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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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98
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98 Entwicklung und Blüte der Schola ducalis.

Über dies soll alle Wochen ein gemein Exercitium gehalten,Episteln lateinisch zu schreiben, und eines jeden Knaben Versionübersehen und mit Fleiß emendieret werden. So soll auch wochen-lich ein Exercitium versificandi beschehen.

Täglich, aber zue Ahend, sollen Precationes und Disputationes,in welchen ein Knabe den andern übe in denen lectionibus, diesie den Tag über gehöret haben, so wohl ein Monat umb denandern eine öffentliche Disputation und Declamation gehalten werden.

Zu Portstellung und Erhaltung obangezogener Ordnung derLectionum, Exercitiorum und Disputationum, item zue Erhaltungeines ziemlichen Gehorsams und Disciplin, welchs ist das vor-nehmste Stücke in guter ratione scholastica, gehören zum wenig-sten sechs vornehmliche Personen, als

1. ein Schulmeister,

2. ein Magister philosophiae und Professor graecae linguae,

3. ein Sphaerista,

4. ein Grammaticus und Rhetor, der ziemliche versus schrei-ben kann,

5. ein Cantor, der ein ziemlicher Musicus sei,

6. ein Catechista.

Darüber haben sich E. P. G. gnädig bewilliget, einen Juristenzu halten, der Institutiones lese.

Besoldung der Lectores.Schulmeister . . . 100 Mark

112 1 /«8070705030

Juristen ....

M. philosophiae

Sphaerista

Rhetorista . . .

Musicus ....

Catechista . . .

Summa constituit 512 1 /«.;Solchs E. P. G., der ich unterthenigcn Diensten höchstes Ver-mögens beflissen, zue begehrten Bericht gehorsamlich unverhalten.Goldberg 12. Martii anno 1546."

Der Herzog ging auf Trozendorfs Vorschläge ein, und nur ineinem Punkte scheinen sich Schwierigkeiten ergeben zu haben,nämlich in bezug auf die angesetzten Gehälter; sie wurden da-durch behoben, daß Trozendorf selbstlos auf ein Gehalt ganz ver-zichtete *) und sich mit dem Schulgeld allein zufrieden erklärte;

») Bauch, Bart S. 25.