DES i.mmi: im;iii\ verein IN STUTTGART. LXXXIX. STUTTGART. GEDRUCKT AUF KOSTEN DES LITTERARISCHEN VEREINS. 1868 . PROTECTOR DES LITERARISCHEN VEREINS IN STUTTGART: SEINE MAJESTÄT DER KÖNIG. * VERWALTUNG: Präsident: Dr A. v. Keller, ordentlicher professor an der k. Universität in Tübingen. Kassier: Professor Dr Kommereil, Vorstand der realschule in Tübingen. Agent: Eues, buchhändler in Tübingen. * GESELLSCHAFT 1 -AUSSCHUSS: Oberstudienrath Dr Ilaßler, conservator der vaterländischen kunst- und alterthumsdenkmäler in Ulm. Dr Holland, außerordentlicher professor an der k. Universität in Tübingen. Obersthofmeister W. freiherr v. Holtz in Alfdorf. Dr G. v. Karajan, Präsident der k. akademie in Wien. Dr E. v. Kausler, vicedirpctor des k. haus- und Staatsarchivs in Stuttgart. Dr Klüpfel, bibliothekar an der k. Universität in Tübingen. Dr 0. v. Klumpp, director der k. privatbibliotkek in Stuttgart. Dr Maurer, ordentlicher professor an der k. Universität in München. Dr Menzel in Stuttgart. Dr S imrock, ordentlicher professor an der k. Universität in Bonn. Dr Wackernagel, ordentlicher professor an der Universität in Basel. Dr Waitz, ordentlicher professor an der k. Universität in Göttingen. n FLORES MUSICE OMNIS CANTUS GREGORIANI VON HUGO YON REUTLINGEN NEU HERAUSGEGEBEN UND BEARBEITET VON CARL BECK DECAN ZU REUTLINGEN. STUTTGART. GEDRUCKT AUF KOSTEN DES LITTERARISCIIEN VEREINS NACH BESCHLUSS DES AUSSCHUSSES VOM NOVEMBEH 18Ü6. 1868 . 1 VORWORT. Lessing macht in seinen collectaneen zur geschichte der littera tur bei dem artikel Octavius Petruccius de Fosombrone 1 (als dem angeblichen erfinden der drucknoten) die anmerkung-: „Auf jeden fall will ich mir die alten drucke anmerken, in welchen sich musikalische noten finden, z. b. Flores musice omnis cantus Gregoriani. Impressum Argentorati per Joannem Pryss, 1488, 4°.” Gewinnt hiedurch die folgende, jetzt zu neuer auflage gelangende schrift freilich zunächst nur das interesse, daß sie zu den ältesten bekannten notendrucken gehört, so ist doch eben dieser umstand auf der andern seite von so entscheidender bedeutung für die thatsache, daß unsre flores musicae, wenn sie auch im wesentlichen nur die lehren des Guido von Arezzo popularisierten, doch oder vielleicht gerade darum das ganze mittelalter hindurch bis zu seinem ende ein vielfach gebrauchtes, classisclies lehr- buch zur anweisung für den messgesang gewesen sein müßen 2 . Sonst * t Karlsruher gesammtausgabe, 1824, band 22, s. 206. 2 Timt doch Forkel, allgemeine geschichte der musik, band II, wo er unsern Hugo erwähnt, H, 286, und beschreibt, II, 739, seihst seinem commentator wiederholt, II, 157. 165. 167. 259, die ehre an, ihn als geschichtsquelle für den gregorianischen lurchengesang zu citieren! Im gebiete der musikalischen litteraturgeschichte hat freilich der welsche Franchinus Gafor, lelirer der musik in Mailand, 1484, mit seinem 1518 daselbst gedruckten de harmonia musicorum instrumentorum opus wieder einmal den Deutschen den rang abgelaufen! Gerbert z. b., de cantu et musica sacra, kennt unsern Hugo nicht; nicht einmal das classisehe werk: N. A.-Janssen, wahre grundregein des gregorianischen oder choralgesangs. Ein archäologisch-liturgisches lehrbnch des gregorianischen kirchengesangs, für priester-, knaben- und schullehrer- seminarien u. s. w. übersetzt und bearbeitet mit besonderer rücksicht auf die cölnischen und münsterischen kirchengesangsweisen von J. C. B. Smed- dinck, kaplan in Bilk, Mainz 1846, wo s. 6 in dem Verzeichnisse der litteratur Hugo fehlt; s. 45 dagegen ist aus dessen Jahrhunderte, dem vierzehnten, der „berühmte musiker Glareanus” citirt. Speclitshart. 1 VORWORT. wären sie ja wohl nicht so frühe, trotz der Schwierigkeit des noteii- drucks, unter die presse gekommen. Dem buche gebührt also offenbar nicht bloß eine antiquarische, auch nicht bloß eine musikalische, sondern eine zeit- und culturge- schichtliche bedeutung. Diese erwägung hat mich denn auch nach manchen aus der Unzulänglichkeit meiner person genommenen bedenken, doch bewogen, dasselbe, nachdem ein verehrter freund, mit- btlrger und alterthumsforscher meine aufmerksamkeit darauf gelenkt, für den litterarischen verein zu bearbeiten, und dem deutschen alter- thumsvereine, dem ich es am liebsten gewidmet hätte, zur erin- nerung an die Septembertage 1862 wenigstens als grüß darzubringen. Es besteht aus einem gedichte von 635 leoninischen verseil, die nach seiner eigenen angabe v. 595 ff. von einem auch sonst in dieser zeit hier bekannten Hugo sacerdos Reutlingensis, aus der bis 1500 1 hier genannten familie der Spechtshart, 1332 verfaßt sind und aus einem dazwischen eingestreuten commentar von unbekanntem verfaßer, aber zweifelsohne der abfaßung des gedicktes nicht ferne liegender zeit 2 . Haben demnach unsre Flores auch für ihren nächsten entstehungskreis ein unverkennbares interesse (denn ihre dichtung ist demnach gleichzeitig mit dem politischen aufschwunge der stadt 3 und mit dem aufbau der Marienkirche 4 , eines der denkwürdigen gotliischen bau- denkmale Schwabens), so erfülle ich mit erneuerung ihrer auflage eine patriotische pflicht, nicht bloß gegen meinen stand, wenn ein geistlicher von Reutlingen den nach rühm des sacerdos Hugo in dieser stadt Hs 1 Siehe meines verewigten amtsgenoßen Gayler historische denkwürdig- keiten der stadt Reutlingen, 1840, s. 616. 2 Näheres siehe in der ein- leitung. 3 Freitag vor Judica 1337 hat Ludwig der IV der Raier von Nürnberg aus der stadt die ersten urkundlichen rechte verliehen, welche am 27 Januar 1348 Karl IV bestätigte. Beide daten fallen also in die lebe- zeit unsres Hugo. Ist die vermuthung zu kühn, daß er bei den Unterhandlungen seine hand mit im spiele gehabt habe? zumal, wenn wir als den Unterhändler Wernher de Hurnbog, den Schultheißen 1333, finden und in dieser zeit ein Wernher (bei welchem Hugo nach der in der einleitung angeführten urkunde von 1359 in gunst gestanden seiu muß) als erster kaplan der gleichfalls neu erbauten Nikolaikirehe vorkommt, ohne zweifei derselbe, der nach der inschrift in der taufkapelle oder vielmehr der alten trist (trisur)- karnmer der Marienkirche viccplebamis, erster geistlicher, als Stellvertreter des abts von Königsbronu hier war. 4 Erbaut 1247 —1343. VORWORT. 3 wieder aufzufrischen versucht 1 , sondern auch gegen die Stadt selbst, der ich durch btirgerrecht und, wenn auch nicht durch gebürt, so durch abstamraung, angehöre. Sie wird gewöhnlich in schwäbischen und deutschen gauen nur gefeiert als die stadt der gerber und färber, die (nach Uhlands lied von der Reutlinger schiacht) haben „so meisterlich gegerbt” und „so purpurroth gefärbt", und freilich können bis zur stunde die Musensöhne unsrer nachbarstadt Tübingen auch hievon noch erzählen. Aber daß Reutlingen zu den Musen auch noch andre beziehungen habe, ist derzeit in größeren kreisen noch ein gelieimnis. Und doch hat es mit dieser behauptung seine richtigkeit. Ich berufe mich hiefür zunächst auf Friedrich List, dem unsre zeit wenigstens nach dem tode die ehre, deren er im leben würdig gewesen wäre, erzeigt hat in der errichtung des ehernen Standbilds in seiner Vaterstadt, zu der Deutschlands fürsten und Stämme die hand aufgethan und Elb-Athen uns seinen meister entsendet hat. Nun wohl, wird man erwidern, diese lorbeeren gelten nicht dem doctrinär und national- ökonomen, nicht dem manne der wißenschaft, der sein fehl auf dem Tübinger katheder ja nur so kurz behauptet hat, sie gelten dem manne der that, dem praktiker und agitator! Was aber wird die weit sagen, wenn wir den meister der philosophie, das haupt des idealismus, ihn, bei dem es, mit unsrem dichter (v. 599) zu reden, auch hieß: Concio (und nicht bloß Suevorum, sondern) Concio doctorum quo colligitur variorum, dem die „hauptstadt der intelligenz" eine geraume zeit ein gut * 1 Ich hätte hiezu noch eine besondere Verpflichtung, wenn die ver- muthung richtig ist, die sich aus Gayler II, 269 ergibt. Das pfarrhans, in (lern am 26 Mai 1498 Maximilian I abstieg, und das nach Ficiöns ehronik (Stuttgart 1862) Seite 230 (vergl. Gayler I, s. 137) von da an an der ecke das kaiserliche wappen trug mit der Unterschrift: „Ich hin, wie ein andrer mann, Ohn, daß mir Gott die ehre gan” hieß nach Gayler 1. c. 1421 der alten schulmeisterin hans, 1426 meister Fpcchzhart, pfarrers haus. Es stammte, vermuthe ich, von unsrem Hugo und fiel von diesem an seinen neffen, den „lateinischen Schulmeister Conrad” (siehe einleitung); wann es dann das eigentliche pfarrhans wurde, ist unbekannt. Es wurde bekanntlich im großen brande 1726 zerstört, aber auf derselben stelle ist das jetzige pfarrhaus, meine amtswohnung, 1770 erbaut worden, nachdem man für seine Wiederherstellung, wie für einen kirehenbau in Ohmcnhausen, weithin collectiert hatte. Gayle r II, 304. 1 * 4 VORWORT. tlieil ihres wißonschaftliehen glanzes abgehorgt hat, wenn wir Hegel für uns in anspruch nehmen! Und das dazu noch mit vollem rechte! Genealogische Untersuchungen, die mir von amts wegen oblagen, haben es zur unumstößlichen gewissheit erhoben, daß er der alten reichsstadt Reutlingen entstammt, wohin während des dreißigjährigen krieges seine ahnen aus der umgegend (von Eningen und Sondelfingen) sich geflüchtet und wo fast sämmtliche familienglieder auf lange hinein ihren aufenthalt genommen haben 1 . Kein wunder freilich, wenn er von diesem heimischen bodeu als zettel in den einschlag seines idealismus ein stück derben realismus zum erbe mitbekommen hat, das in dem vielbesprochenen satze: „Was wirklich ist, das ist vernünftig”, zu tage kam! Nun, diesen söhnen Reutlingens gesellt sich hier als der dritte, oder vielmehr als der erste, Hugo Spechtshart bei, zum lebendigen Zeugnisse, daß in der „stadt der gerber und färber” die Musen schon sangen zu einer zeit, da unsre jetzige alma mater im nahen Tübingen ihnen noch lange keine heimatliche statte zu bieten im stande war. Die hauptbedeutung unsrer Flores liegt freilich, wir können das weder uns noch der weit abläugnen, mehr in der musik, als in den Musen. Diesen zweck habe ich denn auch bei der Vorbereitung ihrer neuen aüsgabe vornämlicb ins äuge gefaßt. Zu dem ende habe ich dem (kritisch-revidierten und interpungierten, ohne die Originalabbreviaturen abgedruckten) lateinischen texte eine deutsche, wie man finden wird, allerdings theilweise ziemlich freie bearbeitung hinzufügen zu sollen geglaubt, schon aus dem gründe, weil nicht alle Philologen musiker sind und nicht alle musiker philologen. Überdiß habe ich die noten in die neue Schreibweise umgesetzt und in einer besondern abtheilung, vom texte getrennt, zusammengestellt, zur erleichterung nicht allein des drucks, sondern auch des gebrauchs, der noch handlicher werden dürfte, wenn die notenabtheilung besonders geheftet und bei der leetüre neben den lateinischen text gelegt werden wollte. Zu beßerem Verständnisse sind dieser zweiten abtheilung auch noch, einige tafeln beigegeben. Die erste gibt mit der nöthigen erläu- terung die „band des Guido von Arezzo”, die unsrem geschlechte zum wenigsten zeigen kann, wie wirs auch schon vor der Zukunftsmusik in * 1 Siche F. F. Faber, die wiirttemhergischen familienstiftnngen, fünftes lieft, s. 68. 91. VORWORT. 5 unsrer zeit so herrlich weit gebracht. Die zweite tafel findet sicli in ihrer ersten anlage in einem (aber auch nur in einem) der mir zu geböte gestandenen exemplare : sie verdeutlicht, glaube ich, nach meiner anordnung noch mehr als im originale, die mensuren des mono- chordes. Die dritte ist dem buche entnommen. Die vierte ist von mir dazu entworfen, eine übersichtliche Zusammenstellung der acht ton- arten zu geben, wie ich auch je am ende der betreffenden notenab- theilungen die Übersichten der evovse, psalmodieen, neumen u. s. w. zusammen gestellt habe. So habe ich diese, so viel mir bekannt, älteste aus deutschem boden entstammte musiklehre in ihrer neuen gestalt möglichst zugänglich zu machen gesucht und habe hier nur noch meinen gehorsamsten dank zu bezeugen den herren, die mich in der arbeit so freundlich gefördert haben, herrn professor Dr A. v. Keller und bibliothekar Dr Kliipfel in Tübingen, oberstudienrath v. Stalin in Stuttgart, ober- studienrath Häßler in Ulm, den herren domkaplanen Agrikola und Frick in Rottenburg, und herrn Dr Theophil Rupp dahier. Wenn trotz solcher litterarischen Unterstützungen das werk ein mangelhaftes geblieben ist, so muß ich eben schließen mit der Wiederholung von Hugos eigener bitte (v. 613. 614): Ignoscant cuncti, si quid minus utile scripsi: Qui cunctis placeat, quia non puto, quomodo vivat, einer bitte, der aber auch wir im geiste alter deutscher musika mit unsrem dichter noch die stimme des lobes zugesellen wollen (v. 609): Sit tibi laus et honor et gloria, Christe redemtor! Mahnen diese tage doch alle confessionen an das im buche so oft behandelte gloria in excelsis! Reutlingen am zweiten weihnachtsfeiertage 1865. Der Herausgeber. 6 EINLEITUNG. EINLEITUNG. JL/ie geschichtlichen spuren, die über Hugo von Reutlingen aufzufinden waren, sind folgende. Einen bekannteren namen in der geschichtlichen litteratur hat er sich durch ein epos erworben, in welcher beziehung ihn unter den drei berühmteren namen der zeit Gayler auffülirt 1 : „Hugo de Rutlingen, priester. Verfasser einer metrischen chronik der päbste und kaiser, in der Wiener manuscriptensammlung n. 859 (Tfister, geschickte von Schwaben III, 729).“ Der Sachverhalt wird aber von Stalin 2 näher dahin angegeben, daß das Wiener manuscript (Xod. hist. prof. 3264) nur eine gleichzeitige exposition zu dem hexametrischen gediehte fweltchronik) des Hugo sacerdos de Rutlingen sei, die in Böhmers Fontes demnächst zur Veröffentlichung kommen solle, während das gedieht selbst Q. c. III, 757 anm.), die chronik, verschollen sei. Am letztgenannten orte ist ein drittes werk von Hugo angeführt, und zwar das nur handschriftlich vorhandene Cz• b. im cod. lat. monac. 8949) Hugonis Spechtshart capellani de Rütlin- gen speculum grammaticale metricum, wo auf dem letzten blatte Hugo sich wieder selbst angibt: „Anni cum Christi transissent mille trecenti | Et decies quinque, dictatus erat liber iste | Hugonem per me Spechizhart cognomine qui de j Rüdlinga natus sum presbyter inveteratus. Nach Stalins (aber nicht näher motivierter) angabe stand Hugo 1358 im 73 jahre, er müste demnach 1285 * 1 Denkwürdigkeiten der stadt lieutlingen, J840, s. 39. Die beiden andern sind: Eberhard von Reutlingen, der dreizehnte abt in Bebenhausen, der 1260 die umfaßungsmauer des klosters begann, und eine Haila von Reutlingen, die unter dem sechzehnten abte Udalrich von Eßlingen, 1320, daselbst eine kapelle am tbore erbaute und nach einer alten inschrift der kirchemnauer auf dem kirchhof hinter dem hohen altare begraben ward. 2 Ch. F. Stalin, wirtembergische geschichte, Stuttgart und Tübingen 1847. II, 663. 198. EINLEITUNG. 7 oder 1286 geboren sein. Nacli einer, bei Gayler 1. e. s. 22 wörtlich angeführten, im Stuttgarter Staatsarchive vorhandenen, urkunde hat Hugo init eigener hand eine donation zu einer zweiten präbende an der hiesigen Nikolaikirche noch an Pancratii (12 Mai) 1359 ausgestellt. Nach Stalin 1. c. sind zu allen drei gedichten Hugos commentare vorhanden; der zur chronik in der eben genannten Wiener exposilion (28 je zweispaltige blätter, von Stalin auch III, 144. 211 in den anmerkungen mit belegstellen citiert); der zum speculum grammaticale, handschriftlich (in Basel; Mones Zeitschrift II, 152. Braun noticia codd. mscr. ad SS. Udalricum et Afram 2, 60), von Hugos neffen bearbeitet 1350. Ist es nicht wahrscheinlich, daß eben dieser, „Conrad Spechtshart, lateinischer knaben- lehrer in Reutlingen”, auch verfaßer unsres connnentars zu den Flores music® sei? Jedenfalls scheint dieser Conrad derselbe zu sein, der den grund dazu gelegt hat, -daß der name des Hugo Spechzhart in unsern lagen und zwar auf einem ganz andern gebiete, dem kirchenrechllichen, und in ganz andern manuscripten, in den gerichlsacten, durch alle instanzen wieder auferstanden ist. Hugo Spechzhart hatte nämlich (dieses weitere datum findet sich wieder bei Gayler I, 162. 163) von Heinrich grafen von Vöhringen 1331 den Widumhof in Unterhausen um 190 denare hallischer münze erkauft und 1360 hat diesen „Widumhof zu Husen” (einem orte in unsrem Echazthale, unter der bürg Lichtenslein gelegen) ein „Schulmeister Conrad Spechtshart” (der also nach unsrer annahme oll'enbar als nelfe des somit seit Mai 1359 verstorbenen Hugo in seine erbschaft eingetreten war) den „feldsiechenleulen zu Reutlingen, die ihre wohnung haut bei der (noch vorhandenen) Katharinenkapelle”, gegen ein jährlich leibgeding von 26 pfund häller zu kaufen gegeben. Auf grund dieser urkundlichen that- sachen hat die gemeinde Unterhausen 1864 die armenpllege Reutlingen zu subsidiärer kirchenbauverpflichtung in anspruch genommen, und einen proccss angestrengt, dessen ungünstige entschei- dung das andenken Hugos Spechtshart seiner Vaterstadt nach über liinl hundert jahren noch sehr theuer machen miiste, der aber indessen in zwei instanzen gegen Unterbausen entschieden wurde. Was die dritte und letzte bringt, wissen wir nicht, aber den vor- 8 EINLEITUNG. liegenden urkunden verdanken wir die sichere bestiinmung über das jahr der gebürt 0285 oder 1286), wie das des todes 0359 oder 1360) unsres Hugo Spechzhart. Als quelle konnten wir unsrer bearbeitung zu gründe legen die im anfange unsres Vorworts von Lessing angeführte Straßburger ausgabe von 1488 von Pryß CPreiß), der Stuttgarter öffentlichen bibliothek CHain repert. n. 7174) entnommen. Daneben stand uns zu gebot ein exemplar aus der Tübinger Universitätsbibliothek. Beide exemplare sind sich in der art des drucks bis auf die eintheilung der seiten hinaus ganz gleich, nur daß im Tübinger die vier letzten blätter vor den Schlußnoten nicht bedruckt sind, also auch kein druckort zu ersehen ist. Dagegen hat es allein die monochordentafel zu Seite 55, aber erst nach seite 56 eingefügt, sodann den im texte Seite 23 beschriebenen holzsclmitt mit Tubal und Pythagoras u. s. w. als Schlußvignette in sich und endlich eine reihe anderer musikalien, gedruckter CLilium musicrn planae Michael Reinspeck, musici Alexandrini [sic!] de Nürnberg, impressum Ulmae per Job. Schaelller 1497) und ungedruckter bei sich. Wenn Brunet (manuel de lihraire etc. Paris 1861. II, 1296. 1299) von drei verschiedenen ausgaben der llores spricht, so läßt sich hienach in gemäßheit der von ihm angegebenen merk- male über das Tübinger exemplar nichts entscheiden. Dagegen gehört unser Stuttgarter exemplar n. 7174 entschieden zur zweiten ausgabe, da der druckort Argentinae Seite 192 ohne die abbreviatur für das „n” gedruckt ist. Dagegen scheint das andere Stuttgarter exemplar n. 7173 [das wir mit dem sogleich nachher zu beschreibenden manuscripte erst am Schlüße unsrer arbeit in unsre hand zu erhalten so glücklich waren) entschieden nicht der ersten, sondern der dritten ausgabe anzugehören, wo nicht einer noch späteren. Dieser druck unterscheidet sich von unsrem n. 7174 im texte fast gar nicht, so daß er meistens auch die druckfehler gemein hat. Auch darin ist er ihm gleich, daß die abbildung der mensuren des mono- chordes ausgerissen ist. Was ihn unterscheidet, ist 1) daß der beim Tübinger exemplare angeführte holzsclmitt, der in n. 7174 fehlt, hier sogar zweimal vorkommt, als titelblatt mit der aufschrift flores musice, und ohne diese im contexte, auf der kehrseite der EINLEITUNG. 9 zwölf aus Petrus Aurora entnommenen, den Tubal betreffenden verse; 2) der druck ist kleiner Cbeim commentar auch enger), namentlich bei den versen, die meist als verse Calso je auf besonderer linie mit großen anfangsbuchstaben) gedruckt sind, während n. 7174 sie in continuo, aber mit viel größeren lettern gibt. Während dieser daher 97 blätter hat, ist n. 7173 auf 83 zusammengegangen; 3) auf dem letzten blatte ist bei diesem kein druckort angegeben; 4) einzelne correcturen des textes laßen eine spätere band, die gefälligeren formen der lettern Cder noten- druck ist gleich) eine spätere ausgabe vermuthen. Älter als die beiden drucke ist die mir noch wie zum thor- schluße in die bände gekommene handschrift (cod. poet. et phil. 4° n. 52 der Stuttgarter öffentlichen bibliothek), auf dem deckel von pergament überschrieben als liber musicatis scientia; , auf dem ersten blatte als Ars rnusica. Darüber steht: Paulus de Calvo C?) est possessor hujus musicae artis, was dann links seitwärts noch einmal in einer eine papierrolle vorstellenden ligur wiederholt ist, neben der in ein dreieck, wie auf ein band, geschriebenen mahnung: Qui hoc mutuat Paulo, reddere debet. 1 Auf seite 60'> Cdas manuscript hat im ganzen 62 a ) steht dann wieder mit großen rothen buchstaben Paulus de C W est possessor hujus libri Cfolgt darauf wahrscheinlich ein Ortsname, der jedoch auch durch die loupe nicht sicher zu ermitteln ist: Rosnaviae (Rosenau bei Tübingen, oder Rotweiliae?) 1462. Das noch weiter hinaufreichende alter der handschrift aber wird festgestellt durch den unmittelbar darüber in ein Viereck gemachten, aber mit rother tinte durchstrichenen einlrag: „Explicit. per Egidium (?) de Bulach, tunc temporis scolaris in Esslingen. In vigilia assumtionis Mariae virginis. Anno domini 1420 (oder 21)”. Die nicht leicht zu entziffernde handschrift ist mit färben (roth meist, auch gelb) aufgeputzt, mit theilweise zierlichen und komischen initialen versehen. Sie ist aber keine abschrift, sondern gibt den commentar im auszuge, jedoch illustriert mit verschiede- * 1 Auf der zweiten seite stehen oben über einer reibe von namen Johannes, Bartholomäus, Otto u. s. w. einige Worte, von denen nur die letzten deutlich sind: „libros Wilhelmi abbatis” (ohne Zweifel von Hirsau). In der mitte steht dann noch: „ligo musica omnia laitifico et cantus organa tango”. 10 EINLEITUNG. nen (theilweise dem Micrologus Guidos entnommenen) kreis- und andern figuren und sehr ausgiebigen notenbeispielen Cdie namenl- licli bei den tonleitern und intervallen regelmäßig eine probatio continua und interseciva, mit sprängen, beifügen). Auch der text des gedichts ist nur ausgezogen, so daß die handschrift (30 b ) von vers 113 des ersten buchs zu vers 269 des zweiten buchs, und vom Schlüße des zweiten buchs vers 279 Cseite 56 unsres n. 7174) schnell C33 b ) auf Seite 88 unsres 7174 überspringt, von da aber Cseite 37) zum anfang des vierten buchs Cvers 445 f.), von welchem wieder die verse 461—66. 470—88. 502. 503. 511—518. 520—538 und von da an (38 b ) der ganze Schluß weggelaßen sind. Die handschrift hat durchaus den Charakter einer freien, aber sachverständigen bearbeitung des gedichts, wohl nur zur eigenen Orientierung und benützung des besitzers, der an gelehrsamkeit und Umsicht unsrem commentator überlegen zu sein scheint. So nimmt er seinen anfang, statt wie dieser in der stelle des hohelieds Q2, 14), vielmehr in den scholastischen merk- versen über die sieben freien künste J , wenn er auch unkritisch genug ist, in seinem auszuge die ableitung der musik von mois, was waßer bedeuten soll, die fabel von des Pythagoras Schmiedehämmerbeobachtung und von des Tubal musikconservalionssäuien in den kauf zu nehmen. Aber auch so ist das manuscript, das für die textesrevision au einigen stellen seinen besondern werth zeigte, ein schlagender beweis für unsre vermuthung im Schlußworte, daß die Flores musice von Hugo Spechtshart bis zum Schlüße des mittelalters ein vielgebrauchtes, classisches lehrbuch des messgesangs und der musik gewesen sein mäßen, eine vermuthung, die auch durch Stalin 2 bestätigt wird, der sie „ein für die geschichte der musik wichtiges werk” genannt hat. * 1 Gramm loquitur, dia vera docet, rliet verba colorat, mus canit, ar numerat, geo ponderat, ast colit astra. Vgl. meine christliche dogmenge- schichte, zweite auflage, Tübingen 1864, s. 14. 2 'Wirtembergische geschichte III, 757. PROOEMIUM. II [5 *] PROCEM IUM. Sonet vox tua in auribus meis! Vox enim tua dulcis. (Salomon cantic. canticorum 2, 14.) Hsec verba secundum historiam sunt verba Salomonis ad amicam suam, filiam Pharaonis regis Aegypti. Quamvis autem secundum allegoricam expositionem Jesus Christus, salvator mundi, per Salomonem (qui pacificus interpretatur) clare designatus,, verbis praelibatis alloquitur omnem hominem benignum et devotum, a quo invocari desiderat et laudari; specialiter cum eisdem verbis alloquitur omnes et singulos clericos, qui ab ipso ad lioc specialiter sunt electi, ut laudes ejus pro se et sibi commissis attente resonent et decantent. Unde cuilibet ipsorum petitioni dicit: „Sonet vox tua in auribus meis! Vox enim tua dulcis.“ Et quia dulcedo * EINGANG. „Laß mich hören deine Stimme, denn deine Stimme ist süß”. (Hohelied 2,14.) Solche Worte hat nach der historie Salomo gesprochen zu seiner freundin, der tochter Pharaos, des königes Ägypti. Nach der allegorischen erklärung aber ist mit Salomo (der da verdeutschet heißet Friederich) Jesus Christus, der heiland der weit, in klarer weise gedeutet und der redet so zu jedem guten und frommen menschenkinde, von dem er anbetung und preis zu hören begehret. Insonderheit aber spricht er solche Worte zu den geistlichen insgemein und einem jeden für sich, die von ihm besonders dazu erwählet sind, daß sie seine lobgesänge für sich und die, so ihnen befohlen sind, mit andacht anstimmen und absingen. Daher sagt er zu einem jeglichen ihrer bittworte: „Laß mich hören deine stimme, denn deine stimme ist süß.“ Dieweil aber die Süßigkeit der stimme * 1) Diese zahlen bezeichnen die von uns gezählten seiten des Originals. Die seiten 2— 4 desselben geben das Inhaltsverzeichnis, das wir weggelaßen haben, um es durch das unsrige zu ersetzen. 12 PROOEMIUM. vocis non solum procedit ex devotione cordis, verum etiam ex cognitione artis; idcirco ista ars sive scientia, quae talem cognitionem specialiter docet et administrat, a quolibet clerico studiosius est addiscenda. Haec autem scientia est musica, quse licet in pluribus voluminibus prosaice et dispendiose sit tradita et descripta, in subscripto tamen libro, qui flores musicae artis intitulatur, pro novellis clericis quoad ista, quae ipsis maxime sunt necessaria, compendiose et faciliter est metri- ficata. In lioc autem libro autor duo facit. Primo praemittit 1 [6] prooemium. Secundo prosequitur suum intentum. Secunda pars ibi (musica subscriptis). In prooemio tria facit: primo praemittit titulum nomenque libelli, et cum hoc artem illam sive scientiam, de qua tractare intendit. Secundo eandem artem breviter approbat et commendat, ut ex illa commendatione auditores benevolos reddat et attentos. Tertio divinum auxilium, sine quo nihil boni perfici poterit, invocat et implorat. Prima pars in principio libri (musica per flores), secunda ibi (omnes per partes), tertia ibi (omnia qui pascis). * kommt nickt allein aus der andackt des kerzens, sondern aucli aus dem Verständnisse der kunst, so ist darum solche kunst und wißen- schat't, die dazu Verständnis insonderheit schenket und pfleget, von jedem geistlichen mit fleiß zu erlernen. Das ist die musika, so in vielen bänden ohne reime weitläufig ist beschrieben worden. Das buch aber, das du vor dir hast, blumenstrauß der musika, hat für junge pfäff- lein, was ihnen kocknöthig ist, mit aller kürze in leichte reime gebracht. In diesem ersten abschnitt aber will der dichter ein zwiefaches. Zuerst schickt er einen eingang voraus und dann geht er seinen ge- danken nach. Im eingange thut er dreierlei. Zuerst schickt er voran titel und namen seines büchleins und damit kunst und wißenschaft, von der er zu handeln gedenkt. Dann (v. 4 f.) will er diese kunst in kürze anpreisen und empfehlen, daß durch solche empfehlung die liörer freundlich und aufmerksam sollen gestimmt werden. Zum dritten (v. 12 f.) ruft und fleht er an die göttliche hilf, sonder welche nichts gutes kann zum ziele kommen. * 1 Iu beiden ausgabcn permittit. Ttib. und St. 7173. PROCEMIUM. 13 Musica, per flores subscriptos, prrestat odores Dulces ac mores aptos confert et honores, Quse brevibus scriptis tibi commendatur in istis. Omnes per partes cunctas si disceres artes, s Concordem cantum tradet tibi musica tantum, Per quem laudari Deus almus vult et amari. Ergo clericuli studiosi, quique novelli Cantus confusura variis in partibus usum Sunt postponentes, artem veram retinete, 1 10 Per quam salvator, cantus [7] concordis amator, Digne laudari semper queat et venerari. Omnia qui pascis, pater omnipotens, precor, assis, Hanc artem clare valeamque metrificare, Hic ut clericulis possim prodesse novellis! In ista prima parte dicit autor, quod scientia musicte artis per subscriptos flores et per subscriptum librum sive tractatum discentibus et legentibus dulcem ac suavem affert odorem ad modum florum suavissime redolentium, qui his, qui se ipsis * „Die blumen, so du siebst, bringt musica dir und reicht dir darinnen köstlichen duft und feine Sitten und herrliche ehren. Laß sie dir sein in diesem kleinen büchlein empfohlen! Wolltest auch alle kttnste der weit zumal du erlernen, musica lehrt doch allein des [5] gesanges wohlklang und einklang, durch den er, der große Gott, will gelobet sein und geliebet. Drum denn, ihr junge pfäfflein und kleine Studenten, wer an des gesanges krauser Verwirrung nicht findet gefallen, schließe der wahren kunst sich an, durch welche der heiland, [10] der freund harmonischen tonwerks, immer mag werden gelobt nach gebühr und verehret. Du aber, allmächtiger vater, der alles regieret, stehe mir bei, daß solche kunst in deutlicher weise ich sing’ und wohlklingenden reimlein zu nutz und frommen der jungen pfaffen und kleinen Studenten!” In diesem ersten theile verspricht der dichter durch seinen im buche enthaltenen blumenstrauß mit der musik seinen Schülern und lesern süßen und feinen geruck nach art der süß duftenden blumen, die beim nahen durch ihren süßen geruck manchfache anmutli und * 1 Im texte: retinentes, auch in der handsehrift. 14 PROOEMIUM. proprius applicaverint, dulcedinem et confortationem multiformem praestare solent suo dulci odore. Et ob hoc iste liber „flores musicae artis” est appellatus, quia discentibus non solum dulces praestat odores, verum etiam studiosis clericis aptos confert mores et varios apud Deum et homines honores. Omnes per partes etc. Sequitur nunc secunda pars prooemii, in qua autor materiam hujus operis approbat et commendat, dicens, quod inter omnes scientias liberales sola musica docet concordare cantum, qui dulcis est in aure domini. Quamvis autem apud Hebraeos cantus musicales et instrumenta musi- calia diversa ad laudem Dei longe ante incarnationem Domini fuerint adinventa, ut cythara, chorus, tympanum, organum, lira, psalterium, cymbalum, in quibus omnibus propheta David tam in psalterio, quam in secundo libro regum hortatur et jubet nos laudare Deum, (Unde ait: Laudate eum tympano et choro! laudate [8] eum in chordis et organo! Et iterum: In psalterio decem cordarum psallam tibi. Et iterum: Laudate eum in cymbalis bene sonantibus!); tamen post incarnationem Christi plures doctores sanctae ecclesiae et specialiter beatus * erquickung gewähren. Darum nennt er sein huch blumenstrauß der kunst musika, weil es nicht allein den schillern feinen duft verleiht, sondern auch den geistlichen Studenten geschickte Sitten und mancherlei gnade bei Gott und den menschen erwirkt. Wolltest alle künste u. s. w. Damit beginnt des eingangs zweiter theil, in dem der dichter den inhalt des werks aufzeigt und empfiehlt, mit dem gedanken, daß unter allen freien künsten die musik allein lehre des sanges einklang, der süß ist im obre des herrn. Schon hei den Hebräern sind musikalische gesänge und verschiedene musikalische Instrumente erfunden worden lange vor der menscliwerdung unseres herrn, z. b. cyther, chor, pauke, pfeifen, leier, psalter, cymbel, und in solchen allen sollen wir Gott lohen und ihm danken nach der Vermahnung seines propheten David so im psalter wie im zweiten königsbuche, da er spricht: Lohet ihn mit pauken im chor, lohet ihn mit saiten und pfeifen (psalm 150, 4)! Und abermals: Lobsinget ihm auf dem psalter von zehn saiten (psalm 33, 2)! Und wiederum: Lohet ihn mit hellen cymbeln (psalm 150, 5)! Aber seit des herrn mensch- werdung haben viele lehrer der heiligen ltirche, insonderheit der h. PROOEMIUM. 15 Ambrosius et sanctus Gregorius papa cantum musicalem ad laudem Dei et sanctorum multiformem dictaverunt. Magis tamen Gregorius varium cantum musicalem, quo tam latini, quam Alemanni cum ceteris linguarum diversarum nationibus utuntur in divino officio, in duo volumina librorum videlicet in antiphonarium et graduale collegit, dictavit et neumavit sive notavit *. Processu tamen temporis quidam Alemanni et praecipue canonici ordinis sancti Benedicti, qui cantum musicalem non solum ex arte, verum etiam ex usu et consuetudine perfecte et cordetenus didicerant, ipsum omissis clavibus et lineis * Ambrosius (um 390) und der h. pabst Gregorius (um 600 nach Christus) vielstimmigen musikalischen sang gelehrt zu Gottes und der heiligen preis. Des mehreren hat Gregorius den vielstimmigen musikgesang, welchen die Lateiner und Deutschen mit den übrigen nationen verschiedener zungen im gottesdienst gebrauchen, in zwei bände gesammelt, sein antiphonarium und sein graduale 2 , hat ihn gelehrt und mit neumen 3 oder noten versehen. Im verlaufe der Zeiten aber fiengen einige Deutsche vornämlich von dem heiligen orden Benedicti, so den musikgesang nicht allein durch kunst, sondern auch durch brauch und Übung vollkommentlich und auswendig erlernt hatten, an, denselben ohne schlüßel und linien, wie man sie bei neumen und noten braucht, * 1 Diese stelle aus unsrem buche wird zum beweise, daß neumare und notare gleich genommen wurden, citievt hei Forkel, allgemeine geschickte der musik II, 157, amn. 138. Abermals kommt Forkel zur erklä- rnng darüber, was Gregor bei der Sammlung des antiphonarium etc. ge- than, auf diese stelle zurück s. 165. 209. 2 Zwischengesang zwischen epistel und evangelium an den stufen des chores gesungen. 3 Striche und häckchen, die vor dem gebrauch der notenlinien über die textworte gesetzt wurden. Siehe viele beispiele bei Gerbert, Forkel u. s. w.! Uber das wort neume batte lierr landesconservator, oberstudienrath Häßler die Freundlichkeit mir mitzutheilen : „Papias (im vocabulista), dieser alte im fünfzehnten Jahrhunderte allgemein gebrauchte lexikograph erklärt: Neuma id est pars cantilense, quse fit de geminatione diphthongorum. ln einem andern vocabu- larium latino-germanicum steht: Neuma est modulatio vel cantus vel signum monachale. In Altensteigs vocabularium theologise (Hagenowise 1517) steht: Neuma est combinatio vocum vel notularum ordinata. Derselbe leitet es von dem griechischen 7:vsup.a ab.” Sollte die ableitung von veuga, neuma, wink (denn in der that sind es nichts weiter als winke zum singen des textes) nicht wahrscheinlicher sein? Vgl. Janssen-Smeddinck s. 47. 16 PROCEMIUM. (quse in neumis seu nota musicali requiruntur) simpliciter in libris notare cceperunt, et sic decantare et deinde juniores et suos discipulos sine arte frequenti usu et consuetudine cantum informare. Qui cantus sic per consuetudinem doctus ad diversa pervenit 1 loca. Unde jam non musica, sed usus est denominatus. In quo tamen cantu deinde discipuli a doctoribus et doctores a discipulis multiformiter discrepare cceperunt. Ex qua discrepantia et artis ignorantia usus est dictus confusus. Quo usu confuso spreto nunc fere omnes Alemanni, hactenus miserabiliter et mirabiliter per cantum usus seducti, ad veram artem musicse revertuntur. Temporibus enim nostris super omnes homines variis artibus intendentes cantores usum addiscentes magis fatui judicantur, quia in omni arte plura sunt, quse nostro sensu cognoscimus, quam ea, quse a magistris discimus. Plectro enim donato et psalterio omnium [9] aliarum orationum vocabula de facili ex consimilibus syllabis cognoscunt. Et ru- * nur so in die bücher aufzuzeichnen, so abzusingen und darnach die jüngeren und ihre schüler ohne kunst durch häufigen brauch und Übung im singen abzurichten. Solcher gesang, durch brauch erlernt, ist von da in verschiedene gegenden gedrungen, ward aber schon nicht weiter irmsika, sondern brauch geheißen. In solchem sänge hats aber hernach zwischen Schülern und lehrern gar manche abweichung gegeben. Yon solcher abweichung und kunstlosigkeit hat man den gesang brauch ohne gesetz genannt. Solch gesetzlosen brauch hat man nun aber angefangen gering zu achten und so haben sich fast alle Deutsche, die zuvor kläglich und wunderlich durch den brauchgesang sich haben irre führen lassen, zur wahren kunst der musika zurückgewendet. Denn in unsern tagen sind die Sänger vom brauche über alle men- sclien, so mit den verschiedenen künsten sich abgeben, hinaus als albern 2 geachtet, weil in jeder kunst mehr ist, was wir durch unsern eigenen sinn finden, als was wir von dem meister erlernen. Mit psalter und griff in der haud lernen sie aller andrer rede bezeichnung leicht nach der Silben ähnlichkeit. So kann der bauer nach einem * 1 Im texte steht pervenerint. 2 Das folgende fast wörtlich entlehnt aus Guidos von Arezzo pvolog zu Regulre de cantu ignoto. Forkel, allg. geschickte der inusik II, 201. 202. PROCEMIUM. 