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Flores musice omnis cantus Gregoriani
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PROOEMIUM.

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Ambrosius et sanctus Gregorius papa cantum musicalem adlaudem Dei et sanctorum multiformem dictaverunt. Magistamen Gregorius varium cantum musicalem, quo tam latini,quam Alemanni cum ceteris linguarum diversarum nationibusutuntur in divino officio, in duo volumina librorum videlicet inantiphonarium et graduale collegit, dictavit et neumavit sivenotavit *. Processu tamen temporis quidam Alemanni et prae-cipue canonici ordinis sancti Benedicti, qui cantum musicalemnon solum ex arte, verum etiam ex usu et consuetudine per-fecte et cordetenus didicerant, ipsum omissis clavibus et lineis

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Ambrosius (um 390) und der h. pabst Gregorius (um 600 nach Chri-stus) vielstimmigen musikalischen sang gelehrt zu Gottes und der hei-ligen preis. Des mehreren hat Gregorius den vielstimmigen musikgesang,welchen die Lateiner und Deutschen mit den übrigen nationen ver-schiedener zungen im gottesdienst gebrauchen, in zwei bände gesam-melt, sein antiphonarium und sein graduale 2 , hat ihn gelehrt und mitneumen 3 oder noten versehen. Im verlaufe der Zeiten aber fiengeneinige Deutsche vornämlich von dem heiligen orden Benedicti, so denmusikgesang nicht allein durch kunst, sondern auch durch brauch undÜbung vollkommentlich und auswendig erlernt hatten, an, denselbenohne schlüßel und linien, wie man sie bei neumen und noten braucht,

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1 Diese stelle aus unsrem buche wird zum beweise, daß neumareund notare gleich genommen wurden, citievt hei Forkel, allgemeine ge-schickte der musik II, 157, amn. 138. Abermals kommt Forkel zur erklä-rnng darüber, was Gregor bei der Sammlung des antiphonarium etc. ge-than, auf diese stelle zurück s. 165. 209. 2 Zwischengesang zwischen

epistel und evangelium an den stufen des chores gesungen. 3 Stricheund häckchen, die vor dem gebrauch der notenlinien über die textworte ge-setzt wurden. Siehe viele beispiele bei Gerbert, Forkel u. s. w.! Uber das wortneume batte lierr landesconservator, oberstudienrath Häßler die Freundlich-keit mir mitzutheilen :Papias (im vocabulista), dieser alte im fünfzehntenJahrhunderte allgemein gebrauchte lexikograph erklärt: Neuma id est parscantilense, quse fit de geminatione diphthongorum. ln einem andern vocabu-larium latino-germanicum steht: Neuma est modulatio vel cantus vel signummonachale. In Altensteigs vocabularium theologise (Hagenowise 1517) steht:Neuma est combinatio vocum vel notularum ordinata. Derselbe leitet es vondem griechischen 7:vsup.a ab. Sollte die ableitung von veuga, neuma, wink(denn in der that sind es nichts weiter als winke zum singen des textes) nichtwahrscheinlicher sein? Vgl. Janssen-Smeddinck s. 47.