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3 (1857)
Entstehung
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Haupt- oder auch Seilensalz in der Sonatenform abzugeben ;gleichviel für jetzt, ob man sich oft oder jemals geneigt finden wird,eine so energische Form für den Seitensatz zu verwenden, da derNatur der Sache nach (S. 282) die höchste Energie dem Hauptsatzezufällt.

Ja, endlich wissen wir längst (Th. II, S. 193), dass auch dieFiguralformen fähig sind, selbständig abgeschlossne Massen, die alsofür Partien,im freien und hohem Sinn des Wortes für Sätze geachtetwerden dürfen, zu bilden. Wir sehn voraus, dass dergleichen Mas-sen ebenfalls Partie eines Sonätensatzes sein können; und so öffnetsich hier wieder ein weiter Gesichtskreis, eine grosse Reihe vonGestaltungen, die ihren Ursprung aus einer Verschmelzung der Fi-gural- und besonders Fugenformen mit der Sonatenform haben , diesich (wie wir an dem Beethove Aschen Beispiel S. 310 gesehn)in das sonatenartige Rondo hinein verlieren, dem eigentlichen Rondoaber, bei seiner Neigung zu satzartiger und liedförmiger Abrun-dung, fern wenn auch nicht absolut versagt bleiben.

Allein von diesen Formen wird, wenn wir unserm jetzigenKreise treu bleiben wollen, hier nur Weniges zur Sprache kom-men. Bei der Unfähigkeit des Klaviers, polyphone Sätze mit sol-cher Fülle und Wirksamkeit zur Aussprache zu bringen, wie dasQuartett, Orchester und der mehrstimmige Gesang vermag, sindjene Mischformen weit weuiger in Klavierkompositionen, als in Or-chester- oder auch Quartettvverkeu angewendet worden. Eher hatman sich bereit gefunden, ganze Sätze einer Klavierkompositionetwa der Fugeuform zu überweisen, wie z. B. Beethoven die Fi-nales der Sonaten Op. 106 und 110, als die eine Partie einesSonatensatzes mit allen Mitteln des Klavierspiels satzartig, und dieandre in ungünstigerer Ausgestaltung fugenartig zu bilden.

Die erschöpfendere Behandlung dieser Formen überlassen daherauch wir -i dem wohl begründeten Beispiel der Praxis folgendder Lehre vom Instrumentalsatz im vierten Tlieile des Lehrbuchs,und werfen (mehr zur Erinnerung und Anfrage) nur auf drei Kla-vierwerke einen flüchtigen Blick.

Das erste ist der Hauptsatz der schon S. 305 erwähntenSonate*) von Mozart. Nach einem im selben Tempo einleitendenonen Satze, der uns hier nicht, angeht, tritt als eigentlicherKern der Hauptpartie der erste, bald gangartig auslaufende poly-phone Satz auf,

*) Die Sonate ist vierhändig geschrieben und soll ursprünglich für einmechanisches Flötenwerk bestimmt gewesen sein; der Inhalt, so anziehend erdurchaus, so grossartig er steüenweis ist, widerspricht dem nicht.