205
nur vorläufig vergewissern sollte, dass wir alle Bedingungen undVoraussetzungen der neuen Form schon in Händen hätten. Inder Thal aber wird diese Form wie jede durch den Inhalt des Ton-werkes, wie er sich in der Seele des Komponisten gebiert und aus-gestaltet, hervorgernfen, oder vielmehr: ist nichts als diese Ausge-staltung.
Hiermit verweiset selbst jene äusserliche Anknüpfung auf denInhalt und Antrieb der Sonatinenform.
Ein leichterer, flüchtig weiter führender Satz, der nicht sowohlfür sich, vielmehr als Bestandtheil eines grossem Ganzen beweglichin einander greifender Bestandteile gelten will: das ist der Keimeines solchen Tonstücks; leichte Fortbewegung und Verknüpfungist hervortretender Karakterzug desselben.
haben wir einen solchen Satz vor uns, der als Beispiel der So-natinenform in Dur dienen soll. Wollten wir auch annehmen,dass er irgend einen Grad von künstlerischem Interesse erweckt: soist doch offenbar sein Inhalt ein nicht tief anregender, das Ganzeaus leichten Motiven leicht und flüchtig gewebt. Der Satz erscheintfür sich selbst nicht wichtig genug, reizt uns also zu raschein Fort-schreiten. Sollte er Hauptsatz eines Rondo’s werden, so müssten
*) In diesem und den folgenden Beispielen hat aus Rücksicht auf den Raumnur das Nothwendigste gegeben, nur ein Entwurf auf einer Zeilegesetzt werden können. Die Unterstimme soll den Bass andeuten und istdazu bald eine, bald zwei Oktaven tiefer zu stellen, bald als blosse Harmonie-Andeutung anzuschn. — Diese Abfassungsweise hat auch auf den Inhalt nach-theiligen Einfluss gehabt; er erscheint zu einseitig in die Diskantregion ge-drängt, nicht spielvoll, nicht klaviermassig, überhaupt nichts weniger als reichentwickelt.
Hier*)
I V t
j,—4&
225 Allegretlo.
rit.
k—&
r~
*