Der nächste Abschnitt kehrt unverändert, die beiden folgendenund die Wiederholung aller drei mit steigenden Veränderungen wie-der; der letzte Abschnitt wird weiter aus- und nochmals auf dieDominante geführt, und nun endlich aus dem letzten Glied (oderAbschnitte) aus No. % 3 ein Anhang gebildet, der den Schluss macht.Da aber auch auf den Mittelsatz durch die Erinnerung an ihn eingrösseres Gewicht gelegt ist als gewöhnlich, so muss ihn wenigstensder Bass durch gleiche Bewegung (in Achteltriolen) noch einmal an-klingen lassen. Der Anhang steht übrigens grösstenlheils orgelpunkt-artig auf der Tonika fest.
Hier haben wir nun der Hauptsache nach unstreitig die ersteRondoform vor uns, einen Hauptsatz, der nach einem vorherrschendgangarligen Milteisatze wiederkehrt. Allein der Komponist fühltesich nicht befriedigt und fand es doch, bei der Ausführlichkeit desHauptsatzes und des Ganges, unangemessen, zu neuen Sätzen vor-zusehreiten. Folglich wiederholte er seine Form, kam nochmals aufden Gang und abermals auf den Hauplsatz zurück. Wenn dieGrundform sich so —
HS—G-HS
(Hauptsatz, Gang u. s. w.) aussprechen lässt, so ist für den ßeet-hoven’schen Satz dieses —
Iis-G— HS-G—HS
das Schema.
Die Erfindung gehört nicht zu den bedeutendem des Meisters,der uns so Tiefes und Ueberreiches oft gespendet hat. Um so lehr-reicher ist, wie er mit sicherer Hand und klarer Anordnung aus sowenig bedeutendem Inhalt ein doch so ansprechendes Tonsliick hatbilden können.
In einer formell weniger auffallenden, dem Inhalt nach aberungleich bedeutendem Weise können wir dasselbe an dem unver-gleichlichen, von Zärtlichkeit und Anmulh durch und durch beseel-ten Cdur-Adagio der ersten Sonate Op. 29 desselben Tondichtersbeobachten.
Eine reizend und zierlich geführte Melodie von acht Takten,die aul der Tonika schliesst und gleich verändert uud anmuthig leichtverziert wiederkehrt, um auf der Dominante zu schliessen, bildetden ersten Theil, ein fremder Zwischensatz und die Wiederkehrder ersten acht Takte (neu verziert) den zweiten Theil des Haupt-satzes. Hier wendet sich der Komponist mit einem satzartigenEebergange über Cmoil nach As Am und entwickelt eine gang-artige Satzkette, die ihn mit orgelpunktähnlichem Ausgang (auf derDominante des Haupltones) wieder zum Hauptsatze bringt. Dieserwird, abermals und in höherer Lebendigkeit und Regsamkeit ver-ändert, vollständig durchgeführt und sein Hauptmotiv noch zu einem