Druckschrift 
3 (1857)
Entstehung
Seite
140
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eil) zweiter Gegensatz so weit hergeholt werden müsste, dass da-durch der Hauptsatz von unsrer Theilnahme hinweggedräiigt, dasGanze uneinig in sich selber würde. Auch lasst jener Hauptsatzkeine Umgestaltung, kaum Aenderungen und Zusätze ohne Beein-trächtigung seines Karakters zu.

Auch der in No. 94 angefangne Hauptsatz scheint wenig geeig-net für die weitere Ausführung in unsrer jetzigen Form. Wennman ihm auch Antheil zuwenden wollte, so würde doch das ihmeigne weiche Wesen nicht inhaltreich und nachhaltig genug sein,um dreimalige Darstellung wünschenswert!) zu machen. Gleich-wohl werden wir, um Raum zu sparen, diesen Hauptsatz mit sei-nem zweiten Theil und dem Seitensatze mit seinen versohiednenRückwendungen zum Hauptsatze (also No. 94, 97, 102, 105) unsernfolgenden Versuchen zum Grunde legen.

Aus ähnlichen Ursachen würden auch die von Mozart No. 107,Haydn No.109, Beethoven S. 119, und die andern angeführtenHauptsätze für die dritte Form wenig geeignet sein. Das Beet-hoven’sche S. 119 erw'ähnle Thema ist von zu weichem, wenignachhaltigem Karakter; das S. 126 erwähnte, so wie das in No. 121mitgelheilte ist von zu abgeschlossnem und unabänderlichem Karak-ter (das letztere auch zu kurz und schnell vorübergehend), das inNo. 118 bis 120 angeführte ist in sich selber so erschöpfend aus-geführt, dass man es nicht ohne Schmälerung des Antheils zumdritten Mal aufstellen möchte. — Es versteht sich, dass diese Be-merkungen keinen Tadel jener Sätze, sondern vielmehr die Aner-kennung aussprechen, dass ihre Erfinder genau erkannt, welcheBehandlung für jeden die angemessenste.

Die Seitensätze.

Zw eiten s müssen die Seiten sätze beide mit dem Haupt-satz aus einer Grundstimmung hervorgegangen und dennoch beidegegen ihn in gegensätzlichem Verhältnisse sein. Dies versteht sichnach dem früher Erläuterten. Wir setzen aber sogleich hinzu :die beiden Seitensätze müssen auch unter einander imGegensätze stehen;

denn sonst wären sie mehr oder weniger blosse Wiederholung des-selben Inhalts und würden nicht nur das Ganze ohne Vortheil ver-breitern, sondern auch durch ihre übereinstimmende Wirkung dasInteresse vom Hauptsatz ab und auf sich hinziehen.

Hieraus folgen sogleich äusserliche Entschlüsse, die zwar dieSache nicht erschöpfen, doch aber als Fingerzeige für den Neulingwohl merkenswert!) sind.