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fortschreiten. Hier ist durch die Abwendung von der ursprünglichenWeise des Hauptsatzes nicht bloss eine Erweiterung, sondern auchgleichsam eine abermalige Aufführung desselben (in //moll, imzwölften Takt ailhebend) gewonnen worden. Erst von dieser auswird nun über Unter- und Oberdominante in den Hauption zurückzum Seitensatze gegangen.
Die Folge dieser neuen Aus- oder Durchführung kann dann,wie das obige Beispiel andeutet, eine ähnliche Abschweifung in derAusführung des Seitensatzes sein.
Endlich kann auch der Schlusssatz oder der vorhergehende Gangerweitert oder ein Anhang zugefügl werden, der dann zunächst dieBestimmung hätte, den Hauptsatz noch einmal zur Geltung zu brin-gen. Alle diese Erweiterungen gehören nicht zum Wesen der Form,sind nicht nothwendig, können also (wie wir bei ähnlichen Zusätzenzur Rondoforin, S. 184, gesehn) leicht zur Ueberlast werden. Esist daher in jedem einzelnen Falle wohl zu erwägen, ob Anlasszu solchen Erweiterungen vorhanden, ob die Sätze der mehrmaligenAn- und Ausführung bedürftig und werth — und ob die abermali-gen Ausführungen im dritten Theil durch ihre Bedeutung ihr Da-sein rechtfertigen*).
Neunter Abschnitt,
Die Sonatenform in langsamer Bewegung.
Die Rondoformen haben uns, aus der langsamen Bewegung an-steigend, zur schnellen Bewegung geführt; dem Prinzip der letztemhaben wir die Sonatenform am gemässesten befunden. Dies schliesstaber nicht aus, dass dieselbe Form nicht auch für Tonsätze langsa-mer Bewegung zugänglich wäre, da ja die Sonatenform wie jedeandre auch ihre stehenden Momente hat, so gut wie umgekehrt dieRondoformen, selbst die ersten, ihre Bewegungspartie.
Das Prinzip der Stabilität spricht sich im Rondo (S. 228) vor-nehmlich darin aus: dass der eine Hauptsatz feststehender Mittel-punkt der ganzen Komposition ist, auf den immer wieder zurück-gekommen werden muss, namentlich am Schlüsse, nach Abfertigung
*) Hierzu der Anhang I.