436 Erfolglose Versuche zur Neubelebung der Schule.
scepsis", die Auslegung und endlich die Anwendung auf Goldberg,insbesondere auf die Schule. Ein zweites „Illustre Paradigma"gibt ihm Kapitel XLIX, 24'—27, das er ebenso wie das erste be-handelt, und als Zugabe muß noch Ezechiel XXVIII, 17—19, her-halten. Alles ist schrecklich ledern durchgeführt. Dahinter stellter in Inschriftenform alle Mißgeschicke der Schule von 1553 bis1613 zusammen, nachdem er vorher dem Begründer Friedrich II.und Trozendorf hohes Lob gespendet hat. Sein alter Freund Mag.J. Brachmann, jetzt Rektor der Schule in Guhrau, verschönte diePublikation durch ein Gedicht „Ad Ihovam", eine Parodie derOde ad Melpomenem (Horaz IV, 3). Diesmal kam zur Dedikationder letzte herzogliche Hauptmann, der liegnitzisch-briegische Ratund Hauptmann des Fürstentums Wohlau J. von Nostitz auf Noesdaran und, da Günther seine Gönner meist paarte, auch noch derherzogliche Rat J. Heinrich auf Kroitsch.
Am Ende des Jahres hatte er schon wieder einen Anlaß, zurFeder zu greifen und seinen feingebildeten Herzog zu langweilen.Georg Rudolf hatte eine Wanderung ins Ausland unternommenund kehrte, nachdem er sich am 4. Nov. 1614 in Dessau mitSophia Elisabeth von Anhalt vermählt hatte, nach Liegnitz zurück.Günther benutzte alles das zu einer vierfachen Festschrift. 1 ) Erbegann mit einem Gedicht auf die Ausreise des Herzogs in dieFremde, einer Parodie zu der Ode des Horaz „Sic te diua potensCypri" (Lib. I, 3), reihte daran eine „Votiva Prosembasis" auf dieHeimkehr, eine lange Elegie mit großem Gerede und wenigInhalt, ließ darauf eine griechische und hebräische wenig sinnreicheSpielerei „rj ngöfteois rrj<; nQoyvcuaemg rAMOS u folgen und schloßmit einem prosaischen Panegyricus auf die Vermählung des her-zoglichen Paares in Dessau, bombastischem Geschwätz über dieEhe und Gratulation. Man schüttelt den Kopf, wenn man liest,daß dieser geistlose und unpoetische Drescher von leerem Strohsich auf dem Titel neben „Ph. M." auch noch „P. C", d. h. „PoetaCaesareus", gekrönter Dichter, nennt.
Wie es scheint, siedelte er noch 1614 nach Liegnitz über.Schon am 6. Jan. 1615 ließ er „e Lyg. secr. Mus." eine „logico-
') Sacra Pro .. . Dexterrimo cum Laudatissa Principe Connubio . • • P"; in "cipis . . . Dn. Georgii Rodulphi in Silesia Lignicii & Bregae Ducis . . . Propi" 0Ex itineribus ... in Patriam . . . Reducis ... Dnam Sophiam ElisabethamPrincipem Anhaltinam . . . Dn. Joannis Georgii, Principis Anhaltini . . • Fnia m >Laeto Matrimonio Ducentis, Adducentis Votiva ... oblata a Jacobo Günthero. .. Lignicii Typis N. Sartorii. 1614. fol.