Das ganz verfehlte Prorektorat des Arztes Jakob Günther. 431
Das war aber nur ein Vorläufer. Im Oktober 160S gab erden zweiten Teil dazu heraus 1 ) und deutete auf seine materiellenWünsche hin. In der Widmung des „Speculum Chronologicum"(vom Ende der Sintflut bis zur Berufung Abrahams und der Ein-setzung der Beschneidung) an den Hauptmann, die Bürgermeister,Kämmerer und die übrigen Breslauer Ratmannen geht er von demLobe der Geschichte aus und schildert mit vielen Belegen ihreAufgabe. Von der Geschichte wendet er sich zur Chronologie unddann zu seinem „Speculum". Bei der Motivierung der Dedikationverweist er darauf, daß beim Breslauer Rat, wie er einst vonseinem verstorbenen Oheim, dem Leiter der Liegnitzer Schule undGatten der Nichte des P. Vincentius, Martha, Tochter des W. Vin-centius, Mag. F. Klose gehört hätte, das von P. Vincentius zurUnterstützung für Professoren der Geschichte gestiftete Stipendiumaufbewahrt würde. Dieses Stipendium habe bisher niemand als der„temporum computator" A. Buchholzcr, der es in den letzten zweiJahren vor seinem Tode bezogen, erlangt, entweder aus Zufalloder weil es keiner durch ein gleich würdiges Werk zu verdienengeschienen habe. Und dann schloß er bittweise durch bescheideneHindeutung auf sein „Speculum". Um diese leise Bitte zu ver-stärken, hatte er für genügendes Lob desselben gesorgt. Voran gingder Breslauer Dichter Dr. C. Cunradus, dann kamen der NamslauerPastor B. Benkius, der Namslauer Stadtschreiber J. Hubner; derFraustadtor Rektor Mag. J. Brachmann lobte es in Versen anseinen Gevatter V. Herborger, und der Fraustadter Diakonus undAnagrammatiker J. Timaeus schloß die Reihe. Trotzdem hielt derBreslauer Rat den Daumen fest auf dem Beutel; wegen der vielenDruckfehler im „Speculum" mag das wohl nicht geschehen sein;das Stipendium war vielmehr für eine historische Professur beiSt. Elisabeth in Breslau bestimmt und von dem Stifter an ersterStolle Buchholzer zugedacht worden. Die Stelle wurde damalsnicht kreiert.
Doch Günther unternahm im November desselben Jahres nocheinen neuen Ansturm, indem er einen Anhang zum zweiten Teiledes „Speculum" herausgab, eine „Syllepsis Classica" der Autoren 2 ),') Günther, J., Tö k'oonzQov Sive Speculum Chronologicum referens Nu-werationem Temporum . .. A Fine Diluvii seu Cataclismi Universalis et Ter-m ino Seculi Primi ad Vocationem et Promissionem Abramo faetam, et lnsti-tutatn Circumcisionem Populi Dei Notam . . . Olsnae Siles. Typis Bössemesse-na nis. 1608. 4». [Ex.: Breslau, U.-B.]
2 ) Günther J., Syllepsis Classica Autorum Cum ab Epilogismo. n.^hronolog. Disscntlentium, Tum cum Eod. Consentientium, .. . Intervallo Se-