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Die Freiherrn von Wart
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standen; denn der genannte Fürst hatte die Tochter des Gegenkönigs Rudolf von Rheinfeldenzur Gemahlin und war ein eifriger Vorkämpfer für die Sache des Papstes, natürlich dabeiseinen eigenen Vorteil nicht aus dem Auge lassend. In dieser Ansicht werden wir durch dieWahrnehmung bestärkt, dass auch der in der Nachbarschaft der Wart herrschende Graf Hart-mann von Dillingen-Kiburg dem Papste seine Hülfe lieh, und es ist unwahrscheinlich, dieschwächern Freien hätten sich ganz seinem Einflüsse entziehen und der Gegenpartei anhängenkönnen. Sehr wahrscheinlich kamen aber in diesem Riesenbrande auch die Besitzungen derWart in Bedrängnis, weil der streitbare Abt Ulrich von St. Gallen die Rudolfischen bei Veit-heim schlug. Während der langjährigen Fehde zwischen dem Abte Ulrich von St. Galleneinerseits und dem Stifte Reichenau, dem Grafen Hartmann von Kiburg, dem Herzog Berchtoldvon Zähringen u. s. w. anderseits mögen die Wart die Reichenauer Lehen in Neftenbachund Pfungcn erlangt haben (1079).

Die ersten urkundlich beglaubigten Wart führen die Namen Arnold, Heinrich undE r k i n b o 1 d u s. Diese drei Brüder verzichteten im Jahre 1100 zuhanden des Klosters St. Blasienauf alle Rechte und Einkünfte, welche sie an der Kirche Wittnau im Schwarzwald, Gross-herzogtum Baden, besassen. Als Zeugen waren anwesend Berchtold II. von Zähringen undGraf Berchtold vonNuwenburch" (Nimburg, bei Emmendingen im Breisgau. ] ) Es ist anzu-nehmen, dass diese Verzichtlcistung die Aussteuer für den jüngsten Bruder Erkinbold bildete,der wahrscheinlich im genannten Stifte als Geistlicher versorgt wurde. 2 ) Im Anfange deszwölften Jahrhunderts lebte in unserer Gegend Graf Adalbert von Mörsburg, der einem Seiten-zweige der Grafen von Winterthur angehörte.-) Diesem Adalbert, der Kostvogt des KlostersAllerheiligen in Schaffhausen war, scheint Arnold von Wart nahe gestanden zu sein, undvielleicht hatte er auch einige Kiburger Güter als Dank für seine geleisteten Dienste zu Lehen ;denn in wichtigen Rechtshandlungen steht Arnold dem Grafen zur Seite, so als Bcrtold vonIttingen in Schaffhausen am 2. Juni 1107 dem genannten Stifte ein Grundstück vermachte. <)Die Grossen jener Zeit hielten oft auf der Heiligkeit der Gotteshäuser nicht hohe Dinge, undder Beispiele sind viele, dass sie sich am Klostergute vergriffen. Zu Diesen gehörte auchAdalbert, der seine Vogteirechte missbrauchte, Allerheiligen zuschaden brachte und deshalbmit seinen Schutzbefohlenen in Streit geriet. Den Zwist vermittelte der Erzbischof Brunovon Trier am 30. Mai 1122 in Schaffhausen, wobei Arnold von Wart mitwirkte. 5 ) Wart istferner erster Zeuge, als Heinrich von Wittlisberg (bei Höhenschwand, Baden) vom KlosterAllerheiligen die Vogtei Dictlikon, die in den Dinghof des Grafen Adalbert in lllnau zins-pflichtig war, als Lehen empfing. (Schaffhausen, 1124.«) Arnold erreichte ein hohes Alterund stand mit den Zähringern bis an sein Ende auf gutem Fusse; als Beleg hiefür dient dieVerschreibung eines Lehens in Weitcnau für das Kloster St. Blasien zu Kirchen bei Basel inAnwesenheit Berchtolds IV. von Zähringen und einiger Edlen aus unserer Gegend, unterwelchen sich auch Arnold von Wart befand (1168. 7 ) Möglich wäre auch, dass Arnold einenSohn gleichen Namens hatte, der nun hier in dieser Urkunde auftreten würde.

Von Heinrich von Wart berichten die Urkunden wenig. Er scheint sich in der Nähedes Herzogs Konrad von Zähringen, welcher ein Sohn Berchtolds II. war, aufgehalten zuhaben, und wird inmitten adeliger Herrn des Schwarzwaldes genannt, als dieser Fürst imJahre 1123 im Schloss Badenweiler im obern Breisgau eine Urkunde ausstellt. 8 ) Unter den

') Z. IT. B. I. 135. ,J ) Nicht Arnold. Tobler-Meyer, Zürcher Adel 1865. ») Mitteilung von G. Meyerv. Knonau. ') Z. U. B. I. 138. B ) Quollen/,. Schw. G. .'!, 102. 6 ) Z. ü. B. I. 154. ') Neugart, Ep. Const. IL 89u. Gerbert.Hist. S. N. I. III. 98. K ) Neugart, Ep. Const. IL 28.