Druckschrift 
3 (1857)
Entstehung
Seite
296
Einzelbild herunterladen
 

296

minante und Tonika von Gmoll, auf Dominante, Tonika und aber-mals Dominante von C moll auftritt und nach kurzem Orgelpunkte(fünf Takte) der dritte Theil anhebt.

Bisweilen zieht statt des Seitensatzes der Schlusssatz ne-ben dem Hauptsatze das Interesse auf sich. Dies tritt sehr ein-fach in Beethovens jDdur-Sonate, Op. 28, hervor, in der sich der(erste) Seitensalz vollkommen dem Sinn des Ganzen gemäss, nichtaber in einer Weise gebildet hat, die ihm im zweiten Theile nebendem Hauptsatz oder statt desselben Geltung verschaffen könnte. Deredelsinnige Hauptsatz (und zwar der erste, No. 308) tritt zuersthier wieder, in der Unterdominante Cdur, auf und wird mit anzie-hender Veränderung in Gmoll wiederholt. Nun ist das Interessean ihn gefesselt und kann nicht sobald ihn verlassen. Die letztenTakte mit einem neuen Gegensätze

364

-P-ff-'j

sn

m

S .9 0 ~ ,

ÜStJCS- :

-/W-

werden auf der Dominante, dann unter Umkehrung der Stimmen (sodass sich gleichsam ein kleines Fugato macht) wieder auf Tonikaund Dominante ausgeführt und von hier, meist mit dem Motiv desletzten Taktes, ein weiter Gang und Orgelpunkt auf der Dominantevon H gebildet, der sehr ruhig zu Ende geht. Hiermit ist nun derHauptsatz so weit befriedigt, dass man ihn weder weiter verfolgen,noch sogleich mit dem dritten Theil wieder bringen dürfte. Der sehrstille Seitensatz kann hier auch nicht lösen; folglich tritt für ihnder reizende Schlusssatz in //dur ein, wiederholt in //moll, undnun wird mit Wiederholung seines letzten Gliedes zum Haupttonund in den dritten Theil gegangen.

Noch schneller mischt die Es dur-Sonate Gedanken des Haupt-und Schlusssatzes. Nach dem ersten des Hauptsatzes (No. 353 a.)und einem freien Achtelgang zweier Stimmen wird ein ziemlich weitgeführtes Spiel mit einem Motiv des Schlusssatzes geübt und dannwieder zweimal auf das erste Motiv des Hauptsatzes (mit neuerFortführung) zurückgegangen.

In der Cdur-Sonate (No. 306) dient der letzte Abschnitt desSchlusssatzes zur Einführung (von E'moll und Cdur) in die Unter-dominante, wo der Hauptsatz auftritt, der mit Hülfe eines Gangnio-tivs, das im ersten Theil an den Seitensatz anschloss, auf den Or-gelpunkt und zum dritten Theile leitet.

Und so sehn wir endlich in der grossen B-Sonate (Op. 106)im zweiten Theile die umfassendste Benutzung der Hauptparlie unddes Schlusses; so müssen wir uns hier ausdriieken , weil dieses