17 stici facto uno sulco agri subito scientiam agriculturas agnoscunt. Item vinitores, scientia unius vitis (quando terrae inseri et postmodum per juncum palo seu baculo alligari et putari debeat) cognita, subito illam artem ex consimilibus didicerunt et sic de omnibus aliis scientiis. Stulti autem cantores usuales et eorum discipuli, etiamsi per centum annos quotidie cantarent, unam tamen historiam vel unum officium per se cantare nequeunt, tempus multum (in quo possent in pluribus artibus pi’oficere) inutiliter expendentes. Unde etiam per cantum suum ex varia discrepantia frequenter Deum et sanctos suos non laudare, sed se invicem in choris et in ecclesiis confundere solent et vituperare et per hoc Deum ad iracundiam provocare. Vanitate ergo usus postposita cuncti cantores, qui hactenus usum didicerant et cantaverant, per consilium autoris hujus operis ad veram artem cantandi revertantur, qute ars est musica. In qua ex similibus similia faciliter et concorditer cognoscuntur, ut cantus ipsorum concors fiat et acceptus Deo. Omnia (/ni pascis etc. In ista parte et ultimate autor im- * furclieuzug mit einem male die ganze kunst des ackerbaus. So der weingärtner; mit der kenntnis eines einzigen weiustocks (wann man ihn in die erde tlmn muß, wann liernach mit hast an pfähl und stock aiibinden, wann beschneiden) kann er mit einem male die ganze kunst nach der ülmlichkeit; so ists bei allem andern wißen. Die tkörichten brauclisänger aber und ihre schüler, wenn sie gleich hundert jahre fort tagtäglich singen, sind doch nicht im stande, nur eine einzige geschichte oder einen einzigen gottesdienst von selbst zu singen, und wenden lange zeit, die sie in mancher kunst könnte vorwärts bringen, ohne nutzen auf. So kommts, daß sie bei ihrem gesange mit den vielen mistönen gar häufig Gott und die lieben heiligen nicht loben, vielmehr in cliören und kirchen bringen sie einander daraus, schelten einander und reizen ihren herrn Gott zum zorne. So laßen denn die eitelkeit des brauches alle Sänger, die bisher den brauch gelernet und gesungen! Folgen sie dem rathe unsres dichters, der zur wahren sangeskunst zurückführt, welches ist die musika! Da kann mau am gleichen das gleiche gar leicht und wohlstimmend lernen, daß ihr gesang wohlklingend werde und dem herrn gefällig. Du aber allmächtiger u. s. w. In diesem theile ruft der verfaßer zum schluße den 2 / : F A- x Spüohtslnirt. 18 PROOEMIUM. plorat divinum auxilium pro opere suo utiliter complendo et haec pars satis lucide in textu declaratur. 15 Musica subscriptis fiat tibi cognita dictis, In cordis cista si tu bene fixeris ista, Istinc bis binas, quae servant ordine, partes. [10] Per primam partem discas soleare 1 per artem. Jungit mensuras monocordis altera puras, so Tertia datque modos perfecte noscere cunctos, In quorum formis cantus contexitur omnis. Quartaque cunctorum dat formas nosse tonorum, Ut valeas clare psalmos ex arte tonare. Praemisso prooemio autor prosequitur suum intentum. Et dividitur lisec pars in duas. In prima dividit opus istud in quatuor partes sive in quatuor capitula, annectens cujuslibet capituli materiam, de qua tractat. Secundo subjungit illa per ordinem. Se- * göttlichen beistand an zu förderlicher Vollendung seines Werkes und ist dieser theil aus dem texte schon von selber genugsam deutlich zu ersehen. ,,[15] Musica werde in folgenden versen dir kund, wenn in des herzens Schreine du wohl sie bewahrest, und damit die vier theile, die sie der reihe nach geben. Der erste lehrt mit kunst dich die ton- leiter singen. Der zweite weist das reine maaß dem saitenspiel an. [20] Im dritten lernst von grund die sämmtlichen weisen 2 du kennen, in deren formen aller gesang sich beweget. Die vierte lehrt aller töne 3 arten erkennen, daß du mit kunst und mit verstand vermögest die psalmen zu singen” i . Nach dem eingang geht der dichter nun seinem plan nach, und zwar tlieilt sich dieser theil in zwei. Im ersten theilt er sein werk in vier hauptstücke und gibt von jedem seinen * 1 So nach dem manuscript statt soluere im druck. 2 Modi, unsre intervalle. 3 Unsre tonarten. 4 Hugo befolgt so im wesentlichen ganz die Ordnung, die Guido von Arezzo in seinem Micrologus de disciplina artis musicae als in seinem hauptwerlce genommen hatte. Unser erstes kapitel ist das zweite hei Guido; sein drittes und sechstes handelt vom monochorde; das vierte von den Intervallen, das fünfte noch besonders von der octave; das zwölfte und dreizehnte von den tonarten; das fünfzehnte, de commode componenda modulatione, von den neumen der metrik (siehe bei uns vers 604 bis 606). Vgl. Forkel, allg. geschichte der musik II, 247 — 251. Die form der leoninischen verse hatte gleichfalls Guido in seinen Kegul® music® angewandt. Forkel 1. c. 258 f. PROCEMIUM. 19 eunda ibi: „Pollicis in capite” etc. In prima parte dicit autor: Si jam scripta dicta, quse in quatuor capitula distinguuntur, subtiliter et perfecte tenaci commendamus memoriae, musica fiet tibi nota. Tractat autem primum capitulum de tribus alphabetis, quae sinistrae manui applicantur, cum vocibus musicalibus, quae in solvatura requiruntur. Secundum tractat de monocliordo et varia ejus mensura. Tertium tractat de novem modis antiquis et de quibusdam modernis, quibus omnis cantus contexitur. Quartum vero tractat de octo tonis, quibus omnis cantus specialiter in fine dijudicatur. Circa hanc partem nota, quid sit musica et unde dicatur, [11] et quis sit ejus effectus et qui primum fuerunt ipsius musicae inventores et quot sunt species ejus. Musica sic definitur *: est liberalis scientia, perite cantandi copiam administrans. Vel sic: musica est recte cantandi scientia. Quae (teste Boethio) inter septem artes liberales obtinet principatum ex eo, quod omnes aliae artes in suis vo- * inhalt an. Im zweiten bringt er das erste der reihe nach, v. 24 ff. Im ersten sagt er, wenn bemeldte verse, die in die vier hauptstücke sich theiien, fein und vollkommen ins treue gedäclitnis aufgenommen werden, dann wirst du ein musikkenner werden. Es handelt aber das erste hauptstück von den drei alphabeten, welche 2 man auf die linke hand macht mit den musiknamen, die man zur solvatur 3 braucht. Das zweite handelt vom monochorde (instrumente mit einer saite) und seiner men- sur. Das dritte von den neun alten und einigen neueren modi oder intervallen. Das vierte handelt von den acht tonarteu, nach denen man die art des gesanges an seinem Schlüße erkennt. Bei diesem stücke merke, was da sei die musika, woher sie ihren namen habe, was ihre Wirkung sei, wer sie zuerst erfunden und wie viel arten ihr angehören. Musika wird so erklärt: Es ist eine freie kunst, die die fertigkeit gibt, zu singen, wie es sich gehört. Oder so: Musik ist die kunst recht zu singen. Sie hat (nach Boethius 4 ) die erste stell unter allen freien künsten darum, daß alle andre künste bei ihren Worten * 1 Im texte diffinitur. 2 Nach dev methode des Guido von Arezzo. 3 Neuerdings solmisation, singen der tonleiter. 4 Boethius f 524. 2 * 20 PROOEMIUM. cabulis vocum intentionem et remissionem i. e. tempus longum et breve requirant, circa quse musica specialiter versatur. Dicitur autem musica a Musis, quge secundum fabulas asseruntur fuisse filiae Jovis et Memoriae. Nisi enim ab homine memoria teneantur soni, pereunt, quia scribi non possunt. Vel dicitur musica a mois, quod est aqua, et icos scientia, quasi scientia aquae. Ars enim musica dicitur juxta fluentium aquarum varios sonos fuisse adinventa. Vel quia dulcius et sonorius instrumenta musicalia juxta aquas, ubi impetuositas non impedierit sonare, cernuntur. Nec mirum; sunt enim vicina 1 elementa: aer et aqua, quae maxime concurrunt in homine vociferante. Effectus autem musicae est, ut faciat nobis Deum placitum, quem, juxta dictum prophetae, laudare debemus per dulces musicae cantus et instru- * Spannung und abspannung der stimme, d. h. zeitlänge und zeitkürze brauchen, was die musik insonderheit lehret. Musik aber heißt sie von den Musen, die nach den alten fabeln töchter des Jupiter und der Mneme (gedächtnis) gewesen sein -sollen. Denn wenn der menseh sie nicht im gedächtniße faßt, verschwinden die töne, da man sie nicht schreiben kann. Oder heißt musik so von mois 2 d. h. waßer und ikos, so im griechischen wißen bedeutet, also gleichsam wißen vom waßer. Soll doch, sagt man, die musik der Verschiedenheit der töne des fließenden waßers ihre erfiudung verdanken. Kann auch sein, weil man musikalische instrumente an den wassern, soweit nicht starkes gcräuscli ihr getöne übertüubt, lieblicher und mit stärkerem klänge wahrnehmen kann. Kein wunder! es sind ja verwandte elemente, luft und waßer, wie sie am meisten bei einander sich zeigen im menschen, der schreit 3 . Die Wirkung der musik aber ist, daß sie uns Gott gnädig macht, den wir nach des profeten wort loben sollen mit süßem gesang * 1 Zu lesen, statt vicinia. 2 Natürlich grundfalsch. Es gibt kein griechisches wort der art; allein die schlußendung des bekannten trojanischen flußes Simois könnte hergezogen werden. Icos, das griechische ixo; aber ist'kein hanptwort, sondern adjectivendung, und musikos ist, wer mit den Musen sich abgibt. Vielleicht, daß die Scholastik den namen Mose, der Moyses geschrieben wurde und „ans dem waßer gezogen” bedeutet, hieher zog. 3 Da werden die thränen das waßer vorstellen sollen! Der sinn könnte auch sein, bei einem menschen im Wortwechsel (vociferanti) sprudeln die töne und Worte wie waßer heraus! PROCEMIÜM. 21 menta musicalia diversa. Laus autem Dei est honor Dei. Quicunque autem honoraverit Deum, honorabitur ab eo. Sic ipse ait in evangelio: quicunque honorificaverit me, honorificabit eum pater meus, qui in coelis est. Et sic patet evidenter quod musica placat nobis Deum. Verum etiam hortatur et inducit nos ad quoslibet labores facilius tolerandos. Singulorum enim operum fatigationem vocis et sonorum modulatio et dulcedo consolatur, imo etiam dsemones fugat. Unde legitur primo regum cap. xvi: quod, quamcunque spiritus malignus arripuit et torquebat Saul regem, tollebat David citharam et percutiebat manu sua et revocillabatur Saul et melius habebat; recedebat enim ab eo spiritus malus, nequiens dulcedinem citharae audire. [12] Primus autem inventor musicae artis fuit Tu- bal ante tempus mosaicffi legis et ante diluvium. Unde legitur genesis iv, quod Lamech, qui fuit de stirpe Cain, et septimus post Adam, duos habuit filios, nomen uni Abel, qui fuit pater habitantium in tentoriis atque pastoriis, et nomen fratris ejus Tubal, qui fuit pater canentium in cithara et organo, quae * der musik und allerlei musikalischen instrumenten. Lob Gottes aber ist Gottes ehre. Wer aber Gott ehrt, wird von ihm geehret werden. So spricht er im evangelium: Wer mich ehret, den w T ird mein vater im hiin- mel ehren (vgl. Job. 8). So ist denn Idar und deutlich, daß musik uns gnade bei Gott erwirbt. Aber weiter treibt und mahnet sie uns, daß wir allerlei mühen leichter tragen. Denn die ermüdung der arbeit wird durch Wechsel von tönen und stimmen versüßt; ja sie verscheucht auch böse geister. So lesen wir im ersten buche der könige, im sechzehnten: So oft der böse geist kam über den könig Saul, daß er ihn plagete, da griff David nach seiner cyther und schlug sie mit seiner hand, und Saul kam zu sich und fand sich beßer; denn es wich von ihm der böse geist, da er nicht konnte die Süßigkeit der cyther anhören. Der erste er- finder der musika aber war Tubal vor der zeit des mosaischen gesetzes und der sindfluth. So liest man im ersten buche Mosis im vierten, daß Lamech ein nachkomme Kains und der siebente nach Adam, zwei söhne hatte; der eine hieß Abel 1 , ein vater derer, die in hütten wohneten * 1 Jabal (Hieronymus in der Antwerpener polyglotte Jabel) 1 Mos. 4, 20 Ist mit Abel 1 Mos. 4, 2 verwechselt. 22 PROOEMIUM. sunt instrumenta musicalia. Iste Tubal inventor musicte artis, cognoscens, quod Adam primus homo (a quo ipse Tubal erat octavus in genealogia) praedixerat, mundum periturum et deleturum (?) per aquam et ignem, ne musica periret, scripsit ipsam in duas columnas, quarum una fuit latericia, altera marmorea., ut, si marmorea per ignem periret, latericia permaneret, vel si per aquam latericia periret, marmorea permaneret. Pro maximo enim thesauro habebat illam scientiam, quse etiam post diluvium (quo omnes homines praeter Noe et tres filios suos cum suis uxoribus deleti per iram Dei fuerant) in tabula marmorea post egressionem Noe de archa fuerat denuo adinventa. Unde de hoc scribit egregius doctor et metrificator, dominus et magister Petrus, in libro, qui intitulatur „Aurora”, duo decim versus: Iste Tubal cantu gaudens pater exstitit horum, Qui citharis psallant organicisque modis. * und vieh zogen, sein bruder aber Tubal x , von dem sind herkommen die geiger und pfeifer. Jener Tubal, erfinder der musik, wüste, daß der erste mensck Adam (von dem an er der achte im Stammbaum war) geweissagt, die weit werde untergeben und vernichtet durch waßer und feuer. Da hat er denn, daß die musik nicht untergehe, dieselbige auf zwei Säulen beschrieben; die eine war von Ziegelstein, die andere von marmor, daß wenn die marmorsäule im feuer vergienge, die ziegelsäule erhalten bliebe, und wenn diese im waßer verdürbe, die andere ganz bliebe. Denn jene kunst achtete er als den grösten schaz, und so wurde sie dann auch nach der sündfluth (in der alle menschen außer Noah und seinen drei söhnen mit ihren weibern durch den zorn Gottes sind vernichtet worden), nachdem Noah aus der arclie gegangen, auf der marmortafel von neuem gefunden. Hievon schreibet der herrliche lekrer und reimer, lierr und meister Petrus 2 in seinem „Morgenrothe” (Aurora) die zwölf verse: „Tubal entzückt vom ge- sange, er ist ein vater geworden derer all, die mit der geig’ und * 1 Eigentlich Jubal; Tubal im texte ist offenbar entstanden aus der Verwechslung mit Thubalkain 1 Mos. 4, 22. 2 Petrus de Riga, canonicus regularis zu Saint Denys in Eheims. Seine Aurora ist nach Brunet in der kaiserlichen bibliothek in Paris mehrfach vorhanden. PROCEMIUM. 23 Musica dulce canens fuit ars inventa per illum, Ut pastoralis gaudeat inde labor. Et quia novit, Adam primum dixisse parentem Judicium duplex seculis 1 ignis aquse, In geminis artem scripsit posuitque columnis; Exstitit lisec laterum, marmoris illa fuit. Ut non lieec per aquam pereat, non illa per ignem, Si sit deficiens [13] una, sit una manens, Ut nobis Josepbi declarant scripta: columnam Marmoream tellus syria servat adhuc. Et quia scribitur in principio ecclesiasticae historiae: „Omnis sapientia a domino Deo est et cum illo fuit spiritus et est ante eum”, ipse Deus, qui per spiritum sanctum primo cordi Tubal (de quo supra dictum est), scientiam musicae artis infudit, qui etiam dividit singulis prout vult (ut ait apostolus Paulus), deinde eandem scientiam cordibus etiam aliorum infudit. Unde scribitur, quod Pythagoras philosophus primus mit der pfeife erfreun. Süßer töne gesang hat au Tubal seinen er- finder, daß sich erlabe daran waidlich der hirt’ auf der flur. Weil er denn wüste, daß Adam, der erste vater der menschen, hab ein gericlit durch die gluth oder die flutli angedroht, schrieb er die kunst auf zwei wohl liingestellete Säulen, jene aus ziegein gebrannt, diese aus marmelgestein. Wollt’ so die eine vor feuers-, vor waßersgefahren die andre retten: wenn bräche die ein’, bliebe die andere ganz. Wie das in seinem buche Joseplius uns hat beschrieben, stehet im syrischen lafld die noch von marmelgestein.” Und dieweilen im anfang der kirchenhistorie 2 geschrieben stehet: „Alle Weisheit stammt von Gott dem herrn, mit ihm war der geist und ist vor ihm”, hat der- selbige Gott, der durch seinen heiligen geist dem Tubal, wie oben gemeldet, die kunst der musik eingegeben, der auch nach des h. apostels Paulus sprach (1 Cor. 12, 11) einem jeglichen zutheilt, nachdem er will, dieselbe kunst auch in andre herzen gegeben. Denn es stehet geschrieben, Pythagoras 3 , der weltweise, sei der 1 So heißt es wirklich im originale. 2 Von wem ? nicht bekannt. 3 Hierauf bezieht sich der alte holzschnitt auf der letzten Seite: oben Tubal 24 PROOEMIUM. apud Graecos musicae artis repertor fuit. Translator autem ejusdem artis in latinum Boethius, genere et scientia clarissimus et ejusdem artis secundum numerorum proportionem investigator profundissimus. Guido vero monachus exstitit vocum indagator diligentissimus et commendator traditorque certissimus. Dividitur autem musica in tres species. Alia enim vocatur harmonica, alia rigmica (rhythmica), alia metrica. Harmonica est, quas discernit inter sonos, videlicet gravem et acutum, et est idem harmonica et discretio modulationis. Rigmica est, quae requirit inquisitionem dictionum, utrum bene vel male cohaereant dictiones. Metrica est, quae mensuram diversorum metro- * erste erfmder der musik hei den Griechen gewesen. Ins latein aber hat sie Boethius übersetzt, ein mann nach gescblecht und wißen gar hoch gestehet und der tiefsinnigste erforscher unsrer kunst nach den Verhältnissen der zahlen. Guido aber der mönch hat die musik- zeichen und namen gar fleißig erforschet und zuverläßigst berichtet und befohlen h Die musika aber hat drei theile. Der eine heißt harmo- nik, der andere rigmik 2 , der dritte metrik. Harmonika ist es, die da unterscheidet die töne nach tiefe und höhe, und ist das gleiche, wie Unterscheidung der modulation (tonhöhe). Rigmik verlangt Untersuchung der Sätze nach guter oder schlechter beschaffenheit ihres Zusammenhanges. Metrik zeigt in billiger weise die mensuren der verschiedenen vers- maaüe. Unser werk aber handelt allein vom ersten theil, welcher * mit seinen zwei säulen im angesichte der arehe Noahs, in der mitte Pythagoras, die töne der arbeitenden hämmer abwägend, unten links das mükl- rad mit dem waßerrauschen! 1 Guido von Arezzo, im buche öfters genannt, lebte um 1020. Siehe über ihn Forkel, allgemeine geschickte der musik II, 242 ff. Gerbert, de cantu et musica sacra. St. Blasien 1774, I, 283. II, 42 ff. 61. Thomas Busby, allgemeine geschichte der musik, übersetzt von C. F. Michaelis. Leipzig 1821. I, s. 268 f. Brendel, geschichte der musik in Italien, Deutschland und Frankreich. Leipzig 1856, I, 13. 14. Kiesewetter, geschichte der europäisch - abendländischen oder unsrer heutigen musik. Leipzig 1834, s. 21 f. Derselbe, Guido von Arezzo, sein leben und wirken. Leipzig 1846. Palmer, Guido von Arezzo, art. in Herzogs realencyklopädie für protestantische theologie und kirche V, 411. 2 Eigentlich wohl rhythmik, von rhythmus, takt. PKOCEMIÜM. 25 rum ostendit probabili ratione. De prima autem specie (quae primitus per Pythagoram juxta varios sonos malleorum fabricantium ex varia intentione et remissione cordarum fuit considerata) duabus aliis omissis tractatur in hoc opusculo. Sunt et alias variae divisiones musicae, quae hic causa brevitatis sunt omissae. * von Pythagoras nach der Verschiedenheit der töne bei Schmiedehämmern 1 durch die Spannung und herabstimmung der saiten ist erwogen worden. Es gibt auch noch andre eintheilungen der musik, die haben wir der kürze willen weggelaßen. * 1 Die fabel ist aus dem zwanzigsten buche des guidonischen Microiogus entnommen; Guido seinerseits verdankt sie dem Boethius. 26 I. DE TRIBUS ALPHABETIS. CAPITULUM PHIMUM DE TRIBUS ALPHABETIS. i. Pollicis in capite scribi vult Gamma Ut apte, 25 Quod greecam formam [14] per scripturam capit istam: T Ut. Mox alphabeta connectis in ordine trina Vocibus adjunctis, quas dat tibi musica, cunctis. Pro signo vocis istic vocem vocitabis. Haec alphabeta sinistra manus sociabit, so Per quorum voces cunctos cantus variabit. Prima duo finit G: ternum cursitat ad D. Gamma Ut ac A Re B Mi pollex sociare Vult, in radice post C Fa Ut indicis esse, Sed fert D Sol Re digitus longissimus inde; 35 Fert E La Mi medius: capit F Fa Ut auricularis, In cujus gremio G Sol Re Ut esse memento, * Erstes hauptstück von den drei alphabeten. 1. „Auf des dau- mens spitze will Gamma Ut sich sehen beschrieben, [25] das in griechischer Schrift solch eine gestalt hat bekommen: F Ut. 1 Drauf verbindest die drei alphabete du nach der reih mit allen tönen, die dir musika angibt. An dem Zeichen des tons wirst du darnach ihn selber erkennen. Diese alphabete sodann die linke band wird vereinen, daß nach ihrem getön’ jedweder gesang sich gestalte. [30] Die zwei ersten der alphabete sind durch ein G begrenzet, das dritte geht bis zu dem D fort. Gamma Ut, ARe BMi siehst du vereint auf dem daumen. C Fa Ut will sodann zeigfingers Wurzel bedecken. Drauf wird D Sol Re vom längsten finger getragen. [35] Zwischen hinein folgt ELaMi. FFaUt nimmt der kleine. GSolReUt * 1 Das griechische G, T, gamma. I. DE TRIBUS ALPHABETIS. 27 Inde suo more collo gerit liic A La Mi Re Et caput ornari cupit ejus per B Fa B Mi; Pilleus, o medice, tibi sit C Sol Fa Ut apte, 40 Sed D La Sol Re digitus fert longior inde, Index bine iterat [15] E La Mi, quod vertice portat, F Fa Ut in digito redit et G Sol Re Ut ipso, Hinc A La Mi Re gerit medius: medicus B FaBMi Et CC Sol Fa. Repetit medius DD La Sol. 45 Singula praescripta manus hic monstrat tibi picta. Sequitur manus Guidonis, inscripta: Disce manum tuam si vis bene discere cantum, Absque manu frustra disces per plurima lustra. Tabula I. * trägt er im schoße, drauf liebt er den hals mit A La Mi Re zu schmücken und das liaupt mit BFaBMi zu krönen. Setze, du nächster, zum kut CSolFaUt zierlich aufs haupt dir. [40] D La Sol Re sodann, es sei vom mittelfinger getragen. Nun kommt E La Mi wieder, zum gipfel des Zeigefingers erhoben, er selbst zeigt F Fa Ut auf und GSolReUt. Darauf der mittelfinger trägt A La Mi Re, der nächste BFaBMi, CCSolFa daneben; der mittle nimmt wieder auf DDLaSol. Alles zeiget genau so die unten gezeichnete hand dir” L * 1 Das bild (tafel 1) zeigt die sogenannte hand des Guido von Arezzo. Die inschrift in der hand selbst, welche zugleich die originalform der damaligen Viertels- und halben noteu zeigt, lautet: Hebung und Senkung der sechs töne. c f g Bmoll und Bdur hat gleiches wesen ade Lerne die Hand nur gut, wenn du willst lernen das singen, Ohne sie bleibt jalirzehnte hindurch dein lernen vergeblich. Zum Verständnisse der barbarischen namen im texte, wie sie auf den fingern der hand verzeichnet sind, dient zunächst folgendes. Die töne wurden (und werden heute noch in Frankreich für die daher benannte „solmi- sation”) bezeichnet (s. Forkel II, 278) nach den anfangssylben des folgenden, angeblich von Paulus diaconus um 800 (oder von diaconus Paulus aus Aquileja um 700; Forke], allgemeine geschichte der musikll, 278) herrührenden verses: Ut queant laxis Resonare fibris 28 I. DE TRIBUS ALPHABETIS. Prcemissa hujus libri divisione in capitula, nunc autor prosequitur ista per ordinem. Et potest haec pars dividi in quatuor partes, secundum numerum quatuor capitulorum. Secunda pars ibi: Mentio sed facta. Tertia ibi: In modos. Quarta ibi: Per praedicta. Prima dividitur in tres partes principales. In prima enim parte tractat autor de bis, qum sunt principia in musica, quoad solvaturam, sicut sunt tria alphabeta, qua) per claves * Nachdem die eiutheilung in kapitel vorausgegangen, kommt jetzt die reihe an ihre darstellung, und kann diese in vier absclmitte ge- theilt werden, nach der zahl der vier hauptstücke: erstes hauptstück von den alphabeten, zweites hauptstück vom monochorde, drittes hauptstück von den iutervallen (modi), viertes hauptstück von den tonarten (toni). Das erste hauptstück hat drei tlieile: der erste theil v. 24 ff. behandelt die grundlehren der musik für die solvatur (das noten- singen), wie das die drei alphahete sind, welche nach schlüßeln und * Mira gestorum Famuli tuorum, Solve polluti Labii reatum, Sancte Johannes! (Siebe den vers in noten gesetzt bei Forkel, alig. geschickte der musik II, IGOf. 264ff. und bei uns am Schlüße der notenabtheilung.) Deutsch: Daß mit voller stimme deine knechte singen deine wundertliaten, löse entweihter lippen schuld, heiliger Johannes. Hienach hießen sie denn Ut, Ee, Mi, Fa, Sol, La; der siebente ton kam erst später hinzu mit dem namen Si, wie auch ursprünglich das B beides noch bedeutet, das später aufgekommene runde b, mit dem runden bogen, und das eckige b, das in dieser form einem h gleichend späterhin, als der siebente ton, den auf Gr folgenden namen H erhielt. Zu bemerken ist ferner, daß in der (solvatur- oder solmisations-) tonleiter der halbe tou immer zwischen dem dritten und vierten ton, also zwischen Mi und Fa liegt. Diese tonleiter wurde dann, so oft es nach der läge des halben tons möglich war, d. h. siebenmal in die folge der 23 töne eingelegt, wie dieß die angefügte tabelle zeigt, in welcher auch die im folgenden commentare noch weiter genannten namen der octaven schon eingezeichnet sind. Die einzelnen unter diesen 23 (ursprünglich bis d nur 22) tönen wurden nun benannt nach der Zusammensetzung ihrer ursprünglichen namen mit der tonleiter, wie sie in der tabelle unten zusammengestellt und auf der hand des Guido vom daumen an in der durch zahlen bezeichueten Ordnung eingezeicknet sind. Vgl. Janssen-Smed- dinck s. 33. 34. 35. I. DE TRIBUS ALPHABETIS. 29 et voces, per lineas quoque et spatia sinistrae manui adsocian- tur. In secunda parte subjungit solvaturam per vocum mutationem, quoad omnem cantum. In tertia parte cantum in diversas distinguit species, quaedam incidentia annectendo. Prima pars in principio ibi videlicet (Pollicis in capite), secunda ibi (Voces mutare), tertia pars ibi (Discas hinc varium). Adhuc prima pars dividitur in duas partes. In prima parte permittit (praemittit?) primam vocem, qua utuntur musici cum quadam clave grseca. In secunda parte subjungit reliquas voces musi- cales, junctas clavibus latinis. Secunda pars ibi (Mox alphabeta). In prima dicit, quod F i. e. G grsecum, gamma, cum hac voce Ut primo mauui sinistrse,. in capite pollicis, i. e. in summa junctura debet collocari, quod et cum grseca forma videlicet ista [16] r Ut debet scribi, ubi depingitur manus, quamvis propter metrum sub alia forma scribatur in textu. Prseponitur autem lisec vox Ut cum grseco G, ut A, quse est litera prima latina, altrinsecus tonum infra se, Ut, hac voce, Re sibi ad- scripta, habeat et T grsecum ad latinum G diapason introducat, ut lucidius infra patebit in secundo capitulo. Et propterea, * namen, auch nach Ihnen und Zwischenräumen der linken hand angepaßt werden. Im zweiten theile v. 73 ff. kommt die solvatur mit dem namenweclisel (mutation) durch die ganze tonreihe. Der dritte theil v. 98 ff. unterscheidet gewiße arten des gesanges und bringt einiges einschlägige hei. Auch dieser erste abschnitt hat aber wieder zwei theile. Im ersten theile ist das erste Zeichen vorausgestellt, das die musiker mit einem griechischen schlüßel gebrauchen. Im zweiten theile v. 26 ff. kommen die übrigen musikzeichen mit ihren lateinischen schlüßeln. Der erste abschnitt meldet, daß T, gamma, d. i. das griechische G, mit dem Zeichen Ut seine stelle habe am anfange der linken hand, an der spitze des daumens, d. i. in der obersten junktur und daß es auf der hand oben mit dem Zeichen des griechischen alpha- bets zu schreiben ist, wenn es auch dem versmaaße zulieh als Gamma im texte vorkommt. Das griechische G führt aber das Zeichen Ut, damit das A, der erste lateinische buchstabe, dann mit dem Zeichen Re zur Seite noch einen ton als Ut unter sich habe und daß das griechische G zur octave, dem lateinischen G, einführe, wie solches 30 I. DE TRIBUS ALPHABETIS. quod T grtecum praeponitur et latinas literse subsequuntur, datur intelligi, quod musica pro majori parte primum a Graecis fuit adinventa, a Latinis vero consummata. Mox Alphabeta etc. In hac parte autor subjungit claves latinas cum musicalibus vocibus sibi junctis. Et dividitur haec pars in duas. In prima parte declarat tria alphabeta, quse sunt claves in musica quoad vocum suarum associationem. In secunda parte declarat illa quoad vocum suarum proprietatem. Secunda pars ibi (Haec alphabeta). Adhuc prima pars dividitur in tres partes. In prima parte declarat autor praedicta tria alphabeta, quoad suum principium et finem. In secunda parte in manus sinistrae juncturis per ordinem locat illa. In tertia parte voces dictis alphabetis junctas annunciat, et quotiens in manu locentur, assignat et cum hoc proprietatem juncturarum sinistrae manus quoad lineas et spatia et quoad numerum linearum et spatiorum dilucidat. Secunda pars ibi (E Ut, A Re, B Mi), * im zweiten kapitel wird deutlich werden. Und daß das griechische G voransteht, die lateinischen buchstaben aber folgen, läßet merken, daß die musik zum grösten theile ist von den Griechen erfunden, von den Lateinern aber vollendet worden. „Drauf verbindest die drei alpha- bete u. s. w.” gibt die lateinischen schlüßel 1 mit ihren musikzeichen. Und zwar hat dieser tlieil zwei abschnitte. Der erste zeigt die drei alpha- bete, das sind die musikscblüßel in Verbindung mit ihren tonzeichen (voces), der zweite theil erklärt v. 58 ff. die Zeichen nach ihrer eigen- thümlichkeit. Wieder zerfällt der erste abschnitt in drei theile. Der erste theil zeigt die drei alphabete in ihrem ganzen umfange vom anfang bis zum ende. Der zweite theil v. 32 ff. stellt sie mit ihren Verbindungen (junkturen) an den fingern der linken liand auf. Der dritte theil v. 48 ff. hängt die Zeichen an, die mit den genannten alphabeten verbunden sind, zeigt ihre stelle auf der liand und damit die eigen- thümlichkeit der junkturen (Verbindungen) der linken liand in bezug auf linien und Zwischenräume, sammt der zahl der beiden letzten. * 1 Schlüße!, clavis, heißt hier nicht der notenschlüßel, sondern die note selbst und von diesem namen stammt unser noch gebräuchliches wort „ela- viatur", als die summe und reiho der claves, der notentasten. Vgl. Janssen- Smeddinck s. 32 anmerk. 1. I. DE TRIBUS ALPHABETIS. 31 tertia pars ibi (His visis voces). Hsec tertia pars posset dividi in plures partes secundum hoc, quod plura declarantur in illa. Hsec est sententia in generali. Ad cognitionem textus nota, quod, ubicunque ponitur in hoc libro hsec dictio vox, non pro vera voce, sed pro signo vocis ponitur. Non enim Ut Re Mi Fa Sol La sunt verse voces, sed signa vocum. Reliqua omnia sufficienter patent usque ad illum locum: His visis etc. [18] His visis voces, quas dat tibi musica, noscas, Juncturas vocum post hoc ex ordine poscas, so Ut Re Mi Fa Sol La voces musica cantat, Ordine sinistra septeno quas manus aptat, Ut per praescripta poteris cognoscere dicta. Post hsec cognosce: quid linea, quid spatium ve. Impar junctura sit quaevis linea dicta, 55 Yult numeroque pari spatium junctura notari, Linea bis quina nonies spatio sociatur, Quando tota manus per juncturas peragatur. In ista parte autor voces dictis alphabetis junctas annum- merat et, quotiens in manu locentur, assignat et cum hoc pro- * Diesen dritten theil kann man dann wieder, weil verschiedentliches in ihm vorkommt, auch verschiedentlich abtheilen. Das ist der inhalt im ganzen. Zum verständniße des textes merke: wo im buche der aus- druck vox, ton, vorkommt, ist nicht die wirkliche vox, sondern das Zeichen des tones verstanden. Solche Zeichen eben sind Ut, Re, Mi, Fa, Sol, La. „Ist dir solches bekannt, so geh’ an die Zeichen, die dir die musica gibt und fordere darauf die reihen 1 der töne zu wißen. [50] Ut Re, Mi, Fa, Sol, La sind die töne, drin musica singet, wie sie zum siebner sich ordnet die linke, was du zusammt aus dem obigen weißest. Darauf merke sofort, was linie sei und was spatium (Zwischenraum). Linie heißet jede ungerade junctura und [55] spatium will die junctura gerader zahlen bedeuten. Zehnfach ist die linie, die neunmal in sich den Zwischenraum birgt, bis die linken juncturen man durchmacht”. Nun kommen die Zeichen zu den drei alphabeten mit ihrer Stellung auf der hand, eben damit die eigenthümlichkeit der juncturen (Verbindungen) der linken im verhaltniße zu linie und zwischen- * 1 Juncturae, aneinanderreihungen, Verbindungen der töne. 32 I. DE TRIBUS ALPHABETIS. prietatem juncturarum sinistrae manus quoad lineas et spatia et quoad numerum linearum et spatiorum dilucidat. Et dicit, si ea, quse prius dicta sunt et in textu conscripta, diligenter et subtiliter considerata cognoscere possumus, quod musica tantum sex vocibus cantat, videlicet bis 1 : Ut, Re, Mi, Fa, Sol, La. Istas enim reperimus super omnibus clavibus per ordinem sinistrae manui sociatis junctas ab eo loco T Ut videlicet usque ad illum locem D D La Sol et non plures. Eaedem autem voces sive signa vocum septies replicantur in manu et ex hoc septem usurpant sibi dispositiones, quarum prima incipit in T Ut et finit in E capitali, et habet suum Fa in C capitali. Secunda dispositio incipit in. C capitali et_ finitur in A minuta et habet suum Fa in F capitali. Tertia dispositio incipit in F capitali et finitur in D minuta et habet suum Fa in Bmolli. Quarta dispositio incipit in G capitali et habet finem in E minuta, habetque suum Fa in C minuta. Quinta incipit in C minuta et finitur in AA geminata et habet suum Fa in F minuta. Sexta dispositio incipit in F minuta et finitur in DD geminata et habet suum Fa in BB rotunda seu Bmolli. Septima incipit in G mi- * raum, wie auch die zahl von linien und spatien.. Die sechs töne der musilt sind Ut, Re, Mi, Fa, Sol, La. Diese finden wir über allen claves, schlüßeln, wie sie die linke der reihe nach bringt, gestellt, von der stelle des Gamma Ut 2 bis zum letzten DD La Sol am mittelfinger. Diese töne aber werden siebenmal an der liand angelegt. Daraus ergehen sich sieben dispositionell 3 oder Stellungen. Die erste hat ihr Ut in F, und endet in E, und hat ihr Fa (den vierten ton) in C. Die zweite hat ihr Ut in C, ihr La in A, ihr Fa in F. Die. dritte hat ani'ang in F, ende in d und Fa in Bmolle 4 . Die vierte disposition hat aufang in G, ende in e, Fa in c. Die fünfte disposition hat anfang in c, ende in aa, Fa in f. Die sechste disposition hat aufang in f, ende in dd, Fa iu bmoll. Die siebente disposition hat anfang in g, * 1 Statt des has im original. Unsre verbeßerung bestätigt druck 7173. 2 Vergleiche hier durchaus die erste tafel mit der guidotiischeu hand. 3 Hexachorde, siche Janssen-Smeddinck s. 34 anm. 4 Unsrem B zum unterschiede von Bdürum, unsrem II, oder B rotundum im unterschiede von B quadratum. I. DE TRIBUS ALPHABETIS. 33 nuta et finitur in DD geminata et habet suum Fa in CC geminata, Cui dispositioni deest.una vox scilicet La, quia in ultimo cantu Bdurali eadem vox non est necessaria. Licet quidam addant Fj La exterius in manu post DD La Sol. Quae autem litera vocetur capitalis vel minuta vel duplicata, postea plenius patebit. Poterit etiam in textu seu in manu per figuras literarum trium alphabetorum sufficienter apparere. Post haec cognosce etc. Hic ostendit, quid sit linea et quid vocetur spatium et quot sint lineae in manu et quot spatia. Quse patent lucide in textu. Hinc alphabeta poteris quoque noscere trina, Quae sunt praescripta, discendo sequentia dicta. go Syllaba sit prima clavis, reserat quia cantum. Sunt voces reliquae- quia cernuntur 1 [20 ] resonare. Grossas dat primum claves modicasque secundum, * ende in dd, Fa in cc. Das La der letzten wäre eigentlich ee, das weggelaßen ist, weil es am ende des Bdurgesanges 2 nicht erfordert wird, wiewohl einige es auch noch außen an der liand, oben beisetzen, als E La nach DD La Sol. Über den unterschied von großem (litera capitalis), kleinem (minuta) und doppeltem (geminata und duplicata) buchstaben, von A, a, aa u. s. w. gibt die fortsetzung aus- kunft, kann auch schon der anblick der drei alphabete auf der hand klarlieit verschaffen. Der Schluß v. 53 — 58 wird aus der tabelle deutlich und aus dem System der linien. G, B, D, f stehen als der 1, 3, 5, 7te, also als ungerade töne auf der linie; A, C, e, g als 2, 4, 6, 8te, also als gerade töne im zwischeuraume. Von unserem G bis zu unserem ff durchlaufen die töne das doppelte System von je 5, also zusammen 10 linien mit 9 Zwischenräumen oder spatien. „Willst du dem folgenden jetzt deine achtung schenken, so kannst über die drei alphabete, von denen die rede ward, du zur klarlieit gelangen. [60] Je die erste sylbe heißet der scklüßel, weil erden gesang aufschließt, das andere sind Zeichen der töne (voces), weil sie als ton sich zu merken geben. Das erste alphabet gibt große (grossas) buch- * 1 So muß es wohl heißen statt des unsinnigen curvuntur im originale, das auch im Stuttgarter druck 7173 curvantur lautet. Die handsclirift dagegen gibt, wie wir vcrmnthcten, cemunüiv. 2 Hierüber siehe vers 100 ff. 3 Speclitsliart. 34 I. DE TRIBUS ALPHABETIS. Qnatnor ac claves ternum servat geminatas. Primi scito Graves alpliabeti fore voces, 65 Ex quibus extremas dic quatuor associatas Esse graves, quia voce gravi resonare videntur, Dic quia finales cantum finire jubentur. Yox gravium prima sit syllaba F Ut ima. Alterius voces cunctas fore dicis Acutas, 70 Dat ternum Superacutas cunctas tibi voces. Clavibus in gravibus sed si quit currere cantus, Non affinales debet percurrere claves. In ista parte declarat autor tria alphabeta praescripta quoad claves suas et quoad vocum sibi junctarum proprietates. Et secundum hoc ista pars potest dividi in duas. In prima parte autor doctrinam clavium assignat. In secunda parte autor subjungit doctrinam vocum suarum. Secunda pars ibi (Primi scito graves). Ad pleniorem cognitionem tam eorum [21] quae dicta sunt, quam eorum, quse sunt dicenda, sciendum est, quod antiqui musici primitus septem tantum chordis seu vocibus in mono- chordo et in sua musica utebantur, quae primis septem literis alphabeti figuraverunt. Deinde, ut dicit magister Guido, assum- serunt quatuordecim voces sive notas, quarum dispositio talis * staben, das zweite kleine (modicas) und das dritte bat noch vier doppel- buchstaben. Die töne des ersten alphabets heißen graves (schwere, tiefe). [65] Yon denen nimm die vier untersten zusammen als graves, weil sie mit schwererem, tieferen tone erklingen; sie heißen auch finales, schlußtöne, weil ihre aufgabe ist, den gesang zu beschließen. Die allerunterste der graves aber ist F Ut genennet. Des zweiten alphabetes töne sind alle hohe (acut£e), das dritte gibt lauter superacutse, überhohe. Wenn aber in den schlußtönen der gesang sich bewegen kann, soll er nicht zu den höheren kommen.“ Zum beßeren Verständnis des vorangehenden und nachfolgenden muß man wißen, dass die alten musiker in ihrem saitenspiel und ihrer musik ursprünglich nur sieben saiten oder töne hatten, die sie mit den sieben ersten buchstaben des alphabets bezeiclmeten. Dann nahmen sie, wie meisten Guido berichtet, vierzehn töne oder noten I. DE TRIBUS ALPHABETIS. 