454 Ende der Goldberger „Schola duoalis".
nach dem boshaften Beispiel des „Prodromus". Er habe ge-schrieben, „saturos caballos urbe fugisse", nämlich satt von demBlute der Prediger und von den Unruhen, die der unglückseligeHaufe erregt habe, bei denen selbst die unverletzlichen Kirchenprofaniert worden seien und sie sich ihrer Begierde hingegebenhätten. Das aber beziehe Bachmann unwahr auf die Obersten derUniversität Marburg, die gar nichts damit zu schaffen gehabthätten. Unwahr habe jener auch von ihm gesagt: „Ensiferi oraSaxonis saneta laceras", und darauf antworte er: „Mentire fortiter!"Ihn dauere „misellus Bacchander", daß er nicht für eine solcheelende Beweisführung die Vorübergehenden um ein paar Helleranbettele. Das habe er wohl von afrikanischen Menschen („«et <pegeiyäg zl Aißvrj xax6v u ) oder von den Bewohnern von Zembla novagelernt. Bachmann verletze den Fürsten und seinen Lehrer Gocle-nius; lügnerisch schwatze er, der Fürst „pepulissc vigilesque doc-tosque ex urbe magistros instar et lupi sanetos turbassc coctus";allerdings habe er das so gedruckt: „non prineeps, sed irrumpensruensque Calvinistarum chorus dictos fugat magistros." Aber wieer sehr wohl wisse, geschehe in Marburg alles durch den Fürstenmit Gottes Hilfe. Und er schwatze gegen die übereinstimmendeAussage der Gießener, die Doktoren seien vertrieben worden.
Nun druckt er für den Leser die Ode Bachmanns und seineParodie nebeneinander ab. Der Leser sehe daraus, daß er in derParodie nicht die Religion, sondern nur die Autorität der Magister-lein angegriffen habe. Und doch habe er in unerhörter Weise vonder „furens turba proletariao faecis" zu leiden gehabt. Dahermüsse man es ihm auch nachsehen, wenn er ebenso rücksichtslosgegen die „Vitiligatores, malos poetastros, semifatuos, scurras, talesmagistellos" nach dem Rechte der Wiodervergeltung (talio) vor-gehe. Endlich kommt er zum Ende, indem er sich wieder gegenBachmann wendet, um ihm vorzuhalten:
„Adeone dissimulandum est te magistellumEt publicum poeseos professoremTarn propudiosc collapsum esse binisveTernisvo vieibus turpiusculis, nempeHis voculis: ruditu, propola et in nola."Die folgende schulmeisterliche Abkanzlung ist der am meistenverunglückte Teil der „Skazontes". Nach großem Wortschwall,auf hohem Rosse sitzend, geht er an „propola", wofür Bachmannhätte sagen müssen „propala" — beides ist gleichbedeutend — unddieser gebrauche das zweite o in „propola" lang — das ist a ber