Druckschrift 
3 (1857)
Entstehung
Seite
434
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dem Dominant- in den Nonenakkord, ein innigeres oder elegische-res Gefühl (wie man es zu bezeichnen beliebt) angeregt worden, undführte zu einer Dehnung des Schlussabschnittes, so dass folgendeKonstruktion

Vordersatz (Nachsatz)

2 + 2 = 2 + 2 (=4) + 4 Takteentsteht. Wäre jene Wiederholung leichter oder heiterer genommenworden, z. B.

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fl- - - .1^-.

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S-*- *

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6

so konnte auch leicht, wie in No. 422, geschlossen werden.

Dass auch von Seiten des Musikers dergleichen Wort- oderSatzwiederholungen (wofern sie nur sinngemäss für das gedieht er-scheinen) eingeführt werden können, ist schon oben S. 431 gesagt.Sie dienen zunächst zur Verstärkung des Ausdrucks, dann aber auchzur Vollendung oder Erweiterung des musikalischen Periodenbaus.

Dritter Abschnitt.

Das durchkomponirte Lied.

Im vorigen Abschnitt ist das Lied in seiner einfachsten Gestaltangeschaut worden, eine einzige Liedkomposition, die für alle Versedes Gedichts gelten soll. Dies setzt voraus, dass die Kompositionauch zu allen Versen nach Form und Inhalt passe.

Was die Form anlangt, so kann, wie sich von selbst ver-steht, eine einzige Komposition dann nicht für alle Verse passen,wenn letztere von verschiedner Grösse oder (S. 429) zu abweichen-der Gestalt sind. Beispiele für beide Fälle giebt Goetbes Mai-lied

Zwischen Weizen und Kornund dessen ,*Auf dem See

Und frische Nahrung', neues Blut.

Im erstem steht zwischen zwei fünfstrophigen Versen ein acht-zeiliger, auch innerlich abweichend im Rhythmus; im andern stehtzwischen zwei achtzeiligen, abweichend rhythmisirten Versen einervon vier Strophen. Bisweilen sind die Abweichungen der Verse voneinander nicht so bedeutend, es zeigt sich nur irgendwo eine Silbemehr oder weniger, ein veränderter Versfuss. Goethes Erlkö-nig bietet gleich in den ersten Versen ein Beispiel. Beide