35 fuit. In musica et in monochordo circa principium septem notas alphabeti posuerunt, hoc modo capitalibus literis signatas: A, B, C, I), E, F, 0 . Post quas easdem repetebant literas, sed minori forma, quas septem minutas literas appellamus, hoc modo scilicet, a, b, c, d, e, f, g. Quse literae, cum prae omnibus sunt eadem gravitate, tamen et acumine differentes, sicut se habet vox virilis ad puerilem, et sic demum tantum quatuordecim notas habuerunt per septenarium institutas. Unde dicit magister Johannes, musicae artis egregius doctor: sicut omne tempus per septem currit dies, dum videlicet septem dies transeunt et iterum repetuntur, sic musica per septem tantummodo varietates notarum graditur. Unde notandum, quod eredem liter00 repetuntur, sed non omnino etedem, quia sunt in figura dispares et in situ, ut infra dicetur. Et sic visum est magistro Guidoni, antiquos tantum quatuordecim notas habuisse. F Ut enim grae- cum nondumappositum fuit, neque B, quod molle vel rotundum * an, mit folgender Stellung. In musik und saitenspiel stellten sie an den anfang sieben noten des alphabcts, mit den großenbuchstaben: A, ß, C, D, E, F, G. Hierauf wiederholten sie dieselben buchstaben im kleinen alphabet: a, b, c, d, e, f, g, welche sich zu den ersten verhalten wie knabenstinnne zu männerstimme. So erst batten sie vierzehn noten nach dem siebener geordnet. Darum spricht meisten Johannes *, der musik trefflicher lehrer: Wie alle zeit in sieben tagen verläuft, indem nach sieben tagen immer wieder sieben neue kommen, so schreitet die musik auch nur durch eine manchfaltigkeit von sieben tönen. Man hat also zu merken: Immer kommen die gleichen sieben buchstaben wieder, aber nicht dieselben, vielmehr ihre figur und ihre notenlage sind wieder anders. So hielt denn meister Guido dafür, den alten seien nur vierzehn noten bekannt gewesen. Denn das griechische U war noch nicht dabei, ebenso wenig das B, das wir Bmoll oder * 1 Forkel fuhrt in seiner oben erwähnten allgemeinen geschichte der musik deren mehrere auf: s. 156 Johannes Xlll, pnpst; s. 164 Johannes, diaconus; s. 205 Johannes in Oxford zu Alcnins Zeiten; s. 137. 280 Job. Cotton oder Scholasticus um 1047. Dieser wird wahrscheinlich gemeint sein, wenn nicht gar Johannes de Muris (s. 425 f.), der ein zeitgenoße des Hugo war. 36 I. DE TRIBUS ALPHABETIS. dicimus. Immo antiqui unam chordam addentes primis septem alphabeti literis in sua musica et monochordo tantum octo notas habuerunt, in quibus poterant suum perficere cantum. Moderni autem circa hanc artem subtilius investigantes erant. Videbant namque antiquorum notas ad [22] melo diam non posse sufficere, sed saepe cantum propter paucitatem notarum deficere, et cantus usitatos habebant, quorum cursum in descensione complere non poterant, ut patet in Antiphona: 0 rex gloriae. Ideo Gamma graecum i. e. T Ut primo loco posuerunt, alioquin cantus iste et plures alii non haberent cursum, quo debite descenderent. Praeterea B rotundum, quod saepe ad cantum perficiendum videbant necessarium, addiderunt et inter A minutum et sic sequens quadratum B locavere, talem differentiam inter B et B assignantes, ut aliud dicerent Bmolle vel rotundum, aliud Bdurum vel quadratum, et sic in musica et monochordo sedecim notas disposuerunt. Deinde, ut scribit, Guido, praefatus, ne in musica ullus haberetur defectus, ultimas quatuor claves seu literas cum suis vocibus * rundes B heißen 1 . Die alten hatten aber vielmehr mit zusatz einer saite zu den sieben ersten huclistaben im alphabet für musik und saitenspiel acht töne, die für ihren gesang ausreichten. Die neueren erst haben in dieser kunst tiefer nachgegrübelt. Sie fanden die noten der alten nicht ausreichend für die melodieen, da häufig wegen der kleinen an- zahl der noten der gesang ausgehen muste, und sie hatten gesänge im brauche, deren lauf abwärts sie nicht zu ende bringen konnten, wie diß klar wird bei der antiphonie: 0 rex gloriae. So stellten sie denn zu unterst das griechische G, Gamma, T, sonst hätte dieser und andere gesänge den ordentlichen lauf nach abwärts nicht haben können. Überdiß thaten sie das runde B, das sie häufig für die ausführung des gesanges notliwendig fanden, hinzu und stellten es zwischen a und das nun folgende eckige b, mit der Unterscheidung eines Bmoll als rund und eines Bdur als eckig. So erhielten sie dann für musik und saitenspiel sechszehn noten. Dann hat Guido, wie er schreibt, in der ausgesprochenen absiclit, jeden mangel in der musik aufzuheben, die vier obersten Schlüssel oder buchstaben mit ihren tönen binzugetban, aber * 1 Unser B. I. DE TRIBUS ALPHABETIS. 37 addidit, sed diversis figuris, quas quidam superfluas dicebant. Ipse vero maluit notas abundare quam deficere, quibus etiam B rotundum interposuit, ut, si opus foret, haberetur in ultimis sicut in mediis. Ultimo vero moderniores, tamen ante tempus sancti Grego- rii, monocordis Bmolle Bmi iuter A capitale etC capitale addiderunt, ut infra plenius patebit. Et sic in musica nunc utimur viginti duabus clavibus, quarum viginti una sufficienter patent et ponuntur in versibus scriptis (E Ut, A Re etc.). Ultima vero apte reperitur in monocliordo, ut infra patebit. His cognitis scire debemus, quod literse, quae pro clavibus in musica sunt assumptae, tres sibi usurpant ordines. Primus dicitur capitalium literarum, qui incipit in E Ut et finitur in A minuta. Secundus minutarum, qui incipit in A minuta sive in A La Mi Re et finitur [23] in A A geminata exclusive. Tertius vero Geminatarum, qui incipit in A A geminata et finitur in 1) D gemina inclusive. Primus autem modus differt a secundo duobus modis, in figura scilicet * mit anderem aussehen. Manche haben diese die überflüßigen, superfluae genannt, er aber wollte in der musik lieber Überfluß als. mangel und fügte an der geeigneten stelle auch noch oben das runde B finden nothfall ein. Schließlich aber haben die neueren, doch noch vor der zeit des li. Gregorius l , ihrem saitenspiel im untersten alphabete zwischen A und C noch ein Bmoll und Bmi (als halben ton vor C) hinzugefügt. So haben wir denn jetzt in der musik 22 schlüßel, von denen 21 nun sattsam bekannt und im text genannt sind, der letzte aber im saitenspiel sich findet, wie sich unten zeigen wird 2 . Rach diesem muß man wißen, daß die buchstaben zur bezeich- nung der töne oder schlüßel in der musik, drei Ordnungen bilden. Die erste mit den großen oder capitalbuchstaben, von E bis a; die die zweite von a (oder A La Mi Re) bis aa ausschließlich mit den kleinen buchstaben; die dritte mit den doppelbuchstaben von aa bis dd einschließlich. Die erste reihe unterscheidet sich von der zweiten auf zweierlei weise, durch das aussehen und durch die notenlage; nach dem aussehen, denn die erste reihe hat große, die zweite kleine buch- * 1 Als ob dieser nach Guido gelebt Mitte! 2 Im zweiten capitel: es ist F unter T gemeint. 38 I. DE TRIBUS ALPHABETIS. et in situ loci. In figura quidem , quia literse primi ordinis sunt capitales; literse vero secundi ordinis sunt minutae. In situ loci differunt, quia litera primi ordinis, quae est in linea, in secundo ordine est in spatio, et e converso. Verbi gratia A capitalis litera est in spatio, A vero minuta est in linea, B capitalis in linea, B minuta in spatio et sic de aliis per ordinem. Secundus ordo differt a tertio duobus modis: in figura, quia simplices habet literas, tertius vero geminatas; in situ loci, quia litera secundi ordinis, quae est in linea, eadem in tertio ordine est in spatio et e converso. Verbi gratia A minuta est in linea, A A geminata est in spatio, B minuta in spatio, BB vero geminata in linea et sic de reliquis. Tertius ordo convenit cum primo in situ loci, diserepat autem in figura. His omnibus diligenter consideratis poteris cognoscere, quod omnis vox seu clavis, quae in manu situatur in numero impari, censetur stare in linea, quae vero in numero pari juncturarum ponitur, censetur stare in spatio. Syllaba sit prima etc. Vult autor sic dicere, quod primae syllabae trium alphabetorum, quae in versibus praecedentibus ponuntur, claves vocantur ideo, quia reserant cantum, videlicet * staben; nach der notenlage, weil derselbe buchstabe in der ersten reihe auf der linie steht, in der zweiten zwischen den linien und umgekehrt, z. b. A istim spatium, zwischen den linien, a aber auf der linie, B ist auf der linie, b zwischen den linien und so die andern der reihe nach. Die zweite reihe ist von der dritten verschieden in doppelter weise; im aussehen, denn die zweite reihe hat einfache, die dritte doppelte buchstaben; in der notenlage, denn der gleiche buchstabe, der in zweiter reihe auf der linie steht, ist in dritter zwischen den linien, im spatium, und umgekehrt, z. b. a ist auf der linie, aa im spatium, b im spatium, bb auf der linie und so ists auch bei den übrigen. Die dritte reihe hat die gleiche läge, wie die erste, aber verschiedenes alphabet. Dieses alles genau erwogen läßt dich erkennen, daß jeder ton oder schlüßel auf der hand mit der ungeraden zahl auf der linie steht, mit der geraden zahl aber im spatium. V. 60 f. Der dichter meint, die ersten sylben der drei alphabete, wie sie in den vcrscn Vorkommen, heißen Schlüssel, weil sie aufschluß 1. DE TRIBUS ALPHABETIS. 39 utrum sit Bdurus, naturalis, vel Bmollis. Unde sicut clavis, quae aperit seram, volvit hinc inde et revolvit vectem vel repagulum, antequam quidquam reseret, [24] sic etiam omnis cantus volvitur et revolvitur per praedictas claves, antequam sciatur vel discatur. Reliquae vero syllabae clavibus junctae dicuntur voces i. e. signa vocum, quia resonare videntur. Primi scito graves etc. Quia inter voces trium alphabetorum musicae artis aliae dicuntur graves, aliae acutae, aliae super- acutae, idcirco autor hic subinfert vocum distinctionem, dicens quod voces primi alphabeti dicuntur graves, ideo quia graviter et remisse sonant. Inter quas tamen voces primae quatuor illud specialiter retinent nomen. Reliquae vero quatuor, videlicet D Sol Re, E La Mi, FFaUt et G Sol Re Ut, non solum dicuntur graves, sed etiam finales, quia fere omnis cantus finitur in ipsis. Voces autem secundi alphabeti, quod scribitur per minutas literas, dicuntur acutae, quia acutius sonant, quam priores. Voces vero tertii alphabeti dicuntur superacutse. Quidam tamen * geben über den gesang, oberBdur, naturalis, oclerBmoll sei'. Wie ein Schlüssel im schlosse den riegel bin und hei 1 schiebt, ehe er aufscliließt, so gebt jeder gesang auch bin und her in den genannten schlüsseln, ohne daß man etwas wissen oder merken kann (über die tonart). Die andern sylben bei den schlüsseln (Ut, Re, Mi etc.) heißen töne, weil sie tönen. V. 64 ff. Weil von den tönen der drei alphabete in der musik die einen graves heißen, die andern acutae, die dritten superacutse, bringt der dichter hier die Unterscheidung der töne, mit der bemer- kung, das erste aiphabet gebe die graves, die tiefen, weil sie gravitätische und tiefe töne geben. Unter ihnen aber gebührt der name insonderheit den vier untersten. Die andern vier aber, D (Sol Re), E (La Mi), F (Fa Ut) und G (Sol Re Ut) beißen nicht allein graves, sondern auch finales, weil fast jeder gesang in ihnen schließt 2 . Die töne aber des zweiten, kleinen alphabetes heißen acute, hohe oder scharfe, weil sie höher klingen, als die der ersten reihe. Die der dritten heißen superacute, überhohe. Einige beißen die töne der * 1 Vgl. v. 100 fl 7 . 2 Sie sind die sclilußtöne der 8 tonarten. Vgl. oap. IV« 40 I. DE TRIBUS ALPHABETIS. vocant voces secundi ordinis affinales. Item quidam vocant primas tres voces ejusdem secundi alphabeti acutas, reliquas vero superacutas, et voces tertii alphabeti vocant etiam excellentes. Clavibus in gravibus etc. Hic annectit autor quoddam notabile, dicens, quod omnis cantus, qui poterit apte et competenter neumari seu notari et insuper cantari in gravibus clavibus seu vocibus, in affinalibus clavibus sive etiam in acutis seu excellentibus sive superacutis non debeat cantari seu notari. Sicut enim in logica pro quadam maxima habetur, quod omne totum est majus sua parte, et quidquid prai dicatur de genere, etiam de specie: sic etiam in musica praecedens notabile habetur pro quadam regula generali eo, quod affinales seu etiam acutae sive superacutae claves seu voces tantum adinventae sunt propter tales cantus, qui in gravibus apte non poterant decantari. 2 . Yoces mutare 1 discas hinc et variare * zweiten reihe audi affinales. Wieder andere heißen nur die drei ersten töne der zweiten reihe acutae , die andern superacutas , die der dritten reihe dagegen excellentes, übermäßige. V. 71 ff. Hier hängt der dichter etwas denkwürdiges an, mit der bemerkuug, jeder gesang, der passend und zutreffend in den schweren tönen notiert oder neumiert und gesungen werden könne, solle in den affinalen oder den akuten oder in den übermäßigen und überhohen nicht gesungen und notieret werden. Denn wie es in der logik als maxime gilt, daß das ganze'größer sei als der theil, oder, daß was vom allgemeinen, auch vorn besonderen gelte, so gilt auch in der musik vorstehende bemerkung als eine art von allgemeiner regel, weil die affinalen oder acuten und superacuten erst später hinzuerfunden wurden, eben nur für solche gesänge, die in den graves nicht gut gesungen werden können. 2. „Töne mutiren 2 und wechseln zu lernen ist jetzt an der reihe, 1 Im texte stellt: 'monstrare, auch beim drucke von Stuttgart 7173. Das Mnnuscript dagegen bestätigt unsere coujectur, indem es gan?, deutlich mutare schreibt. 2 Vgl. s. IV. Forkel, allgemeine geschickte der musik. 1. 345. Jansscn ötneddinck s. 34. 35 Amn. I. DE TRIBUS ALPHABETIS. 41 Per solvatnram, qua; multam fert tibi curam. 7s Quando mutabis, vocem pro voce locabis, Sicque dabit voces semper mutatio plures. Si mutare cupis, normas lias mente tenebis: Nunquam mutabis, nisi sit mutare necesse, Si varias cupias tibi normas artis adesse, so Vocem si clavis liabet unum, non variabis. Gamma Ut ac A Re B Mi que nequis variare. Cujus sunt (/(‘minae, poteris bis eam variare, Sed non mutatur B Ea B Mi nec variatur Ejus et octava, ne sit mutatio prava, ss Nam FaMi clare nunquam poteris variare. Clavibus in quinis sic voces non variabis, Vel dic septenis, si mavis, nam BFa BMi [2G] Binas per duo BB claves annectis utrique. Sequitur secunda pars principalis hujus capituli, in qua autor declarat vocum tribus alphabetis praescriptis junctarum mutationem. Et dividitur haec pars in duas. In prima parte * d. h. die solvatur, die tüchtig dich nehmen soll in die kur. [75] Wenn du wechselst, setzest du ton ein für ton und so gibt der Wechsel immer verschiedene namen der töne. Willst du wechseln, so merke dir fest diese regeln: Du wechselst nie, es sei denn geboten durch notli, wenn du die mancherlei regeln der kunst willst beachten. Hat der schlüßel (Ton) nur einen ton (namen), sogibts keinen Wechsel. Gamma Ut, A Re, B Mi, die laßen nicht wechseln. Hat er zwei namen, so gibts einen doppelten Wechsel. Doch B Fa B Mi das laßt sich nicht tauschen noch wechseln, auch seine octave, sonst gibt es eine schlechte mutation, denn Fa Mi verträgt in klürlicher weis’ nie den Wechsel. [85] Drum bei fünfen der töne laß du den Wechsel, oder, wenn du so willst, hei sieben, denn BFa BMi ist wegen seiner zwei B und zwei schlüßel je doppelt zu rechnen 1 .“ Es folgt der zweite kaupttheil des capitels, der handelt von der mutation, dem Wechsel oder austausch der nach dem vorigen mit den drei alphabeten verbundenen namen oder tonzeichen (Ut, Re, Mi etc.). * 1 Als B Fa und als B Mi. 42 I. DE TRIBUS ALPHABETIS. autor ostendit, quid sit mutatio. In secunda parte varias regulas de mutatione vocum subinfert. Secunda pars ibi (si mutare cupis). In prima parte dicit autor, quod mutatio, qute requiritur in solvatura, sic definitur: Mutatio est unius vocis pro altera vicaria praestatio. Si mutare cupis etc. Hic subjungit autor tres regulas de mutatione et potest liaec pars in plures partes dividi secundum quod autor ponit plures regulas de mutatione. Prima regula talis est, quod nunquam debeat fieri mutatio, nisi in eo loco, ubi necessitas ascendendi et descendendi ad hoc compellit. Et hoc ideo, ne fiat per plura, quod potest fieri per pauciora, quod etiam in omni arte vitiosum est. Hic nota, quod quotiescunque mutatur aliqua vox, toties talis vox in omni loco mutationis debet relinqui, ut eadem vox ibidem inveniatur post reversionem, quae ibidem fuit derelicta. Item si aliquis secundum eundem modum mutare non potest de una voce in aliam, sine mutationibus saltus fiat, ut si contingat, nos saltum facere ab E La Mi in BFaBMi et e converso. Et sic de quibusdam clavibus aliis ut infra plenius patebit. Vocem si clavis etc. Hic subjungit autor regulas mutationum speciales. Et primo de clavibus, quae habent unam vocem, * Mutation, die bei der solvatur, dem notensingen nöthig ist, heißt aber die Stellvertretung eines namens oder tonzeichens für einen andern. V. 77 ff. Es folgen die verschiedenen regeln über den austausch. Die erste ist: ein austausch findet nur statt an der stelle, wo die noth- wendigkeit auf- oder abwärts zu singen dazu zwingt. Und das darum, daß nicht weitläufig geschehe, was einfach geschehen kann, was ja in jeder kunst ein fehler wäre. Da merke: so oft ein ton gewechselt wird, so oft muß der ton für jede stelle der mutation verlaßen werden und er kommt bei der rückkehr erst wieder an der stelle, wo er verlaßen wurde. Desgleichen, wenn in dieser weise nicht mutiert werden kann von einem ton zum nächstfolgenden, so mache man den Sprung ohne mutation, wie wenn ein Sprung sich ergibt von E nach B und umgekehrt. Ähnlich ists bei einigen andern schlüßeln, wovon später. V. 80 ff., Verf. handelt nun zuerst von den schlüßeln mit einem namen, v. 80. 81, dann von denen mit zwei, 82 ff., sodann von denen I. DE TRIBUS ALPHABETIS. 43 secundo de his, quse habent duas voces, tertio de his, quse habent tres voces. Quarto subinfert quandam regulam generalem. Partes patebunt infra per ordinem. De clavibus unam vocem habentibus brevis est regula, [27] videlicet ista, quod nullam habeant mutationem. In his enim clavibus non est altera vox, ergo nec mutatio. Cujus sunt geminm etc. Dicit autor, quod illa clavis, quas duas habet voces, duas etiam habet mutationes. Et ut lias mutationes plenius cognoscas, scire debes, quod hic est ordo in vocibus Ut Re Mi Fa Sol La. In clavibus ergo habentibus duas voces per ascensum mutatur vox posterior in priorem, per descensum vero vox prior in posteriorem. Ab ista regula excipit C C Sol Fa et DI) La Sol, in quibus ambae mutationes fiunt deorsum tantum. Nota etiam, quod, licet B Fa B Mi et sua octava, videlicet B B Fa B Mi duas habeant voces, nullam tamen habent mutationem. In ipsis enim semper Fa cantatur per Bmollem et * mit drei namen, v. 89 ff. Endlich lügt er noch eine allgemeine regel an. Für die schliißel mit einem namen ist die regel höchst einfach, nämlich die, daß sie keine mutatio u zulaßen, die ja der austausch eines namens mit einem andern ist. V. 82 ff. Der schliißel mit zwei namen hat auch zwei Wechsel. Um diesen austausch recht zu verstehen, mußst du aber wissen, dass die namen der töne in folgender reihe stehen: Ut, Re, Mi, Fa, Sol, La. Bei den schltißeln mit zwei namen wird daher beim aufsteigen der spätere name gegen den früheren vertauscht, beim absteigen dev frühere gegen den späteren 1 . Eine ausnalnne macht allein C C und D D, bei welchem beide mutationen, weil sie die obersten töne sind, nur nach unten gehen können. Merke auch: B Fa B Mi und seine octave B B FaBMi'haben zwar zwei namen Mi und Fa, aber doch keine mutation. Vielmehr lauten sie im Bmollton (von F aus) immer Fa, im Bdurton * 1 Oer name des höheren tons in der vorangehenden tonreihe wird beim aufsteigen gegen den niedern ton der nächsten reihe, umgekehrt wird der niedere ton im hinabsteigen gegen den höheren der vorangehenden tonreihe ausgetauscht. Die regel ließe sich einfacher so steilen. Bei den namen der töne gehört die erste silbe der früheren, die zweite der spateren tonreihe an: beim hinanfsleigon also, tritt die zweite, beim hininitersteigen die erste silbo ein, z. b. bei F Fa Ut gilt hinauf Ut, hinunter Fa. 44 I. DE TRIBUS ALPHABETIS. Mi per cantum Bclurum, et in eisdem cantibus semper ante vel post fiunt mutationes, si quae necessariae sunt. Fa enim parum elevabitur et Mi parum deprimitur, quae debitam ad se invicem impediunt mutationem. Item in B Fa B Mi non fit mutatio, quia habet duas claves, quarum utraque, scilicet B Fa et B Mi unam tantum habent vocem, mutatio autem ad minus semper requirit duas voces. Ex his colligitur, quod in septem clavibus, scilicet F Ut, ABe, BMi, et in utroque B Fa BMi, cum duas habeant claves, non fiunt mutationes. In octo vero clavibus duas voces habentibus in singulis earum dum fiunt mutationes, quse octo claves sunt: C Fa Ut, D Sol Re, E La Mi et sua octava, F Fa Ut et sua octava, CC Sol Fa et DD La Sol. Et sic breviter habes quindecim claves expeditas. Clavis triplnta vicibus fit sex variata. 9o Ex bis, ut varium valeas cognoscere cantum, * (von G aus) immer Mi, und so wird statt der mutation Fa ein wenig hinauf, Mi ein wenig beruntergedrtickt, und immer vor oder nach B mutirt. Somit ergibt sieb: sieben scldüßel, F, A (Re), B (Mi), BFa, B Mi, BB Fa, BB Mi haben keine mutation. Bei acht scldüßeln mit zwei Silben aber finden je zwei Imitationen statt, nämlich bei C Fa Ut, D Sol Re, E La Mi und seiner octave E La Mi, F Fa Ut und seiner octave F Fa Ut, C 0 Sol Fa und D D La Sol. So sind in kürze fünfzehn scldüßel abgemacht. 1 „Der scldüßel mit drei namen gibt sechs niutatiouen. [90] Dabei must du, um die Verschiedenheit des gesangs zu erkennen, bei allen * 1 Vgl. tafel U. Die mutation ist etwas ähnliches, wie beim ziflersingen der austausch der zahlen, wenns in eine andere tonart gellt, wo z. b. g als fünfte der Ctonlciter und als erste der G tonleiter geschrieben wird: -5[. Hier heißt, denn die regel: Wenn Ut 1, Re 2, Mi 3, Pa 4, Sol 5, La 6 ist, so tritt im hinanfsteigen für die höhere zahl die niedere ein, im absteigen für die niedere die höhere, damit der gesang fortfahren kann. Z. b. bei E La Mi ist im ersten namen La der sechste ton der ersten dispnsition gegeben; daß man aber hinanlsingen kann, wird es als Mi d. h. als dritter ton der zweiten dis- position betrachtet. Es wird also beim hinanfsteigen der sechste ton gegen den dritten, der höhere, spätere, gegen den niederen, früheren vertauscht. Umgekehrt beim hinabsingen wird der dritte Mi zum sechsten La, damit man hinnbsingen kann. I. DE TRIBUS ALPHABETIS. 45 Clavibus in cunctis, quarum voces variabis, Yicissim sursum mutas vocesque deorsum, Exceptis Ut Re, Mi Re, Fa Sol, quoque La Sol. Ut Re cum Mi Re G Sol Rc Ut ac A La Mi Re sn Yicissim sursum mutant raroque deorsum. Infra mutato Fa Sol, Sol La sociato Clavibus in cunctis, quibus lias voces sociabis. Hic subjungit autor regulam de clavibus tres voces habentibus dicens quod quselibet ipsarum sex habet mutationes. Prima autem istarum clavium est G Sol Re Ut, quod habet tres voces, scilicet Sol, Re et Ut et sex mutationes: primo Sol mutatur in Ut ascendendo de cantu naturali in Bdurum et Ut in Sol descendendo e converso. Secundo modo Sol mutatur in Re ascendendo de cantu naturali in Bmollem et e converso Re in Sol descendendo de Bmolli in naturalem. Tertio modo Re mutatur in Ut ascendendo de cantu Bmolli in Bdurum et Ut in Re e converso, * schlüßeln mit mutationen, abwechselnd aufwärts und abwärts mutieren, mit ausnahme von UtRe, Mi Re, Fa Sol und La Sol. Ut Re und Mi Re, GSolReUt und A La Mi Re wechseln aufwärts, selten abwärts. [95] Nach unten wechsle Fa Sol, ebenso Sol La in allen tönen, die diese namen haben.“ Unter den dreisilbigen ist die erste note GSolReUt mit den drei namen Sol, Re, Ut und mit sechs mutationen. 1) Sol geht in Ut über aufwärts, vom Cantus naturalis 1 (aus C) in den Cantus Bdurus (aus G) und umgekehrt abwärts Ut in Sol. 2) Sol gellt in Re über aufwärts vom Cantus naturalis (aus C) in den Bmollis (aus F) und umgekehrt Re in Sol abwärts von der F tonreilie in die C reihe. 3) Re geht in Ut übe]- aufwärts vom Bmollis (aus F) in den Bdurus (aus G) und Ut in Re abwärts; doch kommt der Wechsel abwärts selten vor. Ebenso hat A La Mi Re drei namen La, Mi, Re und sechs mutationen. 1) La wird Re aufwärts vom Cantus naturalis (C) in den Bdurus (G) und umgekehrt, 2) La wird Mi aufwärts beim Übergang vom Cantus naturalis (C) in den Bmoll (F) und umgekehrt abwärts. 3) Mi wird Re beim Übergang von Bmollis (F) zum Bdur (G) und umgekehrt: diese beiden mu- * 1 Vgl. wieder tafel II. 46 I. DE TRIBUS ALPHABETIS. qua; mutatio similiter fit ascendendo, et raro vel nunquam descendendo. ALaMiRe similiter habet tres voces, scilicet La, Mi et Re et sex mutationes. Primo modo mutatur La in Re ascendendo de cantu naturali in Bdurum et Re in La e converso descendendo. Secundo modo mutatur La in Mi [29] ascendendo de cantu naturali in Bmollem et Mi in La e converso descendendo. Tertio mutatur Mi in Re de cantu Emolli in Bdunim et Re in Mi e converso, et hse ambte mutationes fiunt ascendendo. C Sol Fa Ut etiam habet tres voces, scilicet Sol, Fa et Ut et sex mutationes. Primo modo Sol mutatur in Ut ascendendo de cantu Bmolli in naturalem 1 et e converso Ut in Sol descendendo. Secundo modo Sol mutatur in Fa de cantu Bmolli in Bdurum etFa in Sol e converso et hse ambfe mutationes fiunt descendendo. Tertio modo mutatur Fa in Ut ascendendo de cantu Bduro in naturalem et Ut in Fa e converso descendendo. D La Sol Re simili modo tres habet voces, scilicet La, Sol et Re et sex mutationes. Primo modo mutatur La in Re ascendendo de cantu Bmolli in naturalem et Re in La e converso descendendo. Secundo modo mutatur La in Sol de cantu Bmolli in Bdurum, et e converso Sol in La de Bduro in Bmollem et lite ambse mutationes fiunt tantum descendendo. Tertio modo mutatur Sol in Re ascendendo de cantu Bduro in naturalem et Re in Sol e converso descendendo de naturali in Bdurum. G Sol Re Ut in linea et A A La Mi Re in * tationen geschehen aufwärts. In CSoIFaUt wird 1) Sol zuUt aufwärts beim Übergänge von Bmoll (F) zum naturalis (C) und umgekehrt abwärts. 2) Sol wird Fa vom Bmoll (F) nach Bdur (G), und Fa wird Sol umgekehrt: diese beiden mutationen gehen abwärts. 3) Fa wird Ut aufwärts von Bdur (G) nach naturalis (C) und umgekehrt abwärts. In D La Sol Re wird 1) La zu Re aufwärts von Bmoll (F) nach naturalis (C) und umgekehrt abwärts. 2) La wird Sol von Bmoll (F) nach Bdur (G) und umgekehrt: diese beiden mutationen kommen abwärts vor. 3) Sol wird Re aufwärts von Bdur (G) nach naturalis (C) und umgekehrt abwärts. G Sol Re Ut auf der linie (unser g) und A La Mi Re im spatium (unser a) haben dieselben mutationen, wie * 1 So muß es heißen statt Bdurum, trotz der Übereinstimmung des drucks I. DE TRIBUS ALPHABETIS. 47 spatio easdem habent mutationes, quas inferius eorum octavae, sicut etiam E La Mi in linea et F Fa Ut in spatio concordant cum suis octavis. C C Sol Fa duas habet voces, scilicet Sol et Fa et duas mutationes. Sol mutatur in Fa de cantu Emolli in Bdurum, et Fa in Sol e converso, quae ambae mutationes fiunt tantum descendendo. D D La Sol similiter duas habet voces, scilicet La et Sol et duas mutationes. La mutatur in Sol de cantu Bmolli in Bdurum et Sol in La e converso et hae ambae mutationes fiunt descendendo tantum. 3. Discas hinc varium per claves [30] noscere cantam, Nani clavis saepe tibi dat cantum variare, imi In trinas species cantum distinguere debes: Hdurna primus, naturalia que secundus, Tertius liinc cantus limo Ilis erit vocitatus. Bdurum cantum G clavis dat tibi tantum, C naturalis cantus fiat tibi clavis, uis Cantus Bmollis F semper sit tibi clavis. Bmollis clavi cantus dat Fa B Fa Bmi, In qua Bdurus Mi semper dat tibi cantus, B dat quadratum Bdurum; Bque rotundum * ihre untern octaven; so stimmen auch E La Mi in linea (e) und FFaUt in spatio (f) mit ihren unteren octaven. C C Sol Fa hat zwei silben mit zwei mutationem 1) Sol wird Fa von Bmoll (F) nach Bdur (G) und umgekehrt, beide Imitationen nur abwärts. Ebenso in DD La Sol wird La zu Sol von Bmoll (F) nach Bdur (G) und umgekehrt: beide mutationen nur abwärts. 3. „Drauf lernst du des gesanges Verschiedenheit nach den schlüßeln, denn die schlüßel geben häufigen Wechsel im singen. [100] Dreierlei hast du zu unterscheiden: Der erste Bdur, der zweite natur, drauf, lieber, woll als dritten nennen Bmoll. Den Bdur gibt der Gschlüssel nur, C ist der schlüßel nur zum gesang in natur, und der schlüßel soll immer F sein zu Bmoll. [105] Der Bmollgesang hat zum Fa (vierten ton von F) BFa BMi, aus welchem der Durgesang immer sein Mi entnimmt, als eckiges B genennet Bdurum. Das runde B dagegen darf allein 48 I. DE TRIBUS ALPHABETIS. Binollem cantum dehet tibi psallere tantum, no Bduvum triplo, reliquos cantus geminabo Do tria G, duo C, bis F; bis cantibus apte Binollem dulce, Bdurum succine dure, Ut naturalem Bmollem succine talem. Sequitur tertia pars principalis hujus capitulis in qua [31] au- tor tractat de variis speciebus cantus. Et dividitur lisec pars in quatuor partes. In prima parte ostendit autor, quod cantus variatur per varias claves et cum hoc cantum distinguit in tres species. In secunda parte declarat illas species per ordinem. In tertia parte easdem subdividit, quandam doctrinam subjungendo. In quarta parte annectit quaedam incidentia, per quae respondet tacitis quaestionibus. Secunda pars ibi (Bdurum cantum). Tertia (Bdurum triplo). Quarta pars ibi (Doctores cantum). Circa primam partem nota, quod antiquissimi musici, qui tantum sex vocibus seu chordis vel saltem octo vocibus in monochordo et in musica sua utebantur, nullis mutationibus utebantur et omnem suum cantum naturalem vocabant. Deinde post multum temporis spatium docentes et discentes musicam plures notas et voces * im Rmollgesange erklingen. [110] Bdur nehme ich dreifach, die beiden andern nur doppelt. Ich gebe drei (tomveisen aus) G, zwei C, zwei F; nach diesen gesungen singe verständig Bmoll mit Weichheit, Bdur mit kraft und den gesang der natur sing natürlich.“ Folgt der dritte baupttlieil des capitels von den artendes gesanges, mit vier unterabtlieilungen: die erste zeigt die manchfaltigkeit des ge- sangs nach den verschiedenen schlüßeln und folgert daraus die ein- tlieilung der drei arten. Der zweite tlieil v. 103 ff. führt die arten der reibe nach auf. Der dritte tlieil v. 110 ff. gibt eine untereintheilung der arten, mit beifügung einiger lehren. Der vierte tlieil v. 114 ff. gibt einiges einschlägige zu beantwortung stillschweigender fragen. Zum ersten tlieil merke, daß die ältesten musiker mit ihren sechs tönen oder saiten, oder höchstens acht tönen, in musik und saitenspiel keine abwechslung hatten und allen ihren gesang naturgesang nannten. Nach langer zeit erst haben meisten und schüler der musik mehrere töne und noteil dazu verbunden und sie dem gcsange aufwärts und ah- T. DE TRIBUS ALPHABETIS. 49 aclinvenerunt et easdem per ascensum et descensum diverso cantui addiderunt. Unde etiam Bmolle musica; propter dulcedinem et mollitiem cantus addiderunt, differentiam assignantes inter B et B, ut unum dicerent Bmolle, aliud Edurum, eo quod duriorem sonoritatem inducit. Et sic cantum in tres species distinxerunt, plures differentias dispendiose assignantes inter easdem species, quarum specierum nomina, claves et dissensiones sufficienter patent in textu. Ut naturalem etc. Dicit autor, quod cantus Bmollis concordat frequenter cum naturali, quod ex hoc cognoscere poteris, quia plures cantus quinti toni, qui incipiunt in F Fa Ut per cantum Bmollem et ibidem etiam finiuntur, eodem modo per cantum naturalem incipi possunt in C Sol Fa Ut et ibidem finiri, ut patere poterit infra in Alleluja, Agno nos Christo etc., de beata Agneta et in quam pluribus aliis cantibus consimilibus. Doctores cantum plures addunt sinomennm — ns Qui sic est [32] dictus sinomenus id est superauctus — * wärts nach seiner manehfaltigkeit hinzugefügt. So thaten sie den Bmollgesang hinzu wegen seiner Weichheit und amnutli, durch die Unterscheidung eines doppelten B, von denen das eine Bmoll heißt, das andere Bdur, letzteres, weil es einen kräftigeren ton einführt. So machten sie dann drei arten des gesanges und unterschieden weitläufig in denselben arten namen, sclilüßel und Veränderungen, wie sie aus dem text genugsam erhellen. Y. 113. Bmollgesang stimmt oft ganz mit dem der natur, was daraus zu ersehen, daß verschiedene gesänge der fünften tonart (siehe capitel 5), die in F anfangen und schließen nach dem Bmollgesange, auch nach dem naturgesange in C (Sol Fa Ut) anfangen und schließen können, wie sich weiter unten zeigen wird im Hallelujah, im Agno nos Christo 1 von der heiligen Agnes und gar vielen ähnlichen gesängen. „Mehrere meister tliun hinzu zum Überfluß den cantus sinomenus, so genannt als superauctus, der überzählige 2 . [115] Sie sagen, wie Hs 1 Vgl. noten T. 3. 4. 2 In diesem falle wäre in barbarischer weise von sino ein participium praesentis passivi nach griechischer weise gebildet. Wahrscheinlicher ist die ableitung von ai'vio, beschädigen, und er hieße so als der verkürzte, weil das F als der erste ton dazu in den alphabetcn fehlt. 4 Spechtshart. 50 I. DE TRIBUS ALPHABETIS. Sicut Bmollem cautum preestat B Fa B Mi, Dicentes, posse talem quoque tradere B Mi, Musica si voces Mi Fa Sol La sociasset Quatuor ad claves, et in his prior A Re fuisset. 120 Voces ad claves manui, sed, quas manus aptat, Has instrumentis manufactis saepe coaptat, — Organa recta, lyra quod monstrant ac monochorda, Per quae quit B Mi cantus Bmollis adesse. Quod puto prodesse, fieri quoque saepe necesse, i 2 s Si cupimus cantum bene psallere Gregorianum, Antiqui libri sicut monstrant reperiri, Ut patet „In sole“ graduali consimilique. Cantus, quem veteres cupiunt finire D Sol Re, Hunc quamvis juvenes finire velint A La Mi Re, i3o Bmollis talis; scio quod nequit F fore clavis, Talem sed cantum Bmi dat per B rotundum. Quod bene formata monstrare queunt monochorda, Nec tamen Ut vocem poterunt haec jungere primam, * der Mollgesang Moll werde durch B Fa B Mi, könne auch B Mi einen solchen geben, wenn die musik Mi Fa Sol La zu vier schlüßeln verbände, unter denen ARe der erste wäre 1 . [120] Der beut die töne zu den schlüßeln der band nach deren notensysteme und bringt sie auch an auf den künstlichen instrumenten, wie orgel, leyer, Saitenspiele das zeigen, auf denen ein B Mi für den Bmollgesang (aus F) sich findet. [125] Das ist glaube ich nützlich, ja oft sogar nötliig, wenn wir den gregorianischen gesang recht singen wollen, wie das die alten bücher zu finden geben, zum beispiel im Graduale „In sole“ und andern. Der gesang, den die alten schließen in D (Sol Re), wiewol ihn die jungen schließen möchten mit A (La Mi Re), der ist doch Bmoll 2 . [130] Ich weiß, F kann der schlüßel nicht sein. Aber einen solchen ergibt B Mi durch das B rotundum (als Mi), wie gut gemachte saitenspiele das zeigen. Freilich können sie 3 kein Ut als ersten ton hinzufügen, was * 1 denn dann wäre das fehlende F Ut, T Re, A Mi, B Mi würde Fa etc. 2 Vgl. durchaus die zweite tafel. 3 mit dem untersten fehlenden F. iSiehe vers 230 ff. I. DE TRIBUS ALPHABETIS. 51 Quod neque prodesse poterit quicquam vel obesse. Hic cantus clare, Seepius et B Mi, Quem finire tonus Si, velut antiqui, Quem nunc finire quia tamen transit ad A Re, tantum cupit associari, vult per D Sol Re secundus, cupis hunc, cantare magistri, juvenes gliscunt A La Mi Re. Artem discamus, usum quamvis teneamus. Dupliciter, scriptum cantum discamus et istum, Sic totamque manum mage noscimus et monochordum [34]. Hic autor ponit quiddam incidens, per quod respondet tacitae quEestioni. Posset enim aliquis dicere: cum cantus Bmollis a G Sol Re Ut in spatio usque ad G Sol Re Ut in linea inveniatur et interseratur inter G Sol Re Ut et C Sol Fa Ut in secundo alphabeto et etiam superius in tertio alphabeto inter G Sol Re Ut in linea et inter C C Sol Fa in spatio, utrum ne etiam infimus inter Gamma Ut etCFaUt in primo alphabeto eodem modo cantus Bmollis possit haberi et decantari. Respondet autor et dicit, quod bene possit et debeat fieri. Licet enim doctores musicse artis infra in manu voces, aptas cantui Brnolli, clavibus non * aber auch weder helfen noch schaden kann. [135] Aber klar ist solcher zusatz verlangt durch den gesang, der fortgeht zu A Re und häufig zu B Mi, den die zweite tonart mit D zu schließen verlangt, wenn du ihn nach den alten meistern singen willst, während die jungen ihn (als naturalis) mit A (La Mi Re) zu schließen begehren. [140] Lernen wir nur die kunst, ob wir auch hielten zum brauch uns! Lernen wir zwiefach den sang, den geschriebenen und auch den andern 1 Das lehrt beßer wie hand, so auch monochord uns verstehen.“ Hier kommt der verfaßer auf einen Zwischenfall zur erledigung einer stillschweigenden frage. Man könnte nämlich sagen, wenn der gesang Bmoll von G bis g reiche und zwischen G und c der Mollton b eingereiht sei, ebenso wie dann im dritten alphabet zwischen g und c, warum nicht auch ganz unten zwischen F und G im ersten alphabet Mollgesang stattfinden und bei b der Mollton vor C eingereiht werde. Die antwort ist, das könne und solle füglich geschehen. Wenn auch die musiklehrer unten in der hand die töne für den Mollgesang nicht 4 * 52 I. DE TRIBUS ALPHABETIS. attribuant, ut possimus descendere a D Sol Re usque ad T Ut, per has voces La Sol Fa Mi Re et eodem modo ascendere per solvaturam per easdem, scilicet Re Mi Fa 1 Sol La (sicut per abundantiam vocum possumus facere a G Sol Re Ut usque ad C Sol Fa Ut et etiam a G Sol Re Ut in linea usque ad C C Sol Fa); tamen id apte potest fieri in instrumentis manufactis seu artificialibus, ut in monochordo, organis, lyra et ceteris instrumentis. Et hoc sentit beatus Gregorius et omnes antiqui scriptores musicae, qui notando responsorium graduale (In sole posuit), cum consimilibus gradualibus in A Re per cantum Bmollem incipiebant et in D La Sol Re, cum sint secundi toni, apte per notam finalem finiebant, quod nullatenus poterit fieri, nisi per cantum Bmollem, ut a C Fa Ut ad B Mi tonus et non semitonium decantetur. Quod optime fit per instrumenta musicalia, quia cum in speciebus diapason eaedem voces esse dicantur, ut plenius infra patebit, ideo ne mirum, si cantus sinomenus, id est ultimo adjunctus et inventus, qui vocatur alio nomine Bmollis, supra [35] inter G et c locum habeat, quin hoc etiam fieri possit in gravibus * haben, so daß -wir von D bis zu T durch La, Sol, Fa, Mi, Re hinab- singen und ebenso umgekehrt durch Re, Mi, Fa, Sol, La hinaufsingen können (wie wirs bei dem reichthum der töne können von G bis c und von g bis cc): so ist das doch ganz leicht möglich bei den künstlichen instrumenten, wie saitenspiel, orgel, leier und andern. Das fühlt der h. Gregor und alle alten musikschreiber, welche, im notieren des graduale - responsoriums (In sole posuit) und ähnlicher gradualien, im Mollgesang mit A Re beginnen und nach der zweiten tonart (D plagale) ganz passend in D schließen, was durchaus unmöglich wäre, wenn nicht nach Bmollgesang von C zu B Mi ein ganzer ton statt eines halben gesungen würde. Das ist am leichtesten auf musikalischen instrumenten, denn wenn doch, wie das später deutlich wird, die octaven dieselben buchstaben haben, so kann’s nicht wunder nehmen, wenn der später erfundene und zuletzt hinzugefügte cautus sinomenus, der nach oben zwischen G und c platz hat, auch nach unten zwischen F und C eine stelle findet. So gibts denn auch drei reihen für den Mollgesang, be- * 1 Fa ist iu dem Originaltexte übersehen. I. DE TRIBUS ALPHABETIS. 