Die veränderte konfessionelle Lage. 34j
weniger dieselbten oder andere strittige Sachen zue offenem Druckverfertigen, sondern die Iladergeister sich unter einander selbstvereinigen und befriedigen lassen.
Welchem aber dieser unser erhaltener friedliche Zustand nichtgefellig, mit dessen muthwilligem Dienste ist unß gar nichts ge-dienet, sondern mag unserem zuuor oftmalen ergangenen und itzoabermals wiederholten Warnung und Befehlichen nach unser Kirchenund Schulen müßig gehen, dieselben unbeirret lassen und an dieOrt verrücken, wo dergleichen Gezcncko geduldet werden ..."In Liognitz hatte sich ähnlich wie in Wittenberg nach dem-Tode des Kurfürsten August, nachdem die erste Periode desPhilippismus durch die Entfernung Krenzheims ihr Ende gefundenhatte, doch mit dem Tode Friedrichs IV. alsbald eine zweitephilippistische Periode einzuleiten begonnen. Die Übernahme derSuporintondcntur durch Krenzheims Schwiegersohn A. Baudis, dernach dem Sturze seines Schwiegervaters erst nach Trautenau unddann nach Krumau in Böhmen gegangen war, war das erste deut-liche Anzeichen dieser Reaktion. Für Goldberg könnte man einsolches darin suchen, daß, wie schon erwähnt wurde, der philip-Pistische Grunaeus dem Rektor Feige auf seinen Wunsch eineSchrift über die Unterschiede zwischen Melanchthons und CalvinsLehre von der Prädestination zusandte. Der sehr einflußreiche■Hauptmann W. von Zedlitz, obgleich ein Schüler des Thaburnus,aber doch auch in seiner fünfjährigen Wittenberger Studienzeit einüörer der durch die kryptocalvinistische Katastrophe gestürztenCh- Pozcl, F. Wiedebram, K. Peucer, M. Wesenbeck und M. Tcuber >)^'urde wie der Herzog Joachim Friedrich als im Grunde reformiertbetrachtet, wenn beide auch nicht durch öffentlichen Übertritt diese-Meinung bestätigten. Sie arbeiteten aber stillschweigend dem ein-seitigen Luthertum im Herzogtum Liognitz entgegen. In der StadtLiegnitz hatte der Philippismus Boden in der Bürgerschaft, inGoldberg jedoch überwog noch immer, wie früher durch Trozen-d °rf und Thaburnus gepflegt, so zu dieser Zeit durch die Pastoren"*•• Popp und Th. Seiler fanatisch verkündet, das orthodoxe Luther-*Ura. Die Schola illustris erhielt in dem Prorektor Laubanus durcht * 10 maßgebenden Persönlichkeiten, den Herzog eingeschlossen,°i»en schon damals mindestens auf der Grenze zwischen Philippismusll "d Calvinismus stehenden Mann vorgesetzt, und so konnten Rei-""ngen nicht ausbleiben, obgleich Philippisten wie Calvinisten mitgeschlossenem Visier handelten.Vgl. Laub an us, Musa ßl. 4 b.