Die Unterlehrer. 25
Die Urkunde, die am 30. Aug. 1507 im Pfarrhof zu Goldbergausgestellt ist 1 ), bestimmte, daß das erste freiwerdende Lehen dem„Collaborator senior seu primarius" zustehen sollte. Bei Vakanzeines zweiten oder der zwei übrigen sollte dieser sich das reichereauswählen dürfen. Ebenso hatte der „Collaborator medius" dieAuswahl vor dem „Collaborator inflmus", der nur Anrecht auf dasbescheidenste hatte. Der Kantor ist nicht mitgenannt. Die Lehrerhatten alle Pflichten der Altaristen zu erfüllen, doch brauchten sienicht „actu presbyteri" zu sein oder innerhalb eines Jahres diePriesterweihe zu erwerben. Es genügten also für sie die niederenWeihen, und das erlaubte ihnen jederzeit, in das bürgerliche Lebenwieder zurückzutreten; auch Gürtler, obgleich Kanonikus, doch nichtals solcher residierend, hat kaum die höheren Weihen gehabt.Wenn sie ihr Schulamt verließen, verloren sie ipso facto ihr kirch-liches Lehen. Der Rat hatte zwar die Präsentation für die Altar-dienste, die nur den Lehrern „salarii loco" verliehen werden durften,dem Rektor aber wurde ausdrücklich vorbehalten, wie früher dieUnterlehrer aus vernünftigen Gründen zu entlassen. Wenn aberdie Schule in dem Zustand des Studiums nicht verharrte oder dieMenge von Lehrern und Schülern, die sie zur Zeit hatte, vielleichtwegen Nachlässigkeit oder Trägheit der Lehrer oder durch irgend-eine andere Ursache verlöre, so daß sie den früheren Zustandwieder anzunehmen und den berühmten Namen einzubüßen schiene,dann sollte die vorliegende Urkunde kraftlos werden, und diefrüheren Bestimmungen für die Lehen sollten wiederum vollkommeneintreten.
Augenblicklich war nur ein Benefizium frei, und dieses erhieltder Senior Nikolaus Adeler, der schon als „clericus nostrae dioce-sis" bezeichnet wird; er wurde sofort damit investiert. NikolausAdeler oder besser Aedeler oder Edeler war aus Haynau (nichtaus Löwenberg); 1498 ist er in Köln als „pauper" immatrikuliert,und von dort hat er wohl auch das Bakkalaureat nach Goldbergmitgebracht. Von andern Unterlehrern Gürtlers kennen wir nochFranz Baldmann oder Waldmann aus Naumburg am Queis, der 1509zuerst als „Hypodidascalus" bezeichnet wird. Er nannte sich späterPranciscus Sylvius Novimontanus. Ein weiterer Kollaborator warBernhardinus Buchwald oder Fagilucus aus Löwenberg. Dieser istim Wintersemester 1501 in Krakau als „Bernardinus Bernardi deLemberg" intituliert und wurde 1504 Bakkalaureus. Aus der letzten
') Vgl. Bauch, Denkmäler S. 13 f.