53 infra G grsecum et G capitale. Et sic tres cantus Bmolles possunt esse et fieri, et hoc praecipue in musicalibus instrumentis. Et quia moderni cantores plures cantus secundi toni, ut graduale (In sole posuit tabernaculum) et graeci 1 (A summo coelo), secundum beatum Gregorium et secundum instrumenta musicalia volunt decantare per cantum Bmollem, qui potest esse et fieri in gravibus clavibus per instrumenta musicalia: ideo eosdem cantus qui debent in A Re incipi et in D Sol Re finiri, incipiunt in E La Mi et finiunt in A La Mi Re per notam finalem. Et quaedam alia gradualia, scilicet Domine Deus virtutum, Excita domine etc., Tollite portas etc., quae gradualia antiqui incipiebant in C Fa Ut et per notam finalem, cum sint secundi toni, finiebant in D Sol Re, moderni vero incipiunt in G Sol Re Ut et similiter finiunt in A La Mi Re per notam finalem. Et sic mutant debitum finem secundi toni, scilicet D Sol Re, et cum boc mutant cantum in finali suo, ubi fit ascensus de E La Mi in linea ad F Ea Ut in spatio. Ibi enim cantant semitonium, ubi tonus debite juxta Gregorium debet decantari. Et bsec omnia planius patebunt * sonders auf den musikalischen instrumenten. Weil denn nun die modernen musiker vielfach die gesänge der zweiten tonart (des D plagale) 2 , wie das graduale In sole posuit tabernaculum (in der sonne steht sein zeit) und die Griechen ihr A summo coelo (vom himmel hoch) nach dem heiligen Gregor und nach den musikalischen instrumenten in Bmoll nehmen, was auch für die graves (im untersten alphabete), bei den instrumenten möglich ist: darum beginnen sie dieselben gesänge, die von A bis D gehen, in E und schließen mit a. So ist’s auch mit andern Gradualien, nämlich Domine, Deus virtutum (herr gott aller folgenden), Excita domine (erwecke, herr), Tollite portas (machet die thore auf); diese begannen die alten mit C und gaben, nach der zweiten tonart, zur sclilußnote D, die neueren aber fangen mit g an und geben ähnlich a zum Schlüße. So ändern sie die eigentliche Schlußnote D und damit den gesang im schlußton, wenn sie von e nach f gehen. Denn dann singen sie einen halben ton, wo nach Gregor ein ganzer ton hergehört. Das wird sich später genau und deutlich zeigen durch die * 1 Nothwendig statt graecis. 2 Vergl. oap. IV. 54 I. DE TRIBUS ALPHABETIS. infra per duplicem notam seu neumam praedictorum gradualium ad majorem declarationem et demonstrationem eorum, qum praedicta sunt, neumatorum seu notatorum dupliciter per claves. Nec tamen Ut vocem poterunt haec jungere primam etc. Dicit autor, quod cantus Bmolles, qui infra decantantur in manu per monochorda, non possunt habere primam vocem [36] scilicet Ut, quia in monochordo apte mensurato secundum antiquos in Gamma Ut sonat Re et infra Gamma Ut non est aliqua vox. Tamen via artis monochordum posset formari et mensurari, in quo F cum hac voce Ut prima posset reperiri, secundum modernos, ut postea patebit ibi: infra G grsecum etc. doppelte notierung der genannten Gradualien, in den verschiedenen tönen. V. 133 f. Die Bmollgesänge, welche von der hand ab mit dem saitenspiele abwärts gesungen werden, haben den ersten ton, ihr Ut, nicht, weil auf dem nach den alten richtig mensurierten monochorde in Gamma Ut der ton Re liegt und unter Gamma Ut kein ton mehr kommt. Auf dem wege der kunst aber ließe sich ein monochord hersteilen und mensurieren, auf dem ein erster ton als Ut sich fände, nach den neueren, wie das unten vorkommt vers 232 ff. II. DE MONOCHORD!). 55 CAPUT II. DE MONOCHORD!). i. Mentio sed facta cum supra sit monochordi, Ipsius formam nostro decet addere cordi, i45 Per multam partem quia nos lianc ducit ad artem Et gliscit noster certissimus esse magister. Nec, sicut reliqui, pretium petit ipse, magistri, Quamvis cantare doceat nos nocte dieque, Omni pro nobis cupiatque carere quiete, i5o Ipsi si volumus et ei si nos sociamus. Ergo suum varium studeamus discere cantum, Quem donat gratis, ut fons nimise pietatis, Nec perturbatur, [37] decies si percutiatur, Immo quando plagas centum das, suscipit omnes, * Zweites capitel. Vom saitenspiel. 1 1. Sintemal aber schon oft des saitenspiels ist erwähnet, ziemts sich nun auch, dess form sich wohl zu herzen zu nehmen, [145] weil es zum besten tlieil zur kunst der musik uns geleitet und in solchem stücke der sicherste meister uns sein will. Doch begehret es keinerlei lohn, wie die anderen meister, ob es gleich uns lehrt den gesang zur tags- und zur naclitzeit, und für uns auch gerne der ruh zu entbehren bereit ist, [150] wenn wir selbst es so wollen und seiner gesellschaft uns widmen. Geben wir uns denn müli’, den verscliiednen gesang zu erlernen, den es schenket umsonst als quell überfließender güte, nimmer verwirrt, ob zehnmal es auch muß schlage erleiden, nein, gibst du hundert der streiche ihm auch, es ist doch geduldig, [155] wird * 1 Oie abbildung desselben siebe bei Gerbeit, Musica sacra II, tafel 34. nro. 23. 56 II. DE MONOCHORDO. iss Non dedignnndo, sed niage compatiendo. Quod tua mens stulta nequit 1 apte dicere, multa Concinnaque ligna bene decantant sine lingua. Dic, rogo, doctorem si vidisses ita mitem. Dicere non poteris, quia nullus adest ita mitis, ico Pythagoras factor cujus fuit atque repertor. Istum doctorem tibi praestant concava ligna, Cum sola chorda magadis apte sociata, Ad quas stet scripta per claves schedula longa, Quse claves veras praestent ex ordine formas. io5 Dic lignum magadam, quod sustentat tibi chordam. Doctor praefatus pueris est consociatus, Filia vultque sua [38] lyra dici, nostra magistra, Claves conjunctae si sint in ea bene cunctae. Hinc lyra praedicti cum filia sit monochordi, no Nos propter patrem sibi dignum demus honorem, Ut doceat cantum nos dulciter, ut monochordum. * nicht mürrisch dabei, es hat seihst mitleid mit dir noch. Was dein thöricliter sinn nicht schicklich kann sagen, das singen ohne zunge gar fein dir viele gestimmete hölzer. Sag’, ist dir jemals solch ein freundlicher lehrer begegnet? Nein, du weist keinen zu nennen, denn es ist keiner so milde, [160] wie der unsrige, den Pythagoras uns hat geschenket. Solchen meisten erstellt auf stücken gehöhleten holzes eine saite allein, wohl aufgezogen auf Stegen, und ein streifen papier, darauf die schlüßel beschrieben, die in der Ordnung ergeben die töne von rechter gestaltung. [165] Magada 2 sei genennet das holz, das die saiten dir traget. Obbemeldeter lehrer ist auch mit hindern gesegnet, seine tochter will heißen die meisterin leier benennet, wenn auf ihr sind wohlgeordnet die sämmtlichen schlüßel. Da nun also das saitenspiel hat zur tochter die leier, [170] ist es billig, daß wir sie ehren dem vater zu liebe, daß sie uns schönen gesang, gleichwie das saitenspiel, lehre! * X 8o statt des im texte stehenden: ne quid. Unsere vcrbeßerung ist bestätigt durch druck 7173. 2 Vom griechischen [raya;, |rayäoo;, steg. II. DE MONOCHORDO. 57 Sequitur secundum capitulum hujus libri. In quo autor tractat de monochordo et varia ejus mensura. Et dividitur istud capitulum in quinque partes principales. In prima parte tractat autor de monochordo, quoad ipsius dispositionem et commendationem seu utilitatem. In secunda parte de monochordo quoad ipsius varias mensuras. Iu tertia parte tractat autor de monochordo scilicet quoad modernorum musicorum ordinationem. In quarta parte quoad ipsius exercitationem, ut debitam vocum praesentet consonantiam. In quinta parte quoad cantum in ipso seu etiam in libris decantandum. Secunda pars ibi (Istinc mensuram), tertia pars ibi (Per formationes), quarta pars ibi (Ligniferumque gradum), quinta pars ibi (His visis varium). In prima parte autor vult sic dicere: ex quo supra dictum est de monochordo 1 , quod plures voces contineat, quam juncturas sinistrae manus contineant, idcirco nunc de ipsius forma, utilitate et mensura plenius est pertractandum. Describitur [39] autem sic monochordum, ut scribitur in libro, qui intitulatur Dialogus musicae artis: monochordum est lignum longum quadratum in modum capsae et intus concavum, in modum cytharse, super quod posita chorda ejus sonitu varietates vocum facile comprehendit, et dicitur a monos quod * Folgt das zweite liauptstück des buches, darin der dichter handelt vom saitenspiele oder monochorde und seiner mensur. Das capitel hat aber fünf tbeile. Im ersten wird gehandelt vom monochorde nach seiner einrichtung, empfehlung oder nützlichkeit; im zweiten v. 172 f. von seinen verschiedenen mensuren oder maaßen; im dritten von seiner anordnung nach der neueren musik v. 231 ff.; im vierten von den Übungen darauf, daß es harmonische töne ergibt v. 262 ff.; im fünften vom gesange darauf* wie er auch in den büchern zu singen ist, v. 268 ff. Des dicliters meinung im ersten theile ist: dieweil oben vom saitenspiele ist gehandelt worden, daß es mehr töne in sich faße, als die juncturen der linken liand, so ist denn jetzt ausführlicher von seiner gestalt, nutzen und mensur zu handeln. Es wird aber also bebeschrieben, wie es in dem buche heißt „Zwiegespräch über die kunst musika“: monochord ist ein länglichtes, viereckiges holz, wie eine kapsel, inwendig gehöhlt, wie eine cytlier, welches mit der darauf gelegten saitc die verschiedenen töne leicht ergreift , und hat seinen 58 II. DE MONOCHOEDO. est unum, et chorda, quasi unam habens chordam. Hujus autem instrumenti musici inventor et factor fuit Pythagoras, magnus et egregius doctor et magister Graecorum. Et quia valde utile est instrumentum ad cognitionem artis musicae, idcirco ad ipsum plene cognoscendum nostrae mentis intentio est dirigenda. Docet enim multiformiter omnium vocum debitam consonantiam, unde etiam in praedicto dialogo dicit magister discipulo: litera monochordi sicut cantilena discurrens est ante oculos; pone, quod, si nondum vim ipsarum literarum plene cognoscis, secundum easdem literas percutiens chordam, ab ignorante magistro mirifice audies et disces. Et respondet discipulus fere inquiens: mirabilem dedisti mihi magistrum, qui a me factus me doceat, meque docens nihil sapiat; ipsum propter sapientiam etobedien- tiam sui maxime amplector; cantabit enim mihi, quantum voluero , et nunquam de mei sensus tarditate commotus verberibus vel injuriis me cruciabit. Subjungit deinde autor in lyra, quod illud instrumentum musicum scilicet monochordum plures habet * naraen von monos, das im griechischen heißet einer, und chorda saite, als instrument mit einer saite. Dieses instrumentes erfinder und Verfertiger ist aber Pythagoras gewesen, ein großer und trefflicher lehrer und meister im griechischen lande. Und dieweilen das instrument höchst nützlich ist zur kenntnis in der musikalischen kunst, so müßen wir denn unsern sinn anschicken, es selber recht zu begreifen. Demi es lehrt in aller manchfaltigkeit den richtigen einklang aller töne. Daher saget auch im vorerwähnten dialogen oder Zwiegespräche der meister zum schüler: der buchstabe im saitenspiele ist wie ein gesang, der vor den äugen einherläuft. Denke, wenn du auch des buchstabens bedeu- tung nicht verstehst, wirst du doch, so du nach solchen buchstaben die saite schlägst, von dem meister, der es selbst nicht weiß, wunderbar- lich hören und lernen. Drauf antwortet der schüler ungefähr folgendermaßen: einen wundersamen lehrer hast du mir gegeben, der, mein eigen gemachte, mich lehren soll und, ohne eigenen verstand, mich lehren könne. So ehre ich ihn denn wegen seiner Weisheit und aus gehorsam von herzen, denn er wird mir singen, so viel ich will, und nie wird ihn mein langsamer sinn bewegen, mit schlagen und unbild mich zu peinigen. Der dichter fügt dann für die leier hinzu, daß II. DE MONOCHORDO. 59 pueros, scilicet lyram, cytharam, cymbalum et organum et sic de aliis. Eaedem enim mensurae, quae requiruntur ad monoclior- dum apte mensurandum, etiam requiruntur ad lyram, quoad duo extrema ligna, in quibus currunt claves et quoad capitellum sive magadam, quae sustentat chordam retro et sic de aliis niu- sicalibus instrumentis. 2 . Istinc mensuram monochordi discito puram. Ligniferas magadas prope fines ponito binas, Ad quarum primam G debes ponere graecum, 175 Ad reliquam magadam poteris conscribere cifram, Altera nam magada pro signo stat quasi cifra, Quro, dum nil signet, dat significare sequenti. Postque novem similes infra magadas cape partes, Post hoc bis binas, liinc trinas, post quoque binas, i8o Omnes mensura claves dabit ista quaterna. Primo consimilem partem distingue no renum. * unser musikalisches instrument, das monochord oder saitenspiel, viele kinder hat, nämlich leier, cyther, cymbel und orgel und dergl. Denn die nämlichen mensuren, die zur rechten abmeßung des saitenspiels gehören, braucht man auch zur leier, die zwei hölzer am ende, in denen die scblüßel laufen, und den steg oder magada, welche die saiten nach unten halten. So ists auch bei den andern musikinstrumenten. 2. Drauf must die reine mensur des saitenspiels du erlernen b Mache von holz zwei stege und stelle sie oben und unten, unten den ersten, zu dem setz bei das griechische gamma; [175] an dem anderen steg magst sodanu eine null du anschreiben, denn der andere steht nur da zum Zeichen, wie nullen, die selbst gar nichts bedeuten und anderem geben bedeutung. Drauf machst zwischen den Stegen du neun ganz ähnliche theile, zweimal zwei mach sodann, daun drei und darauf zwei. [180] Alle sclilüßel wird solch vielfältige tlieilung dir geben. Erst must einen ähnlichen neuntelstlieil du abscheideu, nun entsteht * 1 Vgl. durchaus die zweite tafel. 60 II. DE MONOCHORDO. Fit tonus ad partem primam nonamque 1 per artem. Sic primam partem nonam dabit Aque per artem, Tertia D grossum capit, a dat quintaque parvum, 185 Sextaque d parvum, [41] dat septima a tibi duplum. Sed cum mensuras similes facis ipse novenas, Nil dabit octava, nihil altera, quartaque nona, Partibus in reliquis certas claves retinebis. Hinc et ab A partem grossa distingue norenam, io» B quadrum partem primam finitque per artem, Terna dat E magnum, B quintaque dat tibi quadrum, Sexta dat E parvum, B septima fert duplicatum. Quemque tonum partem poteris sic scire novenam, Si partes primas gliscis conjungere binas, iss Quatuor hinc similes infra magadas cape partes Ad primam partem diatessaron adde per artem, Partis sed reliquas finis tibi sit diapente. C grossum primam partem fert [42] Gque secundam, * ein ton bei dem ersten künstlichen neuntel 2 , und das erste künstliche neuntelstheil führt zu groß A, drauf der dritte ergibt groß D und der fünfte gibt klein a, [185] klein d steht bei dem sechsten, der sieb’te gibt aa. Machst du also mit kunst die gleichen mensuren zu neuuern, Gibt das achte neuntel dir nichts, das zweite und vierte, doch den übrigen neunern sind sichere schlüßel zu danken. Drauf must aufs neue von groß A aus neun theile du machen, [190] und das eckige B wird das erste neuntel beschließen, groß E steht bei dem dritten, das fünfte gibt b mit den ecken, klein e kommt bei der sechsten, es gibt die siebente bb. So kannst jeglichen ton nach solchen neuntein du finden, wenn du nur willst die ersten neuntelspaare verbinden. [195] Mache sodann vier gleiche theile zwischen den Stegen, an den ersten theil mit kunst jetzt setze die quarte, aber des anderen theiles Schluß muß bilden die quinte. Groß C steht am Schlüße des ersten, G an dem zweiten, aber der dritte theil zeigt deutlich in g die olttave, * 1 nonam, nicht novam, wie der text hat. 2 Vgl. durchaus die zweite tafol. II. DE MONOCHORDO. 61 Tertia pars per G diapason monstrat, aperte, 200 Ultima pars magadam carpit cifrte sociatam, Claves consimiles similes servant sibi formas. Hinc infra magadas partes similes rape lenius. Ad primam partem socia diapente per artem. Finis vult reliquae partis diapason habere, 205 D grossum partem primam finitque per artem, Altera pars fere D parvum giiscitque habere, Tertia pars magadam jungit cifrse sociatam, Sed B Mi per Mi diapente nequit sociari F Fa Ut ad elavem sursum sibi consociatam, sio Sed per Fa tantum, [43] sinomenum dum cano cantum, Cum diapente tonus semper tres det sociatos, Quis 1 semitonium solum sit consociatum, Quod nequit A B Mi sursumque per F reperiri, Cum semitonia sursum patent tibi bina, 2i5 Nec multum tales ars curat psallere quintas. * [200] und der noch übrige theil trifft zuletzt am steg bei der null ein. Ähnliche schlüßel, die haben durchaus auch gleiche gestaltung. Drauf reiß zwischen den Stegen den raum mit kunst du in drittel, an dem ersten befestige weislich und künstlich die quinte! Und es will des anderen theils Schluß sein die octave. [205] Es ist das große D, das den ersten theil wird beschließen, und den andern theil verlangt es, klein d zu bekommen. Aber das letzte drittel es reicht bis zum steg an der null hin. Doch kann die quinte B Mi durch Mi unmöglich sich schließen an das F Fa Ut an, den nächsten schlüßel nach oben, [210] sondern durch Fa allein, das liegt im sinoinenustone, da durchaus die quint zu einander drei töne gesellet 2 , denen allein ein halber ton, und nur dieser, zur seit’ steht. Solcherleiweis’ kann A B Mi nach oben das F nicht erreichen, da nach oben, du siehst es ja, zwei halbtöne sich aufthun 3 , [215] und nicht viel ist der kunst an solcherlei * 1 So muß es heißen: Quis, quibus, statt qui im originale. 2 z. B. G als die quinte von C hat als Intervalle von C auf D 1, D auf E 1, E auf F '/äi F auf G 1 = 3 'ii ton. 3 zwischen B Mi (A) und C und zwischen E und F. 62 II. DE MONOCHORDO. Sed potes a B Mi ternas partes sociare, Et semitonium pars prima cupit propriare Ad B Mi propriam, quod monstrabit tibi quintam, Quod semitonium varium psallit tibi cantum, 220 Ae ad B quadrum jungit diatessaron aptum. Scriptaque de B Mi scribuntur BB Fa B Mi. Post infra magadas bin/ts similes cape partes, Primula pars fere diapason gliscit habere, Altera pars magadam carpit cifrae sociatam; 225 Dictas mensuras ad quaslibet addito claves [44], E qua mensura post se diapason habebit, Hac a Bmolle B Mi diapente tenebit. Hinc breviter formas monocbordi discito certas: Ter tonus ternis, diatessaron itque quaternis, 23« It diapente tripes diapason fit quoque bispes (i. q. bipes). Sequitur secunda pars principalis. In qua autor determinat * quinten gelegen. Aber du kannst die dreitheilung von B Mi aus vollenden, und den halbton dazu will der erste theil sich zueignen von B Mi, so kommt zum glücke heraus dann die quinte. Solcher halbton machts möglich, verschiedene lieder zu singen, [220] und er füget zum eckigen B den passenden quartton x . Was von B Mi wird geschrieben, das schreibt man darum B B Fa B Mi. Drauf nimm zwischen den Stegen du an zwei ähnliche stücke, da wird das erste der theilchen fast gar die octave bekommen, aber der andere theil erreicht den steg bei dem ende. [225] Diese besagte mensur gilt für jeden beliebigen sehlüßel. Die mensur, die nach dem F ergibt die octave, macht, daß es auch zum Bmoll B Mi als quinte hinabreicht 2 . Daraus erlerne in kürze des saiterispiels sichere regel: Ein ton läuft nach den neunern, die quarte schreitet nach vierem, [230] Mit drei füßen die quint, jedoch die octave mit zweien. Folgt jetzt der andere haupttlieil. Der bestimmt die mensur des * 1 Entweder a. nach unten als Bmolle statt B Mi als quarte zu F oder b. nach oben als Fis zwischen F und G, das die quarte zu B Mi, A, bildet. 2 Von F aus ergibt die dreitheilung nach oben f, nach unten Bmolle, dessen quinte F ist. II. DE MONOCHORDO. 63 de mensura monochorcli et posset in plures partes dividi. Sententia hujus partis talis est: quum monochordum est concavatum et paratum, tunc prope fines ipsius ponendae sunt duse magadae. Est autem magada lignum quoddam modicum, super quod poni debet chorda, postquam monochordum est apte mensuratum. Et circa primam magadam debet poni G grseca litera sub hac forma F. Ad secundam vero magadam poterit poni cifra, quia stat tantum pro signo sive clave, dans formam aliis clavibus et debite mensuram secundum artem, sicut et cifra nihil signat, sed dat signare numero sequenti ordine retroclito, sicut magada. Postque novem similes infra magadas. Hic ponit autor quatuor mensuras monochordi in generali, scilicet novenariam, quaternariam, trinariam et duplam. Primo consimilem. Hic prosequitur praedictas mensuras in speciali et primo primam, secundo secundam etc. Vult autem [45] sic dicere: a prima magada ad secundam faciendae sunt per circinum novem partes aequales, et ad finem primae nonae partis * monochordes und könnte in verschiedene abschnitte getheilt werden. Sein inhalt ist: wenn das monochord ausgehöldt und bereitet ist, sind an seine enden zwei Stege, magaden, zu stellen. Magada heißt nämlich ein kleines Stückchen holz, darauf die saite zu legen ist, wenn die mensur des monochordes in Ordnung gebracht ist. Neben den unteren steg schreibt man das griechische Gr als T an. Zum oberen stege kann man die null 1 ansetzen, weil er nur statt eines Zeichens oder schlüßels dasteht, aber andern schlüßeln die figur und die schuldige mensur anweist, wie auch die null seihst nichts bedeutet, sondern nur eine bedeutung gibt der zahl, die in rückschreitender Ordnung folgt. Y. 178 f. Hier sind im allgemeinen die vier mensuren oder arten der abmeßung des monochordes angegeben, nämlich die neuntheilung, viertheilung, dreitheilung und zweitheilung. V. 181 ff. Nun verfolgt der dichter die genannten mensuren ins einzelne und zwar ganz der reihe nach. Er will aber sagen: vom ersten steg bis zum zweiten muß man mit dem zirkel neun gleiche tlieile abmessen, an das ende des ersten neuntels A anschreiben, als den näcli- * 1 eigentlich cifra, Ziffer, womit offenbar das französische zdro zusammen- hängt. S. Diezs etym. wörterb. 1, 127. 447. G4 II. DE MONOCHÖRDO. debet scribi A, qiue facit tonum ad G grsecum. Ad finem se- cundte partis nihil est scribendum. Ad finem tertiae non se partis scribi debet D grossa litera, quse facit diapente ad G grsecum vel diatessaron ad A magnum vel grave. Quarta pars vacat. Ad finem quintae partis debet scribi a parva litera seu acuta, quse facit diapente ad D grossum. Ad finem sextse debet scribi d parva seu acuta, quse facit diatessaron ad a acutum. In fine septimae partis debet a poni duplex sive superacuta, quse facit diapente ad d acutum vel ad a parvum diapason. Hinc et ab A etc. Hic autor subjungit secundum novenariam mensuram, dicens: ab A grossa v;el gravi litera fiant novem partes aequales, et finis primse nonse partis offert B quadratum, quse facit tonum ad A. Secunda pars vacat ut supra. Tertia pars offert E grossum. Quarta nihil offert, quinta parsB parvum quadratum acutum, sexta pars offert E acutum seu parvum per diatessaron, septima pars B duplex quadratum per diapente. Et sic per duplicem novenariam divisionem habemus cum G grseco undecim claves. Subjungit etiam autor in litera, quod quilibet tonus poterit inveniri per novenariam mensuram ad secundam magadam, ita videlicet, quod semper prima nona pars * sten ton nach E. An das ende des zweiten neuntels kommt nichts zu stellen. An das ende des dritten neuntels kommt D als quinte zu F und quarte zu A. Der vierte theil geht leer aus. An das ende des fünften neuntels kommt a, als quinte zu D; ans ende des sechsten d als quarte zum eben genannten a. Ans ende des siebenten theils kommt aa, als quinte zu d und als octave zu a. V. 189 ff. Nun kommt die zweite neunertlieilung: von A aus macht man (bis zum oberen stege) wieder neun gleiche theile. Das ende des ersten neuntels gibt das viereckige B, B quadratum, das von A aus ein ganzer ton ist. Der zweite tlieil hat wieder nichts. Das dritte neuntel gibt E, das vierte nichts, das fünfte das eckige b, das sechste e als quarte, das siebente das eckige bb als quinte. So haben wir durch verdoppelte neuntheilung mit dem griechischen G eilf schlüßel, tasten oder töne. Im texte fügt der dichter hinzu, so könne man durch neunertlieilung bis zum oberen stege jeglichen ton auffinden, weil n. DE MONOCHORDO. 65 offert tonum ad illam elavem, a qua accipis novenariam divisionem. Quatuor hinc similes etc. Hic prosequitur autor secundam mensuram dicens: si a prima magada ad secundam fiant quatuor partes sequales, prima pars facit finem per diatessaron, secunda pars facit per diapente [46], tertia pars per diapason. Verbi gratia: si a G graeco quatuor partes fiunt sequales,prima pars offert C grossum per diatessaron, secunda G grossum, quod facit diapente ad C, tertia vero G parvum, quod facit diapason. Ultima vero pars pertingit ad cifram, sive ad secundam magadam. Hoc idem intellige de omni alia clave per quaternam divisionem. De A grosso non est necesse fieri quaternam divisionem, quia D grossum, A acutum et A duplex, quas daret secunda divisio quaterna, prius habemus per primam novenariam divisionem. Item a B grosso non est necesse fieri quaternam divisionem, quia per secundam novenariam divisionem habemus E grossum, B quadratum acutum et B duplex, ipsius scilicet diapason, quas claves offert secunda quaternaria divisio. Si autem a C faciamus qua- * immer das erste neuntel im nächsten ton gibt zu dem schlüßel, von dem aus gemessen wird. Y. 195 ff. Nun gehts an die andere art der theilung oder mensur: wenn man vom ersten bis zum zweiten stege vier gleiche theile macht, so endet der erste theil mit der quarte, der zweite gibt die quinte, der dritte die octave. Z. b. vom griechischen G aus gibt das erste viertel als quarte C, das zweite G als quinte zu C, das dritte g als octave zu G. Der letzte theil trifft mit der ziffer am oberen Stege zusammen. Das gleiche gilt nach der viertlieilung für jeglichen andern ton. Von A aus ist die viertheilung nicht nöthig, weilD, a und aa, welche die zweite viertheilung ergäbe, schon durch die erste neunertheilung gefunden sind. Ebenso unnöthig ist sie von B aus, weil die zweite neunertheilung E , b und bb schon geliefert hat, die die zweite viertheilung brächte. Stellen wir aber die viertheilung von C aus an, so erhält der erste theil F als quarte, der zweite c als quinte zu F, der dritte cc als octave zu c. Y. 202 ff. Die dritte theilung ist die dreitheilung: wenn man zwischen den beiden Stegen drei gleiche theile annimmt, so gibt der erste die 5 Spechtshart. 66 II. DE MONOCHORDO. ternam divisionem, prima pars offert F grave per diatessaron, secunda pars C acutum per diapente, tertia pars C duplex per diapason. Hinc infra magadas partes etc. Prosequitur autor tertiam divisionem, qum est trimembris, dicens: si accipis infra magadas tres partes aequales, prima pars offert diapente, secunda pars diapason. Et hoc intellige de omni clave, cujus quintam cupis habere. Sed B Mi per Mi diapente etc. Hic facit autor exceptionem ab ista ternaria mensura, dicens: quando in B Mi cantamus cantum Bdurum, tunc sursum ad quintam elavem, scilicet FFaUt, non offert diapente, sed quando canimus cantum Bmollem accipiendo in B Mi hanc vocem Fa. Unde ad hoc, quod terna divisio posset verificari, a B Mi debemus facere ternam divisionem et finis primse partis [47] offert semitonium inter F grave et G, quod semitonium facit diapente ad B 1 grossum et istud semitonium est valde necessarium in monocliordo et in organis, quia sine ipso non posset apte cantari sequentia: Congaudent angelorum etc. et plures alii cantus. Et sicut F grave per divisionem quaternariam in prima parte Bmollem habet per diatessaron, et per se- * quinte, der zweite die octave. So kann man von jedem schlüßel aus dann seine quinte finden. Y. 208 ff. Hier kommt eine ausnalime von der dreitheilung: wenn nämlich BMi im Bdurgesange (von G) vorkommt, so gibt es aufwärts zum fünften schlüßel, F, keine quinte, sondern uur im Bmollgesange (von F aus), wenn wir statt B Mi Fa greifen, also einen halben ton tiefer nehmen. Daß die dreitheilung gütig bleibt, müßen wir von BMi aus dieselbe anstellen und das ende des ersten drittels gibt dann den halben ton zwischen F und G 2 als quinte zu B Mi (II) und dieser halbe ton ist im monochorde hochnöthig, wie auf der orgel, weil ohne ihn die Sequenz, Congaudent angelorum (Es freuet sich der engel schaar) und andere gesänge sich nicht recht ausführen ließen. Und wie F durch die viertheilung am ersten theile als quarte Bmoll erhält, am zweiten f * 1 So muß es im texte heißen statt G. 2 Unser Fis. II. DE MONOCHORDO. < 67 eundam partem F acutum per diapente, et in medio tertise partis Bmolle per acutum, sic semitonium infra F grave et G per quaternariam divisionem primo offert B quadratum per diatessaron, et in secunda parte semitonium inter F et G acutum, si opus fuerit per diapente. Post infra magadas etc. Hic prosequitur autor quartam mensuram, dicens, si infra magadas vel etiam a quacunque clave ad secundam magadam fiat binaria divisio, finis primae partis offert diapason, ut si a grseca G, scilicet T fiat binaria divisio, prima pars offert G grave et sic de aliis clavibus. E 1 qua mensura etc. Dicit autor, quod eadem mensura, qua F grave facit diapason post se, eadem mensura Bmolle vel sinomenum ante se. Hinc breviter etc. Hic epilogat breviter autor praedictas quatuor mensuras et dicit, quod tonus currit ubique per divisionem novenariam, diatessaron per quaternariam, diapente per trinariam, diapason per binariam. His habitis omnes modi, * als dessen quinte und in der mitte des dritten theiles Bmoll, so gibt der halbe ton zwischen F und G durch viertheilung B Mi als quarte, sodann den halbton zwischen f und g, als quinte, wenn es deren bedarf. Y. 222 ff. Jetzt kommt die vierte mensur, die zweitheilung. Macht man diese zwischen den beiden Stegen oder auch von jedem tone an bis zum oberen Stege, so ist die mitte immer die octave. Z. b. vom griechischen G, T, aus, gibt das ende der ersten hälfte G als dessen octave. So ists aber auch bei allen anderen schlüsseln. V. 226 f. Die mensur, die dem F aufwärts als octave f verschafft, ergibt nach unten Bmolle im sinomenuston. Y. 228 ff. Folgt noch eine kurze nachrede zu den benannten men- suren, des inhalts: der ton geht überall durch nach neunertheilung, die quarte nach viertheilung, die quinte nach dreitheilung, die octave nach zweitheilung. Hat man das, so kann man alle intervalle, die * 1 E nicht F, wie der text gibt. 5 * 68 II. DE MONOCHORDO. quibus cantus contexitur, possunt haberi. Et de his plenius tractabitur in tertio capitulo. Nota. Bispes ponitur pro bipes, quod non poterat poni in metro, quia prima brevis, et est ibi figura epentheseos. Unde syncope de medio tollit, quod epenthesis auget. 3. [48] Per formatores monocbordorum juniores Infra G graacum reperitur Ut F sociatum Dictis servatis mensuris nec variatis, Ut sine defectu vocum Bmollis haberi 235 Inferius valeat cantus pleneque doceri, Qui cantus manui nequit in Sol Fa sociari, Sed talem cantum monochordum dat tibi tantum, Et tunc vocem Re sibi Gamma Ut applicat apte. Hinc A Mi, B Fa, C Sol, D concinit et La 240 Sursum sic E La manui fit consociata, Ternus Bdurus quod La bene sit soniturus. Cumque novem partes recte formabo per artes, F infra grsecum G claves fert nisi quinque, * man im verlaufe des gesanges braucht, erhalten, wie das dritte hauptstück zeigt. Anm. Bispes steht in v. 230 statt bipes, um die erste sylbe lang zu machen durch epenthese, die das gegentheil von syncope ist; die eine setzt hinzu, die andere thut weg. 3. „Bei des saitenspieles jüngeren meistern und bildnern findet sich unter dem G Gamma ein F als Ut noch gestellet ganz nach besagten mensuren ohn’ all und jede verändrung, daß ohn’ jeglichen mangel der tön’ das untere Bmoll [235] find’ seine stell, damit der gesang vollkommentlich fließe. Solcher gesang wird wohl nicht notiert von der hand ab, aber das saitenspiel ist wohl im stand’, ihn zu geben, dann legt passend das griechische G als namen sich Re bei, drauf folgt A Mi, B Fa, C Sol, D La nach der Ordnung. [240] Aber am obersten ende wird E La der hand noch gegeben, daß der Bdurgesang in dritter reihe sein La hab’. Wenn ich von F aus die neunertheile mit kunst hab’ gebildet, dann gibt das F, so unter dem Gamma Ut, auch II. DE MONOCHORDO. 69 Primula G grsecum fert pars, C tertia grossum, 245 [49] Quintaque G grossum, C sexta dabit tibi parvum, Septima pars vere G parvum gliscit habere. Tot fert G grsecum, tot post dabit A inde grossum, Quas prior et trina fert pars quint septima sexta. Et sic quindenas per tres queo carpere claves. 25o Haec poterit cuncta monstrare proportio quadra, Per varias classes divisim consociatas. Hinc semitonia studeas cognoscere plura. Quse bene formato cupiunt addi monochordo. A B Mi nonies similes tu divide partes, 255 Ultima quse magadam tangat pars fine locatam, Et semitonia poteris reperire quaterna, Nil dabit octava, nihil altera, quartaque nona, Partibus in reliquis sed semitonia [50] cernis. Sic a Bmolli, quod vult praecedere Bmi, 26 o Quatuor consimiles partes distinguere debes * die fünf schlüßel: griechisches G hat der erste theil und groß C der dritte, [245] Groß G steht bei dem fünften, das kleine c gebe der sechste, und den siebenten theil verlangt es, wirklich sein G zu erhaschen. So viel schlüßel erträgt auch Gamma Ut und A die gleichen, bei dem ersten, dritten, fünften, sechsten und siebten. So kann durch die drei ich fünfzehn schlüßel erhalten. [250] Das vierfache verhält- niß 1 kann alles deutlich erklären, sind die verschiedenen schlüßel in ihre classen vertheilet. Drauf must mit fleiß du mehre halbtöne recht lernen erkennen, die im richtigen saitenspiele ein plätzlein verlangen. Von B Mi mach in gleicher weise wieder die neuntel, [255] so daß das letzte den steg erreicht am oberen ende und gar leichtlich wirst so du vier halbtöne entdecken. Nichts gibt der achte theil, nichts der zweite, der vierte, der neunte, aber die übrigen theile, die lassen halbtöne erblicken. So must du von Bmoll, das dem B Mi vorangeht, [260] wiederum noch vier sich ganz ähnliche theile ab- * 1 T G auf der zweiten tafel ist das vierfache von F T, Aa das vierfache von T A etc. 70 H. DE M0N0CH0RD0. Et semitonia poteris cognoscere plura. Sicque sonum clarum tibi monstrabit monochordum. Ligniferumque gradum vox quasvis captitat aptum. Qui chordam tangat, vox ut sonitum bene tangat, 265 Per palmam 1 laevam monochordi tangito chordam, Quam juxta magadam per palmam tangito dextram, Quando monochordis varium cantum sociabis. Sequitur tertia pars hujus capituli, in qua autor determinat de formatione monochordi secundum modernos musicos, et vult sic dicere, ut cantus Bmollis sive sinomenus plene sine defectu possit haberi, moderni musici infra G grsecum ponunt F cum hac voce Ut, a qua per novenariam mensuram inveniunt, G grse- cum [51] et ab eadem F per quaternariam divisionem habebunt primum 2 diatessaron per Bmolle et sic de aliis. Semper enim praedictae quatuor mensurae stant in sua virtute de una clave ad aliam. * schneiden und desgleichen wirst du der halbtön’ mehrere finden. So wirst ldarheit der tön’ vom saitenspiel du erhalten. So hat denn jeder ton die passende stuf’ auf dem holze. Wer die saite berühret, daß schön die berührung erklinge, [265] greif’ mit der linken hand an die saite des monochordes, welche sodann du noch an dem steg mit der rechten berührest, wenn dem spiele du willst manchfaltige töne entlocken.“ Folgt der dritte theil des capitels, in dem der dichter sich ausspricht über die bildung des monochordes bei den neueren meistern und da sagt er: damit der Bmoll- oder sinomenusgesang ganz ohne mangel erhalten werde, setzen die neueren musiker unter das griechische Gr ein F mit dem namen Ut, von welchem aus sie durch die neunertheilung das griechische G und durch die viertheilung die erste quarte mit Bmolle erhalten u. s. w. Denn immer stehen die genannten mensuren in kraft von einem schlüßel zum andern. * 1 Im texte ist an palmam augehängt que, das beßer wegbleibt. 2 Im texte steht primo. IL DE MONOCHORDO. 71 Dictis servatis etc. Auctor sic vult dicere, sicut supra dictum est, quod F grsecum per novenariam divisionem offert quinque claves, et A grossum similiter quinque: sic F infra G grsecum per novenariam divisionem offert quinque claves, per primam partem G grsecum, per tertiam partem C grossum, per quintam G grossum, per sextam C parvum et per septimam G acutum. Notandum, quod antiquissimi musici in C Fa Ut sub grsecis literis et clavibus incipiebant monochordum octo tantum gradibus et vocibus utentes, quse voces pro cantu tunc habito sufficiebant. Deinde successores illorum semitonium praemiserunt a B Mi incipientes monochordum. Posthsec Ptolemseus rex Aegypti A grave sub idiomate suo praemisit et tunc translata musica a graeco in latinum. Latini septem primas literas alphabeti in monochordo disponebant, postmodum per illorum successores eaedem literae duplicabantur. Postea G grsecum, scilicet r praemittebatur in signum, quod musica pro majore parte fuit a Graecis adinventa. Postremo dominus Guido trinum alphabetum * Y. 233 ff. Will sagen: wie oben ist gesagt worden, daß das griechische G durch neunertheilung fünf schlüßel gibt, ebenso das A: so gibt auch das F unter F durch neunertheilung fünf schlüßel, beim ersten theile F, beim dritten 0, beim fünften G, beim sechsten c, beim siebenten g. Da ist zu merken, daß die gar alten musiker das saiten- spiel in C mit griechischen schlüßeln und buchstaben eröffueten, dabei hatten sie nur acht stufen und töne, die für ihren gesang damals ausreichten. Ihre naclifolger haben darauf einen halben ton hinzugethan und mit B Mi das monochord angefangen. Darauf hat Ptolemäus, könig von Ägypten, das große A mit seinem Charakter vorangestellt und dann ist die musik vom griechischen ins lateinische übersetzt worden h Die lateiner haben die sieben ersten buchstaben ihres alphabets genommen und später wurden diese buchstaben durch ihre naclifolger verdoppelt. Darauf wurde das griechische F liinzugefügt zum Zeichen, daß die musik zum größten theile von den Griechen sei erfunden wor- * 1 Das ganze ist nach dem Charakter des lateinischen alphabets A, B, C im unterschiede vom griechischen a, ß, y offenbar ein mäkrehen. 