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satzes, — möglicherweise beider, — kann auch eine gangartigeEntwickelung treten ; nur würde, wenn beide Seitensätze sich gang-artig auflösten, in der Komposition ein Missverhältniss, zu viel desunsteten Elementes, zu besorgen sein.
Wir haben bis jetzt die Form nur äusserlich nach ihren Haupt-bestandtheilen bezeichnet. — Wie ist aber ihre künstlerischeEntstehung zu fassen? — Die Antwort auf diese Frage wirduns sogleich Wesen und Gesetz der ganzen Form, und den Grund-gedanken der folgenden Rondoformen aufschliessen.
So viel ist von selbst einleuchtend:
wir haben uns die dritte Rondoform als hervorgegangen ausder zweiten oder ersten vorzustellen.
In diesen nämlich sind wir vom Hauptsatz abgegangen, um einAnderes, einen Gegensatz gegen ihn zu suchen; dann sind wir aufden Hauptsatz zurückgekehrt. Nun aber führt uns der innere Triebabermals vom Hauptton ab auf einen neuen Seitensatz, — und wirwerden dann nochmals auf den Hauptsatz zurückkommen. Es sindgleichsam zwei in einander geschobne Rondo’s erster oder zweiterForm, —
G
HS-SS—HS
HS-SS-HS
die das Rondo dritter Form bilden. Nennen wir den Hauptsatz A .,den ersten Seitensatz B., den zweiten so ist dies —
A—B—A—C—Adas Schema der neuen Form.
Hieraus erkennen wir alle Gesetze derselben.
Der Hauptsatz.
Erstens muss der Hauptsatz fähig sein, zwei Seitensätzezu ertragen. — Er muss vor allem wichtig und kräftig genug, oderfür neue Ausbildung besonders geeignet sein, dass wir ihn zwarzweimal verlassen dürfen, doch aber jedesmal angezogen sind, aufihn zurückzukommen. Dann muss er nicht von so scharf abge-schlossnem Inhalte sein, dass man nicht im Stande wär’, ihm ver-schiedne und doch auch nicht zu fremde Seitensätze entgegenzu-stellen.
In dieser Hinsicht würden wir den in No. 88 beschlossnenHauptsatz zu einer Bearbeitung nach dritter Rondoform wenig ge-eignet finden. Er ist von einem so in sich abgeschlossnen Karakter,dass im Gegensatz zu seiner feierlichen und gemessnen Haltungder eine bewegtere und sich erhebende Nebengedanke, der denGang statt eines Seitensatzes angeregt hat, genügend erscheint, und