Druckschrift 
3 (1857)
Entstehung
Seite
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Komposition Mittelformen, die mit mehr oder weniger Grund baldals einfache, bald als Doppelchöre angesehn werden dürfen.

Einen Fall ersterer Art bietet ein andrer Moment aus dem Mose.Wenn im Zug durch die Wüste das stets verzagende und stets auf-sätzige Volk endlich in vollem Aufruhr gegen seine Führer ausbricht:

Du, Mose und Aaron, der Herr richte zwischen uns. Waren nicht

Gräber in Aegypten, dass du uns musstest wegführen in die Wüste?

so konnte allerdings ein einfacher Chor das Volk allenfalls darstellen,auch die Vielköpfigkeit des Aufruhrs, die ordnungslose Auflösung konntedurch die Kraft polyphoner Gestaltung allenfalls zum Ausdruck kom-men ; es war 1 also die einfache Chorform keineswegs unzulässig ge-wesen, wie bei den vorerwähnten Fällen. Nur, dass sich die Mas-sen des Volks gegen seine Führer heranwälzten, dass die Empö-rung in Massengewalt und dabei durch und durch beseelt undgegliedert heranstürmt: das wäre nicht zum vollen Ausdruck ge-langt; hierzu kam, dass im ganzen Wüstenzuge den Komponistendie Vorstellung des in zwei ungeheuren Heersäulen neben einander*)fortrückenden Volks bestimmte und der Darstellung mannigfache Vor-theile bot. Und so musste sich der Moment doppelchörig

Allegro impetuoso.

Clior I.

Herr

richte, rieh - le

richte zwi - sehen

Herr

Chor II.

Mo-se xuid

gestalten.

Einen Fall der andern Art bietet uns der Chor

1. Hoch thut euch auf und öffnet euch weit, ihr Thore der Welt,dass der König der Ehren einziehe.

*) Noch jetzt ist dies die Bewegungsweise grosser Karavanen oder Volks-züge im Orient, die sich auch in der antistrophischen Form vieler Psalme aus-geprägt und erhalten hat.