Druckschrift 
3 (1857)
Entstehung
Seite
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so ist doch eben diese Form eine lässliche zu nennen, weil esschon in ihrem Sinne liegt, dass sie sich leicht und ohne tieferesBedenken dem Komponisten hergiebt. Denn das Lied hat es, wieschon gesagt, zunächst nur mit dem Wiederklingen der allgemeinenStimmung zu tbun; der Chor wird eben so allgemein aufgefasst,jede Stimme wirkt nur, insofern sie im Allgemeinen die Stimmungder andern und des Ganzen theilt. Hiermit tritt denn jedes tiefereEingehn auf die einzelnen Züge des Gedichts, wie auf die einzel-nen im Chor oder Ensemble zusammentrelenden Stimmen zurück;die Komposition kann genügen, wenn nur die allgemeine Stimmunggetroffen, wenn nur im Allgemeinen Mehrstimmigkeit zulässigund jede der Stimmen nicht gegen den Karakter, wenigstens nichtmit Verletzung des Stimmumfangs u. s. w., den ihre Klasse fodert,behandelt ist.

Das Tiefere der Ensemble- und Chorkomposition ist also durchdie Liedform nicht herausgefodert, es wird vielmehr durch deren Ten-denz mehr oder weniger entschieden ausgeschlossen. Daher ist auchhier gar nicht der Ort, es zur Erkenntniss und Uebung zu bringen;die folgende Abtheilung wird zu den geeignetem Formen das Chor-studium, das zehnte Buch die Komposition des Ensemble bringen.Wer sich beides angeeignet hat, dem wird es dann rückwirkendauch bei den Chor- oder Ensemble-Liedern frommen, wird diesenLiedern erst höhere Vollendung geben.

Hier ist erschöpfende Einführung demnach nicht zu erwartenund Jedem rücksichtsloser Ergehn in Liedern für Chor oder En-semble ungestört zu überlassen.