72 H. DE MONOCHORDO. per claves duplicatas et insuper Bmolle seu rotundum B addidit et in secundo et tertio alphabeto, scilicet in acutis et superacutis vocibus. Ultimo autem Bmolle infra in gravibus monochordo superaddebatur. Et deinde longo tempore transacto per modernos ac posteros musicos hmc literaF cum hac voce Ut [52] prima monochordis praeponitur 1 , ne ullus defectus infra in cantu Bmolli permaneret, sicut etiam supra extra manum et in ipso monochordo circa finem prope magadam poni poterit E La sive E litera cum hoc voce La, ne tertius bduralis cantus patiatur defectum ultimae vocis scilicet La. Ulterius notandum, quod plura semitonia in lyra, monochordis et organis sunt necessaria, sicut infra quaslibet duas claves, quae tonum faciunt, invicem semitonium poterit poni. Ad inveniendum autem illum per debitam mensuram, scire debes, quod a B Mi per B quadratum debes mensurare novem partes aequales usque ad secundam magadam et finis primae partis offert certum semitonum inter C et D graves. Finis vero tertiae * den 2 . Zuletzt hat meisten Guido das dritte alphabet mit den doppel- buchstaben und außerdem das runde B oder Bmolle im unterschiede vom eckigen, Bdurum, auch im zweiten und dritten alphabete, bei den hoben und überhohen tönen hinzugethan. Ganz zuletzt ward aber Bmolle auch im untersten alphabete bei den graves, tiefen, hinzugethan. Lange zeit hernach ward von den neueren F mit Ut als erster ton auf der saite vorangestellt, daß es keinerlei mangel im Bmollgesang gebe, wie man auch oben über der hand und im monochorde am ende neben den obern steg setzen kann E La oder E mit La, daß die dritte reihe des Bdurgesanges ihres letzten tons in La nicht ermangle. Weiter ist zu merken, daß mehrere halbtöne auf leyer, monockord und orgeln nothwendig sind, wie man zwischen beliebige zwei schlüßel, die einen ton bilden, einen halben ton hineinsetzen kann. Um diesen aber nach der richtigen mensur zu finden, muß man wißen, daß man von B Mi als B quadratum neun theile zu machen hat bis zu dem oberen stege * 1 Text: praeponatur, offenbar aus misverstftndnis des vorangehenden ut. 2 Offenbar aus dem einfachen gründe, weil man noch ein weiteres G brauchte und außer dem griechischen keines kannte! II. DE MONOCHORDO. 73 partis fert semitonium inter F et G graves. Finis quintae partis fert semitonium inter C et D acutas. Finis sextae partis fert semitonium inter F et G superacutas 1 . Ligniferumque gradum etc. Sequitur quarta pars, in qua autor ostendit, qualiter debeamus nos exercere in monochordo et patet satis lucide in textu. Ad pleniorem praescriptarum mensurarum cognitionem nota: in arithmetica saepe legitur dupla proportio, sesquialtera, sesquitertia, et sesquioctava. Proportio autem est similitudo, qua numeri sese ad invicem habent. Dupla igitur proportio est, ubi major numerus minorem bis in se continet, ut unitatem binarius, binarium quaternarius, trinarium senarius, et sic in infinitum, quia numerus est multiplicabilis in infinitum, ut patet quarto physicorum. Sesquialtera autem proportio est, ubi major numerus minorem totum in se continet et ejus alteram partem, ut binarium ternarius, quaternarium * und das ende des ersten neuntels gibt den bestimmten halbton zwischen C und D, das dritte den halbton zwischen F und G, das fünfte den zwischen c und d, das sechste den zwischen f und g. 262 ff.. Folgt der vierte theil, in dem der dichter zeigt, wie wir auf dem monochorde uns üben müßen, und hier ist alles deutlich im texte. ~ Zum besseren Verständnisse der oben abgehandelten mensuran aber merke: in der arithmetik redet man oft von einem doppelten, 3 /ü, V3 und 9 /s Verhältnis (sesquialtera, sesquitertia, sesquioctava). Ein vei’hältnis oder eine Proportion aber ist eine beziebuug der ähn- lichkeit zwischen zwei zahlen. Ein doppeltes Verhältnis findet dann statt, wenn die obere zahl die untere zwiefach in sich enthält, wie der zweier den einser, der vierer den zweier, der sechser den dreier und so ins unendliche, weil die zahl ins unendliche kann vervielfältigt werden, wie das der vierte satz der physik 2 zeigt. Ein s /s Verhältnis aber findet statt, wenn die größere zahl die kleinere ganz und ihre * 1 Eigentlich auch acutas; superacutse heißen sie nur, wenn das dritte alphabet excellentes genannt wird. S. oben den commentator selbst zu v. 70. 2 jener zeit. 74 II. DE MONOCHOKDO. senarius, [53] septenarium novenarius, octonarium duodenarius et sic de aliis. Sesquitertia proportio est, ubi major numerus minorem totum in se continet et ejus tertiam partem, ut ternarium quaternarius, senarium octonarius, novenarium duodenarius et sic de aliis. Sesquioctava proportio est, ubi major numerus minorem totum in se continet et ejus octavam partem, ut octonarium novenarius. Secundae autem proportiones in musica considerantur. Erit enim dupla proportio, ubi majus spatium minus bis in se continet. Dupla igitur proportio est exemplar diapason. Omnes enim ejus species in duobus passibus fiunt. Sesquialtera vero in mensura est proportio, ubi majus spatium minus in se continet et ejus alteram partem. Et haec est exemplar diapente, cujus omnes species fiunt in tribus passibus. Sed sesquitertia proportio est, ubi majus spatium in se continet totum minus et ejus tertiam partem et est exemplar diatessaron, cujus omnes species quatuor passibus fiunt. Sesquioctava autem proportio est in mensura, cujus major intercapedo minorem totam in se continet et ejus octavam partem, sicut dictum est in octo et novem. Hsec etiam forma est toni, cujus omnes, ut ita dicam, * hälfte in sich enthält, wie der dreier den zweier, der Sechser den vierer, der neuner den siebener 1 , der zwölfer den achter. Ein 4 / 3 Verhältnis findet dann statt, wenn die größere zahl ganz und ihren dritten theil enthält, wie der vierer den dreier, der achter den sechser, der zwölfer den neuner u. s. w. Ein 9 /s Verhältnis ist da, wo die größere zahl die kleinere ganz und ihren achten theil in sich hat, wie der neuner den achter. Fürs zweite aber kommen nun diese Proportionen in betracht. Ein doppelverhältnis 2 /i ist da, wo der größere raum den kleineren zweimal enthält. Das ist das Verhältnis der oktave. Denn alle ihre arten geschehen mit den zwei schritten. Ein 3 /2 Verhältnis ist, wo der größere raum den kleinen einmal und ein halbmal enthält. Das ist das beispiel der quinte. Ein 4 /s Verhältnis ist, wo der größere raum den kleineren einmal enthält und dann sein drittel. Da ist die quarte ein beispiel. Das 9 /s Verhältnis findet beim tone statt, bei dem * 1 falsch. II. DE MONOCHOKDO. 75 species novenario passu fiunt. Unde verius et rectius epoctos dicitur, quam tonus; hoc enim nomen habet proportionaliter, eo quod fit super octo, tonus autem dicitur a tonando i. e. sonando. Ea igitur proportione, qua quisque major numerus vel major intercapedo minorem superat vel minor superatur a majore, eadem cujusque dictse vocis prior sonus superat posteriorem vel posterior superat priorem in gravitate etc. * alle einzelnen sich sozusagen nach neunerschritten bewegen. Daher heißt er mit mehr recht und Wahrheit inoyboos, epoctos, als ton, denn diesen namen hat er nach dem Verhältnisse, daß er kommt über acht töne, ton aber heißt er von tönen h Nach demselben Verhältnisse nun, in welchem die größere zähl oder der größere Zwischenraum den kleinern übertrifft, oder umgekehrt, nach demselben wird auch der erste ton jedes der genannten schlüßel den spätem übertreffen oder von ihm übertroffen in tiefe oder höhe. 2 * 1 Umgekehrt! tönen kommt her von ton und ton vom griechischen t6vo;, Spannung. 2 Anmerkung des herausgebers. (Vgl. bei Janssen-Smeddinck s. 18 ff. Physikalische theorie der musikalischen töne.) Bekanntlich sind die angegebenen Verhältnisse 1 : 2 octave, 2 : 3 quinte, 3 : 4 quarte, 8 : 9 secunde im zusammenhange mit der durch die saitenlänge in umgekehrtem Verhältnisse bedingten zahl der gleichzeitigen Schwingungen indessen durch die wißenschaft rein mathematisch gerechtfertigt und durch die klangfiguren Chladnis augenscheinlich nachgewiesen worden. Diese Verhältnisse wurden aber schon im alterthum, zweifellos allerdings schon durch Pythagoras oder seine zeit, erkannt, und lagen wohl dessen Systeme der Sphärenharmonie zu gründe, wie solches Platon in seinem Timaios von 35, A an entwickelt. [Vgl. meine Schrift: Platons pbilosophie im abriße ihrer genetischen entwicklung. Stuttgart, Mäclcen, 1853. s. 209 und besonders 230—242, wo die platonische reihe mathematisch durch vier ootaven und eine quinte zusammengestellt sind.] Hier ist das platonische Weltsystem ganz nach den verhältnißzahlen dieser intervalle geordnet, und es erhalten als solche proportionalen der Mond 384, die Sonne (als octave) 768, Venus (als quinte) 1152, Mercur (mit quarte) 1536, Mars (mit octave 76 II. DE MONOCHOKDO. [54] Sequitur notabile. De monochordi compositione compendiosam nota doctrinam. Per medium ligni, in quo ipsum 1 conficere * Über die Zusammensetzung des monochordes merke in kürze die lehre. In der mitte des holzes, das du dazu nehmen willst, ziehe eine * von Mercur) 3072, Jupiter (als ganzer ton nach Mars) 3456, Saturn 10,368) = dem T des Guido). [Siebe Forkel, allg. gescb. der musik II, 272.] Bei der im texte gegebenen anleitung zur anfertigung des monochorde kommen nun die angegebenen Verhältnisse allerdings zu ihrem rechte. 1. Ganze töne. Es beträgt z. b. die entfernung vom nullpuncte der obern magada verhältnismäßig bei F 9, T 8, r 9, A 8, A 9, B mi oder B 8. Wie verhält sich aber C : D? Die entfernung von C zum steg ist V9 F 0. D . . . . «/„ro, aber F 0 : T 0 = 9 : 8. Ähnlich ist es im Verhältnisse von D : E, denn des letzteren entfernung ist 6 /s von A 0, aber T 0 : A 0 ist wieder = 9:8. 2. Quinten. a. F hat entfernung von 0 = 9 theile, C.=6 — also F0:C0 = 9:6 = 3:2. b. C 0 = % F 0 G 0 = »/9 F 0, also C0:G0 = 6:4 = 3:2. e. G 0 = V9 F 0 = ' 6 /si F 0 D 0 = V9 T 0 (und weil T 0 = "/9 F 0) «/si F 0. also G 0 : d 0 = 36 : 24 = 3 : 2. d. r 0 = »/, F 0 D 0 = «/9 F 0 also F 0 : D 0 = 9 : 6 = 3:2. 3. Quarten. a. C0 = ‘/)F0 = w/jg F 0 F 0 = ‘/2 F 0 s/ig F 0 also C0:F0 = 12:9 = 4: 3. b. F 0 = */», B fa = 3/4. * 1 Wohl passender als ipse im texte. II. DE MONOCHORDO. 77 volueris, lineam trahe occultam et in principio ejusdem linese com- modose circa finem accipe punctum, circa quod signa F, et ibi debet deponi prima magada. 1) Post hoc frange circinum ut ab eodem puncto in linea secundum longitudinem ligni poteris novem habere divisiones, quas signa per puncta et in primo puncto pone T Ut, in secundo nihil, in tertio CFaUt, in quarto nihil, in quinto G Sol Re Ut, in sexto C Sol Fa Ut, et in septimo G Sol Re Ut acutum, in octavo nihil, in ultimo vero pone cifram, quae habet locum secundae magadae. 2) Post hoc a T Ut usque ad secundam ma- gadam novem fac partes, per novem puncta signando eas et in primo puncto pone A Re, in tertio D Sol Re, in quinto A La Mi Re, in sexto De Sol Re, in septimo A La Mi Re. 3) Deinde ab A Re consimiliter fac novem partes usque ad secundam maga- dam. In primo puncto pone B Mi, in tertio E La Mi, in quinto * feine linie. Am anfange derselben bequem am ende des holzes nimm einen punct an, an diesem zeichne an F und hieher kommt der erste steg zu stehen. 1) Dann brich den zirkel, daß du von diesem puncte aus auf der linie das holz entlang neun gleiche abschnitte machst. Diese bezeichne durch puncte, an den ersten setze F, an den zweiten nichts, an den dritten C, an den vierten nichts, an den fünften G, an den sechsten c, an den siebenten g, an den achten nichts, an den letzten setze die null an der stelle des zweiten Steges. — 2) Hierauf mache von F bis zum obern stege wieder neun gleiche theile, bezeichne sie mit puncten und gib dem ersten A, dem dritten D, dem fünften a, dem sechsten d, dem siebenten aa. — 3) Fürs dritte mache wieder von A an neun gleiche theile bis zum oberen Stege. Am ersten puncte setze * c.ro = »/,Fo CO = ‘/,FO. r0:C0 = 8:6 = 4:3. 4. Octaven. T hat 8 theile, G C — 6 — e A — 8 — a D — 6 — d E — 6 — e hat 4, g 2. — 3. — 4, aa 2. — 3. — 3. F — 4 F — 2, f 1. 78 II. DE MONOCHORD 0. B Mi in B Fa B Mi, in sexto E La Mi acutum, et in septimo B Mi in B B Fa B Mi. 4) Deinde incipe a prima magada, videlicet ab F infra F Ut et usque ad secundam magadam quatuor fac partes; in prima pone B Fa infra B Mi grave, in secunda pone F Fa Ut, in tertia F Fa Ut acutum. 5) Deinde incipe a B Fa infra B Mi grave et ab eo fac consimiliter quatuor divisiones usque ad secundam magadam et in prima pone B semitonium inter D Sol Re et E La Mi, in secunda pone B Fa in B Fa B Mi, in tertia pone B B Fa in B B Fa B Mi. 6) Deinde a B Mi gravi incipiendo [55] usque secundam magadam novem fac partes. In prima pone B semitonium inter C Fa Ut et D Sol Re, in tertia B semitonium inter F Fa Ut et G Sol Re Ut, in quinta pone B semitonium inter C Sol Fa Ut et D La Sol Re, in sexta B semitonium inter F Fa Ut et G Sol Re Ut acuta, et in septima, si placet, B semitonium inter CC Sol Fa et DDLaSol. 8) Deinde a semitonio inter D Sol Re et E La Mi incipiendo fac quatuor partes ad secundam magadam. In prima signabis B semitonium inter G Sol Re Ut et A La Mi Re, in secunda B semitonium inter D Sol Re et E la Mi, in tertia fac B semitonium quod erit inter D D La Sol et E E La et hoc, si placet, et tertiam divide in duas partes; ibi in medio habebis B semitonium inter G Sol Re * B Mi, am dritten E, am fünften bmi, am sechsten e, am siebenten bbmi. — 4) Dann fange unten an bei dem ersten Stege, nämlich am F unter dem F und mache vier gleiche theile bis zum zweiten steg. An den ersten setze B Fa, an den zweiten F, den dritten f. — 5) Dann fange wieder an bei B Fa, mache von da aus wieder vier gleiche theile bis zum oberen steg. Beim ersten abschnitte setze B als halbton zwischen D und E, beim zweiten b fa, beim dritten bb fa. — 6) Sodann mache neun gleiche theile von B Mi aus bis zum oberen Stege. Beim ersten abschnitte setze b als halbton zwischen C und D, beim dritten den halbton zwischen F und G, beim fünften den zwischen c und d, beim sechsten den zwischen f und g, und beim siebenten, wenns beliebt, den zwischen cc und dd. — 7) Vom halben ton zwischen D und E bis zum stege mache vier theile. Den ersten zeichne mit b zwischen G und a, den zweiten mit b zwischen d und e, den dritten mit dem halben tone zwischen dd und ee, den raum zwischen den beiden letzten halbiere, so n. DE MONOCHORDO. 79 Ut et A A La Mi Re. 8) Postea incipe a C Sol Fa Ut et fac duas partes usque ad secundam magadam et in medio pone C C Sol Fa. 9) Similiter fac a D Sol Re et in medio pone D D La Sol. 10) Sic etiam ab E La Mi acuto duas fac partes et in medio pone E E La extra manum. Et sic complebitur monochordum. Sequitur forma monochordi in arcu papiri signata. (Tab. II.) 5. [56] His visis varium properato discere cantum, Sed primo faciles cantus addiscere debes, 270 Ut „bone“ sunt „doctor“ x , 0 rex 2 ; subjungito lector: Inclyta regina, prece tua virgo Katharina Ad verum Sina duc nos, ubi nulla ruina 3 ; Agno nos Christo jungas pia, quaesumus, Agnes 4 . Post Alleluja 5 cane, sponsa Dei speciosa 6 , 275 Hinc „Sanctus“ 7 , junge: „Christi de virgine matre“, Versibus adjunctis „Fons dulcoris, mei amoris“ 8 ; „Agnus“ 9 subjungas „miserereque“ ter superaddas. Discas „In sole“ 10 post dupliciter graduale, „Tollite“ 11 cognosce mox dupliciter graduale. * erhältst du den halben ton zwischen g und a. — 8) Fange sodann bei c an und mache zwei theile bis zum oberen Stege und setze in die mitte cc. — 9) Ebenso mache es mit d und dd. — 10) Desgleichen endlich mit e und ee. So ist das monochord fertig. (Siehe zum ganzen capitel tafel II.) 5. „Kannst du solches, so eil, den verschiedenen gesang zu erlernen, aber zuerst darfst du an leichte gesäng’ nur dich wagen: [270] „Gütiger meister“ 1 und „König“ 2 (sieh nur die folgenden noten!), „Königin hochberühmt, o führ’, jungfrau Katharina uns zum wahren Sinai ein, ins ewige leben.“ 3 „Mit dem Agnus Dei vermähl’ uns heilige Agnes“ 4 ! Drauf stimm an Hallelujah 5 , du gelobte Gottesverlobte 6 [275]! Laß drauf folgen das „Sanctus“ 7 und „Christus der jungfrau Maria“! Reihe daran: „0 der Seligkeit quelle, der gütigkeit fülle“ 8 ! Drauf laß „Agnus“ 9 erklingen und „Herr erbarme dich“ dreimal! Lerne doppelt darauf das Gradual: „In der sonne“ 10 ! Und das andere „Machet auf“ 11 must zwiefach du lernen.“ 80 II. DE M0N0CH0RD0. Sequitur quinta pars hujus secundi capituli principalis, quae non indiget multa verborum doctrina et divisione, sed magis denominatione et operatione. In ista enim parte autor cantus varios, primo descendentibus [57] in musicam magis utiles prius adnumerat. Deinde adnumeratos cum nota subjungit, ut sunt: Bone doctor, et sic de aliis etc. Haec cantio, ad exercitationem incipientium solvisare, poterit incipi in omni clavi, in qua haec vox La invenitur, videlicet in utroque E La Mi, in utroque A La Mi Re, in D La Sol Re et in D D La Sol, tamen magis proprie, immo propriissime incipitur in A La Mi Re et finitur in D Sol Re cum sit primi toni. Sequuntur p. 57 — 68. Not® I. * Folgt der fünfte theil des buchs, der keiner sonderlichen beleh- rung und entwicklung bedarf, um so mehr der rechten benennung der noten und der arbeit. Denn da zählt der dichter verschiedene gesänge auf, die beim ersten gang in die musik hinein baß von nutzen sein können. Die aufgezählten versieht er dann mit noten x , wie Bone doctor (Guter meister) und andere. Dieser gesang kann zur übung der an- fänger im notensingen angefangen werden in jedem tone (schlüßel), der den namen La in sich hat, als da ist in beiden E La Mi, in beiden A La Mi Re, in D La Sol Re und DD La Sol, doch eigentlicher, oder am eigentlichsten ist sein anfang in A La Mi Re und sein Schluß in D Sol Re, da er zur ersten tonart gehöret. (Siehe das vierte capitel.) * 1 Sie folgen bei uns in der besonderen abtheilung für noten, unter Nro. I, auf welche auch die zahlen im texte sich beziehen. III. DE MODIS. 81 [68] CAPUT III. DE MODIS. i. 280 Inde modos sursum tendentes atque deorsum Haec per subscripta . poteris cognoscere dicta. Ter tria junctorum sunt intervalla modorum, In quorum formis cantus contexitur omnis, Antiqui libri sicut tibi dant reperiri. 285 Unisonus primus, semitoniumque secundus, Tertius inde modus tonus est de jure locatus, Est semiditonus quartus ditonus quoque quintus [69] Estque modus sextus diatessaron his sociatus, Septimus inde modus tibi sit diapente vocatus, 29o Hinc semitonium diapenteque consociatum, Inde tonum junge sociatum cum diapente. • Sicque modi cuncti consueti sunt numerati, * Das dritte capitel. Von den intervallem 1 [280] „Jetzt sind die modi der tön’ im steigen nach oben und unten aus dem, was ich unten berichte, mit fleiß zu erlernen. Drei mal drei ist die zahl der intervalle und modi, deren gestalt dir alle gesänge und töne beherrschet, wie das in den büchern der alten steht richtig zu lesen. [285] Ein-ton heißet der erst’, und Semiton 2 nenne den zweiten, drauf kommt mit allem rechte der ganze ton als der dritte, anderthalb-ton ist der vierte und zweiton heißet der fünfte und als der sechste ist ihnen zugesellet der quartton, als der siebente ton sei sofort die quinte genennet, [290] drauf folgt der halbe ton an die quinte gebunden, reihe den ton sofort an, der im geleite der quint’ ist. So sind alle gewöhnliche modi der reih’ nach gezählet. Wohl * 1 Vgl. J. W. Forkel, allgemeine geschichte der musik. Leipzig 1788. I, 319. Intervalle bei den Griechen. 2 Halbton, Spechtshart. 6 82 in. DE MODIS. In semitonio Mi non poterit breviari, Dictio quod valeat haec metro consociari, 295 Consimiles voces liber bic praefert tibi plures, Ut per se curta fiat tibi syllaba longa, Quod mihi prudentes ignoscere posco legentes, Cum metrum tales poscat sic ponere voces. Hic incipit tertium capitulum hujus libri, in quo autor tractat de modis, quibus omnis cantus contexitur. Et dividitur haec pars in duas partes. In prima parte praemittit autor materiam istius capituli, in secunda parte prosequitur [70] illam. Secunda pars ibi (Ter tria junctorum). Vult ergo sic dicere autor. Postquam supra in primo et secundo capitulis didicisti tria alphabeta vocibus musicalibus adjuncta, cum pluribus aliis incidentibus, nunc discere et studere debes modos, quibus omnis cantus contexitur. Quicunque enim cantandi peritiam conatur adipisci, illi non solum, quas praescripta sunt, sufficere possunt, verum etiam ea, quae sequuntur, summopere sunt notanda, cum sint valde necessaria. Ter tria junctorum. In ista parte prosequitur autor mate- kann in semitonium ich nicht kürzen die sylb’ mi, wenn ich das wort soll zwingen hinein in geregeltes versmaaß. [295] Aber dergleichen sylben bringt dir in menge das buch mit, da muß die kurze sylb’ lang werden, die lange sich kürzen. Solches müßen ja wohl verständige leser verzeihen, wenn das versmaaß gebeut, die worte also zu setzen.“ Da fängt das dritte capitel des buches an, und handelt von den modi oder intervallen, durch welche aller gesang wie zusammengewoben wird. Es hat zwei theile. Im ersten theile schickt der dichter den inhalt voraus, im zweiten v. 282 ff. verfolgt er’s im einzelnen. Er will also sagen: nachdem du im ersten und zweiten buche hast gelernet die drei alphabete, so mit den musiktönen verbunden sind, mit mehrerem anderem, das dazu gehöret, must du jetzt lernen und studieren die modi oder intervalle, durch welche aller gesang sich hindurchbeweget. Denn wer fertigkeit im gesange erlernen will, muß nicht blos das vorhergehende, sondern auch das folgende als höchst nöthig mit großem Heiße sich merken. V. 282 ff. Dieser theil theilt sich in drei. Im ersten theile wird HI. DE MODIS. 83 riam praemissam et dividitur haec pars in tres partes. In prima parte dividit autor modum, de quo specialiter hic tractat, in novem species. In secunda parte prosequitur easdem species per descriptionem. In tertia parte prosequitur ipsas per cantus demonstrationem. Secunda pars ibi (Unisonus voces). Tertia pars ibi (Praescriptosque modos). Adhuc prima pars dividitur in duas. In prima parte facit autor, quod jam dictum est, in secunda parte excusat se de quadam redargutione seu objectione quae posset sibi fieri. Secunda pars ibi (In semitonio). In prima parte dicit autor, quod ter tria i. e. novem sunt intervalla modorum, quibus cantus contexitur et hoc intellige de modis ab antiquis musicis servatis. Hic notare debes, quod quando una vox distat ab alia gravitate vel acumine, seu intensione aut remissione, talis distantia intervallum vocatur. Hujusmodi autem intervalla a musicis modi vocantur. Unde etiam sic describitur ab egregio doctore Boethio intervallum: intervallum est soni acuti gravisque distantia. [71] Et eodem modo modus prout hic sumitur, poterit describi. Et quia intervalla, prout musici ipsis utuntur, novem modis fiebant, ideo etiam novem sunt modi et hos modos autor secundum ordinem adnumerat in textu. Primus * der modus, von dem hier besonders gehandelt wird, eingetheilt in neun arten. Im zweiten v. 299 ff. werden diese arten beschrieben. Im dritten v. 409 ff. werden sie mit den noten gezeigt. Weiter aber theilt der erste theil sich in zwei. Im ersten schreibt der dichter, wie schon gesagt, im zweiten aber von v. 293 an entschuldigt er sich gegen einen gewißen vorwurf. Im ersten theile sagt er, es gibt neun intervalle für allen gesang, oder modi, wies die alten musiker schon gehabt haben. Da must du wißen: wenn ein ton nach höhe und tiefe, Spannung oder abspannung von einem andern absteht, so heißt solcher abstand intervall. Solche intervalle aber werden bei den musikern modi genannt. Daher wird der intervall von dem trefflichen meister Boethio auch also beschrieben: intervall ist der abstand eines hohen und tiefen tones. Ebenso kann auch der modus beschrieben werden, wie man ihn hier versteht. Und weil die intervalle, so wie sie die musiker gebrauchen, auf neun arten oder modi geschehen, darum gibts auch neun modi, und diese führt der 6 * 84 m. DE MODIS. enim modus vocatur unisonus, secundus semitonium, et sic de aliis. In semitonio. Hic autor excusat se de quadam objectione, quse posset sibi fieri. Posset enim sibi objici, quod male posuisset hanc dictionem semitonium in metro sive in textu, quia altera syllaba est brevis secundum regulas quantitatum, quam ipse posuit longam. Excusat se de hac syllaba et de quibusdam aliis consimilibus syllabis, dicens, quod ad hoc compulit ipsum necessitas metri. Unde hujusmodi delictum postulat sibi a discretis lectoribus hujus libri ignosci. 2 . Unisonus voces similes sociat tibi plures, soo Connectens Re-Re Mi-Mi voces similesque. Sicque manus cunctas modus hic sociat sibi voces. Sed semitonium Fa Mi sociat sibi tantum, Si tendas supra, [72] vel declinaveris infra, Per septena loca, quse sunt manui sociata, 305 Sed semitonia lyra plura dat et monochorda, Quam manui supra per claves sint sociata. * reihe nach der dichter im text auf: unisonus, d. i. einton, semitonium, d. i. halbton u. s. w. Y. 293 ff. bringt eine entschuldigung des dichters vor einem vor- wurfe, den er befürchtet. Man könnte sagen, er habe das wort semitonium im versmaaße des textes übel gestellt, weil die zweite sylbe mi nach den regeln der längen kurz sei, die er doch lang gebraucht habe. Er entschuldigt sich ein für alle mal ob solchen sylben damit, er sei dazu durch den zwang des metrums genöthigt. Darum verlangt er von discreten und maaßhaltenden lesern für solche vergehen Verzeihung. 2. „Eintoii stellt mehrere gleiche ganz einfach neben einander, [300] fügt Re Re zusammen, Mi Mi und andre dergleichen. So hat der erste modus die sämmtlichen schltißel der hand inn’. Aber der halbton gesellt allein Mi Fa zu einander, sei’s daß nach oben du strebst, sei’s daß du singest hinunter, nur an sieben der stellen, die angezeigt auf der hand sind. [305] Aber halbtöne gibt’s mehr auf leyer und monochorden, mehr als oben die hand nach den schlüßeln zeigt bei einander. Wenn du außer den namen Fa Mi zwei bringst zu einander, III. DE MODIS. 85 Si praeter voces Fa Mi socias tibi binas, Esse tonum, dicas: varias species superaddas, Ut Re cum Mi Ke, Fa Sol, Sol La superadde, 3io Ut Re septenis vicibus, Re Mi tot habebis, Fa Sol septena loca dant, Sol La quoque sena. Sic loca bis dena septemque tono sociabis, Totam quando manum per juncturas peragrabis. Hinc semiditono voces tres consociabo. 3i5 Ut tonus et Fa Mi sint semper consociati, Exinde primum Re Fa, Mi Solque secundum, Yel Fa Re [73] primum dicas Sol Mique secundum. Re Fa septenis vicibus, Mi Sol tot habebis. Sic semiditono loca bis septem sociabo. 320 Linea si primam vocem capit, addit et imam, Primam si spatio do, ternam consociabo. Ad ternam vocem dilonus praebet tibi saltum, Includitque tonos binos infra vel in altum, Ut Mi cantando vel Fa La consociando, 325 Ut Mi septenis vicibus, Fa La cape senis. Sicque manu ditonos tredecim dic esse repertos. * heißet solches ein ton und dessen gibt’s mehrere arten: Ut Re und Mi Re, Fa Sol, Sol La kommt dazu noch. [310] Ut Re findet sich sieben mal und Re Mi desgleichen. Fa Sol kommt vor an sieben der stellen und Sol La an sechsen. So kannst sieben und zwanzig der stellen im tone verbinden, wenn du die ganze hand nach den juncturen durchmusterst. Drauf im anderthalbton (semiditonon) werd’ ich drei töne verbinden. [315] Daß ein ton und Fa Mi sein immer zusammen gesellet, Re Fa Mi ist das erste und es folgt Mi Sol als das zweite, oder nenne Fa Re das erste und Mi Sol das zweite, sieben Mal kommt Re Fa vor, und ebenso ist es bei Mi Sol. So kann der anderthalbton wohl vierzehn stellen verbinden. [320] Steht auf der linie der erste ton, stebt so auch der untre, ist im spatium die erst, so ist’s auch so mit der dritten. Zu der dritten gewährt der zweiton leichtlich den sprung dir, und er enthält zwei töne, allseits, nach oben und unten, magst du singen Ut Mi, magst du es auch mit Fa La thun, [325] siebenmal kommt Ut Mi und Fa La kann sechsmal erscheinen. So ist zu dreizehn 86 III. DE MODIS. Linea si captat primam, ternam simul aptat, Primam si spatio do, ternam consociabo. Quatuor ac voces diatessaron associatas [74] 330 Cum semitonio binisque tonis sociatis Claudit in exemplis, ut plane nostis, in istis: Ut Fa vel Sol Re, Mi La si vis sociare, Ut Fa septenis vicibus, Re Sol tot babebis, Mi La per cantum vicibus sex jungito tantum, 335 Et sic bis denis vicibus diatessaron addis. Tritonus ad vocem quartam posset retineri, Cantus quem raro quorundam vult adhiberi, In quo vix poterit resonantia dulcis haberi, Ergo communis cantus cupit hunc removeri, 34o Musica dulcisonas cum poscat carminis odas [75] Per voces, quantas soli diatessaron aptas. Tritonus inque manu raro posset retineri, Cantus communis si glisceret hunc adhiberi, F Fa Ut huncque modum praestabit cum B Fa B Mi, 345 In qua si clave removendo Fa retines Mi, . * malen der zweiton gestellt auf die hand hin. Hat der erste ton die linie, hat’s auch der dritte, geb’ ich dem spatio den ersten, so wird’s beim dritten auch so sein. Und vier töne vereint stellt uns vor äugen die quarte, [330] sie schließt zusammen mit je zwei tönen den halbton in den exempeln, die alle euch gar wohl bekannt sind: Ut Fa und Sol Re, Mi La, wenn sie sind bei einander. Siebenmal kommt Ut Fa in der reih’ vor und Re Sol desgleichen, Mi La findet dagegen nur sechsmal die passende stelle. [335] So kannst zweimal zehn tönen du die quarte anheften. Dreiton kann zur quarte als große quarte sich stellen, den jedoch mancher gesang nur selten will sehen gebrauchet, denn kaum find’st du in ihm das widerhallen erfreulich, darum auch will der gemeine gesang ihn haben entfernet, [340] weil uns lieblichen klang der lieder die musica wünschet, in die töne geformt, die allein die quarte dir bietet. Auch könnt’ der dreiton dir auf der hand gar selten sich zeigen, wenn der gemeine gesang ihm schon auch beim singen die hand böt. F Fa Ut gibt solche weise dir und BFa BMi, [345] wenn du im letzten schlüßel Fa wegthust und Mi beiäßest, oder auch Fa m. DE MODIS. 87 Yel si Fa retines E La Mi sursum quoque poscas. Dat voces quinque tibi contextas diapente In quibus est solum semitonium sociatum — Nam semitonia nunquam sociat sibi bina — 350 Infra si saltum cupias fieri vel in altum, Cantando Re La, Sol Ut, Mi Mi quoque Fa Fa. Ut Sol septenis vicibus tibi dat diapente, Sex vicibus La Re post consociando [76] repente; Mi Mi ter reperis, Fa Fa quoque ter superaddis, 356 Sic vicibus denisque novem diapente tenebis. Linea si recipit primam, quintam sociabit, Primam si spatio do, quintam consociabo. Dat semitonium diapenteijne consociatum Sex voces, duo quis Fa Mi semper sociabis, 36o Si tendas supra vel declinaveris infra. Iste modus Mi Fa vel Re Fa fert sociata. Mi Fa ter reperis, quater bine Re Fa sociabis. Sic loca septena modus hic servat sine poena. Linea si primam recipit, spatium capit imam, 365 In spatio prima viceversa distat ab ima [77], * beiäßest und nach oben E La Mi forderst. Fiinfe der töne sind zusammengestellt in der quinte, Unter welchen allein sich ein halbton mag befinden, denn zwei halbtöne zumal will ja nie sehen die quinte, [350] sei’s daß nach oben du wünschest den sprung, sei’s nach unten, magst du singen Re La, Sol Ut und auch Mi Mi Fa Fa. Sieben ganze male ergibt Ut Sol dir die quinte, in sechs malen will La Re sie bringen geschwinde, [355] Mi Mi findest dreimal du und Fa Fa dazu auch. So hast zu neunzehn malen die quinte du in der reihe. Nimmt die linie die erste auf, hat sie desgleichen die dritte; geh ich dem spatio die erst’, will ihn auch haben die fünfte. Halbton und quinte zusammen, sie kommen jetzt an die reihe, sie verbinden sechs tön, stets sind zwei halbtöne dabei auch, [360] sei’s daß nach oben du steigst, sei’s daß nach unten du neigest. Diese art hat Mi Fa und Re Fa zu einander gesellet, Mi Fa findest du dreimal und viermal verbindest du Re Fa, so hat die art ohn’ alle beschwerde sieben der plätze. Nimmt die linie den ersten, so hat das spatium den untern, [365] ist im 88 m. DE MODIS. Sex vocesque dato diapente tono sociato Per saltum solum, quibus est Fa Mi sociatum, Sicut in exemplis Ut La, Mi Reque videbis. Per loca sex Ut La voces connectere cura, 370 Sed vicibus ternis Mi Re tu consociabis. Sicque novem vicibus fiet modus iste repertus. Linea si primam recipit, spatium capit imam, In spatio prima, viceversa distat ab ima. Extremosque modos cantus raro sibi binos 375 Jungit: sed reliquos septenos ssepius addit. In ista parte describit autor species modorum prius ad- numeratas. Et dividitur lisec pars in duas partes. In prima parte facit autor, quod dictum est. In secunda parte subjungit quasdam additiones. Secunda pars ibi (Additur inde modus dia- pason consociatus). [78] Adhuc prima pars posset dividi in novem partes secundum quod autor describit novem modos. Partes patebunt infra per ordinem. Item quselibet illarum novem partium posset 1 dividi in duas seu etiam plures partes, secundum * spatium der erst’, so ist darin nicht der zweite. Drauf sechs töne ergeben die quinte und ein ton dazu noch, alle in einem sprung, Fa Mi in gesellschaft gezogen, wie es zeigen exempel ganz deutlich von Ut La und Mi Re. An sechs stellen suche Ut La mit einander zu einen, [370] aber zu dreien malen bringst Mi Re du zu einander. So ist diese art denn mit den neun malen erschöpfet. Nimmt den ersten die linie, so fasst das spatium den zweiten, ist im spatio der erste, so ist der zweite darin nicht. Selten geschieht’s, daß die zwei zuletzt genannten das lied braucht, [375] nämlich den achten und neunten, die übrigen sieben sind häufig.“ Jetzt werden die oben aufgezählten töne beschrieben. Dieser ab- schnitt aber theilt sich in zwei theile. Im ersten theile geschieht, was oben gesagt ist. Der zweite theil aber v. 376 ff. gibt einige Zusätze. Noch könnte man den eisten theil in neun abschnitte theilen nach der beschreibung der neun intervalle. Aber die theile werden hernach der reihe nach von selber klar. Wieder könnte jeder der neun abschnitte getheilt werden in zwei oder mehrere theile, da zuerst der modus selbst * 1 so statt des potest im texte. in. DE MODIS. 89 quod autor describit primum modum et deinde subjungit exempla et post modum ostendit, quot sint species cujuslibet modi, seu quoties quilibet modus fieri posset cum quibusdam aliis incidentibus , ut infra patebit studioso lectori. Unisonus voces. Dicit ergo primo sic: unisonus est primus modorum et habet fieri scilicet quando eadem vox ssepius repetitur, scilicet: Ut Ut, Re Re, Mi Mi, Fa Fa, Sol Sol, La La. Et sic etiam descendendo, prout evidenter patet in antiphona „Factus est repente de ccelo sonus“. Huic autem modo non competit ita proprie praescriptio modorum praehabita, sicut ceteris modis, sicut etiam nominativo casui in grammatica non competit proprie descriptio casus, cum a nullo cadat, sed ceteri casus cadunt ab ipso. Sic etiam unisonus, ubi non est distantia vocum, quia ibi non sunt diversae voces in specie, sed tantum in numero. Sed semitonium. Semitonium est associatio duarum vocum, invicem minus plene sonantium, ut, si fiat adscensus de Mi ad Fa vel e converso descensus. Et dicitur semitonium a semis, semi, quod est imperfectum, et tonus, quasi imperfectus tonus, et non * beschrieben ist, dann die beispiele folgen und zuletzt gezeigt wird, wie viel es arten jeden intervalles gibt, oder wie oft jeder modus Vorkommen kann, mit einigem, was noch her gehöre, wie das der fleißige leser merken wird. Y. 299 ff. Unisonus oder einton ist der erste intervall, und tritt ein, wenn derselbe ton öfter wiederholt wird, UtUt, Re Re, Mi Mi, Fa Fa, Sol Sol, La La. Ebenso dann auch abwärts, wie dieß deutlich wird in der antiphone „Es geschah schnell ein brausen vom himmel“ (factus est repente de coelo sonus). Auf diesen ton paßt freilich eigentlich die obige begriffsbestimmung des modus nicht, wie auf den andern, ähnlich wie auch in der grammatik eigentlich die definition vom casus auf den nominativ nicht paßt, da er von keinem herabfällt, cadit, aber die andern sind fälle von ihm. So ists auch mit dem einton; da ist kein abstand der töne, weil keine verschiedenen töne da sind. Y. 302 ff. Halbton ist die Verbindung zweier schwachen töne, wie aufwärts Mi Fa, abwärts Fa Mi. Er heißet halbton, semitonium, v_ 90 III. DE MODIS. a semis, semissis, quia sonat dimidium, quia si semitonium esset dimidius tonus, tunc 1 ut constaret ex una voce, quse est medietas toni, et non ex duabus, sed semitonium constat [79] ex duabus vocibus, ergo semitonium non est dimidius tonus. Etiam si semitonium esset medietas toni, tunc tonus divideretur in duo aequalia, quod est impossibile et contra omnes musicos. Ergo semitonium non est medietas toni, sed tonus imperfectus. Et nusquam fieri potest nisi de Mi ad Fa per adscensum et e converso de Fa ad Mi per descensum et potest fieri septies per claves manus, pluries vero per instrumenta musicalia. Si praeter voces. Tonus est perfectum spatium duarum vocum invicem plene sonantium. Vel tonus est associatio duarum vocum invicem perfecte sonantium, quod redit in idem, sive fiat intensio, sive remissio, ut si jungas has voces, Ut Re, vel * von semis, semi aber ist das unvollendete 2 , und tonus, als unvollkommener ton, aber nicht von semis, semissis, das halbe: denn wenn das semitonium ein halber ton wäre, so träte ein, daß er aus einem tone bestünde, der die hälfte des tones ist, und nicht aus zwei, so aber besteht das semitonium aus zwei tönen 3 , also ist es kein halber ton. Auch gilt: wäre das semiton die hälfte des tons, dann theilte sich der ton in zwei hälften, was unmöglich ist und gegen alle musik 4 . Daher ist denn semitonium kein halber, sondern ein unvollkommener ton. Er kommt nirgends vor als aufwärts bei Mi Fa, abwärts hei Fa Mi und kann bei den schlüßeln der hand siebenmal eintreten, bei den musikinstrumenten öfters. V. 307 ff. Ton 5 ist der ganze und vollkommene abstand zweier starken töne, oder er ist die Verbindung zweier starker töne, was auf das gleiche hinauskommt, sei’s durch Spannung, sei’s durch abspannung, wiez. b. die Verbindung von UtRe, Mi Re und ebenso aller andern ganzen töne, mit * 1 Hier fehlt wohl fleret. 