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3 (1857)
Entstehung
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591
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in solcher Fülle aus, dass schon hiernach eine grössere Ausdeh-nung zu unsrer Befriedigung nicht nölhig erschien. Nun aber, da-mit er sich tief einpräge, wird er, und zwar in unabgebrochnemZusammenhang mit der ersten Aufstellung und in noch breitererAuslage der Begleitung ( b .) vollständig wiederholt, so dass nundoch eine Masse von zweimal acht Takten, zwei periodische Aus-führungen, wenn auch nicht verschiednen Inhalts, vor uns stehn.

Hiermit ist denn das Salzelement (S. 156) vornehmlich ausge-prägt und herrscht durch die ganze Komposition. Ohne Zwischen-gang tritt gleich nach dem Schlüsse des Hauptsatzes der erste Sei-tensatz auf. Er hat blosse Satzform, auch seine Modulation istkeine fest abschliessende ; nachdem der Salz in Fmoll aufgetretenund sich da festgesetzt, geht er nach ßsdur und macht hier seinenvollkominnen Schluss. Nun wird, um diese Tonart als die eigent-lich herrschende zu bezeichnen, ein Schlusssatz

.ßt.

angehängt, aus dessen Wiederholung ein kleiner Gang gebildet undder Hauptsatz kehrt ohne Wiederholung wieder.

In ähnlicher Weise bildet sich der zweite Seitensalz. SeinVordersatz steht und schliesst in ^amoll, der Nachsatz wendetsich nach jFdur; mit Abschnitten aus ihm wird in den Haupttonzurückgegangen, der Hauptsatz mit Wiederholung wiedergebrachLund mit einem Anhänge, gesangvoll und ruhig wie das Ganze, ge-schlossen.

Aehnliche Bewandtniss hat es mit dem Adagio aus Mozartsgrosser Cmoll-Sonate*). Vor der nähern Untersuchung ist jedocheiner Eigentümlichkeit zu gedenken, die sich in vielen, besondersKlavierkompositionen des Meisters erkennen lässt.

Mozart war so reich musikalisch-begabt, so gleichsam unter-getaucht im Musikelemente, dass jeder Augenblick seines Lebenssich fast unbewusst zu einem musikalischen Ausdruck gestaltete.Dieser Reichthum musikalischer Erzeugung ist längst allgemein be-wundert worden und kann nur dann ganz geschätzt werden, wennman die Mozartschen Kompositionen mit denen der nächstenVorgänger und Zeitgenossen vergleicht**); denn Vieles ist uns

*) Fantasie und Sonate aus Cmoll, Heft 6 der Breilkopf-HärtelschenAusgabe (No. 17 der Einzelausgabe).

**) Auch Haydn (und sogar dem schwachem Pleyel) war eine solcheFülle der Tonerfindung beschieden ; doch hielt hei jenem das humoristische Spiel,das er oft bis zum Neckischen und Eigensinnigen trieb, deu Erguss zusammen.