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phonie, dass Gänge und Sätze ebensowohl polyphon als homophongebildet oder ausgeführt werden können. Daher versteht sich
2 .
von selbst, dass auch in der Sonalenform und namentlich in den denzweiten Theil bildenden Durchführungen schon dagewesener Sätzeund Gangmotive von der Polyphonie der ausgedehnteste Gebrauchgemacht werden kann. Durch sie vermögen wir bekanntlich einemSatze ganz neue Bedeutung zu ertheilen, namentlich durch die For-men der Umkehrung (Th. II, S. 424) einem bekannten Satz einenganz neuen Gesichtspunkt abzugewinnen, und dem Ganzen bei allemWechsel der Gestaltung eine Einheit und Festigkeit zu verleihn,die in grossem Ausführungen kaum anders, als mit den Formen derPolyphonie zu erlangen ist. — Auch hierüber bedarf es nach denUebungen des zweiten Theils keiner weitern Anleitung; die vor-stehenden Beispiele für den zweiten Theil der Sonate enthalten zwarnur sehr geringe, aber doch genügende Andeutungen.
Hieraus folgt sogleich weiter, dass
3.
auch von der Fugenform in der Ausführung des zweiten Theils Ge-brauch gemacht werden kann. Es ist aber klar, dass hier keineförmliche und selbständige Fuge, sondern nur Benutzung ihrer Formfür einen besondern Theil des Ganzen statthaben kann.
Als Thema der Fuge kann natürlich weder der Haupt- nochder Seitensatz dienen; es muss aus Motiven des einen oder an-dern, zunächst wohl aus dem Anfänge, gebildet werden. In denmeisten Fällen dürfte die Wahl hier auf den Hauptsatz fallen, daderselbe aus schon bekannten Gründen die energischste, für Fugen-arbeit zusagendste Gestaltung zu haben pflegt. Doch kann hierauskeine Regel gefolgert werden; sehr oft ist der Seitensatz für dieBildung des Fugenthema’s geeigneter, oder im Verlauf des zweitenTheils für die Stimmung des Komponisten gelegner. Der Hauptsatzunsers Uebungsstückes (No. 225) würde z. ß. für ein Fugenthemakeinen günstigen Stoff bieten, — man müsste denn zu einem Dop-pelthema und der Form der Doppelfuge, —
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