2 Semi, lj|j.t<5u, ist gar nichts anderes als das halbe. 3 Und der abstand der beiden ist eben der halbton! 4 Und doch wahr! Denn der ganze ton C D zerlegt sich uns in die zwei halben C Cis, Cis D! Vgl. Janssen-Smeddinck s. 38, wo nach Boethius für den ganzen ton fünf, für den halhton zwei fünftel angegeben werden. 5 Unsere secunde. m. DE MODIS. 91 Mi Re et sic de aliis omnibus vocibus; his duabis, Fa et Mi, exceptis, quse tamen cum aliis vocibus sursum vel infra junctae constituunt tonum, ut cantando Re Mi, vel Fa Sol, et e converso Mi Re vel SolFa. Et dicitur tonus a tonando i. e. fortiter sonando ; habet enim fortem sonum respectu semitonii et fit per claves manus viginti septem vicibus. Huic semiditono. Semiditonus est spatium continens semitonium et tonum, vel est associatio semitonii et toni, et habet duas species, de Re ad Fa, vel de Mi ad Sol et e converso, et potest fieri per claves manus quatuordecim vicibus. Nota etiam, si prima vox ponitur in linea, tertia finaliter in linea est ponenda et e converso; similiter si prima continet spatium, similiter et tertia, fit enim semper ad tertiam vocem semitonio incluso. Ad tertiam vocem. Dytonus est intervallum seu spatium [80] continens duos tonos et fit similiter de una voce ad tertiam, semitonio excluso, et dicitur a dyo quod est duo et tonus, quasi duos continens tonos, sicut semidytonus a semitono et dytono 1 * ausnahme von Fa und Mi, die jedoch mit den übrigen nach oben und unten auch wieder einen ganzen ton bilden, wie La Mi, Fa Sol, oder umgekehrt Mi Re, Sol Fa. Er heißet der ton von tönen 2 , tonare, d. i. stark sonare, denn er hat einen starken ton, im Verhältnisse zum semitonium, und kommt in den schlüßeln 27 Mal vor. Y. 314 ff. Semiditonus 3 ist der anderthalbton und hat zwei gestalten, von Re nach Fa oder von Fa oder von Mi nach Sol und umgekehrt, und kommt vierzehn Mal vor bei den schlüßeln der hand. Merke, wenn der erste ton auf der linie steht, ists ähnlich mit dem dritten,^und umgekehrt, und steht der erste zwischen denlinien, so ist auch der dritte im spatium , weil der halbton immer im dritten tone eingeschloßen ist. V. 322 ff. Dytonus i umfaßt als zweiton zwei töne und reicht von einem tone zum dritten, jedoch mit ausschluß des halben tons (der die kleine terz hervorbrächte). Er hat seinen namen von §uo, was duo, zwei * 1 dytono muß es heißen statt tono im text. 2 Wie falsch dieß sei, ist oben schon angegeben. 3 Unsere kleine terz. 4 Die terz. Denn so; nicht ditonus ist das wort eigentlich zu schreiben. 92 m. DE MODIS. dicitur. Et habet dytonus duas species , adscendendo de Ut ad Mi et de Fa ad La vel e converso descendendo, et habet fieri XIII vicibus per voces manus. Linea si primam. Notandum, quod autor in hoc capitulo utitur frequenter illa figura, quse dicitur epimone, quse tamen figura potest dici color rhetoricalis, de qua dicit autor Grsecismi: epimone sententia fit crebro repetita. Interscalares versus istud manifestant, sicut in Theodolo frequenter scribitur: Cede dies coelo, quia nescit cedere virgo, Impia, quid dubitas, o Dejanira mori, et dicitur ab epi quod est supra et monos, quod est unum, quasi unius positse supradictse sententiae repetitio. Versus autem interscalares dicuntur per scalae similitudinem, quia sicut in scala plura spatia ponuntur inter gradus, sic et versus interscalares aliis versibus multoties interponuntur, sicut frequenter apparet in ovidianis et in pluribus aliis libris. * bedeutet, als doppelton, wie semidy tonus seinen namen hat von semi und dytonus. Der zweiton hat zwei arten, aufwärts von Ut nach Mi, von Fa nach La und umgekehrt abwärts, und kommt auf der hand dreizehn Mal vor. V. 327 ff. Merke, daß der dichter häufig hier von der figur gebrauch macht, die man epimone nennet, eine rhetorische färbung, von der der verf. des Gräcismus saget, epimone ist ein häufig wiederholter satz. Die versus interscalares zeigen das deutlich, wie im Theodulo häufig geschrieben ist x : Weich, o tag vom himmel, weil nicht will weichen die jungfrau, o Dejanira, warum scheuest du, Scheusal, dentod? Epimone hat seinen namen von äm, oben, und monos, was heißt einer, als Wiederholung einer oben genannten behauptung 2 . Die verse aber heißen interscalares wegen der ähnlichkeit mit einer leiter, scala, denn wie auf einer leiter größerer Zwischenraum ist zwischen den sprossen, so werden auch diese verse gleichsam als sprossen öfters unter die andern gemenget, wie das häufig vorkommt in den ovidischen und mehreren andern büchern 3 . * 1 Gräcismus, versus interscalares, Theodul, mir nicht näher bekannte litterarische erscheinungen der damaligen zeit. 2 [j.ovr) kommt vielmehr her von [ie'vEtv, bleiben, verweilen. 3 Sie sind also unser refrain. HI. DE MODIS. 93 Quatuor ac voces diatessaron adsociatas. Diatessaron est sextus modus et est intervallum seu spatium continens duos tonos et semitonium et habet tantum fieri, quando fit intensio vel remissio de una voce ad quartam vocem, et dicitur a dia quod est de et tetras vel tessaron, quod est quatuor, quia fit, ut dictum est, quando itur de una voce ad quartam semitonio semper intermixto. Continet autem tres species [81]. Prima est de Ut ad Fa. Secunda de Re ad Sol. Tertia de Mi ad La et semper e converso. Et dicit autor in litera, quod fit viginti vicibus per voces manus. Tritonus ad vocem. Ne autor videatur defectuosus in modis, quibus cantus contexitur, dicit, quod aliqui cantores addunt tritonum ad quartam vocem, quia continet tres tonos, sed raro utimur illo in cantu. Invenitur tamen in repetitione invitatoriorum, quse adscribuntur „Venite“ septimi toni, ut in invitatorio: „Ave Maria, Dominus tecum, Seculorum, amen, Dominus.“ Et habet fieri a F Fa Ut ad B Fa B Mi per cantum Bdurum, vel a * V. 329 ff. Quarte ist das sechste Intervall und enthält zwei töne und einen halben. Sie kommt nur vor hei erhöhung oder Verminderung von einem ton bis zum vierten h Sie heißt diatessaron von dia, de, durch, nach, und Tsraaps?, vier, weil sie vorkommt beim gange von einem tone zum vierten mit untermischung eines halben. Sie hat aber drei arten, von Ut nach Fa, von Re nach Sol, von Mi nach La, und immer auch umgekehrt. Im texte steht, daß sie zwanzig mal vorkomme bei den schlüßeln der hand. V. 336 ff. Daß man dem dichter kein übersehen hei der dar Stellung der modi nachsage, gibt er an, einige Sänger fügen bei dem vierten ton den Tritonus 2 an, der drei ganze töne enthält. Wir brauchen ihn aber selten heim singen. Doch kommt er vor hei der Wiederholung der einladungslieder, welche die aufschrift haben „Venite“ (kommet) im siebenten ton (E), wie z. b. „Ave Maria, Dominus tecum, Seculorum amen. Dominus.“ Er kann Vorkommen von F nach B Fa B Mi im Bdur- * l Bei uns gilt (Berechnung nur nach oben. F ist die quarte von C, dagegen C die quinte von F; FC müstedaher als unterquarte bezeichnet werden. 2 Die übermäßige quarte. 94 III. DE MODIS. B Fa B Mi ad E La Mi sursum ascendendo per cantum Bmollem. Sed quia raro invenitur, idcirco a paucis musicis ponitur, cum non habeat tantam dulcedinem, sicut diatessaron ad quartam vocem, qui modus diatessaron includit semper semitonium. Sed tritonus includit tres tonos, semitonium excludendo, quod semitonium dulcedinem cantui frequenter adducit et administrat et ob hoc tritonus minus curatur, licet interdum reperiatur, ut supra dictum est, per repetitionem invitatoriorum. Dat voces quinque. Diapente est septimus modus et constat ex tribus tonis et semitonio intermixto, et dicitur a dia quod est de et penthe, quod est quinque, quod constat ex quinque vocibus. Habet enim plus uno tono, quam diatessaron et qua- tuor habet species: prima est de Ut ad Sol, secunda de Re ad La, tertia de Mi ad Mi sine mutatione. Quarta de Fa ad Fa et semper e converso, et XIX vicibus invenitur per totam manum. Subjungit etiam autor in litera, quod si prima illarum vocum ponitur in linea, similiter et quinta et idem [82] intellige de spatio, quae omnia sub tali exemplo patent per Sol Fa Mi. * gesange, oder von B Fa B Mi nach E aufwärts im Bmollgesange. Weil er aber selten ist, ist er nur wenig bei den musikern im gebrauch, weil er die anmuth der quarte nicht hat, die immer einen halben ton in sich schließt, während der tritonus drei ganze töne ohne einen halbton umfaßt, der halbton aber gar häufig dem gesange Weichheit und anmuth gibt. Darum wird der dreiton selten berücksichtigt, wiewohl er, wie schon gesagt, vorkommt bei der Wiederholung der Invitatorien. V. 347 ff. Quinte oder diapente nach dem griechischen ist der siebente modus, er heißt so, weil er fünf schlüßel umfaßt, und besteht aus drei tönen und einem halben dazwischen. So hat er einen ton mehr als die quarte und vier arten: von Ut nach Sol, von Re nach La, von Mi nach Mi (d. h. E nach H) ohne mutation, von Fa nach Fa (F nach C), und immer umgekehrt. Er kommt in der ganzen hand neunzehn mal vor. Im texte fügt der dichter an, wenn der erste ton auf der linie stehe, sei auch der fünfte darauf u. s. w., was alles das notensingen verdeutlicht. III. DE MODIS. 95 Dat semitonium. Octavus modus vocatur semitonium cum diapente et constat hic modus ex semitonio et diapente, et fit de Mi secundae dispositionis vocum ad Fa quartae dispositionis, videlicet ab E La Mi ad C Sol Fa Ut et e converso et in pluribus aliis locis. Habet enim semper fieri de una voce ad sextam ad- scendendo et descendendo, ita, quod duo semitonia semper sint intermixta; et fit duobus modis, de Mi ad Fa et e converso et de Re ad Fa et e couverso. Fit autem ter de Mi ad Fa: primo ab E La Mi in spatio ad C Sol Fa Ut, secundo ab A La Mi Re in linea ad F Fa Ut in spatio per cantum Bmellem, ut saepius patet in antiphona „Alma redemtoris“; tertio modo ab E La Mi in linea ad C C Sol Fa et e converso. Quater vero de Re ad Fa, primo ab A Re ad F Fa Ut et e converso, secundo a D Sol Re 1 ad B Fa B Mi et e converso per cantum Bmollem, tertio ab A La Mi Re per cantum Bdurum ad F Fa Ut in spatio, quarto a D La Sol Re ad B B Fa B Mi per cantum Bmollem. Et hic modus fit septies in manu. Et subjungit autor in litera: si prima vox ponitur in linea, sexta ponenda est in spatio, et e converso, si prima vox ponitur in spatio, sexta vox ponitur in linea. * V. 388 f. Der achte modus heißt semitonium cum diapente 2 , er besteht aus einem halben tone und geht von Mi der zweiten Stellung bis zum Fa der vierten, d. h. von E zu 0 und umgekehrt, und sonst andern stellen. Es kommt immer im auf- und absteigen vor von einem tone zum sechsten, so dass immer zwei halbtöne sich untermischen und geschieht auf zweierlei weise von Mi nach Fa und umgekehrt, und von Be nach Fa und umgekehrt. Von Mi nach Fa kommt er drei Mal vor: 1) von E (La Mi) nach C (solfaut); 2) von a (lamire) nach f (faut, unseren eingestrichenen) im Bmollgesang (wie das häufig zeigen die anti- phonen Alma redemtoris); 3) von e (lami in linea, unserem e) nach CC Sol Fa (unserem e). Dagegen viermal erscheint es von Re nach Fa: 1) A Re nach F Fa Ut (A nach F) und umgekehrt, 2) D Sol Re nach B Fa B Mi und umgekehrt (D nach B) — im Bmollgesang von F, 3) von A La Mi Re in linea zu F Fa Ut in spatio (a nach f) — im Bdurgesange von G, 4) von D La Sol Re nach BB Fa BMi (d nach b) im Bmollgesange. So kommt er sieben Mal vor in der band. Weiter kommt: wenn der erste ton auf der linie, ist der sechste im spatio u.s.w. * 1 So muß es heißen statt Sol Ke. 2 Die kleine sext. 96 III. DE MODIS. Sex vocesque dato. Tonus cum diapente, est nonus modus et constat similiter ex sex vocibus, ex tono videlicet et diapente, uno modo tantum semitonio intermixto. Et fit duobus modis, videlicet de Ut ad La, et de Re ad Mi, sex vicibus de Ut ad La, et tribus vicibus de Mi ad Re. Primo a D Sol Re ad B Fa B Mi per cantum Bdurum, qui semper requirit Mi in eadem clave; secundo a D Sol Re ad B B Fa B Mi per eundem cantum; tertio ab E La Mi in linea [83] ad G Sol Re Ut descendendo vel adscen- dendo per cantum Bmollem. Si autem in isto modo prima vox ponatur in linea-, sexta vox ponitur in spatio et e converso. Extremos modos. Hic vult autor, quod ultimi duo modi raro ponuntur et boc secundum antiquos. In novis autem historiis pluries reperiuntur. Additur inde modus diapason consociatus, Octo conjunctas semper servans sibi voces, Infra si saltum fieri cupias vel in altum. Per totamque manum noscas hunc currere saltum. 880 Hunc non 1 in numero praescriptorum numerato. * V. 366 ff. Tonus cum diapente etc. Quinte mit einem ton 2 ist der neunte modus, der ganz gleicher weise aus sechs tönen besteht, unter denen nur ein halber ton ist. Er kommt vor 1) von Ut nach La sechs male und 2) von Re nach Mi drei male, nämlich a) von D Sol Re nach B Fa B Mi (D nach H) im Bdurgesange, der bei diesem schlüßel immer B Mi braucht, nicht B Fa; b) von D Sol Re nach B Fa B Mi in demselben gesang, c) von E La Mi abwärts nach G Sol Re Ut (e nach g) oder aufwärts im Bmollgesang. Erster ton auf der linie, sechster im - spatium u. s. w. Y. 374. 376. Die beiden letztgenannten modi, der achte und der neunte, werden, sagt der dichter, selten gebraucht, nämlich bei den alten. In den neueren geschichten finden sie sich öfters. Weiter wird als besondere art genannt die octave, acht verbundene töne sich stets zusammen behaltend magst hinauf du wagen den sprung auch oder hinunter. Merk daß solcherlei sprung durch die ganze hand sich hindurchzieht, [380] ist er auch gleich in die oben * 2 Sext. 1 Sollte eigentlich ne heißen. III. DE MODIS. 97 Exstat et iste modus vocum concordia dictus J , Nam voces summas semper concordat ad imas, Huncque modum veteres tenuerunt atque moderni Sicut per scripta veterum poterit bene cerni. 385 Linea si primam recipit, spatium capit imam, In spatio prima viceversa distat ab ima [84]. In hac parte subjungit autor quasdam additiones. Et dividitur bsec pars in duas, secundum quod autor facit duas additiones. Secunda pars ibi (In cantuque rudi). In parte prima dicit autor, quod praedictis novem modis additur quidam alter modus, qui vocatur diapason, qui a quibusdam non dicitur modus, sed consonantia seu aequatio nominatur, aequat enim summas voces ad imas. Diapason enim a qualibet voce seu clave ad consimilem i. e. ad suam octavam elevatur et deponitur, ut a Gammatft ad G Sol Re Ut et ab uno G Sol ReUt ad aliud et ab A Re ad A La Mi Re et e converso et sic de aliis clavibus. Dicitur autem diapason, a dia quod est de et pan quod est totum et son, quod est vox, eo quod in se continet omnes voces. In praedictis autem modis quilibet se exerceat. Qui au- * beschriebene zahl nicht zu rechnen. Doch ist er da und ist genennet der einklang der töne, denn die obersten tön’ hält er stets mit den untern im einklang. Diese art haben die alten schon immer gehabt und die neuern, wie das der alten schritten ganz deutlich laßen erkennen. [385] Hat die linie den ersten, so ist der letzt’ in dem raume, ist in dem raume der erste, so ist der letzt’ auf der linie.“ Dieser theil bringt einige zusätze. Er theilt sich in zwei mit je einem zusatze, der zweite theil beginnt v. 387. Im ersten tbeile sagt der dichter, daß zu den genannten neun arten oder modi noch einer hinzukommt, octave oder nach dem griechischen diapason ( inferioris sinomeni seu Bmolli ut in graduali: „Salvum fac servum“. Tertius tonus habet principia tria magis usitata: E, G graves et c acutam et raro F grave; E ut in antiphona: „Quando natus est“; F ut introitus „nunc scio vere“; G ut in antiphona „Fac benigne“; c ut in antiphona „Vivo ego“ et antiphona „Unum opus“. Quartus tonus quinque habet principia, C, D, E, F, G; C ut in antiphona „Bethlehem“, D ut in antiphona „Benedicta tu“, E ut in antiphona „Fidelia“, F ut in antiphona „Scientes“, G ut in antiphona „0 mors“. Quintus tonus habet tria principia, F grave, a et c acuta; F grave ut in antiphona: „Alma redemptoris“, et in antiphona: Omnis vallis, aht in antiphona „Fons ortorum“, c ut in antiphona „Elevamini“ et in antiphona „In sole posuit“, G raro ut communio „Non vos relinquam“. Sextus tonus tria habet principia, C D, F; C ut Alleluja „Vox exultationis“, D ut antiphona „Si ego verus“, F ut antiphona „Non turbetur“; raro in G ut antiphona „Nesciens mater virgo“; sed rarius in Bmolli ut communio „Redime me“. . Sicut enim quilibet authentus a sua finali clave recipit super se diapente et postea diatessaron, ut primus tonus a D Sol Re ad A La Mi Re requiritur diapente et deinde ab A La Mi Re usque ad D La Sol Re octavam finalis requirit diatessaron, assumens tamen infra et supra unam vocem, si opus fuerit: sic etiam quilibet plagalis regulariter infra suam finalem elavem requirere potest diatessaron et supra diapente, ut patet in secundo tono, qui a sua finali clave D requirit diatessaron ad A Re et supra diapente * oder auf a verweilt, gehört zur vierten differenz. Alle antiphonen des ersten tons endlich, die in F beginnen und mit dem zweiten (der terz) unmittelbar zu a aufsteigen und dann mit einem ganzen ton wieder herab, wie alle, die in a beginnen, gehören zur fünften differenz. (Noten HI, 1.) Zweiter ton. Umfang: T, A, B, C, D, E, F, G, a. b. Wie nämlich jeder authentische vom grundton aus in klarer weise über sich die quinte annimmt und dann die quarte, — so ist von D bis a eine quinte, und von da bis zur octave des grundtons d eine quarte, wobei aber nach oben und unten noch ein ton dreingeht: so kann nach der regel jedes plagale die quarte unter, und die quinte über dem grundtone nehmen '. So ist’s beim zweiten ton, der vom grundtone aus in klarer weise A als unterquarte zu D und nach oben a als quinte ver- * 1 Die quinte ist also in beiden tonarten, aber die quarte ist beim authentischen über der quinte, beim plagalen unter dem grundton, so daß dieser zum anfaugston des plagalen umfaugs die quarte bildet, z. b. D ist die quarte von A. Daher hat der plagale Schluß die Subdominante, oder die quarte. Vgl. Forkel, allgemeine geschicbte der musik II, 109. Janssen-Smeddinck s. 75 f. IV. DE TONIS. 133 A La Mi Re, assumens infra et supra unam vocem regulariter, si fuerit necesse. [123] Finit autem secundus tonus, quod saepius dictum est, in D Sol Re, sicut primus suus authentus. Principia vero secundi toni usitata sunt quatuor scilicet A, C, D et F graves. Invenitur etiam principium habere in T grseco ut in responsorio: Educ de carcere, et in E gravi, ut aliqui incipiunt antiphonam „Ecce Maria“. Nota etiam, quod aliqui sunt cantus, qui ad T Ut et etiam ad primum a non remittuntur, nec etiam ad decimam c, neque ad undecimam d non elevantur, de quibus dubium est, and primi vel secuni sint toni. De quibus est ista discretio: Si ad octavam et ad primam nonam b non ascendunt, certissime sunt de secundo tono. Cum autem itaque octava a et utraque nona b, utriusque toni communes, ad quosdam cantus ascenderit, si diu in eis permaneat, sine tertio aut quarto eas repercutiat, primi erit toni; si autem in inferioribus incipiet et secundu m quantitatem antiphonse vel alterius cantus rarissime ad illas adscendat, secundi erit toni, ut antiphona „Circumdantes circumdederunt“ et plures alii cantus consimiles qui frequenter occurrunt. (Notse III, 2.) * langt, wobei es oben und unten noch einen ton, wenns nöthig ist, an- l'ügt. Der grundton des zweiten aber ist, wie der des ersten, D. Seine anfangstöne sind: A, C, D, F; hie und da auch T wie bei Educ de carcere oder E, wie einige das Ecce Maria (bei nro 7) beginnen Merke auch, es gibt einige gesänge, welche bis zu F und bis zum untersten ton nicht hinab, auch bis zum zehnten tone c oder eilften d A nicht hinaufsteigen, bei welchen es zweifelhaft sein kann, ob sie zum ersten oder zweiten tone gehören. Bei denen gilt die Unterscheidung: Steigen sie nicht herauf bis zur octave oder none b, so gehören sie ganz sicher zum zweiten tone. Zum ersten tone dagegen gehören sie, wenn sie zur octave a und der none (große oder kleine) B, die dem ersten und zweiten tone gemeinsam sind, sich heben und länger bei diesen tönen verweilt wird. Wenn sie aber bei den untern anfängt und nach der beschaffenheit der antiphone oder eines andern gesetzes ganz selten so weit sich hebt, gehört die antiphone zum zweiten tone, wie die antiphone Circumdantes cirumdederunt (bei 7) und mehrere affinale gesänge (mit benachbarten tönen), wie sie häufig Vorkommen. (Noten III, 2.) 134 IV. DE TONIS. Tonus tertius, [125] qui apud Graecos deuteros dicitur, finitur in E gravi sive in E La MI in spatio, adscensum habens ad suum diapason, videlicet ad [126] e acutam, assumens, si opns fuerit, ultra unam vocem seu chordam, cujus Ei-orce in c. acuta incipit. Formula ejus est: l), E, F, (t, a, bb, c, d, e, f. Prima tertii toni magis usitata sunt tria, scilicet E et G graves et c acuta. Similiter F grave, sed raro; etiam aliquando Bdurum, sed rarissime. De ejus finali nota scripta sunt supra. Idem intellige etiam de aliis notis, seu neumis generalibus finalibus. Principale Erorce nullas recipit antiphonas, nisi illas, quse in ipsa finali clave videlicet E La Mi incipiunt, sive ascendant ab ea semitonio aut semidytono, sive descendant ab ea tono ut infra patebit. Prima differentia recipit illas antiphonas, quse in G incipiunt et in nota unius syllabse et festinanter recurrunt ad c acutam, seu quse in ipsa c incipiunt et aliquantulum morantur in ea, antequam descendant, et postquam descenderint, iterum eam repercutiunt. Secanda differentia recipit illas antiphonas, quse in G gravi incipiunt, et paulatim ad c acutam adscendurit. Tertia differentia recipit illas antiphonas, quse in E gravi incipiunt, tono adscendentes, * Der dritte ton. Der zweite der Griechen, hat seinen grundton in E und steigt bis zur octave e, nöthigenfalls einen ton höher. Sein Evovse beginnt in c. Umfang: D, E, F, G, a, bb, c, d, e, f. Anfangstöne gewöhnlich drei: E, G, c; selten F, bisweilen Bdur (H). Das Evovse principale nimmt nur solche antiphonen an, die im grundtone E selbst anfangen, sei’s, daß sie nun um einen halben oder anderthalb töne aufsteigen, sei’s, daß sie um einen ton fallen. Die erste differenz umfaßt die antiphonen, die in G anfangen, aber mit einer sylbe und eilig zu c aufsteigen, oder die, die in c anfangen und sich einige zeit darin bewegen, ehe sie fallen, und nachher wieder in c einschlagen (repercutiren) '. Zur zweiten differenz gehören die, die in G beginnen und allmälig zu c aufsteigen; zur dritten gehören sie, wenn sie in E beginnen und tonweise zu a aufsteigeu, dort eine zeit 1 Vgl. Ambros gasch, der inusilc 11,3.52—54 und über die difterunzcn insbesondere U. L. ICimbergers handbuch des röm. choralgcsangs. Landshut 1858. IV. DE TONIS. 135 videlicet in a, ibique iterato altius per seraidytonum adscendunt, ut infra patebit. (Notae III, 3.) Tonus quartus, [129] qui dicitur plagalis deuteri sive deutrii i. e. tertii et finit in E La Mi, sicut suus autbentus, cujus Evotce A La Mi Re adaptantur, adscendit autem sursum ad diapente et infra ad diatessaron, sicut quilibet alter plagalis seu discipulus naturaliter, recipiens infra et supra unam vocem ex licentia, cum opus fuerit in suo cantu, ut supra dictum est. Cuicumque autem cantui neuma finalis praescripta in fine apte applicatur, quarti censetur fore toni. Formula ipsius haec est A, B, C, D, E, F, G, a, b, b, c. Principia quarti toni usitata sunt quinque C, D, E, F, G graves; quidem addunt a acutam, sed in sola antiphona (Nisi diligerent). Discernitur autem quartus tonus a tertio taliter, quia quartus tonus habet primam A, secundum B et tertiam C naturaliter, quas non habet tertius, et tertius undecimam d, duodecimam e et tertiam decimam f ex licentia, quas non habet quartus. Unde si aliquis cantus nec prsedictas voces seu claves tertii omnes, nec illas quarti, sed decimam c attingat, vel secundam [130] vel nonam * verweilen und daun weiter mit dem anderthalbton (kleine terz) zu c steigen. (Noten III, 3.) Der vierte ton, als plagaler des griechischen zweiten, unseres dritten, hat zum grundton gleichfalls E. Sein Evovas schließt in a. Es steigt hinauf zur quinte und kinah zur quarte und läßt nach oben und unten noch einen ton ankommen. Sein umfang A, B, C, D, E, F, G, a, h, h, c. Sein anfang gewöhnlich in fünf tönen C, D, E, F, G; einige fügen a hinzu, aber nur für die einzige antiphone Nisi diligerent. Unterschied vom dritten. Der vierte hat nach unten A, B, G nach seiner natur als eigen, dagegen der dritte hat als eilften 1 d, zwölften e, dreizehnten f — diesen nach licenz, die dem vierten fehlen. Wenn also im gesang auch die vorbeschriebenen töne des dritten oder vierten nicht alle Vorkommen, aber er erreicht den zehnten ton c, oder er * 1 Von A an, wie Guido gewöhnlich rechnete (Forkel allg. gesch. 11,271), oder von 1’ an so, daß das untere B Mi, als im anfänglichen mouochorde nicht enthalten, nicht mitgureohnet wurde. 136 IV. DE TONIS. B amplius diligat , quarti 1 erit toni. Alias in tertio ponentur, si ejus formula differentias imitetur. Principale Ecnvm quarti toni requirit antiphonas in ipsa finali E inchoantes, si per semi- dytonum subito non adscendant, seu a finali semitonio supra, scilicet in F, vel G inchoantes, si per semidyton subito ad finalem descendant, ut patet infra per exempla. Prima differentia recipit illas antiphonas, quae infra finalem tono incipiunt, scilicet in D gravi et gradatim adscenduut. Secunda differentia respicit illas antiphonas, quae in D gravi incipiunt, scilicet tono infra finalem et immediate tono et semidytono surgunt. Tertia differentia respectum habet, ad illas antiphonas, quae infra finalem dytono videlicet in C gravi incipiunt. Quarta vero differentia requirit illas antiphonas, quae in ipsa finali E incipiunt et immediate per semidytonum adscenduiit et quae in G gravi incipiunt et tono adscendunt, ut patet per exempla. (Notae III, 4.) Tonus quintus. [134] Quintus tonus apud antiquos dictus est tritos et finit in F' * verweilt besonders gerne beim zweiten, A, oder beim neunten, B, so gehört er zum vierten tone, sonst zum dritten. Das Principale Evovoe des vierten erfordert den anfang der Evovae im grundtone selbst, und nimmt die antiphonen an, wenn sie vom grundtone nicht schnell im anderthalbton (kleiner terz) oder im halben ton (nach F) aufsteigeu; auch in G können sie anfangen, wenn sie durch den anderthalbton schnell zum hauptton herabsteigen. Die erste differenz umfaßt antiphonen, die einen ton unter dem grundtone, also in D, anfangen und langsam aufsteigen; die zweite differenz diejenigen, die den gleichen anfang haben, aber unmittelbar mit einem oder anderthalb tönen steigen; die dritte gebt auf solche, die zwei töne unter dem grundtone, also C zum anfang nehmen; die vierte diejenigen, die im grundtone E selbst beginnen und unmittelbar durch die kleine terz oder den anderthalbton aufsteigen, oder auch die in G eben beginnen, und um einen ton sich heben. (Noten III, 4.) Fünfter ton (bei den Griechen der dritte) hat zum grundton F * 1 Im originale simi diu numen verwechselt. IV. DE TONIS. 137 gravi videlicet in F Fa Ut in linea, ascendens ad suum clia- pason seu ad ipsius octavam, videlicet ad F Fa Ut in spatio et tono supra per licentiam, rarissime infra finalem unam vocem recipiens, propter semitonii imperfectionem, sed interdum per semidytonum seu diatessaron ex lascivia descendit ad C Fa Ut, cujus Evorce C Sol Fa Ut adaptatur. Cuicunque etiam cantui neuma finalis praescripta rite est applicabilis, censetur fore quinti toni. Formula autem quinti toni est haec: F, G, a, b, b, c, d, e, f, g. Principia quinti toni usitata sunt tria: F gravis, a et c acuta. Alia etiam principia minus usitata interdum reperiun- tur. Unam tantum habet differentiam, quae regit et [135] respicit illas antiplionas, quae in ipsa finali clave, videlicet FFa Ut, incipiunt subito adscendentes. Sed sciendum est hic et diligenter notandum, quod in cantibus hujus toni et ejus subjugalis B rotunda frequentius invenitur posita, quae ad F finalem diatessaron reddit, quae consonantia, ut magister Johannes testatur, maxime in cantu curato est necessaria. Unde ipse dominus Guido, qui post Boethium hujus artis tanquam neglectae oblivioni traditae reparator fuit, praefatam B cum quibusdam aliis vocibus supra in manu per claves duplicatas sive per alphabetum tertium dupli- * und steigt zur octave f, nach licenz bis g; nach unten nimmt er selten noch einen ton an, wegen der Unvollkommenheit des halbtons in E, zuweilen fällt er nach muthwillen durch Zweieinhalbton oder quarte nach C. Sein Evovae geht aus C. Sein umfang ist F, G, a, b, b, c, d, e, f, g. Seine anfangsarten sind gemeiniglich F, a, c. Er hat nur eine differenz für die antiphonen, die im grundton F selbst beginnen und rasch aufsteigen. Doch muß man wißen, dass bei den gesängen dieses tons häufig das Bmolle (unser B statt H) vorkommt als die quarte zum grundton F, ein intervall, der nach dem zeugnis des meistere Johannes besonders beim cantus curatus 1 nöthig ist. Daher hat auch meisten Guido, der nach Boethius diese alte der Vergessenheit anheimgefallene kunst wieder hergestellt hat, das besagte B mit einigen andern tönen oben in der band bei den doppelbuclistaben des dritten alphabets im ¥ 1 Der curati, geistlichen? 138 IV. DE TONIS. catum nullatenus in monochorclo apposuisset, nisi valde fuisset necessaria. (Notse III, 5.) Tonus sextus, [136] qui dicitur plagalis seu discipulus triti seu quinti, qui etiam finitur in F gravi, sicut suus authentus, cujus Evovae .4 La Mi Re adaptatur. Adscendit autem sextus tonus finali sursum ad diapente, infra vero finalem ad diatessaron, raro [137] assumens utrobique unam vocem. Cujus formula est haec: B, C, D, E, F, G, a, b, b, c, d. Differt autem sextus tonus a quinto, quia quintus habet ex sui natura sursum undecimam d, duodecimam e, et tertiam decimam f, quas non habet sextus, et sextus habet quartam D, tertiam C, quas non habet ex natura quintus, nisi fiat hoc interdum ex lascivia cantus, sed non ex natura. Si igitur aliquis cantus non habet totam elevationem quinti toni nec totam dispositionem sexti, sed c acutam seu d, et juxta quantitatem cantus saepius repercutiat, quinti erit toni. Si vero non adscendat nisi ad primam nonam b, seu ad secundam nonam R, sexti erit toni. Principia hujus toni magis usitata sunt duo scilicet F et D graves. Principale Erorce hujus toni regit illas autiphonas, quae in D gravi incipiunt. Item regit illas antipho- * monochorde eingefügt, was er gewiss nicht gethan hätte, wenn es nicht durchaus nöthig wäre. (Noten III, 5.) Sechster ton. Plagaler des griechischen dritten, unseres fünften, hat zum grundton, wie sein authentischer, F, dessen Evovae sich au a anschließt. Er steigt zur quinte und fällt zur quarte des grundtons, mit bekannter hinzunalime eines tones nacli beiden seiten. Sein umfang: B, C, D, C, F, G, a, b, b, c, d. Unterschied vom fünften: Dieser hat seiner natur nach aufwärts den eilften ton d, den zwölften e, den dreizehnten f, die der sechste nicht hat, dieser dagegen den vierten D, dritten C. Wann also ein gesang auch nicht die ganze tonhöhe des fünften und nicht den ganzen umfang des sechsten hat, sondern nur a oder d und nach seiner eigenthümlichkeit häufig wieder dort einschlägt, so gehört er zum fünften tone. Steigt er aber nur bis zur ersten neunten B oder zur zweiten B, so gehört er zum sechsten tone. Anfangstöne sind zwei gewöhnlich, nämlich F und D. Das Evovae principale des tons ■ «r IV. DE TON LS. 139 nas, qute in ipsa F finali incipiunt et descendunt vel subito ad A La Mi Ite adscendunt, quia hujusmodi antiphonse, quae cum mora aliqua in G Sol Re Ut ad A La Mi Re scandunt, sub differentia collocantur. Item principale Evovse regit illas antiphonas, quae in c acuta incipiunt et ibidem finiuntur, cum infra in gravibus propter Bmollem cantari nequeant, sicut antiphona: Ave regina ccelorum et consimiles. Nota etiam, quod quidam antiphonam Nesciens mater in G gravi incipiunt et sub principali collocant. Alii eandem antiphonam in ipsa finali F incipiunt per unisonum, quibus consentiendum est. (Notae III, 6.) Tonus septimus, [141] qui apud Graecos thetrardos dicitur. Hic finitur in G gravi, ad- scendens, sicut ceteri authenti, ad suum diapason unam vocem, infra et supra ex licentia aliqua assumens. Cujus Ecovw in d acuta incipit vel incipiunt. Cuicunque autem cantui nota praescripta finalis est applicabilis, apte et debite censetur fore septimi toni. Formula autem septimi toni haec est: F, G, a, b, b, c, d, e, f, g, aa. Principia hujus toni usitata quinque [142] sunt: G, a, b, c, d. Principalis tonus regit et respicit illas antiphonas, quae * regiert die antiphonen, die 1) in D anfangen, 2) oder im grundton F selbst anfangen und entweder fallen oder rasch nach a steigen, während die, die nach einigem verweilen in G nach a steigen, unter die differenz fallen. 3) diejenigen, die in C anfangen und schließen, da der gesang unten in den graves nicht Vorkommen kann wegen des Bmolltons, wie z. b. Ave regina ccelorum (bei n. 19) und A. Merke auch, daß einige antiphonen, wie Nesciens mater bei 19, von einigen auch unter das principale gestellt worden. Andere stellen dieselbe antiphone auf F als grundton selbst mit einton, unisonus, und sie haben recht. Der siebente ton, bei den Griechen der vierte, bat zum grundton G, steigt als authenthischer auf zur octave und darf nach der licenz eben nur unten einen ton noch hereinnehmen. Der anfang seiner Evovae ist in d. Sein umfang begreift F, G, a, b, b, c, d, e, f, g, aa. Die gewöhnlichen anfangstöne sind fünf: G, a, b, c, d. Das principale Evovae regiert die antiphonen, die in a anfangen, desgleichen diejenigen, die in Bdur anfangen, in bmi, und durch den zweiten, die terz, herabsteigen. IV. Df: TONIS. 140 in a acuta incipiunt, regit etiam illas, qute in B quadrata, in B Fa B Mi incipiunt et per dytonum cadunt. Prima differentia respicit illas antiphonas, quse in ipsa finali G incipiunt, et per intervalla ad diapente consurgunt. Secanda differentia respicit illas antiphonas, quse in finali G incipiunt et sine intervallo ad diapente consurgunt; item recipit illas, quse in ipsa c incipiunt et sine veloci descensu adscendunt. Tertia differentia respicit seu regit illas antiphonas, quse in B quadrata in B Fa B Mi incipiunt et immediate ascendunt, item respicit illas antiphonas, quse in c acuta incipiunt et per semitonium immediate remittuntur. Quarta differentia respicit illas antiphonas, quse in d acuta incipiunt. Hic nota, quod quidam musici antiphonam „Exortum est.