Druckschrift 
1 (1897)
Entstehung
Seite
7
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zugehen hier nicht die Absicht, und nach historischen Hauptbe-ziehungen auf die Geschichtsdarstellungen der Aesthetik von Lotzeund von Zimmermann zu verweisen ist.

II. Vorbegriffe.

Mit schwierigen philosophischen und theologischen Vorbe-griffen , worin die Aesthetik von Oben ihre Begründung sucht,haben wir erklärtermassen weder anzufangen noch wird uns dieFolge darauf führen; was wir aber von Erklärungen in unsermSinne für die Folge brauchen, wird auch die Folge bringen. In-zwischen giebt es manche Begriffe oder Worte zur Bezeichnungvon Begriffen, ohne deren Gebrauch man in Besprechung ästheti-scher Verhältnisse überhaupt keinen Schritt thun und den Begriffder Aesthetik selbst nicht klar stellen kann, worüber es doch gutsein wird, einige Erklärungen vorauszuschicken, da die Ge-brauchsweise dieser Begriffe weder im Leben noch in der Wissen-schaft ganz fest steht. Nun gilt es jedenfalls anzugeben, wie wirunserseits sie brauchen wollen. Der enge Zusammenhang aber,in welchem die ästhetischen Grundbegriffe mit den praktischenund darunter ethischen stehen, wird von selbst darauf führen,mit Erklärungen über die ersten solche über die letzten zu ver-binden, und bis zu gewissen Gränzen auf die Beziehung der Ethikzur Aesthetik selbst einzugehen.

1) Gefallen und Missfallen, Lust und Unlust.

Wir sagen überhaupt, dass uns etwas gefällt oder miss-fällt, je nachdem es, unserer Betrachtung oder Vorstellung dar-geboten, derselben einen lustvollen oder unlustvollen Charakterertheilt. Die Lust, die wir unmittelbar am Wohlgeschmack einerSpeise empfinden, das Lustgefühl der Kraft und Gesundheit istnoch nicht das Gefallen daran, wohl aber die Lust der Vorstellung,dass wir etwas Angenehmes schmecken, geschmeckt haben oderschmecken werden, wie der Vorstellung, dass wir gesund ünd'