die Religion ist Alles. Siehe! die Göttinn steigt vonden Wolken zum elenden Menschen herab, und bringt ihm inihrer linken Hand diese Welt, in ihrer rechten die künf-tig e entgegen. Die Religion! die einzige Gewahr, daßder Mensch ein Mensch sey; sie die einzige Stütze, welche denMenschen über ihn selbst hebt; sogar in dieser Nacht der Schwach-heit, des Wechsels, und des Todes, schenkt sie der Seele, eineSeele, di? wie ein Gott handelt!

Wenn das Studieren nicht auf eine besondere Absicht ge-richtet ist, so ist es nur ein scheinbares Spielwerk des Geistes,oder auf's höchste ein Nebenzweck, eine Jagd nur zur Lust, undnicht, um etwas zu fangen.

Es ist wahr, der Witz kitzelt, aber Kitzel ist gefährlich,wenn er, indem er uns zum Lachen reizt, zugleich Schmerzenerweckt. Wer wollte doch, wegen des elenden Ruhmes, beißendzu seyn, einen Stachel in dem Herzen eines Bruders zurücklas-sen ? Ein lebhafter Verstand kann gepriesen werden; aberein gutes Herz wird angebethet. Zieht also euer» Witz so sel-ten, als euer» Degen, und niemahls gegen die Schwachen;sonst wird man euch, wie dort für keinen Helden, so hier fürkein großes Genie halten.

Pope und Swift *).

Das Chameleon, von dem man sagt, daß es sich von Luftnähret, hat die schnellste Zunge.

Bey Disputen geht es eben so zu wie bey Armeen. Der schwä-chere Theil steckt falsche Lichter auf, und macht das größte Ge-töse, um den Feind glauben zu machen, er sey zahlreicherundstarker, als er wirklich ist.

Es gibt manche Menschen von guten Eigenschaften, wel-

*) Wetterleuchten desGenie'sin Einfällen nach Swift und Pope;

von Epr. Kuffner. S. neue österr. Monathschr. 1800.