“ „Orante sancto Clemente“, „Helena Constantini mater“, et consimiles sub hac quarta differentia locaverunt eo, quod post primum adscensum suum ad d acutam per semidytonum cadunt, sicut plures antiphonse hujus differentiae, quse in d acuta incipiunt, quamvis potius sub secunda differentia debeant collocari. Utrum autem sub quarta vel tertia differentia collocentur, non erit multa vis. Nota etiam, quod duse psalmodiae septimi toni sunt hic subscriptae, sed prima magis est communis et usitata. Hsec omnia lucidius patebunt per cantum subscriptum. (Notse III, 7.) * Die erste differenz solche, welche im hauptton G anfangen und mit intervallen zur quinte steigen; die zweite solche, welche bei gleichem anfange ohne intervalle zur quinte steigen, oder auch solche, welche gerade in C anfangen und ohne raschen lall ansteigen; die dritte differenz solche, welche in B Mi (H) anfangen und sogleich fallen, auch die, welche in C anfangen und mit einem halben ton herabsinken; die vierte solche, die in d anfangen. Hier merke, daß einige musikcr die anti- plionen Exortum est, Orante sancto Clemente, Helena Constantini mater und andere unter diese vierte differenz stellten, weil sie nach dem ersten steigen durch Zweieinhalbton herabfallen, wie verschiedene antiphoncn dieser differenz, die in d anfangen, wiewohl sie sonst unter die zweite differenz gehörten. Doch liegt nicht viel daran, ob man sie unter die dritte oder vierte differenz stellt. Merke auch daß für den siebenten ton zwei psalmodieen Vorkommen, doch ist die eine mehr gewöhnlich und gebräuchlich. Siehe zur genaueren Vergleichung die nolcn III, 7. IV. DK TOMS. 141 Tonus octavus, [146] qui dicitur plagalis thetrardi i. e. septimi et finit in G gravi, sicut suus authentus, adscendens sursum ad diapente et infra ad diatessaron, sumens utrubique unam vocem, si opus fuerit et ex boc patet differenti« inter septimum et octavum, quia septimus adscendit ad suum diapason supra finalem et infra tonum, si ne- cesse fuerit. Octavus vero infra ad diatessaron amittitur. Quapropter si aliquis [147] cantus non babet totam remissionem octavi, nec totam elevationem septimi, si infra finalem non descendat et ad diapente elevatur, censetur fore septimi toni, si e converso, judicabitur octavi toni. Formula ipsius hsee est: C, D, E, F, G, a, b, b, c, d et e ex licentia. Principia octavi toni magis usitata sunt septem, C, D, E, F, G, a et c acutae. Adaptantur autem Erone ejus C Sol Fa Ut. Principalis tonus respicit quasdam antiphonas, in C gravi incipientes, aliquas in D gravi, quasdam in G et quasdam in a acuta, ut infra patebit per exempla. Quidam vero minus sapientes antiphonas in C et in D gravibus incipientes sub prima locaverunt differentia. Quidam etiam antiphonam (Claudus quidam et Adscendente Jesu in naviculam, cum consimili- * Achter ton, plagaler des griechischen vierten, unseres siebenten, hat zuin grundton wie dieser G, steigt zur quinte und fällt zur quarte, und darf im nothfalle nach beiden seiten einen ton hinzunehmen. Der unterschied zwischen dem siebenten und achten ton liegt darin, daß der siebente bis zu seiner oberen octave geht und unten einen ton hinzunehmen darf, der achte aber bis zur quarte hinabreicht. Deswegen muß ein gesang dem siebenten ton zugeschlagen werden, wenn er nicht die ganze Senkung des achten tones und nicht die ganze liebung des siebenten hat, d. h. wenn er nicht unter den grundtou geht und zur quinte sich hebt und umgekehrt. Umfang: C, D, E, F, G, a, b, b, d, und durch lieenz e. Anfangstone und zwar die gebräuchlichen sind sieben an der zahl, C, D, E, F, G, a, c. Sein Evovse stellt sich auf C. Der principalton betrifft antiphonen, die in C anfangeu, einige in D, andere in G, einige in a. Einige aber haben mit minderem verstände die in C und D anfangenden unter die erste differenz gestellt. Andere haben versucht, die antiphonen Claudus quidam und Adscendente 142 IV. DE TONIS. bns ad tertium conabantur flectere tonum eo, quoti in principio quibusdam antiphonis tertii toni sunt consimiles. Sed tales judicium aurium plus, quam finalem legitimam perpendebant, quorum cantorum scurrilitas magis est deridenda, quam commendanda, quia de tonorum seu modorum discretione parum sentiunt, sed id solum sequuntur, quod aliqualitate cui res innuere videtur, sicut gastrimargise serviunt, per falsam enim dulcedinem a vera sobrietatis regula seducuntur. Prima differentia respicit illas antiphonas octavi toni, in E vel E gravibus incipientes ut patet infra per exempla. Secmuta differentia respicit illas antiphonas in c acuta incipientes et subito per semitonium vel per semidytonum cadentes. Tertia differentia respicit et regit antiphonas, in c acuta incipientes, sed priusquam descendant, ad A La Mi Re adscendentes. Oaarta vero differentia dicitur peregrina, cujus differentiae antipbonse ab antiquis sub principali tono, eo quod in C Gravi incipit, collocabantur et ideo adhuc a quampluribus modernis ista differentia parum curatur. Dicitur autem peregrina, ideo, quod rara in psalmodia. (Notae III, 8.) * Jesu in naviculam (bei nro 2(1) und audere, zum dritten ton zu zielten, weil sie im anfange einigen antiplionen des dritten tons gleich sind. Sie sind aber bei ihrem urtheile mehr auf die obren gegangen, als auf die regel des schlußtons und ist solcher Sänger albernheit mehr zu belachen, als zu empfehlen, weil sie vom unterschiede der tonarten wenig versteht, sondern nur darauf geht, was durch irgend einen möglichen grund, — aliqualität heißt man das — sich zu empfehlen scheint, wie es die feinschntecker machen, denn durch irgend eine Süßigkeit lassen sie sich von der regel der nüchternheit abbringen. Die erste differenz nimmt die antiphouen des achten tons auf, die in E oder G anfangen; die zweite solche, die in C anfangen und rasch durch den halb- oder anderthalbton sinken. Die dritte nimmt solche, die in c anfangen aber vor dem fallen zu a aufsteigen. Die vierte ist die peregrina oder ausländische und die antiplionen dieser differenz wurden in alten Zeiten, weil in C anfangend, unter den principalton gestellt, weswegen auch sehr viel neuere um diese differenz sich gar nicht kümmern. Sie heißt die fremde, weil im psalmengesange selten. (Noten III, 8.) IY. DE TONIS. 143 4. Modulationes versuum responsoriorum ad octo tonos, secundum communem modum; novae autem historiae aliter habent. [152] 54o Versum cantare studeas hinc octo tonorum, Quos cantant [153] pueri multa dulcedine bini, Quando chorus cantum finiverit his sociatum. Postulat et jungi sibi quisquis ,.Glnrin putri“ Sed duplex disci debebit gloria patri. 545 Ars donat primum, praefert ususque secundum. Singula principia sed noscas primitus horum, Qua; post finales servare volunt sibi claves. Incipias versus authentos per diapente, Per semitonium diapeuteque concine ternum, 55o Quartus et octarus diatessaron est sociatus, Incipiunt sextum finales atque secundum, C Fa Ut at versum primat persaepe secundum, Ut per subscriptas poteris cognoscere formas. Sed variat versus hos cantus saepe modernus, 555 Diversis formis, [154] incertis sed tibi normis. In ista parte autor subjungit varias formas versuum, qui respiciunt responsoria octo tonorum, qui versus finitis respon- * 4. Melodieen der verse und responsorien nach den 8 tönen. V. 540. „Lerne darauf den versgesang zu den siimmtlichen tönen, den der knaben zweier erheben mit köstlicher anmuth, wann der chor den gesang hat geen- diget, welcher voranging. Jeder will sich erwiedert wissen mit Gloria patri ; solches wird drum zu lernen sein in doppelter weise, [545] davon die ein’ gibt die kunst, da derbrauch die andere ehret. | Aber von anfang mußt du die einzelnen anfilnge 1 kennen, die sie nach den schlußtönen sich halten. Fang die authentischen verse an mit der quinte (von d); mit dem fünften ton und dem halben beginne den dritten 2 , [550] dann ist die quarte dem vierten (A) und achten (c) gegeben; es beginnen die grnndtöne den sechsten und zweiten, doch steht gar häufig auch C Fa Ut (C) vor hei dem zweiten, wie dir solches wird deutlich durch die notenfiguren. Doch hat der neue gesang bei den versen auch vieles geändert, [555] nach verschie- * 1 Siehe (liu Zusammenstellung am ende der IV. noteuabllieilung. 2 Mit der sexte C. 144 IV. DK TONIS. soriis in choro a senioribus per duos pueros seu scholares dulciter dicantur cum suis „Gloria patri“. Ad pleniorem autem cognitionem textus ad memoriam reducenda sunt ea, quas supra dicta sunt in tertio capitulo de modis, quibus omnis cantus contexitur, ubi ostenditur, quid sit diatessaron, quid sit diapente. Item revocanda sunt ad memoriam, quae in hoc quarto praescripta sunt capitulo de clavibus finalibus octo tonorum, ibi videlicet „In D Sol Re tonus primus finitque secundus“. His ad memoriam reductis textus planus erit. Posset etiam ista pars in plures partes dividi, sicut patet sufficienter. Forma etiam versuum subscriptorum octo tonorum in neuma seu nota ipsius adscripta per ordinem satis manifesta et lucida est, quae forma sive neuma in novis historiis per novos cantores saepe variantur. Nota etiam, quod duplex Gloria patri cuilibet versui octo tonorum adscribitur, primum secundum artem ab antiquis servatam, reliquum secundum usum, de quo vix disuescunt quam plures. Sed de hoc non erit multa vis, utrum primum vel secundum * dener gestalt, ohne der regel gewalt.“ Dieser theil fügt verschiedene formen der verse an in betreff der responsorien von den acht tönen und werden diese verse nach beendigung des chorgesanges der alten von zwei knaben oder Schülern lieblich gesungen mit ihrem Gloria patri. Zum bessern Verständnis des textes muß man sieb erinnern, an das, was im dritten capitel vorgekommen ist von den intervallen, wo gezeigt ward, was quarte und quinte sei, ebenso an das, was dieses vierte capitel schon gebracht hat über die grundtöne der acht tonarten (von vers 448 an). So wird dann alles klar werden. Auch diesen theil könnte man sichtlicherweise wieder in mehrere eintheilen. Auch die formein der verse für die acht tonarten in der neume, wie sie der reihe nach stehen, sind deutlich zu verstehen. Freilich erleidet die neume durch die neueren musiker allerhand Veränderungen. Merke auch, daß das doppelte Gloria patri jedem verse der acht tonarten beigeschrieben wird, das erste nach der kunstgerechten art der alten, das zweite nach dem brauche, von welchem die meisten nicht abweichen. Doch wird das ziemlich gleichgiltig sein, ob man das erste oder das zweite Gloria singt. Wiewohl man sollte freilich die kunst mehr ehren, IV. DE TONIS. 145 „Gloria patri“ decantetur, quamvis potius ars vera, quam usus in cantu deberet servari, licet dicatur communiter Cum fueris Romse, Romano vivito more; Cum fueris alibi, vivito sicut ibi, Et iterum: Artem discamus, quamvis usum teneamus. Sequuntur notae IV cum versibus subscriptis (p. 155—163). [155] Primus ut iste sonus tibi versus erit resonandus, En dulcedo tonum tibi concinit ista secundum, Tertius hinc versum sic quemvis tollit in altum, Inde toni versum sic quarti volve deorsum, 56o Quintus et hinc versum vult quemvis tollere sursum. Dulcior est sonus sexti, quem dat tibi versus. Septimi versum prae cunctis tollito sursum. Talibus octavum que neumis concine versum. Talis erit primi modus, haec est neuma secundi, 565 Tertius hoc resilit, hoc quartus carmine rexit. Hic modulus quinti, talis modulatio sexti, Septimus his modulis, octavus fungitur istis. , * als den brauch, wenns auch gemeinhin heißt, bist du zu Rom, so lebe nach römischer sitte, wenn du dann anderswo bist, lebe wie’s da ist der brauch. Und wiederum: lernen muß man die kunst, ob auch der brauch ist zu ehren. Folgt die abtkeilung IV der noten mit den versen: s. 155—163. „Singe den ersten vers, wie dieses versmaas dir vorschreibt; sieh’ die ergözlichkeit an, die des zweiten gesang dir bereitet, folgt drauf der dritte vers, den jedermann hebet zur höhe, aber des vierten verses getön’ das senkt sich zur tiefe. [560] Wieder folget der fünft’, der den ton will heben zur höhe, lieblicher ist des sechsten gestalt, wie der vers sie dir zeiget. Doch beim siebenten ton streck sonderlich dich in die höhe. Das ist die Weisung, die lehrt nach der regel singen den achten. Das ist des ersten gestalt und das die Weisung des zweiten, [565] da springt der dritte heraus und hier ist könig der vierte, das ist des fünften lauf und das die bewegung des sechsten, das ist des siebenten art, so lauten des achten gesetze.“ SpecUtshart, io 146 IV. DE TONIS. 5. Introitus. [163] Quos dant introitus, post lisec addiscito versus, Ut plus cunctorum pateat tibi forma tonorum. sto Incipitur versus 1 per Fa Sol La tibi primus, Ut Re Fa versus per C Fa Ut itque secundus, Ut Re Fa versus per G praebet tibi ternus, Et Sol Sol versus La La La dat tibi quartus, Ut Mi Sol versus Bmollis dat tibi quintus, 575 Bmollis versus Ut Re Re dat [164] tibi sextus, Praefert septimus Fa Mi, Fa Sol tibi versus. Ut Re Ut octavus Ut Fa Fa fert tibi versus. Gloria patri jungis, cui triplat amen tibi primus, Duplat amen quintus, octavus erit sibi junctus, 5so Sed per Arnen reliqui tibi simplat Gloria patri. Quae rubet, primum, quintum fert,- addito sextum. Versum septenum duo c dant atque secundum, Ternus et octavus G Sol Re Ut est sociatus, Sed solus quartus A La Mi Re fit associatus. * 5. Introitus. 2 „Lerne darauf die verse, die die introitus bieten, daß du mehr und mehr wirst in den tönen bewandert. [570] Es beginnt der erste vers 8 mit Fa Sol La (5, 6, 7), zweite in C mit Ut Re Fa (1, 2, 4), dritte in G mit Ut Re Fa (1, 2, 4), vierte mit La Sol Sol La La La (6, 5, 5, 6, 6, 6), fünfte mit Ut Mi Sol (1, 3, 5), [575] sechste im Bmoll mit Ut Re Re (1, 2, 2), der siebente mit Fa Mi Fa Sol (4, 3, 4, 5), der achte mit UtReUtUtFaFa 4 (1, 2,1,1, 4,4). Nun reihst das Gloria du an, von dem die erste tonart hat ein dreifaches Amen, die fünfte ein doppeltes, wie auch die achte, (580) bei allen übrigen ist das Amen nur einfach. Die rothe note 6 beginnt den ersten, fünften und sechsten, den zweiten und siebenten geben zwei c, der dritte und achte haben zum anfang G, allein das vierte hat a. [585] Das siehst im einzelnen * 1 Cf. not. V. 2 Janssen-Smeddinck s. 127 f. 3 Vgl. durchaus notenabtheilung V. 4 Siehe die Zusammenstellung der acht verse am Schlüße der notenabtheilung V. 5 F ist gemeint, auf der rothen linie. (s. Forkel allg. gesch. der musik II, 276. 278.) Diese war schon von Guido eingeführt worden. Forkel 1. c. 260. 262. 278. IT. DE TONIS. 147 S8B Heec et in exemplis subscriptis singula cernis. Introitusque tonis octo prius associabis. Primus 1 Gaudete 1 dat, Lex Dominique 2 , Rorate s , Datque sequens Salve 4 , terno Benedicite 5 junge, „Eduxit Dominus“ 6 • tonus hinc sociat tibi quartus, 590 „Ecce Deus“ 7 quinto [165] „Domine in tua“ 8 consociabo, Sextus dat „Justi“ 9 , septenus dat „Populus Si“ 10 , Fert „Invocavit“ 11 octavus et „Ad te levari“ 12 , Est hic insertus alius varius quoque cantus, Et sic addisce totius carmina missae. 595 M solum, tria C, simul X tria praeteriere Post Christum natum, binum si junxeris annum, Cum flores istos contexuit Hugo sacerdos Reutlingens , noris, si nomen scire loci vis, Contio Suevorum quo colligitur variorum, eoo Post annos denos hinc plurima consociavit In variis spatiis hujus librique locavit du an unten beschriebenen exempeln, da wirst du den Introitus den acht tonarten verbinden. Die erste 2 gibt Gaudete 1 , Lex domini 3 , Rorate 3 ; die zweite Salve 4 ; die dritte Benedicite 5 ; die vierte Eduxit Dominus 6 ; [590] die fünfte Ecce Deus 7 ; Domine in tua 8 ; die sechste Justi 9 ; die siebente Populus Sion 10 ; die achte Invocavit 11 und Ad te levari 12 . Anderer gesang ist auch darunter gemischt, und so lerne dann der ganzen messe gesänge. [595],,Tausend, drei hundert dazu, drei zehner auch sind vergangen, seit des herren gebürt, thu auch zwei jahre dazu noch, seit die „blumen“ gedichtet der priester Hugo von Reutling. Das ist, wenn dichs verlangt, den namen des orts zu erfahren, wißen darf man ihn schon, ein besuchter marktplatz für Schwaben. [600] Doch zehn jahre darauf that er dazu noch gar vieles und bracht es unter an vielen verschiedenen stellen des buches, das nun zählet sechshundert verse, dreißig und fünfe, derer * 1 Cf. not. V. 2 Siehe notenabtheilung V, 10 * 148 IV. DE TONIS. Qui nunc sexcont V tria X versus retinebit, Ex quis diversos variis neumis adhibebit. In ista parte ad pleniorem cognitionem tonorum subjungit inceptiones versuum, qui associantur introitibus, cum tota forma et cum suis Gloria patri, et [ 166 ] patere poterit, quod Evovse introituum, qui eodem modo sicut responsoria et antipbonse per octo tonos decantantur, eisdem clavibus adaptantur, quibus et Evovse antiphonarum, solo versu introituum sexti toni excepto, cujus Evovse in F Fa Ut incipit, ut infra patebit. Hic nota, quod quandocunque introitus secundi toni in A La Mi Re finitur, tunc Evovse versus incipit in Q Sol Fa Ut et ipse versus in G Sol Re Ut, ut patet in introitu „Cibavit eos“. Item si aliqui alii introitus sursum in acutis finiuntur clavibus sive affinalibus, Evovse versuum similiter sursum incipiuntur. Subjungit etiam autor in litera, quod versus introituum primi toni triplicat in fine Gloriae patri secundum varias inceptiones introituum. Quintus vero et octavus tonus in Gloria patri introituum duplicant Evovse, etiam secundum varias inceptiones suas, ut infra plenius patebit per cantus demonstrationem. * wird er verschiedene dazu noch mit noten versehen.“ Zum beßerem Verständnis der töne fügt der dichter in diesem theile noch an die anfangstöne der verse für den Introitus nach ihrer ganzen art und mit ihrem Gloria patri, und es kann deutlich sein, daß die Evovse der introitus, die ganz wie die responsorien und antiphonen nach den acht tonarten gesungen werden, ganz auf die gleichen töne paßen, wie die Evovse der antiphonen, mit einziger ausnahme des introitus des sechsten tones, dessen Evovse in F anfängt. Hiebei merke: wenn des zweiten tones introitus in a schließt, dann fängt das Evovse des verses in C an und der vers selber in G, wie dieß zeigt der introitus Cibavit in der zweiten tonart C. Item: wenn einige andere introitus nach oben im zweiten alphabete schließen, bei den acutse oder affinales, so steigen die Evoven im anfange gleichfalls aufwärts. Im texte steht noch weiter, daß der vers zum introitus der ersten tonart je nach dem verschiedenen anfange des introitus auch ein dreifaches Amen am ende des Gloria patri hat. Der fünfte und achte haben ein doppeltes Evovse, auch der zweite nach der Verschiedenheit des anfangs. 586 ff. Zuerst, sagt der IV. DE TONIS. 149 Introitusque. Dicit autor, quod primo introitus octo tonorum per ordinem sunt sciendi. Ubi nota, quod primo tono tres introitus in subscriptis versibus sunt associati propter triplex Evovse in Gloria patri ipsorum. Quinto vero et octavo tono duo introitus sunt adjuncti propter duplex Evovse. Reliquis vero tonis unus introitus propter unicum Evovse assignatur, ut infra patebit. Non solum tria. Hic autor paulisper digreditur a materia hujus libri describendo tempus et locum, in quibus iste liber descriptus est. Et dicit, ab incarnatione Domini effluxerunt mille anni tricenti triginta duo, quando iste liber fuerat conscriptus per versus quadringentos prseter triginta. Deinde post annos decem autor hujus libri [167] considerans se plura necessaria abmisisse, superaddidit ad diversa loca hujus libri CCLXV 1 versus. Subjungit etiam in litera nomen suum et officium. Et deinde subjungit, quod liber iste continet sexcentos triginta quinque versus, quorum versuum aliqui neumis sunt associati in diversis locis hujus libri, sicut patet sufficienter. Notse V. 6. Metrum. [183] Quos docet autorum pueros schola post variorum, * dichter, muß man den introitus der acht tonarten der reihe nach wissen. Hier merke: der erste ton hat in den folgenden versen drei introitus, wegen des dreifachen Evovse in ihrem Gloria; aus demselben gründe hat der fünfte und achte zwei, und die übrigen haben nur einen. 595 macht eine Meine abschweifung und beschreibt zeit und ort der abfassung des buches. Da heißt es denn: seit der menschwerdung unsres herrn sind 1332 jalire verfloßen, da dieses buch ist in 400 verse weniger 30 gestellt worden. Zehn jahre hernach aber hat der dichter, in betracht, daß er manches nöthige weggelaßen, noch an verschiedenen stellen des buchs zu den 370 noch 265 gefügt, so daß es jetzt 635 sind. Zugleich ist im texte namen und stand des dichters angegeben. Hieher gehört die fünfte abtheilung der noten. 6. Metrum. „Lerne darauf, was die knaben die schule verschie- * 1 Ein X im originale muß weg. 150 IV. DE TONIS. «os Versus scandire per neumas disceque scire, Musica nam cantum sociat metrum quoque rhythmum 1 . Postquam autor sufficienter determinavit de tribus alphabetis per claves et voces in sinistra manu situatis et de mono- chordo, et deinde de modis, quibus cantus contexitur, et post- modum de octo tonis cum pluribus aliis quse circa easdem materias incidunt, nunc circa finem libri, cum musica non solum respiciat cantum varium, sed etiam rhythmum debite conjunctum, ne una pars rhythmi in numero syllabarum excedat alteram partem, immo etiam metrum diversum et prsecipue hexametrum et pentametrum: Idcirco nunc subinfert, qualiter versus eorun- * dener meister lehrt, daß du auch könnest nach noten die verse studi- ren, sintemal musica fügt zum gesang auch rhythmus und versmaas“ 2 . Nachdem das werk hat sattsam gehandelt von den drei alphabeten nach schlüsseln und tönen der linken hand, vom saitenspiele, von den inter- vallen und darauf von den acht tonarten nebst manchem, was sich daran hängt, kommt nun noch eines zum ende. Da die musik nicht allein den verschiedenen gesang lehrt, sondern auch rythmus und tact, (der dazu gehört, daß nicht ein tacttheil bei der sylbenzahl größer ausfalle, als der andere theil,) ja selbst das verschiedene versmaas und hauptsächlich hexameter und pentameter: darum denn ist jetzt angefügt, wie * 1 Geschrieben rigmum. 2 Dieser theil ist ganz kurz weggekommen, aber man bedenke, daß zu Hugo’s Zeiten noch fast allgemein die musica plana des Gregorianischen gesanges galt und der Mensuralegesang erst in Franco aus Köln seine begründung, seine entwicklung aber durch Johannes de Muris fand. Den Franco aber setzt Forkel II, 391 in die zweite hälfte des eilften jahrhunderts, also etwa gleichzeitig mit Guido von Arezzo. Kiesewetter, ge- schichte der europäisoh-abenländisehen oder unserer heutigen musik. Leipzig 1834, s. 30, 102 dagegen erst um 1230, also ein Jahrhundert vor Hugo. Die weitern mensuralgesangschriftsteiler aber werden, Walther 0dington um 1240, Marchellus von Padua um 1310—1320 gesetzt, während Joh. de Muris mit unserem Hugo gleichzeitig schrieb. Forkel II. 426. Kiesewetter 102. Daß die harmonielehre im buche noch gar nicht berücksichtigt ist, während sie schon von Hucbald von St. Amand in Flandern um 930 im auszug gebracht und wieder namentlich durch Johann de Muris weiter ausgebildet ward, darf nicht wunder nehmen. Denn diese gehört jedenfalls nicht in einen populären leitfaden für angehende junge musikanten, so wenig als heut zu tage der generalbaß. EPILOGUS. 151 dem metrorum debeant per pueros, quibus leguntur varii autores, scandiri et ornate in scholis legi et a doctoribus recitari. Textus planus est et sententia similiter. Not® VI cum versibus subscriptis. Versibus hexametris hanc neumam consociabis, Inclita pentametris neuma sit ista tuis. His quatuor verbis virtutem collige legis, Permittit, impunit, imperat atque vetat. Sit tibi laus et honor et gloria, Christe redemtor, eio Quod tua per [184] librum me gratia duxerat istum, Irrorans dictis cunctis hic ordine scriptis, Quo maduit vellus Gideonis roreque tellus. Ignoscant cuncti, si quid minus utile scripsi, Qui cunctis placeat, quia non puto, quod modo vivat. 6i5 Nam fuit, est et erit, quod nequam pungere quaerit Viperea lingua, quse laude forent bene digna, Sicut Adam primi monstrant pueri tibi bini, Quando Cain mactat hinc Abel, quem böo 1 tractat, * die verse dieser versmaaße von den knaben, die verschiedene autoren lesen, sollen skandiret und mit art in den schulen gelesen und von den lehrern recitirt und vorgesagt werden. Folgen die noten VI mit ihren versen. [607] „Für den hexameter ist, was du siehst, die sicherste Weisung, doch der pentameter hat andere art und gestalt. Vier sinds der worte, die uns anzeigen die macht des gesetzes. [608] Denn es erlaubt und bestraft, und es gebeut und verbeut. Lob und preis sei dir, herr Jesu Christe, du heiland, [610] daß deine gnad mich hat durch dieses buch hin geleitet, hast mich bethaut mit der red’, wie sie der reih nach vollbracht ist, wie des Gideons vließ ward feucht und bethauet das erdreich. Mögen alle verzeihn, hätt’ ich gesagt, was nichts tauget, denn der allen gefalle, der lebt nicht unter der sonne. [615] Denn so ists und so bleibts, daß mit viperzunge der taugnichts suchet zu stechen, was doch des lobes wäre wohl würdig. * 1 Dae im texte befindliche beo abbreviatur, vielleicht für boum inore. 152 EPILOGUS. Tradit et in mortem Samsonem Dalila fortem, 620 Cum sua secreta fecisset ei manifesta; Sicque Saul Davidem cupiebat perdere regem, Pro quo per fundam studuit prostrare Goliam, Ac ab eo satanam cythara depellere nequam. Sic turbat Judam turpissimus Nichanor dux 625 Et Mardocheum justum nequissimus Amon Hinc turpis Jesabel propter bona pungit Heliam 1 Sicut Sennacherib justum sanctumque Tobiam, Rexque Joas intra templum justum Zachariam, Serrat et hinc sanctum Manasses rex Jesaiam, 650 Carcerat et sanctum Sedecbias rex Jeremiam, Et jaculat Nechao justum rectumque Josiam, Quem flet adhuc setas quaevis, mage sed Jeremias, Codex trenorum 2 sicut dat nosse suorum. Hosteque nos simili summi patris eripe fili, 685 Quaesoque virgo pia nos salva sancta Maria! * Zeigen das doch dir deutlich Adams söhne, die beiden, wenn da Kain den Abel erschlägt, als wär’ er ein stück vieh 3 . Bringt doch zum tode das weib Daliiah Samson den starken, sie, die verrätkerm, die seine geheimnis erlauschet. [620] Also hat Saul auch gewünscht, zu verderben David, den könig, daß er versucht, mit der Schleuder Goliath zu erlegen, und mit der cyther umsonst von Saul den satan zu scheuchen. So bringt den Judas zufallNikanor, der schändlichste feldherr, [625] sofälltMar- dochai, der gerecht’, durch den bösewicht Haman. Isabel schlug auch, das Scheusal, um gotteswillen Eliam, so that Sanherib gleich am gerechten und heilgen Tobias, und der könig Joas im tempel an Sacharias, und den heiligen Jesaias läßt Manasse zersägen, [630] und Zedekia wirft in’s ge- fängniss den Jeremias, Necho erschießt mit dem pfeile gleich also den frommen Josias, den jalirhundert’ beweinen, am meisten doch Jeremias, — die Klaglieder sind zeugen dafür, die er hat geschrieben! — Hilf mir vor ähnlichem feind, du sohn des vaters im himmel, und du heilige jungfrau, ich bitt, errett’ uns Maria!“ [635] Zum Schlüße bezeugt * 1 Im originale steht das sinnlose Helenam, auch im drucke 7173. 2 So im texte statt threnorum. EPILOGUS. 153 In hac ultima parte autor hujus tractatus refert Deo gratiarum actiones pro eo, quod intellectum suum aridum a gratia et sapientia rore coelesti perfudit, ut opus istud perficeret ad utilitatem magis simplicium et compleret. Tangit autem in litera autor quandam historiam veteris Testamenti, ad cujus intellectum nota, quod scribitur in libro judicum cap. VI, quod eo tempore, quando filii Israel peccaverunt coram Domino, ut Madianitse i. e. populus de terra Madian insurgerent contra eos, volentes terram ipsorum devastare, quidam de filiis Israel nomine Gideon purgavit triticum suum in suo torculari, ut cum ceteris assumto tritico fugaret hostes. Cumque idem Gideon cum ceteris suis filiis Israel invocavit humilibus precibus Dominum, ut misericorditer defenderet eos ab hostibus, apparuit eidem Gideoni angelus Domini dicens, „Dominus tecum, virorum fortissime. Vade, in fortitudine tua liberabis filios Israel de manu Madian.“ Petivit itaque Gideon signum ab angelo de hoc facto dicens: Domine, si salvum facis per manum meam Israel, sicut locutus es, ponam hoc vellus lanse in area seu in arida terra et si ros in solo vellere fuerit et in omni terra siccitas, sciam, quod per manum meam, sicut locutus es, liberabis Israhel. Factumque. est ita et de nocte consurgens expresso vellere concham implevit, dixitque rursus ad Dominum: ne irascatur furor tuus contra me, si adhuc semel tentavero, signum quaerens in vellere. Oro Domine, ut solum vellus [186] sit siccum et omnis terra madens. *. der dichter seinen dank gegen Gott dafür, daß er seinen trockenen sinn nach gnade und Weisheit mit dem thau vom himmel befeuchtet, damit er sein werk zu nutzen der einfältigen habe ausführen können und vollenden. Dabei berührt er im texte eine geschichte, die geschrieben steht im buche der richter im sechsten. Anmerkung des herausgebers. Die breite der weitern ausführung unseres treuherzigen und redseligen commentators Wolle man uns zum Schlüße erlaßen. Werden doch statt derselben in unserer, mit der bibel bekannteren zeit die anführungen der betreffenden schriftstellen genügen! 1 Mos. 4. Richter 16. 1 Samuelis 17. 2 Makkab. 14. Esther 3.; 1 Könige 19. Tobias 1. 2 Chronik. 24. Jeremias 37; 2 König. 21. 154 EPILOGUS. Fecitque Dominus nocte illa, ut postulaverat Gideon et fuit siccitas in solo vellere et ros coeli in omni terra. Vult ergo autor sic dicere: Sicut Deus rore coeli implevit primum vellus Gideonis et deinde terram siccam, quod eodem modo intellectum suum siceum et aridum perfuderit rore coelesti ad hoc opus perficiendum pro junioribus clericulis musicam discere volentibus, quorum intellectus per scientiam hujus libri, si fuerint in eo studiosi, a rore coelesti perfundentur. Ignoscant. Hic supplicat autor omnibus hunc librum audientibus, ut grata habeant singula in eo conscripta et sibi ignoscant, si qua minus bene posuit. Sed quia scribit Salomon ecclesiastes primo capitulo „perversi difficile corriguntur et stultorum infinitus est numerus“, ideo subjungit autor in litera, quod vix aliquis poterit facere aliqua bona ad laudem Dei vel etiam hominum, nisi etiam ab aliquibus nequam et perversis detrahatur sibi. Ideo etiam submittit se detractioni perversorum, annectens undecim historias veteris Testamenti, in quibus evidenter demonstatur, quod pluribus evenerunt mala propter eorum bona opera. Sicut Adam. Legitur Geneseos capitulo IV: Factum est autem post multos dies, ut Cain offerret de fructibus terrae munera Domino, Abel quoque obtulit de primogenitis gregis sui et adipibus eorum et respexit Dominus ad Abel et ad munera ejus. Ad Cain autem et ad munera ejus non respexit, quia vilem tulit oblationem. Iratusque est Cain vehementer dixitque ad Abel fratrem suum „egrediamur foras in agrum“, cumque essent in agro, consurrexit Cain adversus Abel [187] fratrem suum et interfecit eum. Sic adhuc multi nequam Christianos suos bona et laudabilia opera facientes, si non gladio, tamen lingua occidunt viperea et venenosa. Idem applica ad subscriptas historias. Tradit et in mortem. Legitur in libro Judicum capitulo sede- cimo, quod Dalila uxor Samsonis ducis et gigantis fortissimi continue instabat omni, qua poterat, precum instantia ipsi Sam- soni, ut enarraret sibi, in quo esset sua fortitudo. Et ille amica relatione dixit ei, quod crinibus capitis sui, quod nunquam fuit rasum. Ipsa comperta vertice, cum una dierum dormivisset in gremio suo, vocavit tonsorem secrete jubens illum radere omnes crines Samsonis et cum hoc vocavit inimicos Samsonis, qui late- EPILOGUS. 155 bant in insidiis et Samsonem, cum evigilasset et crines perdidisset per rasuram capitis, ccecaverunt et sic multa mala illi intulerunt, qui tandem, cum ei crines denuo creevissent in capite, praedictam Dalilam meretricem cum mille aliis hostibus suis fracta columna unius domus interfecit et ipse similiter mortuus fuit. Applica ut supra. Sict/ne Saul David. Legitur 1 reg. cap. 17, quod David ad petitionem Saul regis occidit per fundam Goliath gigantem. Legitur quoque 18 cap., quod spiritus malus vexabat Saul, David autem percutiebat cytharam et eo tempore spiritus malus recessit a Saul. Saul tamen non immemor bonorum David saepius nitebatur interficere eum. Applica ut supra. Sic turbat. Judam. Legitur secundo Maccabaeorum, quod Judas Maccabaeus dux famosissimus et strenuissimus [188] multa bona et laudabilia fecit opera, pro quibus turpissimus et malignissimus Nicanor, dux regis Syriae, quanto plus poterat, eum persequebatur, tandem autem obtento tropheo in proelio Judas caput Nicanoris abscidit et juxta Jerusalem suspendit in altum. Sicut legitur secundo Maccabaeorum ultimo. Sicut adhuc multi, qui pro bonis reddunt mala, torquebuntur aeternaliter. Et Mardochaeum. Legitur in libro Hester capitulo tertio, quod maledictus Amon virum bonum et justum Mardochaeum habere coepit odio, unde etiam ob invidiam ipsius Mardochaei, qui fuit Judaeus, obtinuit a rege Asvero, ut in centum viginti septem provinciis deberent occidi turpiter omnes Judaei. Hester autem regina haec percipiens obtinuit cassationem literarum earundem et cum hoc obtinuit a rege, ut ipse Amon suspenderetur propter malitiam suam in patibulo, ut legitur Esther 15. Hinc turpis Jesabel. Legitur III reg. 19, quod Isabel uxor regis Ahab detraxit Heliae prophetae propter sua bona opera. Unde volebat ipsum occidisse. Qui fugiens jacuit subter unam juniperum et petivit animae suae ut moreretur. Sed angelus Domini consolabatur eum. Turpis autem Isabel propter maleficia sua deinde projecta fuit de turri et canes lingebant sanguinem ejus. Sicut adhuc multi detractores per canes infernales detorquebuntur, nisi de sua detractione satis fecerint in hoc mundo. Sicut Senacherib. Legitur Tobiae capitulo primo, quod 156 EPILOGUS. Sennaeherib persequebatur crudeliter justum et sanctum Tobiam volens eum occidere propter sepulturas et alia bona opera, qui Sennacherib deinde a propriis pueris suis est occisus, ut legitur ibidem. Quapropter si detractores praecogitarent futura pericula | a detractione et persecutione bonorum cessarent. Rexque Joab. Legitur in II Chron. (Paralipom.) cap. 24. quod Joab rex Jerusalem Zachariam filium Jojadae sacerdotis propter bona et salubria dicta et consilia sua ccepit eum odio habere et occidere inter templum et altare. Sed ob vindictam a propriis servis occisus fuit, ut ibidem subinfertur. Serrat et hinc sanctum. Legitur 4 reg. 20, quod Manasses rex Jerusalem fecit peccare Israel et effudit sanguinem prophetarum multum nimis. Unde etiam (ut dicitur in historia scholastica) lignea serra jussit serrari Isayam prophetam, qui erat suus consanguineus et ob hoc in vindictam longo tempore in carcerem fuit missus et multo ferro alligatus, Deo hoc permittente. Applica ut supra. Carcerat et sanctum. Legitur Jeremise 37. Praecepit ergo Sedechias, ut traderetur Jheremias in vestibulum carceris et triginta octo submiserunt funibus Jheremiam in lacum, ubi non fuit aqua, sed lutum. Descendit itaque Jeremias in ccenum, secundum, quod factum est ex eo, quod Sedechias non curabat bona facta et dicta Jeremise prophetae, sed sibi detraxit et eum in carcerem posuit: in vindictam rex Babylonis ipsum captivavit et caecavit. Etjaculat. Legitur 4 reg. 21, quod Josias, rex Jerusalem, venit in occursum Nechao regis Aegypti et occisus fuit in proelio, et quia Josias fuit rex mitissimus et mansuetissimus, insuper religiosissimus et rectissimus (sicut etiam legitur in sequentia „Stirpe Maria etc., Patris Josiae adimplevit te religiositas“), idcirco ob vindictam ipsius Nechao occisus fuit a rege Assyriorum. Subjungit deinde autor in litera, quod Josias rex lamentatus fuit ab universis et maxime a Jeremia propheta, qui librum Threnorum seu lamentationum (qui singulis annis in universa ecclesia catholica triduo ante pascha legitur ad matutinum) de ipso Josia historialiter compilavit. Et quia omnibus detractoribus in fine hujus libri per historias subjunctas male postremo accidit; idcirco autor ista subjungit, ut audientes ea detractio- EPILOGUS. 157 nibus bonorum factorum dictorum desistant. Petit deinde autor, ut Jesus Christus et piissima virgo Maria nos a consimilibus hostibus defendant. Amen. Impressum Argentinse per Johannem Prys Anno MCCCCLXXXVIII. Note VII. 158 ANMERKUNGEN. ANMERKUNGEN zu s. 92, note 1. Jöcher, gelehrten-lexic. IV, 1115 sagt: „Theddulus oder Theodolus, ein Italiener, lebte um das jahr 980, studirte in Italien und zu Athen in Griechenland, hörte zu Athen die heiden und Christen mit einander disputieren, und trug sodann beiderseits gründe in einem werk in drey büchern zusammen, so den titel führt: Ecloga, qua comparantur miracula V. T. cum veterum poetarum commentis, welches auch Tetrastichum in den Codd. MSS. genennt wird, und zu Leipzig 1492, wie auch 1504 zu Lion mit Catonis distichis gedruckt worden, nebst Bernardi Sylvestri commentariis in der kgl. biblioth. zu Paris im ms. liegt.“ Forcellini Lex.: „translate intercalaris versus est, qui inter aliquot versus, interponitur“, ut in Ecl. Virg. 8 illud: „Incipe Maenalios“ etc. Et „Ducite ab Urbe domum“ etc. Servius 16. 21. Alstedii Encyclopaedia (Herborn 1630) lib. X. Poeticae sectio IV, cap. V, xxni. s. 555. „Ecloga simplex est, quae unius generis carmine absolvitur, ut sunt eclogas Virgilianae. Mixta est, quae variorum generum carmina adhibet: ut illa est, quam hic subjungemus. Versus intercalares (Graecis 7tapE|j.ßsßXv)|jivoi) sunt, qui subindo repetuntur: qualis est ille ecloga 8 apud Virgil.: „Incipe Maenalios mucum mea tibia versus“. Matthiae Martini lexicon philologicum. Francof. 1655: „intercalaris, e, quod intercalatur, hoc est calando seu vocando, interponitur. Servius in ecl. 8. „dicitur versus intercalaris, qui frequenter post aliquantulos interponitur versus: sicut intercalares dies aut menses vocantur, qui interponuntur, ut ratio lunae solisque conveniat.“ Die versus intercalares sind also schaltverse, im sinne des heutigen refrain, und ist die ganze von der scala erfundene etymologie eine Spielerei der Unkenntnis. J. Euting. Za s. 137: Cantus curatus ist ohne zweifei blos ein nachläßiger ausdruck für cantus accuratus; cantus accuratus oder cantus metricus heißt nämlich der ambro- sianische gesang von seiner bezeichnenden eigentliümlichkeit, indem er die quantität der sylben streng einhält, im unterschied vom gregorianischen gesang, als eantus planus (cantus choralis), der, ohne rücksicht auf rhythmus und quantität der sylben, sich in mehr gleichmäßig gehaltenen noten bewegt. Unter der angeführten stelle des magister Joannes vermuthe ich Joannis Cottonis tractatus de musica cap. XIX am Schlüße (bei Gerbert scr. eecl. de mus, s. II, 255 f.), wo es heißt: „Sunt et alise modulandi species quamplurimee ANMERKUNGEN. 159 egregiie, quas omnes, ne tsedium potius, quam doctrinam lectoribus ingeramus , enarrare non oportet. Cantus autem hujusmodi musici accuratos vooant, quod in eorum compositione cura adhibeatur. Hos etiam metricos per similitudinem appellant, quod more metrorum certis legibus dimetiantur, ut sunt Ambrosiani.“ J. Euting. Zusatz des her ausgebe rs. Nach Vollendung des manuscripts kam mir noch das für die geschichte der musik interessante werk zu: Die sängerschule St Gallens vom achten bis eilften jahrhundert. Ein beitrag zur gesanggeschiclite des mittelalters von P. Anselm Schubiger. Einsiedeln und New-York 1858. Ambros geschichte der musik ist mir leider erst zu spät zugänglich geworden. 160 INHALTSÜBERSICHT. INHALTSÜBERSICHT. Seite Einleitung ......... ... 6 A. Erste abtheilung. Der text. Prooemium. Eingang . . . . . . . . .11 Eintheilung v. 15 ff. . . . . . . . .18 I. oapitel. Die drei alphabete.26 1. Die voees, töne. Hand Guido’s v. 24 ff. . . . .26 Die Verbindungen von Schlüße] und ton, junctura v. 48 ff. . 31 Die alphabete v. 58 ff. . . . . . . • .33 2. Die mutation v. 73 f... . .40 3. Die singarten oder tonleitern: Cantus Bdurus, Bmollis, Naturalis v. 98 ff..47 Cantus sinomenus v. 114 ff. . . . . . .49 II. oapitel. Vom saitenspiele oder monochorde .... 55 1. Einleitung v. 143 ff..55 2. Mensuren v. 172 ff.; alte 180 ff.59 3. Mensuren, neue v. 231 ff..68 Anmerkung.. . . .75 Construction des monochords.76 4. und 5. Übungen v. 268 ff. ...... 79 III. capitel. Von den intervallen oder modi . . . . . 81 1. Im allgemeinen v. 280 f. ....... 81 2. Im einzelnen v. 299 ........ 84 a. Die neun modi der alten . . ... . . 84 1. Unisonus ......... 89 2. Semitonium ......... 89 3. Tonus .......... 90 4. Semidytonus . .91 5. Dytonus ..91 6. Diatessaron. 93 6. b. Tritonus ......... 93 7. Diapente ......... 94 8. Semitonium eum diapente ...... 95 b. Neuere modi. 96 1. Diapason, octav v. 376 f..98 2. Septime v. 387 . 99 a. Semidytonus eum diapente.99 (3. Dytonus eum diapente.99 INHALTSÜBERSICHT. 161 3. Verdeutlichung durch die notenbeispiele Seite 140 IV. capitel. Von den tonarten oder toni. Vorbemerkung ...... 