Druckschrift 
3 (1864)
Entstehung
Seite
230
Einzelbild herunterladen
 

230

deckung, die Tarbassi, die, obgleich immer feucht, kein Waffen durch-laffen, erlauben niinder tiefe Gewässer zu durchwaten, ohne sich aus-zuziehen. Im unteren Thals ist der Graswuchs üppig und hinder-lich dem Wandernden. An der Schneegrenze fesselte manche Pflanzemeine Aufmerksamkeit, und die Weite des Weges nicht kennend, denwir noch zurückzulegcn hatten, beschleunigte ich nicht den Marsch,so wie ich gesollt hätte. Das jenseitige Thal führt durch tiefe Mo-räste zu dem Meere. Die Nacht brach ein, als wir den Stranderreichten. Ich glaubte schon bei Makuschkin zu sein; aber der Wegfolgt dem Strande in einem Thcile des Umkreises der Halbinsel,und hinter jeder vorgcstreckten Landspitze, die man mit der Hoffnungerreicht, zu Makuschkin anzukommcn, sicht man eine andere Land-zunge sich vorstrecken, die eine gleich lügenhafte Hoffnung erregt. Eswar 11 Uhr in der Nacht, als wir ankamen. Ich bin als einrüstiger Fußgänger bekannt gewesen, und was ich als solcher ge-leistet, hat mir schwerlich Einer nachmachen können; ich habe inmeinem Leben keinen ermüdenderen Tagemarsch gemacht als den ebenbeschriebenen. Alles schlief. Der hier befehlende Russe, bei dem ichheimkehrte, empfing mich auf das gastlichste; aber es war zu spätum das Bad zu Heizen, und er hatte weiter nichts mir vorzusetzenals Thee ohne Branntwein, ohne Zucker und ohne Milch, zu welchemGetränke er mich gutmüthig nöthigte, als sei es Malvasier. Dergute Sanin, so hieß mein Wirth, gab mir sein Bett, und das wardas Beste, was er mir geben konnte.

Am 2. genoß ich des Dampfbades, ruhete mich aus und unter-suchte gemächlich die Hügel um die Ansiedelung und die heißeQuelle, die dort am Strande unter dem Niveau des hohen Wassersaus dem Felsen sprudelt. Ein Thal liegt zwischen der Ansiedelungund dem Fuße des Schneegcbirges, der die Grundfesten des Picsvon Makuschkin bildet. Diese winterliche Wildniß gewährt einenabschreckenden Anblick. Ein Nebcngipfel raucht unablässig; dochwird man den Rauch nur gewahr, wenn ihn der Wind auf dieSeite hintreibt, auf welcher man steht.

Sanin selber rüstete sich mit einer Karavane von Trägern,' daszerlegte Schwein nach dem Hafen zu bringen. Das schlechte Wetter