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3 (1857)
Entstehung
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347
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Erster Abschnitt.

Das Organ des Gesangs und seine künstlerischen Gesetzeim Allgemeinen.

Das Organ des Gesangs ist bekanntlich die menschliche Stimme,die einen ganzen Kreis von Organen des Körpers für sich in An-spruch nimmt.

Jede Slintmänsserung erfolgt bekanntlich mittels des Athems,der durch die Thäligkeit der Lunge und der dieser dienenden Mus-kulatur der Brust in einer Weise ausgeslrömt wird, die sich zurTon- und Klangerzeugnng eignet. Diese Ton- und Klangerzeugunggeschieht im Kehlkopf, in dem vorzugsweis so genannten Stimm-organ. Der hier geschaffne Ton und Klang findet im MundeVerstärkung und theils durch den Bau und die Haltung desselbenweitere Modifikation im Klange, theils auch tritt durch die im oderam Munde kouzentrirten S p ra c h w erk z e u ge dem Tonklangenoch die Artikulation (die Bildung der Sprachlaute) zu. Sonehmen wir also bei dem Gesang zunächst die Thäligkeit dreierOrgane (oder Systeme von Organen) wahr:

1) das Organ der Atlunung,

*2) das Organ der Ton- und K lau gb il d u n g,

3) das Organ der Lautbildung oder kurzweg derSprache,

deren nähere Zergliederung und Erkenntniss wir uns hier erlassendürfen.

Diese Organe offenbaren vor allem eine karakteristisohe Eigen-schaft, die wohl zu beherzigen ist, weil sie sogleich eine Reihehöchst wichtiger Lehren anschaulich und eindringlich macht. Sie sindnämlich

(recht eigentlich die Organe, aus denen die Musik desMenschen, die musikalisch und zu musikalischer Aeus-serung erweckte Seele, der von Musik erfüllte und in ihr zurBetätigung kommende Geist des Menschen, unmittel-bar sich k u n d gi e b t.

Der Athein das Brusliehen ist vor allem erste Aeusse-rung des enlbundnen Lebens, seine Bewegung, seine Kraft u. s. w.,unmittelbarer Ausdruck der grossem oder mindern Erregtheitund Kraft des Lebens; die Modulation von Ton und Klang imKehlkopf und Mund ist unmittelbarer Ausdruck der musikalischenEmpfindung, Vorstellung im Menschen; die Lautbildung ist theilsderselben Sphäre zugehörig, theils die musikverwandle Grundlagefür die Sprache, für das eigenste Organ des Gedankens. So ist die