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3 (1857)
Entstehung
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319
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Dass nun diese Mischform von Sonate und Fuge noch ganzandre Ausführungen zulässt, ist leicht zu ermessen. Auch sieund vornehmlich sie wird im vierten Theile vollständiger in Be-tracht kommen*).

Vierter Abschnitt.

Zusammenstellung - verschiedner Sätze zu einem grossem

Ganzen.

Von diesem Abschnitt aus haben wir einen Blick auf die Kla-vierkompositionen zu werfen, die aus mehrern für sich bestehendenund für sich abgeschlossnen oder doch nur mit formell unwesent-lichen Bindegliedern au einander gehängten Tonstücken, nunwieder im weitesten Sinn ,, Sätze genannt,- bestehen.

Die Formen dieser einzelnen Sätze sind uns nunmehr bekannt;einzelne beiläufige Entlehnungen aus andern Gebieten (z. B. dieEinmischung rezitalivischer Sätze in Seb. Bachs chromatischerPhantasie und Beethovens D molI-Sonate, Op. 31) können als Sel-tenheiten, die keinen wesentlichen Einfluss auf die Form im Ganzenäussern, dahingestellt bleiben Wir haben es daher nur mit Zu-sammenstellung der Sätze zu tliun ; es fragt sich:

1) welche Sätze können und sollen zusammengeslellt werden?

2) nach welcher Ordnung und Weise,

3) aus welchem Grunde soll dies geschehn?

Hier wird aber sogleich einleuchtend, dass der letzte Punkt,von dem aus offenbar auch die andern ihre letzte Entscheidung zugewärtigen haben, auf nichts Anderm, als dem Inhalte, der Tendenzjedes besondern Werkes beruhen kann. Warum wird nach einemersten selbständigen Satz (im obigen Sinn des Wortes), den wirkomponirt und der Form nach vollkommen abgeschlossenhaben, ein zweiter und vielleicht noch dritter und vierter Satz noth-wendig? Was bewegt den Komponisten, seinem Werke zwei, dreiselbständige und verscbiedne Sätze anzusinnen ? Und worauf beruhtdie innere Einheit dieser Sätze, die zwar verschieden sein müssen(sonst fielen sie ja in Einen Satz zusammen), doch aber wiederumdurch ein inneres Band vereinigt zu einem grössern Ganzen?

Der äusserJiche Bescheid: man schreibe ein Tonstück (z. B.eine Sonate) in drei u. s. w. Sätzen, weil es eben solche Tonstückegebe, kann uns nicht tröstlich und hiilfreich sein. Er erklärtnichts, denn wie ist man jemals darauf gekommen, dergleichenKompositionen zu bilden? und hilft uns nicht über die Gefahr

*) Hierzu der Anhang 31.