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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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481
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Weggang und spätere Schicksale des Rektors Melideus. 4g ]

das altübliche Holzholen. Daß der Bürger Affektion wegsei, wollte ernicht glauben. Dagegen wären sie mit D. Vechner unzufrieden, weil er,auch gegen den Befehl des Herzogs, die funera nicht komitiere, des-gleichen mit Lange, weil die Knaben unter ihm nichts gelernt hätten.

Magister Vechner gestand zu, daß er an der Schulordnung fürunförmlich halte, daß die griechischen Lektionen nur auf denMontag gelegt seien und ihrer an den folgenden Tagen gar nichtgedacht werde. Er hätte das Examen (Philippi) zu lesen ver-weigert, weil das der Rektor vorher getan und ihn ermahnt hätte,bei den Psalmen zu bleiben. Im Examen hätte man Theoriam, inden Psalmen Praxin. Wenn man recht tun sollte, so müßten dieWoche über zwei Stunden zum Examen und eine zu den Psalmengebraucht werden. Die Lectiones Bibliorum halten zu lassen, wäreihm niemals anbefohlen worden. Am Freitag aber die Lektion vor7 Uhr anzufangen, wäre ihm unmöglich.

Der Kantor erklärte: daß er vor 7 Uhr seine Stunde nicht an-finge, läge an der absentia discipulorum, da weder er noch sie denViertelseiger hören könnten. Daß er den Dekan, der nach Liegnitzberichtet, daß er seine Komposition noch in der Kirche gebrauchte,injuriiert habe, hat er anerkannt; weil er aber von den Kommissarenerfahren, daß es der Herr Dekan ex officio getan, hat er alsbalddem Herrn Dekan mit Hand und Mund Abbitte geleistet und ver-sprochen, forthin in der Kirche seine Komposition unterwegs zulassen. Es wäre wahr, daß er die Knaben bis in die dritte Wochezur Currenda (zum Umgang) gebraucht habe, aber das sei schonvor ihm so gehalten worden, weil man nur ginge, wenn das Wettergeeignet sei. Daß er die Musica ganz unterließe, hat er damitentschuldigt, daß der Rektor die Knaben verjagt habe. Schwachwar auch die Verteidigung Langes.

Die Revisoren nahmen alles ad referendum, um der fürstlichenEntscheidung nicht vorzugreifen, und konnten so nur, um den voll-ständigen Ruin der Schule zu verhindern, die Lehrer zur Aus-söhnung und Eintracht mahnen. Diese ließen sich auch herbei,einander mit Handschlag zuzusagen, daß sie alle vorgefallenen Be-leidigungen vergessen und einer von dem andern nur das, was ihmzu Ehren und der Schule zum Aufnehmen gereiche, reden wollten.

6. Weggang und spätere Schicksale des Rektors Melideus.

Damit war freilich nicht viel erreicht, aber man nahm inLiegnitz doch auf den Rektor Rücksicht, und da man sich nichtverhehlte, daß er in Goldberg nicht am rechten Orte war, warfMonnmenta Gernwnino Paedagogien TA'II 31