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Christe k.
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gefasst werden: so ist damit ihrem Sinn, dem Ausdruck frommen,demülhigen, vor dem Mittler inbrünstigen Flehens nicht Genüge ge-than, und G. Weber’s Kritik (in seinen Untersuchungen über dieAechtheit des Mozart’schen Requiems) dürfte in dieser Hin-sicht, abgesehn von mancher Härle und sogar Unwahrheit desAusdrucks, nicht widerlegt werden können. Demungeachtet ist sieeine irrige, weil einseitige. Sie übersieht, dass es hier — nachdem ganzen Sinn des Werkes — nicht zunächst auf einen lief-ge-treuen Ausdruck jener Worte, sondern auf befriedigende kirchlich-feierliche Abrundung und Abschliessung eines ganzen Abschnitts,des weit ausgeführten Gebets für die Verstorbenen, ankam. Objene Worte, oder ob selbst die ganze Seelenmesse tiefer aufgefasstwerden konnten und sollten, das ist hier gar nicht die Frage. Wirmüssen uns dem Komponisten zur Seite stellen, mit ihm das Re-quiem, das lux perpetua u. s. w. im Geiste komponirt haben, unddann uns fragen: was nun noch zur Besiegelung des Ganzen noth-wendig sei; mit Einem Worte: wir müssen nicht abstrakt, sonderndas Werk aus sich selber beurtheilen. Dann ist die Mo-zart’sche Auffassung gerechtfertigt*). Dass übrigens ein blos odervorzugsweise singendes Thema den Sinn, die Stimmung des Textesauf das Tiefste aussprechen könne, daran erinnere das Kyrie ausBach’s hoher Messe**).
Und hiermit ist auch das über die singende Fuge (wenn mandas Unterscheidungswort gestatten will) zu Erinnernde, so weites nöthig schien, abgelhan. Denn wie man eine Fuge ausführe,welche Hülfsquellen zu einer weiten Ausführung zu Gebote stehn,ist bereits aus der abstrakten Fugenlehre bekannt.
Dass endlich bisweilen Fugen, die ihrer ersten Anlage nachhätten redende werden mögen, eine weitere Ausdehnung gewinnen,als der ausschliessliche Ausdruck des Textes foderte, — und um-gekehrt, dass mehr dem Musikalischen zugew'endete Fugen bisweileneine sehr gedrängte Fassung haben: kann uns bei der Mannigfal-tigkeit der in einem Kunstwerke zusammenwirkenden geistigen Mo-
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*) Vergl, Berl. allgem. musik. Ztg M Jahrgang % (1825), S. 381.
**) Bei Simrock in Bonn.