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1 (1897)
Entstehung
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bei guten Kräften sind. In diesen Fällen ist es die Lust der gegen-ständlichen Vorstellung von inneren Zuständen, welche den Be-griff des Gefallens bestimmt; und jedenfalls gestattet derSprachgebrauch, den Begriff des Gefallens auch hierauf anzuwen-den in andern Fällen kann die gegenständliche Vorstellung,woran die Lust des Gefallens hängt, unmittelbar durch äussereWirklichkeit selbst erweckt werden, so bei dem Gefallen an einemGemälde, einer Musik.

Hienach hängt der Begriff des Gefallens und Missfallens we-sentlich vom Lust- und Unlustbegriffe ab, und die Untersuchungder Bedingungen des Gefallens und Missfallens lallt theils un-mittelbar mit solchen der Lust und Unlust zusammen, theils führtsie auf solche zurück.

Herbart (Lehrb. z. Einl. in d. Philos. § 82, ges. W. I. 122) überhebtsich einer Erklärung der Begriffe des Gefallens und Missfallens dadurch, dasser ihnen eine ursprüngliche Evidenz beimisst, was mir nicht triftig scheint,sofern jeneBegriffe noch eine Rückführung auf andre Begriffe gestatten, denenerst eine solche Evidenz beizulegen ist. Dabei sehliesst er innere Zuständevon dem Gebiete dessen, worauf der Begriff des Gefallens anwendbar ist,aus, indem er sich u. a. in dieser Hinsicht äussert: »DerSprachgebrauch wirdverwirrt, wenn jemand sagt: der Geruch der Hyacinthe gefällt mirbesser als der Geruch der Lilie. Denn bei dem Ausdrucke es ge-fällt wird etwas das da gefällt, als etwas bestimmt vor Augen zu Stellendesvorausgesetzt. Niemand aber kann den Geruch einer Blume, der eine Em-pfindung in ihm ist, Andern mittheilen noch darauf als auf ein Object derBetrachtung hinweisen.« Hiermit aber scheint mir der Sprachgebrauch stattgeklärt vielmehr nur motiv- und wirkungslos eingeschränkt zu werden. Un-streitig liegt in dem Lustcharakter, welcher der Betrachtung eines innernZustandes wie eines äusseren Objectes beiwohnen kann, etwas Gemeinsames,was eine gemeinsame Bezeichnung fordert, und da der Sprachgebrauch denAusdruck Gefallen dafür eingeführt hat, liegt kein Grund vor, ihn auf dieeine Seite zu beschränken. Auch wird Herbart nicht hindern können, dassman nach wie vor nicht nur Gefallen am Gerüche einer Blume, Geschmackeeiner Speise, sondern auch am Ergehen in irgend welcher lustvollen Vor-stellung finde.

Lust und Unlust selbst, rein und abstract von allen Neben-bestimmungen gefasst, sind einfache, nicht weiter analysirbareBestimmungen unsrer Seele, die aber nicht so abstract in Wirk-lichkeit Vorkommen, wie sie nach dem uns zukommenden Ver-mögen der Abslraction gefasst werden können, sondern nur alsMitbestimmungen oder Resultanten, wenn man will Funktionen,andrer Seelenbestimmungen, denen sie einen Charakter ertheilen