Druckschrift 
3 (1857)
Entstehung
Seite
103
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Hiermit haben wir unser Tonstück beendigt. Betrachten wires im Ganzen, so besteht es aus

Satz, Gang und Satz.

Da nun der Satz das in sich Abgeschlossne, in sich Beruhende,der Gang aber das Bewegsame, nicht in sich selber, sondern in et-was Anderm Schluss und Ziel Findende ist, so tritt uns hier wiederder Urgegensatz und die Grundform aller musikalischen Gestal-tung,

Ruhe, Bewegung, Ruhe,entgegen, die wir zuerst (Th. 1, S. 23) im Gegensätze von Tonikaund Tonleiter, dann von tonischer und dominantischer Harmonie,später im dreitheiligen Liede (so wie, unentwickelter, im zweithei-ligen und jeder Periode) gefunden hatten. Es bestätigt sich wiedereinmal das Fortwirken unsrer ersten Erkenntnisse, wir werdenes durch alle Formen hindurch verfolgen können, wenn sich auchnicht immer Zeit findet, es aufzuweisen.

Daher ist. einleuchtend, wie nahe die jetzige Form mit frühererkannten, namentlich dem dreitheiligen Liede, Zusammentreffen muss.Besonders in vielen Polonaisen besteht der zweite Theil (bis an dieWiederkehr des ersten als dritten) oft nur aus gangartigem Passa-genwerk. Nur erscheinen im Rondo, wie wir es bis jetzt kennen,die Massen viel ausgebreiteter und vollständiger organisirt. Dererste und dritte Theil eines Liedes war nur Satz oder Periode;der Hauptsatz des Rondos ist ein zweitheiliges, kann auch, wieJeder erräth, ein dreitheiliges Lied sein. Auch die mittlere Masseist in gleichem Verhältnisse nicht bloss weiter und reicher, sonderndabei auch bestimmter organisirt, damit sie bei ihrer Ausdehnungnoch fest und fasslich bleibe.

Ja es könnte selbst jene Th. II, S. 329 betrachtete Form, dieauf einen Liedsatz ein Fugato folgen lässt und mit der Wiederholungdes Liedes schliesst, mit unsrer neuen Form verglichen werden, unddas Fugato ungeachtet seines bedeutendem Inhalts, im Vergleichseiner beweglichen Weise zu der festen des Lieds, als gangartigerMittelsatz gelten.

Dass übrigens unser obiges Beispiel in vielfacher Beziehunganders hättet>ausgeführt werden können, dass man die Modulationzuletzt auf die Dominante des Haupltons lenken, sogar bei der Wie-derholung des Hauptsatzes manche kleine Veränderung sich gestat-ten durfte, sei beiläufig als sich von selbst verstehend in Erinne-rung gebracht.

Erwägen wir aber zum Schlüsse noch einmal Inhalt und Dar-stellung unsers Satzes, so müssen wir gestehn, dass er keineswegsdem Karakter des Instruments vollkommen gemäss ist. Es kanndergleichen auf ihm dargestellt werden;- und wer dürfte mit dem