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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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Melideus Rektor, D. Vechner Prorektor. 463

von dem Herzog Georg Rudolf beauftragte Superintendent desFürstentums Liegnitz Mag. S. Grunaeus, der alte und väterlicheGönner der Schule, die einfache und solide Einführungsrede*) undlegte mit tiefem Ernste die Schwierigkeiten für die Schule dar,die weit größer als die bei dem Rektoratsantritt des P. Crüger,den er an demselben Datum eingeführt hatte, vorhanden ge-wesenen wären. Er betonte mit Recht, daß es sich weniger umeine Wiederherstellung der Schule als um eine vollständige Neu-gründung handele. Er stellte auch schon entworfene Bestimmungenfür Lehre und Disziplin in Aussicht. Am Schlüsse führte er denneuen Rektor und seine Stütze und rechte Hand Mag. D. Vechner,der schon von 1599 bis 1610 Lehrer an der Goldbcrgcr Schuleund dann Rektor in Jauer gewesen war, als Prorektor ein. Meli-deus sprach in seiner prunkvollen und von Frömmigkeit ge-schmückten Antrittsrede 2 )De rcrum publicarum scholarumqueconvenientia" und entwickelte in dem ihm eigenen flackernden undetwas überladenen Latein eine große Belcsenhoit in der klassischenund patristischen Literatur, in der Bibel, besonders in dem AltenTestament, und zog auch gelegentlich das Zivilrecht wie ein Glos-sator heran. Wie bei dem Poeton nicht anders zu erwarten war,schob er auch poetische Ansprachen und Gebete ein. Wenn erihm früher widerfahrener Mißgriffe und Mißgeschicke gedachte, sowar dies ein ehrliches Geständnis für die in seine VorgeschichteEingeweihten. Sonst wäre es wohl auch nicht ganz unbedenklichgewesen, einen Poeten von seiner Art und Vergangenheit zumRektor der altersschwachen Schule zu machon. Neu war seinAusspruch, daß die Gymnasien in Breslau und Görlitz Koloniender Schola illustris wären. D. Vechner war an solider Gelehrsam-keit seinem Rektor überlegen und Poeta laureatus. Auch er hielteine Rede 3 ), man könnte sagen, eine prosaische Parodie; denn erhatte sich als Thema ausgewählt:Dissertatio de prospero negotiisuseepti successu, quomodo is recte sperari possit ex libro I. Cyro-paedias Xenophontis ad instaurationem ducalis Aurimontanae ac-commodata." Von den alten Lehrern konnte nur noch sein Bruder,der Kantor G. Vechner, der Bruder Daniels, übernommen werden.Hinzu traten K. Rcusner aus Goldberg als Lehrer und M. Wieble,auch aus Goldberg, als Katechet. Beide sind 1609 und 1608 inFrankfurt eingetragen. Wiehle starb bald und wurde durch

') Abgedruckt bei Schola Goldbergensis BLD r D3 r .') Ebenda Bl. D3v_L2>\ «) Ebenda Bl. L2^ PS'.