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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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232 Die Epigonenzeit der fürstlichen Schule.

Goldbergensis Rector, collega et compater meus,... etiam scholasticaeiuventuti profuturas recte existimaret, mandavit mihi, ut, dum dis-cipulis adultioribus Evangelia enarraret ipse, interea temporis egohas a Tileno conscriptas quaestiunculas minoribus ediscendas pro-ponerem et versionem Latinam adiungerem." DieseCommenta-tiunculae" des Tilenus erscheinen hier auch mit in das Griechischeund das Hebräische übersetzt. Ganz aus dem Schulleben ging auchein drittes frommes Werk 1568 aus, seine vier Bücher Gebete. 1 )Die Gebete, die von den Lehrern früh, am Schluß der Stundenund abends mit den Schülern gehalten wurden, pflegte Claius inpoetischer Form zu verrichten; sie bilden den Hauptinhalt desBuches. W. Satbogius aus Trübau in Mähren, ein Schüler der Schule,gab ein lateinisches Gedicht und Mag. J. Lasla ein griechisches bei.Gewidmet ist das Buch Claius' Gönner J. F. Grafen von Hardekund Glatz. An dieEvangelia" erinnern einigermaßen die drei Bücherheiliger Gedichte 2 ), die er ebenfalls 1568, zu Ostern, den BrüdernJ. und Ch. Schenk auf Teupitz und Landsberg widmete und diebiblische Stoffe, Psalmen, Biographien von Christus und Heiligen,Geschichten und Aussprüche der Propheten und heiligen Männerumfassen. L. Ludovicus lieferte zu dem in Görlitz gedruckten Bucheein empfehlendes Gedicht. An demselben Orte und wieder in dem-selben Jahre erschienen seine fünf Bücher verschiedener Gedichte. 3 )Das 1. Buch,Epithalamia", ist dem Breslauer Rate als Zeichendes Dankes für die Beihilfe der Breslauer zum Wiederaufbau derGoldberger Schule gewidmet; die Hochzeitsgedichte sind reich anpersönlichen Beziehungen. Das 2. Buch,Epicedia" undEpitaphia",hat Claius dem kaiserlichen Rat und Fiskal Dr. A. Hertwig vonWonewitz gewidmet; auch hier finden sich zahlreiche Beziehungenzu Goldberg. Das 3. Buch,Epigramme", das schwächste von allen,hat zu Editionspaten den kaiserlichen Rat Sebastian von Zedlitz aufLähnhaus und dessen Brüder Heinrich und Sigmund auf Neukirch.Das 4. Buch, die poetische Übersetzung von HesiodsWerken undTagen", weihte er seinem Gevatter Thabor. Das 5. Buch enthältendlich die Geschichte der Goldberger Schule *) bis 1568 in elegi-schen "Versen, unsere so oft benutzte Quelle. Die Widmung richtetsi ch an den Goldberger Rat mit Joh. Helmrich, dem Bruder Georgs,

') Claius, J.,PrecationumLibriIV. Witebergae 1568. [Ex.: Breslau, Univ.-B.]

*) C1 a i u s, J., Carminum Sacrorum Libri Tres. Gorlicii A. Fritsch exe. 1568.[Ex.: ebenda.]

*) Vgl. den Titel am Anfang dieses Buches unterAbkürzungen".

*) Die von Perschmann aufgeführte besondere Ausgabe des fünftenBuches, der Schulgeschichte, beruht auf einem Irrtum, wie die Widmung beweist.