144 1. Authentisch und plagaliseh v. 41G fl'. 144 2. Die acht tonarten v. 448 154 3. Seculorum amen (Evovre) v. 474 f. 164 a. Principale ...... 164 b. Differenzen v. 489 f. ... 168 c. Anfangstöne v. 519 ff. 172 d. Die einzelnen tonarten 180 erste ...... 180 zweite ...... 186 dritte . . 190 vierte ...... 192 fünfte ...... 194 sechste . . . . . 196 siebente ...... 198 achte ...... 202 4. Die responsorien v. 539 f. 204 5. Die introitus v. 568 f. 208 6. Metrik ....... 214 Schluß v. 609 f. 216 Zweite abtheilnng. Die noten i Vorbemerkung ...... ii Die Facsimile ...... III. IV I. Die alphabete ...... 1 II. Die Intervalle ..... 11 A. Terterni modi ..... 11 B. Tritonus ...... 13 C. Singübungen ..... 14 Evovse und Psalmodieen 17 III. Die tonarten ..... 17 Erste touart ...... 17 Zweite touart ..... 20 Dritte touart ...... 21 Vierte tonart ..... . 24 Fünfte tonart ..... 26 Sechste tonart ... . . 28 Siebente tonart ..... 30 Achte tonart ...... 33 Zusammenstellung der 8 neumen 37 Zusammenstellung der 8 kleinen psalmodieen 39 Zusammenstellung der 8 Magnificat . 40 Zusammenstellung der 8 Benedictus . 41 ßpeclitslmrt. ii 162 INHALTSÜBERSICHT. Scite IV. Die responsorien ......... 42 Ihre 8 neunten ......... 49 V. Die introitus ... 50 Die 8 verse . . • • • ■ • : 64 VI. Metrum .......... 66 VII. Singübungen ......... 67 VIII. Anhang (vom herausgeber beigefügt) aus Gerbert, de musica sacra .......... 68 1. Kyrie . . • • . • • .68 2. Offertorium ......... 69 3. Agnus . . ■ • • ■ • • • .71 4. Benedictio . . • ■ • • • • .72 5. Pater noster . . . • • ■ • • .74 6. Ave Maria . . . ^ . . . . .75 7. Sequenz de beata Virgine ....... 76 8. Ut queant laxis etc. .- .77 DIE TAFELN. I zu s. 16. Guidos band. II zu s. 106. Das monoehord. III zu s. 142. Die intervalle. IV zu s. 160. Die tonarten. I. ZWEITE ABTHEILUNC. DIE NOTEN. OXb&UiAst Iu Un«, e it^eivtl'utttt-pAt'lW xjexitaPt/ de-v oiujunil ) ti (d-ett (vvid llu tt'Pv e.i/ |xt.93 UUxL 95 VeAAXAÄ^duXMiit&iy . IxettAI XxßP«Ot/U /HotC/U, -UX4 h tU'iW Ult tlx(/MUAy|’ zu uct’dcu,, Aauki die acPxti^t xtuxdiut ui <,u*Jj xLcu.i a^cdet/M/ ilex tvuAAws ftexicIvucUxfit fiPex&ett a.oPP ( \y>Lc diejci HoteuAiucfee ixocPt Dow, euxJUy xtea voxicjc t i jxxIVtPux ixxif/ttj ?.6. iah xyu'Ja CH votixtteA/ui) exx^uicPxeu Pc ixofieiA Aje.tiauxjPmePie. zeMy tu) luid xlx lJ 5 xlfijc>w*xjexu xlxvt .tePiPxi-jclei 1 ., deA uxei-.rtexui tetunacM’ü/jkeP Lat (aouxit Axxa xc cux^ Ae x wie’ttxxi , xliui ^ tiit-j' dev x.vv>*xt«xu PuuyLe- Puxt ) o-j’t txtitteit tu den Pinie w Kxudeit vvixxl | uxexot> vt-t- den/ (if+acPitu^eP- (aCo.o ixt dt c xtix^ xle-v dtiitexu fiuAe,) vustqt. ctPouvtoaiixt — § luutxldMud?. a. 36. 37. 58. f. xuau ^OLoöXtxuii«- xxaxö cU/tu S&rttia a. 6ei. GUxdi-xoo , C(ifcscPx. d-tvi- v-HAuytß, 31 ■*. 170 - wvitKxftxivtAj *utu jxtoiluult’y a93. dt 10 feierte %am ePiexv det- f’xiiie Lat xte'i cauvUm t tW cUu, ex.iteu txm (odeu de/w aePiPüaaet ) »Lev MAtePvatexu Pinie. oexu dxixttty. DL * S.93. ccpi a no #♦- b||# _. V P>T W .W ▼ ---—L bis vir go f Itfw /jg figura Ö uto dilitrniattay IV. figura infernalia^. J. 9 J. ♦♦ ♦ ♦ ♦t* 04 * ♦ ♦ S $Inifo«u5 (£ jßerfecte fecunde ftö s«i 5 P + ?* * y» ¥ r * irj m i- — % imperfecte fc$ e §. impfecte feptie £ impfecte ferfic (0 peifeetetertie $ impfecfeqrte d> fj^erfecteqrte ‘» UT.n^n, t t I© Biapmtt 3 9mt>t«te fete f *«, Ö JR perfecte fe.rfe misvn ujp— ff -|-rj- y^4| ^ f 41 TTl ^iapafon 03 perfecte feptime /. I S.S 7 - 6 s: Dic^tythabete. des Origin/ddrucks. -■ s■ ^ 4 _Ä_ =T~ 1 J -- 1-4 tu . tum, yiu. trüan ■ phus . ho dies super \ .— ^ -■ r 'w i OTTO nes coe ■ los ascen/ . di sto -rr« -r-e Cn 4 —9 1^7— =4= -^ —J—©i —I— . ne, de-' ■ re. fdn, -; 2 1 i —»j = 4 = • 1 w hz> est ; ~ui 7LCL/. « —© -e^- C" Ö 0 o i _ - -a “i T-J < h J c c 0—' , ■—i -e^— —I- —-q — 7 —s—€ ~*—• —— —j—r- I -• —« —J—• -J—j—j— ■€4 -©—O— = - Ne*. ■ ■V«'- Ijr ^j -e-?—-—-1—i- i^~l ^ gEE: -G^. - c — e • • e - 1 — e — i —• * [-0-0—| —• _j --- -e^- £ 3 ö •—• Chris 4 z n g l to -für- *3= JUJV J ; j :j < j : ". - 3-d- j ; '^ •* j z ::~:: p:- - t 3 c/cts pi . a, t/uccesu. -tt- 0 -I ? 1-1 1-4^ Fo ns duico ns amo 6 . q S o xlem, ris Je ■su, fi . li virpinis - um et ip . se ■ . tanq/uairv sponsus proce < 9 . —H— 1 ' - bis L ö * o ■-J - g •«- ~±+ cd dens de fimTumo ... . . . . sto Jn, so . le, po .... suit ttx. . i «,'-q — — ^=n —i— —f—H ... —J '—i _ «_^=, • _c # ,c her iw, eu, . . htm, su [ J - J- + Q. 1 I : 1 <-J /-4 z-' <= ^ Q CZ : * . 1 0 . .... um,. . . et ipsey hui =zrrbd=l —i— 1 — ^ j • __1_L_ CJ J -J.. 1 ...d* ■ O - CI C3 w a J.4 tpua/10. . . sporn .... sus proce . . --;-;-|-1-;-1- 1 1 I 1 J er -J-4- Ö m * •“ -J * J d-_LJ— . . . dens de. dtulasno . su, O Tbl . . liis. por. € > O - ■4 s>. - i —s - 1 -v - 1 l ■*! * i ^ % -1 - 3. -/ff. CI r-^zz|=-.p- —]=| ^4= (ft a - ' 'J “r ^ : —U— 1 £31 tos . ppinapes^oe- . E siras eö :zji 3 S—_^~'i^]—zs^ ei/y . vas- rru/ . ni/ pop ....... tae/ 1 " j ' .J ~?L J--3 < = l « ^ a är 32 .Äer / 2 intro i/ . . a j^ jg sfo ■ l|PP± 7 Z £5 SfEg *. : *< d ri/ . (&e/. SUL* //. JI. Jl cTcT-tä s.m*) /fe Intervalle (TModöj limmteroaUe^süids, InreJo IT sidv der gamar sesawhifidtuyA/'b&- F$3E ' ’ het- =3-~ m * Ter ier/ri sunt. 7710 dl. pia&us ‘ 0772 ms cernTlener conte- 7oej/et J /uardichs: Tuierler ~iom / zzur eh haTet hzi/ % ■ o ■■■*!-• * 5 c näur scilicet >• Zfazsonus, fieml ionlu/rr^ v ya/zzer^ Äeßtaru&räai&ü>7i' / ym/se le/zs, l&fitlei, zMejetet^uocrt. ± Tonus, ^re77iidito772/s j JJitoTuts, TiadessaronS (Sefaoide^ (täeme. terzo) TM. Ist. e&e Ifcuhttt Hak&SaO&Jiaßtsie Tuet-ru tay f (/us aum modum, esse agnoscat-. sintemal au/ so wenig' iohens edles Tiarmowus sidis aa/ H --—--- —t *7-S5 — 1 1-1 Ulli ,yfne- ^iCari . . ets pra. ~tzas pZ& . . 7ioo. ea • +i q '♦ d ^ Do 77W nus. te, .1 TaC 1 « * i • i #== -4 1-4- |\|- a5a - C • <=> • 1 ^ ^ Q ^ Ä ^ —fi 4 ■ " 1 1 w -* -——1--- HH - sem . . . per . . et, . vv se . cw la, . .. - • « --- . seculorU77?y cuneus. pccuZo . rian ceastv |\|og oe* . . .Claris . at/. didctsßid- _ . _*) _ . rv . aa, mca. . _ t/r_ mü . liffg . i seriror diäte/ O. fiirufiibungeny durch dwganz&Scmds. Cil m. O - -1-1-;---1 -i_ -1-u. -t-n * —_tz_l - —4-- . lus . . „ radti . /s. _a -rv»— • « h^=^=^> =h-£=ahzL_l_ 4 —-±- .. 3=öt4 -Oi- N?2. 5Ö il§3§*lf£| r<&. . do c& . h*-t as p=c i " - - -^ i ±±- . pz/. . . <*> ±=± pro • o - C3 ~ j . no big vor .jo -^7 c ^ &■ ^ . < -e- < H U WtH- *=H sJQiri/. a-- "'S» ät±- / 7 . m Toiuutcny. Urste Tonart. I) authenticum/. •r- Or 5 V* Q - Pn . murrt, gruuerite, repmarv Jter/ ^ r lT. -///. $ Z.A'uoucte fSECVZOHIZJC _AM£]$h) ff/pf ßrincipa/e, fine, dcfrcoe tiefer. Sfct J O /cadorum/ ,Ä . rrtr/i: ^ E IL o IV Oe e, . 1 -Me*, nomewjjo . mim/. m Jg7 4 I—| —er « 7e . cum,pruiri pium, Quid, retrtintr . am/. Cum indit- . ce . re/t/y. ßimau- . clissct Job O pastor ar/crr . nach- der xmeit&z, ne-, Differenz:,. O ff 3 pastor aeter ne,. Sv offers ipsi soli Imij/wJue 3t - 4 —- o o 22 HS 2 • 4 ^ ieDAufe.neajifanpJSi offers ipsi Soli /nach zioe/Ur Differenz,.) Speclitshurt p y. ß. Differenzm... o -&r _E u. o u. ou . . £, 2 .Je . wt. Jerusalems ^#?T-♦- ^■■1 ' 'J= M^ Cum- au. . . irm. mu.lL e. res 24 3 ~CT — g ^ u o u, a. . . . .et. ^Ruclusest ü- . tes puer -Oi--- 0 3 3 3^ —G — I - 1 — — i M=t=N t il o u- as es_ 1 4 Jolo paler. Reefes Tkarsis. 1 , * Cl v~* —s- a ..CL “W- *: t ... zzLumz: __ . . —t -1-1-1-1-1-1 I I I ' | l 1 r E u. o u a. . e. ?: Raza.ru \s. ■ Je . . . riit hu . __l -Q =S=^ r—• -w i T _L_ _L_i 1 • . meJvtuMms Domimes ut videt — 1 T . H 4 am. ' Barnimt:; le . r /lfe ■ Q 'er. „ E u. o u. Os et. ^Scd . rj& m . . . . 'qo . j: * xitZfl. />. £- ■ ^ ■"= 4 s bztzr; — rut ä 1 ^ S" '" —r—S| □p® i - * -0>— -1-1 —•- — 443 —1— F.te cito in plateas . . iptis thesau . ris suis. *49 • ) Intojiatio psalmorum/. dl. ^Mmorunv. Formel o ^ ^ d. Secundum anlzc/iws. fft ße jfD ~r^" m <=> —e -*1 r -a- =- 1 • , C - * Cü T ^- 1—1 ' ! 1 I 1— Tim /i toni- me Bes erstens ton ^ - h fodiam psedizs in dir e . /do . es melodis sing du nur ganz einfache. r.. - Q - » ü TT =t -4 1k Der xit Her L r Zu ominus Domino rru vtgesagt zu manem. Ha =t= # t? TW J eafe a dextris ritze zu meiner re re . di. rft is. tens. W. ^ w r~ ^ 1 * < 1 rrr it *• .— T -n - l 1 i ! r meie meis secundum modern ws. Mi 1 . . mei . 1 —a -4= 4- Diocit DpminusDomino meo sede cts dextris me* . is. ß. JPZaforumy. d. -rin- .Dsigru . fleat a. . nimcv merv Do . rninunv. 20 . — s 7—7 ^ Sh -4 - =fc±==t—= —=\ i-J—1 h 1 1 l-t—F— Bens, . c&cüis De . us Israel rp/i . a visitaovty et 7^ Sa ^ « * ~~4 1 i —h 'S fecit-- redemtiontTTv pletis sw . oce,. Zweite Tonart*. Dp loyale. —■■-„ . 'Q ^ o .. Q ~ -— c; s-*-& -H 'FTir 1 = 4 — R=-- 4 -U U - = Pl— 1 - Je . cu/ulan, au, . tem similes est Aula f*=l P .ft ß i i ft Q __ .7= ^ H : ■4 '' -+-H 1 Eu/JUXtS. tbnsur . pe,. Jbstpwam, de> . ml Do . spiritu; humilitatis . It 4 2Z. -• <«»> 'vlliJ 1 . "-f- -+-^—w - ■■"*—■n-r\— t—> ■ Oe ---♦•- — _rt-H — =fc±öa^s+öH-+ sunt. O : I I lEitouae,. . i. JB. Diffhrenlia. niii £ iz o n cc e/ . 9 . Goes mei- vermes «(■ -«r _ -@r +r - ■€ ^ 1T 1 -H| ^ 1 Hf4 T'^ F Vcc . do parare^ . Do . mine. m£ . rer;. Ei ■ H tui/ -f 6 *- 2 ” iOi - PTtrl _l r -O* —4 -e < * — -«r MM — H — =t= 1— ■Rfr E u o n a- es . 30 .Sal . va nas.Pme sin Do . mine/. - o « • — 'I t I . o —» — Qf/ja. , si ec . nus. E . (fo surnpas . tor. M&uH 23 . d. -e r “T" r . -e K-« r ^ 1 m w - i • f J • —— — ( E u o u, cl, . . ■ e- . Quo. ni/ . anu in, . aeternum/ -S • q _ _ . ■© ^ lT. 4 € - m ^ « II . - rj. n II 1- 1 II Om,. ni a- epuae . cunpne,. Do . mi . ne/ probasti/. ID.lntonatio psalmorum/. JormxE -m- .yl. , /M.ijwrijjny. Et Bjt/ Far k S -A. ^ ^ k «1 -- « — -- Tji- n 1 1 =£= Tertium/ suspende in me/ dio sed in finr, praeclpvba/ Stdp hinauf i am, dritten/ uv der mitte deekzum, ScMqie /Dsteip Tierab. ^ _ -S| q -• •«M T ^ =*■ -• ■ <3- < »T « r> ■ i '-f < i _ _ i i t 1 1 _1_ 1 =t=: 1 Di -€ 'xitDonu =r -•- -Sr -i nus D iinim -v a mea sede, a, t_^ -er* -s der. k- -Q- tris 1 /7Z/VJ* . ■os— - U -f- —^7 j -1—-1— M— —H— Dixit It B. yflajoruTi 'ominus Domim 7 meo sede/ a, dea. _« i. rv j__ _J—l— 1 * i ! _J__ * —1— r —1—1— Z- ,/tlapni . firal L anima. me,. -r +r -er •* •* ‘ ~ ■ 3 * .Dominum/'. r-&- r-^r -€3 r i '•r r 1 - ~j —I —1... 1 put . Dene. dictus Dominus Deus . Israel a, . oisita'/ - ' oi/ . . et fecit reo/emtioiiem.' pie. . ii r succe- swxe.- -e, p= i - \ t) • | Siuce. . sic . or e, . Vierte Tonari/. 1 P 1 ^' __ Jteuma, ~r~ 1 *'* • ^ _ _ r :^l • « ^ | 1 ^ Ö *1 T"T~T" | ri Quctr ia ^ rj c oi cycli a i 1 —1- ^ venit ccd e- ... _ Ä O ^ - CJ r J • <= * r* i ~*r - -■ “«—1— - 1 t =T= r =q=4= “1-=t= I ElWlttZd. .yf. PruzcipaJjr. ^3 4 -*i- i i I £ U. rj iji, cc e- . S. /30. "I- 4 —O— - - - ■« c; fi — c v M— — 1 — _j 1- 1 l.To . ta. pul. cArtz. es. Tost, pajriurrt vrryo. m Scientes' yurito fu? , . rcc . est- Ve . deno cctmzcs. <=H ■TT TT. 4 __ 1 d/os scientes S- B. 'Differentia/. l> k) “i ^-r«-;=r~ : - i ' 1 i_i_ ’ - ' -...]- . -r- r E no ic cc e.. 13.. Secus tiecunms S./3/. ^ i i « - "i—S ' ' | h" i i i t~h— —*1— __L_ 1 r > | 1 a/ftca 1 ! runt T lec/ia oitas Si . mon/Barjo . /2 aJis. _—, Q . r*\ • i r j. a « -T-—e “ =3== Jnrut 2 Q •es . ha J_. . .j •nt. Duhums - er/ir/rt tus. ,sln. \oru\ k i* ms. Q .. % -j— c ■ i~ 1 ■" n ^ , i 1 — 1 _ =5= 1 1 t/mej J. Q lamns na. mietip . . jw 1 — . Super te Ieru, salem D- c < p? ii r i — ^ _ 1 a ■ ~ 4 si i t 1 * - 1 t H—t n £ u O IC c n . . e,S.l I fe. . lit er S13/. r/o DetJt . i 'Jient' Q ^~8 , -g)"«[ • <~ä -.- _-r-^- 1 < »—e — i* =F - H Do ——1 ——i - mines susci . ' I pe me. De vitas j £Jt r cz • — •i i __® 1 1 iius Jt- Q , 1 rrn reminiscaris 1 • < — "Ti i a 1 * 4 -- -(- £ u. o w . a & \§.£aci _t_ 'ussum.. Mdelis <32. f c V. , —1- s^d/s f \ Cs ^ 4 * ^ ■ — i S * ^ ■*Tr= d ^ -T— - 1- IT - T— T—— —I-1-j— -1-1 ^ . mines. . Depppto. 0 mnrs. Si . on, . Fade ' . ■«*-=— «j ’— « < EE^= — - jam. Jn proles mater . Spechtshart D 26 . -P&- Or - O r T7 7 JF.Intotiatio psalmorum/. 107 T ™' ^Minarum/ ^ O 'i — 1 Q ■ ■ o • ' Q Q «I Q Q i tfeartus to/itts ui prima rp/dai/jn, aerr/irA/ y icendem, ai aZ~ t=» — -H- -fl _U_ d. 6 cadtt,. kcdokerab. Q t Q M e 1 - Q - « f -g—< J /JJ. 2 . Dixit Dominus Domino meo sedu cv dextris meis. Q • Q » i*=H- Diaxt Dominus Domino meo sede/ cts dextris meis. ' -27. dla/orum,. Q ■ -< S i '1 - * - % Q 1 <£> --» ^ ^Mapnip cai> ° \Mxyni . fleat anima/ meet/ ^loijiinum. a,. Ä .b_Q m —' « * ■— dz 1 i Fi * ■ r ;• i i _L_ 1 /Benedic . bis WamimuDeus Isra. . et tpuia, oisitnovt. ei. fecit/ red~ S Q • • m lOr _Ben.fi, /i dictus emüonem,' pleiis suae'. Veurntt,: J'iid/lö TorUZrt/. jf. azdJw/dzaimy. d. * 3 S. r>\ 3 ü tfanpue pru . . den, . tes intmoerunt, ad nuptias. 27 LEuoitac ^.principale. -ff= —« L I E u. o to as e, ’ . 4 _o 4 r— q |—« [—« -Fj-f _ _u_ _ I _ Fons, or. torions. In conspectus . -#- 4 -* t- 1 -e -« mi _c —4 — zzlr 4 =± __ 1 _ FxuTtcd iunt o -*=(■ wo <4 ZZÄ- C II r iof,. In, •«r •« ^ o-fuit I ^ _j__ 4 * _ *. .11 . ■TT^- —1— Ex . e/uo. Bifjerentüv. o: » o mein, Ecce/Jo . mi. nus veniet' . -4 • *4 -q r_ _ r r q “T > rrr- — 1 _9_ _J__ £ u, o u, co e- ■% « ■ir oaSis F. 736. „II . mey. r -• - ^ 1 • < J- . ’ — * t Edzareus . Eene, . oinnö ■ ■ cc onmes caupelis. jE./ntonalw psalmorumd . Formel .Jlnoruirt. Ut „Mo Sot _ /—*. ä er*. ^ == ^ - '*-r ^ -; ©■ ♦ sc - 4 ^ 1 1 "•I -II“ n mi TTT 6/uinio toni, medudas secundo simffjs sed in fine, dissimilis. y Der . fünfte. ton, isi in. der miete, timlirh dtmmntcruaier *7n, SMufse, nidil-. £727. -e— -© r® rszs 4 -g-o V q Jl _ ,J c J 1 [_*_ J5 _ U-..J- ’ o J _ - - 1 _ vy.-j 4=^ -1 1 11 _ Ei ■ sdiEbrnimts Eomi/u) meo sehe, a, dextnf meis. Dixit Dominus DoTnino rrteo sede- cc dextris mas. /. B. majorum-'. __ ’ _ =4= 1 4 4 A ^ _i 1 1 4 d 4 1 jff/yr. ldfuuit animau mea, Dominum;. w* I i <= 4 cz: i i 4 4 « 4 —<=3 ---- 11 -!- i f±:]nzz==^:=z fecit; redemtionenc plebis suae;. Sechste Tonart F. ptipale,. ,y\iiwrsc(;' ~C' T 3 ^ ~mr c -•l—i - Sexta; ho> tf d-lUtLCt-i f% ay 4== st idu t . super t vuie xm-f ~ 4 ZZ ^ £ 1 H r f i f, Fuouucc'. ist. principale;. --f’S-r^T 1 _ 1 ^ ^ - C*> _1 _ _ -U- 1— -4— E u, 0 iv cc e ■ 19. /.i/pi, y . rapit . . Pu s. f er ■ 4 ■TÖS, /esus : \ - _•_ — a r « ^ -3— - 4 - ■ * — i Si . a .. po. Dotum feoi Dominus DJ.leluja;. Don- tur. be, . tur . 3». -O hO t --±=t=± /Z# . 'wvi' . . . nm/y. ipurn . . p'/M . m es .. T- ocber . C rrr” J -o-s— Gestiens mater Nesciens mater oirqo. Biffereniicr -o-* m a I u o u. a e- . , .Benedict . us ; /40. *^=4E 4 * H *r Si Fened'x . it, F’rurfa,. . r/it Peseta, . ozt> Fa . mz/io. m. KJjitonaäo psalmorum /. Formel ho- Fdinorum/ Ft Fe Jh ■ tr^ r-er "•l- j: «1 -* —H— 1 ! : i 4- --n — 1 _j_L -1-1- 1 i [ JLezze . cäztusJLommusJLeus JsreteZ' pui cts . msis - |—<3 p« h-© i =3S —• ! -i- 1 1 i Lavit>etsfeciL> z'edemtwn&n, plz.. Las Si/zzeA Szeie7lZ& Tti/l/Z/t'. Lt. autibnZicums. ^Atumas. . Sein yuodle. . sum-,Zaieda -« O \ 3 . 7er uy . . Sa-. lern/. • « E m oaa.es . 21 . SteL . la. istzi. . fißsit Dominus. TT _ A-C5 -1 -= ~r* ,—. « TS— —CS; 'y J 1 De, . mey di . ctu.. . Clee. . . met . verunO. ca ca a Q « -< 3 t -e»- -t- 25. Tu, es qui oentu, . ras . . . .Äonest hic al . i, ud. Ho . mo. Domme. Ubera.' . Sit, momenDo. minie __-grv_: Q— «l aaa Dlesusce pit ■ ■)Z. -H ----j 7\ ^ '— 1 w -^ ‘H A5L — M— T Giro me. . ■ . . cu. lii- es Fei . . ros. H Inümatiö psalmorum S. 1TÜ7W7'IUTIS. Formel. -Of - . 7Z4f Domino m eo ,f edes x dextris m eis. 11 —_ _ « - =?A Ji hi m/i Z< r rd a. wjia m £IV JJö -H- wiz'nums _Ji ■ S 7—K ^ A Ä " «1 3«, ^ C3 .— « ^ 1 -^ | Mi 1 \ | J 1 flate/. &c j: / & 'X Uo> Timuslie ■ us Zs . rar.l •J 7uia, V — . . ctj 7 * —«—^^ ^—** — p» r b . II . . .. t.-TJ T • —fl Y —=y4=F= —1— ■ - 1— 11- oi - si dir, in/ ed fixit- rederniamem, ple . l/ls suae/. 33 - 5p “c: -o pp- =dr- =h= Siebenter aber zur mitte tkibstdwtwckaufeäiche zeit 1 . —€ i—• ri 1—1 U —• 4 • Vexit Vomiims Vo . mi/io. A/tfr 'Am art. 6 plage* l**'. •V/euniO/ (Sites eine aetnoe tiefe/-.) -o— : - -r-f- —I— 1 V*J * -- o -*—o- i 1 ^ * --•d ■» Oct o suntbea, /Safte <./t/eumeo. cti . . i / Eieouae* ^ J.prine;ipedp. _ ! _ä_Q — i— _1_ L —I— F=F J 1 l ' 1 • w ^ a < 3 4 —•-— »l-W i i • S u o io a &. 26 .äau. de< et lax ■ bares. Stet . ^=[ bunt jus . tö. Sapientis . exs. ■c — —r~ _ __ e— 1_~ J 2 - = "■« _ 4?-. J-i- 8 *- Vv . xil/Jto/iunus -nv/tHeriy c-cmamax . aex. Spiro* pp -i—— — OK 1 St -*—© _i_ tun . Vo . nuw v V, Specktshart *34-. -fl- — ^ 1 ! —: i - 1—1 !— > T —1— -1- ■ —4-i- __1J. ~v -' — : r , i p i O, J_ "TC-= : - -i — ^ J J 4 J _L_s_* V T> » " * ' " — i——=- Humor . . ins fio . erctz. Petrus . a, . . posta . tus. .ztzriscenden . te/ Ihe- ■ . sic/. tzzsfic . erit/. Petrus d = •—©—* 0 * «3-• Clazc . crius . puzdarro. Pcl ■ tote/ picorum/. dtper. tz/m. cstz. P. *- PifierezoU/zc/. P IO O IC oo e. 21. Mb/ gwdfecist -- P.S40. Ü v. *Ma . . jfi mz . dcco . ries . dtmznae. V --i _ _. _ l_. . , 1 1 A ~1 J 1 ] n i Av , d , d J J - O -5--- *L-* • ^ 4 J S m ibo ■ ■ pio . mcm/. Parier . braAzzzro.^tr. dens . .- i H 1 ^ R -W - - = * -J-T-i .- T —- man . die . ciao . da re . Y Q « - Q r <=) <=) " m ö * . 4 d_ #- 4 4-=t- * R ^ w ^ i B io o ic io ■ & 2H. ft'U/s —c m i V *i * —* •H e - zd 1 i I « —! #-1-4— 1..:-1-4 >-4-4#- -J-j— pz 'oc cep . tzim/ Bo aeter . . man/Pcproficndris. Beo H t== - 1— -1! _fl =^=i —« --4 • . — M — r nostro. Pc . do&s . . $al . bc cruac. Pezoc fiiru* . *• 3S. ist . 1 . _ -t—: za 1 C; r -L • jE io a rc- au e;.29.E . üv aZdissv . mir —A— « 9 «_ w «1 * * 0 rt Jk 11 - M 1 j j j""— -tP-4-N4 ■M — 1 - Fundes Z . oanüdb^dda- V& . ... runde. J7. Jntona&d J&almoriurv. Formet. FtReF«, -.4 mino r« nie. _ A ■ zz m • O w o • -.[X* J • T \ P *.—+- t -1 J + Ociaxnos secundo respondes m mrddo sed üxdü teno* dchter, du d/wAstsdcsnzmatmin clcr müder, doch* über arm schlafie rm condudddur. A so . Aeseha/ftm/. S. ddd (J t i _ _/ IQ « ^ Cj 4 « — C «i Cj » Cj' « * « Fund Fominus Fomzrw Trier sedr a/ deaetris mezs . meis . . meis . 4 O: C3 1-1 tX, H 1 w —i-a 1 i 1 i *—j— M 11 rH-hr ■ f •; - ■ Fwcüe 36. £ eo dex/ s ixis mers. Hiocil* B. rrtst jor t t ru. Pf/gpnifi, . azt/ animas mea^ Dominum/. * -4— -j-1—-J Bened/s . ctus Domüuis Deus . Js . . rael ouio/ vis silaud/ ei/ fecit' redemizonenv plelis suae/. . 7 )i//erm/iapere/frm/Jf/. Psalm/ PI. decolorum/ sl ■ meu3Q.J/astjruioiowMS- Ta, . iiter i/= S. /62 3 Ja ■& j st/s tomts caniandus e/ib peregrb . /ms . enc/ius Israel/ . m Terti a/ est dies quahnee. feucht sunt r • o 1,-* _* -ö -7" i —o T~r --H-- — i — .. J M IF. Q V. 4 Q -_ C3TI * 4 '-l -^ n ä • 1 -Ö=T” "T- =T^ - - —1 Quarta aüjiliet venit ad/ . & Qu inepte prudentes intra/ . . oe . runt ad -- iwptuis . m. -e —e 1 o — % ;=r~ k _L -1-1- Sex . tos horco ... . s& . dzfr super pu/eumt. ~^r;- — « -•= ä —a '•>• - — <= •l C—3 I 1 I — m. a. 5 4 -t 43 ■sunt. spiritus ante; tkromim/Se. ^ T ^ • *■ T ~ n « c 3S~t? Ä. 1 /- •—% 1 - —t M.E/ 'ü 3 1TT| °17 T |Ti H=m •Y'S-r //7 «// 7llS^ . ifll ■esrr- m. ■ ft ■ ß • Tfil. die abweichendem Ibrnieln/ ba/ /anesen/ - Smeddznk $IS5- */. Zusam/nsnstelLmij dkr ar/t/ flenes/ic/ia,' Zito. 1] 68. Bens. -<&ctu$ Deus Jsrecel f yuia omtxwit et fecit reden dianem plebis mne JT. ne -l C Ü- ^a- €|-* 5 ö 4 di(t. ME -ä w. gm ^s-g ^ i ^T i TTnfm i Trrn i l 1 Äs- n. . . ne. £=er er . m. diet ■ ■ dict . Spechtshurt F. /*y. JZ Me/tjoo/fso-r/en/. //adi/ den, (? ybnarten/ (d. /ss- /dfy i n~ o • VzrilJfyütuts 5.56 J fizrtxfe, dgu/. ersten/ it/ . di' . ver . sue erit/ . . . re, . sv . r die, bi -1-1-1—,— ses 7C? v . macte X q 1! —t— Mj- fr ä n cTd J __ -W.. 44>-—.— • « r.—. c II . natu . dus. dir . vvr. . . schreibt/. -y—-n- 1 I _."V' , ! ._ l 1_ ]_ A . 1 -J.-., .1 . -J. - .. . ,1 a cts- idoriu/ . pcu. tri/et/fi' . öd et/ spv= +=(=f -i— • ~^ .1 4^-=- 4 4 1 , * at — v ri . tu, . - ■ i/ sccuu. in. €—--H —I- -1- i — 1—r ..J— l±_ _L. 1 | =^=33 -*-C * O —J —^ <—>i—• —J D o- 6. txZoricu . vcdrb . . et/fido . —1-1- -j-j- * o 3= _£ In *.A J' i c ^bt et/ spirduü . . ........ san/ . --o- —j—s • ", m <= -0 M=h [ 55 f].Z/t . . duTces. . . di> ■ tv . . ■ Tittmy . fiichs die, erpvx ..... lädt/ heb tu?/ . •• •-'X* 43 . S./.iS. ~Ot- ^nrannTiiTn T s' /'S/T/ S /T> 777 /v 7J?fry/ 1 ' _cw . cfru/y isfcz/ . .' : se- . . dies dey xsof/jertS' gras-cu/p. a!?Jr ißs-rei ?.. o. ~cT <3 | « -■-6=ä)- S;eS'. -i^H- <3 ■• • ~ar <3 • • Q Q ♦ 1 4 et- tela. • 7vy. . a/pafr'i/. et-fö . &b . efr sp/rv . O • *!• '—ar 1 4 tu . ?s SCOZZ& ... sem-cfr ■ . . o m m rh=Th M Jer ■ ^ us . 7ano . ver , süm/. set> *- ** lolpt- dräut/' rZer drvüky . vers dew/es 433 m putmsoifi . t*?/ . dermad Zud>e/y xus* . li/y zny a/s - %t> . ■ I et-. Zdo . . rzs ary . padrü. et/Z li& et? s.tdp: spiri tu- . ö sa/i- de. ± =T 3 32 & . tv . w patri et- fiÜ- o ^"TTTT iT . et spiritu- ü sasicfo. g-cro^^ ; « pz- [559 ]^ä . . der . des to ni oer. sunv &der kn- verses pr&= ^pSTgT * T * ^ - ■vq . q i « SE . sic yuar. fc pol. ... ve- de- or tön-das senkt sied . . zur Tie- . . -PZ- «*y» c ■*!■ 1 e r Sun ly. fe. 5 p 33 Cts- tzToriay . pd . tri/ S.tse. Q ?5V=|- 1 et fidi et spi ■ n , tu- . i . . sarv* PH • m cto. Mpst i**- pa. . tri i>. ttToriau . spiri .... tus . i socns • i_3_ « ,—. =L^ 5 , cto. q - ga g | «res I $= g_ ~ g 3 1 .«f' ■ p<5T . Jfiwdef fidgets der fiin/V 3 5 ca q q i-« « «|'C b3=__^—=3== t±4= as. trZorias . patris et/fö . Zio ets spis= £=50 q , « R ~q ^ ris . tips . . . sans . ein. m q ♦ a » trZorias . poct. tri . et' ft/i St i i. <- ^1 ■ « H -j ^j- < =p ^3| o ets spiritui/ Sans . . cto- T a c —!x- _ -6—1— —1— -1—L 4—j— . . ests. ... so .. . ists . eiet sec/ieten- grestalts . [56JJ Du/rior . ZieMirÄf'r pxem. . dat. ritz- wieder vers . Sie dir- zei o et- pa . tri/ eir /tizd . ver . sion/ . preir eure . streck senderück' V 7 gprcr * <*. dio . ei . . cc- 'T' pafj'l e&frl . Ivo h. d/erria. ms o . et' spiel . tute 5 ,e. sa//' . [5631 TdäOus ,. weit . . . . cto. -°; W J J- i J i ^.J _J. ,^ ‘ octanumque new . . . sun/f die . . lehrt'. . /unhda ' ' ' Q 7 ;-, q S ~ was . co7icv ne . ter . repS sm . pen/ . dav. adv . r, v - . cr~~ . sum/ . //u . iri/ ei/ fi . lio et' cliJ^U J J zßt b. GZowiz; .. jKztri/ ef> ■ &s sspsSbiSb rrrm . us fac . m ?h hft. Ws. |_ , z& Zierates r t—H- 4 -HS- “ 4 -i-1— -J-eU- ■ Tbc (fuwfifs und ftfter zsft . ■ Car . mmc' . rex . ih. -Kd’ • ■ . 7tftfde/' Fart&, r rrriSid madulusqru/iv Teesiddesfunf . . ■ . th . , fte/u Zau/ 2 Sd63. Tafts mo. . ehe. laten. . . . sex. . Ift . und . das die Tarn . '. .... .. gungdesfcdistens. 5 [56 ijfyoh. ■ £>.... mus . . kes ; /no . e&o. . les. , Jlas ■ ■ ■ ütx&sTie . öe/ete/o. -ä r-4 |—• pG r-m — -• r-e 1 —• —^"1 ~i -ei . —. < _ —1== | | Pü- Jhü/ui aetate/ piasmati sunt/Zdun , . etJ? . net . et . po ■ _ , 3 ; . , _^ 160 - 4 . siti/ su/ztwi sede 2 >eezta/ GZorza/. _ _ _ — Q ca i~ 0 • * Q * • Q 4 O Q sic . zzt . ez'at üi principio et nunc. et? s&n. per. [-• -« —Ä 1 --s 1—e \ <= •- 1 -_L_ — 1 et . ui . seculd secuZo . rzun amen/, e zt o zi r-e p-i -h® Q -- - 1 — - 1 - :L_ . zt e/. e zt o zt a/ e? . ZbvujUuxZe/. _ £md. . us. J «—» 444 . . us. Sosu/sZt? verszis.JZt. si c/e?. rzum? affle/ Tu,. . . jad . .-Ä <= - . —. « • b C . -1^1 = < J. —— TC 1 1 ^ *| ^ rn J=n44i4- . . fer . . jzc . hi/ . lacte, Hea tum-, wz>0 .ca, . . rem Je,. JEcce Birg# . scca>. fo O: <3 -T-t-y-s ty-ryF; . k=-— c—>* n 1 4 ^ 4=±rt4zd * 1~ 4 11 -n J - . rea/ad . . . mend' $aL. . . o& demetas: Zweite Zon/z/'t. Ä i ^ cz _ -<_ - . _ i - - - r , ^ t *1 1 -144J — JEc . ce ad. ve,. . . . nzt. . Uamüu/s . düafr & . daod>. lern, . hi& est/.Jx tücBiy. Ö‘J. e- - _ o - Q - ft *1 1 1 faidA»iii4®tei) ä« 2 ^ . . areiac . dilu,. . . Gloria.idor/a. patrieifi&o . ep . spü'ituh Samte sicat ettuaic ei' . sempe/' . . . et ihs rv « ’r* * fl —1 --S o^ —o— ^— u : -3= erat td pruidph) seeulo ■ . rum, al 3 ' . . wum/. * : * a ~ddu. ior meus . ion duale,. ca ;~„ctjl fun,. de7Vter . tdH. fe . P b : Q- g e—-a hi . jahh . iJH. . le lupdv . * c: — a — ^ ~r- -- ft < --CS) —• -*"*V-• _Ä- -s— =4= 4= l=-4 -1-1 =4= Jfr fte^U es -ez- ca «t i sancüficcc . his.Off. . litt. GmcJJ 3^ i WfolsaC' 770ZCÜZ/ . * res pro. lots. 30X r • a raz. ßiorües parfrö et> folio et' spiri . tust Sans . cto . q ~q » •» ~Q ^ q ~ i" 333 ÄKazi- . . . erat isu pivjieipw et- nunc et . se/nper 3 et m . secula. seculoj'uni'ul’ . 3 m me/is 4—0 «3 33? •*w ü 7£m/s, _ XaeZcc \ 1 1 ^ 2 Ä CT I J d 1 “i 4 . J 1 -^- i—j . mo nc iKf. —• . ms. Co7P. Jie/iectic . . tics ser . aus Izerfc 7 . . sic ut> . eraO zP prczzczpd cP zu/rzreP. sem - O *i • o —•!—•t“ -irr, ~ 3-e-i 1- -Fj?— — n _ - - 1 ■=t=t= . per er . zd seeiziZ seczderzzzzzy zzs ist sdterzs; ffzezsZ zderszäredzzz/de (bnzdcuxZ ezu der a/ider/fr 7ahe / . drezzs eipezzddzzüdezz Zazzf. -^rr ^«3 3t . . r^Üiq r -er :q -za- zZ . . . . pas . tor . - /■>: ■■■ < --• - o g> - Q t Jer . fire/ pressus «w. Zdu/zu) --o ■ * ° r « . /zer . &rr. He7iee&ci%& . f a : £) r - ^_ ~+- s i : <3 • 33 JhZiic um/ -Zr. -_- $ü> ■ =i= -er Secuto rum pan.' iS < s> • stata: . ^ /rw . ne/ . . . intua/ =tt=+H=±--S fSTf —f-- r a ■ c S: — « Gr . cwnäederimt me/. So . €f Storia/ patri/ et fitio et spiritiu/ sancto sv=. a~" *7~Q < £» o cut erat in principio nunc et semper et in secuta/ Spechtchart. secuterum . Aman- : li w o it ßradbicrte '., cces JbiiuZatco p=Ö —— :~f 4 ^ — — 1 __. .Mes . . . lus . Hes. jes TAarsis.Jfmedie- J)i/ . & . jamte-. & . 7umat/ . (bit.M . xz&JJe ■ . . mx l . £eckst& Tbnctrty. 7 UCS. S./fZ -m —• -• • - * * | 1 ' -: "1 ■ •+- -!-•■• H-[- '-t~ & ■ cufontm, vimen/.-Jn& . . . fat /. tur. jf o us & es. ä- /-*. - CZ _ . ~'.;'' v*n .^*.3 *\ .1 .... m n^^~* — ■*--« — ___ ’.M l n i — n i tt! tizöz: 1 I rHli Gs jus. . & . . Jk/Tnedui escte- . ... süte< -g — . acr® —® r-*- b ■ -i <1 . r-> —■ « T ! »-r-r- 1 L_S J. —T H 1 n r—1—- m- - 1 _ 1 1 ! 1 i ßal. occ . -foj' 7uviC'J%) . mmus JJeus as&z- . te/sextzv S3. • • nee . teer est eh/ terrae. rs* a q i ^ « —S [—e f—# pS pe pi |—« i Ci <3 t—• pJa-jq M C 1 &o ree ae patrt et//elee cp spirt . tui/sancte -PS: -* 1 8 Q « Q Q-« - 1 —f — : secut/erat sh prsnapie et sieesie- et sempce et- üi/se/ . - rz m m cula/Se . eulerum . meei/. trrctekterZe. _ —ZCTTT© P 3 f St-* <3 m —* s= --48- J — SS * —w - b a ■% - -=^H pi- m=i ==y j—J— jrahy J/omaee . ■ . ih/ . i- - ■---e \ T **!■ 1 1 -M- rer ■ . tes -PS’.- tee . 6 ffi JJoTnmt eh eut. xe Zctssny. Ttc *. secle* . re* . weit. Jh/ splt/i doriius , ( 2 >n. ([ect ent diyruv tut. 69 . Sze&enfc 7 bnarf> . m s -o Secula rums ulmeny. lO.Jbpus las Sü>n/ ' ^ ^ "gj —:—i _~ir~ rr-. —© —r—r^ * » c* 1 ff 1 w _i fw - »— J_ __j U) . - . i 1! • 1 Jb . . pu/us $b . acv-. Iber er ruo . S-trs _ , * Q ö ^ l" \ -4-- m ——■_ fasest-. Uri da . ü&zc' . d. Deus TTXJTTri . . ic?y . adrutariusns . P&rsus. ■»--er ®- « .» o ■»■ m Sep . tr . masaefafa' resur . pe* . mus S i «*—*— o • >—• & rectionem; 7neriZc rum reddefa ro'. ^(itbreus. _ PP e r» G - « »—Sr 3 (c/o ri co patro etr/l/cb . et- spiritw . i sam. ~fe ' ~ _ _ - ^ T"" ~T“ • ^ i -J__ . _ _ 1 45? tfab • utr erat- ms pc’ineipw ets nunc ets secns. er o -» . » Q 3 : -iTFrTvft • per . etc im secu/us secco. tu . . rum. utmen/. 6 i. ßj’aduaZe'. 5 - . do .. Dirigatur ora. 3P t»:—| •« • 4 '1 c: X ‘ «-c r—« r-m Q — 1 j _i_ 33_! r ■ " - I . ii OOS. ito J J -] ^TITUOT^ÄT? ■-Alie ito . . . jicdd. J?& proluo O&f. * * 3 Cffi' ion/tH . . . iuns . . inr. iffiB . rip« / m # i ■/- *- o lüis^ ■ & m . . . . Jfldra . *Ackt& Tonart. -Fuoiuze' principali'. dideris. -g ^ <=) ^ c a h~* tzz_ =t=±r __ t=— - -h— Jb t.fdrsi rnzhej lort^e/ . i ._—*-Ä_ r~\ « a r-*i * (X J. 0-■ tn^pr Wczpz# ety nrcrre,/ -r-« * «H • i r-s in -9 -V —& ^ — IV 1 | 4 n -“C — Jai_ ___j_ J !*■ -1— et/ sem^. 7er et üi/ seeu •Sct/secitlo . . H -1— ru/n/ - -j— - 4- L_ 4 — a ä —1 - -ü . ~ - - s >_1J iSmen/. J? U' a u/ . €ts ■ . e/ . <53. OroulecaZe.. _ zRnitzR FiRH Ffn -Ä _i__ _ i —0—^—j J T5“ yj y/ 9 —E- S2_J=L^J — «I L ti r-* • tjud .se/ . . des . . Po . ne/. UT i - X -j- -iav. ^ i * * j _ ä J _ \ i/ i ^ j ■ ■ i - - -- — - fis. Pllelu/ . -4^-1 | i , 1 1 i i . 1 _1 d."-> -o 1- -1- *T R C= jH—d —Z3& - -V / ~_i - p— - j « W W ££ Peus . jrtuieay . ffus ■ stus Tpr-irr: —J- -1 _ JZ . .. .. ~ = r (L . Jeck Q - O Tecumfa/ aefate/ nata/ . oit> ardut/ c&. -fl|- . i —« —« F=^ T ._ 1 >ü_ _£Z_3^_■_ M— ^-i— —F 1 - Ze- . . oia pa/sino /Suente/ .. _ä SecuZorum/ ,d .... menS. J. *■ -e <•>. fl ^ O. 1 i r t cz « "TI"-' • « fl ■ ———r h t i J *__ ...ürrd _j -=F 4 =^ tt/JU/Fa. Tk/itatus . Z&naZamztertiai aetaie/. J q 1 q —Fi-©|— 3 = —© . 1 r ~i ^ <©-*• -Ij..« —W-U-- tä- . lectumz Jsac maeta>. . re/ . prodat/, jf Secetlo . . rum/ di . me/ii 4 -« pH| |—fl — ir© fl Q—«r ~ ■r7r r —-l_ | -4—■— — FF =T^±-i- ±r- Ia Jol SolIaZala/. Quarta aetaie' dCoyses . I&fos i *y - t ^5 » a q n~i: zrt det/ iulos acce/ . piS öi mo/ete. Sinai/ , o". -Sh Serie lo . rumdmm/. tZ «. tH Fee (faultet notate praeoa&ut/ JJaoüi öi/fie/iSa 6S. m atm ZczpieZey co/itray /77am'. 6 Serze- foncms yZuesy'. > q"fö C) Q b Q -Rf. -• •_• - 4 - ZZJle TZe tfaloa/ . Zar wmc 7a . auaias J)ey~ —-r—« -• — —4 ""V"e --- Z - m _C-5 ■*i us aeZey . Zey seos. Zety /uzZiee eeZy zu Zerret/. Y 4 „ SecttZo . . rrtm/ aZuzen/ 5^44 «-<=> -« « • | -Z*h j%> JfGüJforShZz. , ZZ/ . 7/icty aeZccZey re* . su/y&= -ft o - .. ^ • *....^ h-«t ~ll Q " ±4=J=i ==ü —*© . 77UZS . . 8. # ra&y onerr merzZo. retzmretZbZuZttrZ. SeezzZe. _ ruuv yZ. rum. •_* y- >~~ct ZZ ]&& Ik Zfc Jk J&y. (?c Zety ost '. ezeZetZey / pazzey O • . • a Q 3 cay . rßy . iZza fzzzey ; per pe Zttay /rzr= SJeeiclo ■- emar paeey/ rum/ aZ . m en/. m Sppchtehzxrt- .7 66 . lYJfe/rtt/tt , 4 1 —1 — 1 —" — i —« i— ■« —i 4 n>\ 4 d. n w *— HJ _l /Zr,silus, Ti&cametris kaue ueunmn cousociaZis, - a . dis Jiu den Tfeaznieter dst was (äs siedet die sicherste dtdisungZl&suig, o: '1 4 Ä _ , • • « 4 ^r 1 ^ *W -Vir- \ \ "i-MH t /udita pentametris newuzßt teta tw «*. JlvcdderJknUanetcr Turfs anderes tdrt und destadZ. [ 605 ] -ftr .—•— 1—i -*—«r • * ■tu 1=^ — «f— Ä ■Ar—tr —L— --4- r — r ^4 -r- 3 is qaurfuar nerüis virtutem' cal>e tecfis peruitt. i - -«r— i. ~i m — ~n • , 4- -U-L 444 td ihipze. nit wqoerats atyue vetate, erdzudt unddestrqfc, und esgedeutundverdeut. JSdtasirevis * faedimum/tempus, puatuvr t&nporaspedenv, *giedi eines Zeit>, viei* Zeilen dens-Fu/s f„7ac£} seap. pSrfes dexameti'iim/ velpentianet/'unv, zdtimae tamen/ sccAe Zu/se den JTexameter und Pentameter, dte letzte pvtests esse' dreaie vet Zaripae. Aansi/Tuerx. seid pder lang. 67 . /7/. Sw*?7i&iwije/Vi ■■ 1: -:-1-- . . ■-. J O _ I __ ^ * - J. —^-h—^ J «~ ==^zarHii _ « * . /-y_L___ i--.j 1. -- -T CZ . CZ ^ CZ ^ d -^ i ■■•-■ w ^ * «r -■ r - 1«^ .H -*— ■■■1-1-1-14- /-v — - — 1 J * ö ^ ■ TZ T CZ I ..? 1 w *1 * —r— -1 . ■-*- . .4 ..... •«I-• 1 ■ ■ r-r 1 M ~ ' ■* cz j cz m 1 - • ^ « J _ _ _ W_CZ 1 - 4 ‘--.H- 4 < - 5 J w < » ’ — 1 1 =i Ü£S 3 «H- ~ — h- -r-yr^ . a ... • i ~e ~e L- cJ n » w • 1 ■ w < --• _J ■ J J II ■ MT. ' //t/u w/f. ^ {twiertj, dk'azTiJic/eZ' 77iu6ie7'ccfy>7' Ttäy restaztraitv ^'aae^idam^ pnzzius uazn a perdcet&y ^~g St/J7Z/y patris e■ p .sotzs Zepsoas. -feizy aasfrassaZus et T?iüay e 2jrw IIJW mwM« t Ttll j " ‘‘* , ~ l ' Tg1 69. ft/Ze/Vo/'////// &.43S. - i '~i □l r CT~ 1 1 1 1 11 Q Q H 4 . CT o J 1 _c. i vT} TT^-1- * *t i 9 \ «/ O ft- th | 1 y aZus . fey . . W /W - . i-|r— =F r-fi- O w w cJ w <=> -J- ^ d C 3 c ^-h P ■ 9 n— ir^- - 0 )- ^ *i c a—e ~zhzz riv e .151 c o ^ O - LAU r i r .... J_ ______ • + ) Ä: H)— ? . . mir . . m/jn; /re-. : /o' . . . Hk-e — =4= - 1 - 1 _ L L-y. t -« -nsH B ■ o -5 =41—1 i ci O o d d F4 Ff -€ a—s i /Vl c : 4 _. <= cJ rt\) ,.,; _ c _d i - 1 J J <■ re- 7?/ . F m W . omnium' -—|—.—|- ——1- 1__ -ffc— =t . _s d J I -ha z±~ . Vj) _ a _i J_» .4_ J d W <^J> ~ <=> cJ rr I ■ _ZE ll. o.. 4 __L_ . (h • 4 Ql Ö (±: * d J _j. ) afo. . —i - -cz re- ■ ■ ■ mies . . ■ zcr -*— 1 —i—i— 1 1 1 C: \n— J C " -4- -i- • -d- o -—— ) J o SerZ aao. . . o tvr . . 1 n 1 Al _,1 1 Mj __ ___ta_ J o W O ^ ^ L o O O C3 o O cee sie/o/o&ceon// 7 /. Me?. 4 | 9 — 1 Sum? . 7ne? JJ& us lenoii C>&| m . rum? oey. 72. dH- n-1— 1 I 1 i- r-e Hr- c --i> «*■■«>.. = .. 0 ~g, w Hd- i peo J CCZ/ . -o--o :=?P* —& -8 =fc C&2 OZ777Z7S Do 73. —s~ JJoinzTza O: rrn^r •o—e —er Spechtshccrt k: j./ft/er noster facnlert/Jf. 3 / 3 . 3 / 7 . -e—^ II Ä -_i : _i • —O-—T -1 - ^ vfr Tater noster 777/0/. . fo ^070777. 77/77071/; 0/70/7/; e / >_ s mc/l/; 7X7701777 1777771777; 71771071/; 0070/77 7777171777; 77/770/77; (%/- _ii_~_« - * V f—O r~m ——-—s—« ~i - A m I V . 1 1 1 1 1 VI +-I 77700/, 77777077/; 0777077/, (777707/1 (ZS/Te/Zj 777 . 7770777 7/7 . 7770/7' 6 . *,o/ve/ yflariaA V 1 ".. i -_ Ä ._. A v « fl i * A 4 -L— TtH oi T z>e/ XTU Y /7 y r/ 7 . 7 0 ZO u y #77 H— 7777 Z 7 S feco r —i— ZI'// 5 / 07 / & d i ; ; a _ - = <1 —■ -< 4 -■ . » TT — a . — 1 _k 5 )_ __ .. ._l -fructz/e 7&0ZO to 7 7 h 777/77 7 107 • 7 / 51 . CS; et ' ie /70 (üct. ‘us Ä 4 —i—:-• - 1 -T 5 - -Ob — P&T&'Tj &70O7 77/77071/. 76 . X Serice fixen de deatat ffinfirw. [ lbct> vom 'A'crtker J F.ttd. (vgl. ForhdJ/. 207.J ..4.. -o—©- - y O O — w -- 7. Twv cor. azc irr actu/ ( J/amauw üc se sit inep i ri/ decet pro . in/, . Juo na. -zd —o- 321 WWW . süy ac . la, cep rr/ Pirgo in/ /er te/, sacra/ precum/ Cj - ^gp 1 -77 _ _ .. • « izssima/ . 3. Fro . pec . catis wimo- n l 1 V \ <7: A 1 ! n \—a J H _ VTf •- 1 1 - M'-ca 0 gr; -^ reue , .Jet quem, per te. ve/ 7 tt> f • -.z: [=0=^ —j=^ - 1 ■o-- g [- ^ 144^1 TDeue, dtmlorimu iu/ me dt ur ■ Q -' W —g| -- • — w -«- jt > tu ?/ Tin /*, s '/ Tr , o o Ü.Jfec at/wr ,6. &i/ non/ es re/ senk pec . reet . ca z/ irres mendi/ -e - H- -e>-o~ o- ßines qui/ ■ lus nunquam/ fores Tkrvto ZICT - A_« zw- 0 g —e L-®— 0 . irrem/ rottio - 0--0 “7. Sed nee Fa, . (ris . ad com ■ sessum/ 8. Fugo, vir . go . sie pro . - 7notu/ 77. — fifi M i ... _ VI) 1 * 4 satu/ r, tc&ueery zs 7& seP /stet >- tue ae> . nostea/ . cessum/ nota/ “I- : - 1- —i— _fV«_ -1 _c r- , J ...vp __ Q_w_ CT <— i i 5?- St/ noei/ firomo - f i A m v te/ . fii ut/. det/ sz '—^ O & ■ rm '£ . czj tum/ S. >C/ fi/ ~se^ z rcunfi sio - dz/ 7imo x~ A. —r* _. z^rd ^—7— —C: -o L-o-ö_« y=, pa ■ si/ . tum/. /I/ .. • 77tm/. pruc. et pe/ . /I/ . men/. pa ■ st . tum/. /I/ .. • 7 ue/?/ pruc. et pe/ . /I/ . men/. t^nm/.Jc/ eien erste Vers f 777tt> luuferad&r Zafil/J na77e Zhnarj clc/'X/vnte finit/geraden ZetÄlJvom, dÜ>/acsinpej7/. S. t/C/C/tU/ /e/.jrtS' /ia///y fferdert/JTj {Seese/oette/^ fidet/ S.A2-) - I i ' —d=— ii '•• i j_■ . - i _ _~ -.1 ^ • • * * ( i__i "i n ~ # "i r~ r M — f-F- LJ FF—Ff-f x — Üb pieeant/la/ . ens Jlesa7eeire' fctz'is *ifi . rat/ ^- 1 - ^ • -1 • * ___ a • J a 1 ^ * -* a ^ L - -1 M fies . tarum/ .Mimuiz/ tu/ . a . rum' Sol/ ■ oe/ O: « • — -ap-S F^-Vfv« - —m - • =i== 4FF 0 - pal&ctt/ JtaSii/ re/ ■ aium/ ; Sein/ . cte-Jacmnes. zu S. Z6. Sex vbcnm arkm et mesis c l ' \ % \ Jn natura b mollis' guoi bXchira fecemaraimtusia sivisbenf discere cantum, \Absgue manu frustr. i disces per / \ plurima liiätra. / I Fers 46- 47. J Ut queant laxis Besonare fibris Mira gestorum Eanmli tuorum, Solve polluti labii reatum, Sancte Joannes! Pardus Diaconus . Taf.I. Guidouisclie Haiui. Jql. Forkel allgemeine., Geschickte, der „Mi/szF JT. 283 - 286. 1 2 a. « b 4 5 6 7 8 9 a 1 Ob 11 12 13 14 IsT 16 a 1 Li_ 18 19 20 Gero G £se C A ctavt B m H c I d J n! Oc e »er ta f i Nc a >t B e n ve A . Ein c s d ys ges e te trici f m . tene i ä 0 et; B tve. \ Zwei; ( c jestrii ctaw< I bene i. e —r- 4 * 1 _*— TT?~ I —r~ 4 i l . _1 ,.. T- — u 1 . —«— —« __L_ ,J_, _ Lt- _4— —i— - t— — r-~ fr J 4 w . __L T J3 rotundum molle. (xTa quadrat . dur. m. A F It rrn' e de Be; s :ek i molle. nf Ar/ir Af 1 *. larum. ;ae. fi > d h # M na ftst le eile 5. rs. 1 mol Sup te. er£ » äuru cut im ae r A B BH C D E F- G a fi Bh c d e f i aa BB T»l»'h CC ia ee rxt re mi fa sol Ta 2 nt re mi in. sol la 3 nt xe mi iä sol la 4 Tit xe mi 4a sol la 5 Tit .xe mi 4a sol la 6 xd Te mi fk sol la. xe mi £a sol la] ■ 7 ■ut xe mi fa sol la rut ARe BUfi C Fa Üt m Ee ELa Mi in spatio FFa Ft in tinea fiSol EeFt in spatio a lami re "b fa b C solia trt d lasol re e lauri in IttHÖ f taut in spatio g solre ixt in lmea aa laiüi re bb fa* mi bb* er, solia dd lasol ee la >»■ -yrjTT.iHf : • awpp? Tal' II Das Monochord xu S. £?. I II UI G Beuiitheilung vonT aus. A 1 a d tTeuntheilmul aft ™f, 3 s t mi e i ■V im e bl) 3leunlbeilung xni vonA aus. 'V ■ _B fa l i ? i f Vierllieilunt? von F aus. ; "b fa T>b fa Yierfhetlung von B fa aus. 3> . l "b 1 • i ^Teunthe flu ru>’ 5 von B mi aus. i) l "b - 3) 3) VierlheüunX» } von Es uus. i i i \ -1- i i i i i CC | Zweitheilun^ | von c aus. i i i i -■ : i i i i i i Zweifheilun^ von 3. aus. i i i l i i 1 i -1- i i i -j 1 i 1 1 1 \ I Zweifln? flu ! i ee v. e aus . lies L E s 7 Ix . j ps 1- __ ais _i> _] ! d "TS b mi e f g aa 3>3) cc d4 ee la Ta sol ut ut "re"" =mi fa ait sol_ re fa mi fa ut fa sol 3a sol re ut la. nm_ Te sol fa la sol la fa *i ml sol la la ut re fa sol b • 3 =ä 10 tj ut 11 xe 12 ut 13 1A 15 16 1 ? 18 19 20 C a n t ’ t 3 i xl o xm. e iT ,F i n m. xc s a 1 3} ii ~u T i s A -d- H a C a xitrx s xi a t|~tt e S irp e xacutae "TT i C alitu s B TU O T ~l T 3 Taf.Ill. .Intervallen Tafel. ( s . sm.j A .Unisonus. Gleicher Ton. m ZS* B.Secunda..Schwach. Halber Tom. C. Stark. fianzer Tun. ^ o • .— <• 5 I). Tertia. Schwach.Heine Terz.E.Stark, firofse Terz. oik; 5 OI F. Quarta. Schwach. Quarte, (r.Stark.Tritoiuß.Hebemä&ige Quarte. ^—!-Q ^ [~ i b-« — i —i— S3=2 O ■ ■> H. Quinta. Q Q 1 -b—k —*-Ö •T. Sexta. Schwach. Semitonhnn eum hapente (5' t % Ton) Seine Sexte. b Q X K. Stark. Tonns cum. diapentets+iTon) tixol.se Sexte. - F 2 i N —- *s. . —^-iL. L-ö — -3-g— U ' - ——CT -'—• d ■ ■ L. Septima. Schwach.Semiiiitoinis cum (Hapeiite.( 5 + l%Ton)Hrnim.derte Septime i -ex- M. Stark. Ditonns cum diapente (5+2 Ton) Septime. t , # A.Octava. Diapason .-nt ■- Taf. IY. Zu sw. Tonarten. ' für dew Lbnf/my dar To/utrv hinab, ebnes üctanej dens fjr. i/s. ri. rnr. jachen' ruitv. ßrarubtoT/ . Ihi/wuj.^ -j geroii ^qgicm 7 ^- -o^ JE -r“*- 4 iT' TV -/=& -o- - 75 ; -©- 3 TT g Lei w 7=3r ::p: S fl mi Taf. IY. Zu Tonarten. Allgemeine/ Regel /Ür den/ Umfang der Ibnarten/. Die. authentischen/ f I . m. V. VU.f gehen/ oom/ ffn/JuDon/’ einen/ Ton/ hinab , eine/ Uctaoe/ Tu/icunf. JDieplcupctZen/ fu. in II. HU.)gehem bis zur Qr/inte/ Tunaztf und zu/r ep/arto herunter .. Intonatio psalmo nun. GrundtoTv. Tmfxng. Anfang. I.Fi'incipale/. Jf . Differentiae. - ± a . 1) li A B Lt Re Mi Tft Re Pa . Q Q | La La Sol Ut Jfi Sol Sol Sol Pa Sol La 4 the scale towards document 1 Ofc ro i ’wm