Reise von Teneriffa nach Brasilien.Santa Catharina.
Äm 1. November 1815 lichteten wir die Anker und verließen dieRhede von Santa Cruz. Wir hatten im Kanal zwischen Teneriffaund Canaria Windstille, oder nur schwachen Wind. Wir sahen denPie von Wolken völlig enthüllt, und am Morgen die Wasserdünstesich an ihm Niederschlagen und ihn verschleiern. Am 3. hatten wiraußerhalb des Kanals den N. O. Passat erreicht, der ungemeinfrisch blies und uns mit einer Schnelligkeit von 6 bis 8 Knoten(so viele Meilen die Stunde) auf unserm Wege förderte. Ich be-merke beiläufig, daß die Schnelligkeit seines Schiffes ein Punkt ist,in Betreff dessen die Aussage jegliches SchiffS-Kapitains so unzu-verlässig ist, als die einer Frau, die ihr eigenes Alter angeben soll.Wir durchkreuzten den 6. früh um 4 Uhr den nördlichen Wende-kreis. Wir sahen an diesem Tage Delphine, und am 7. die erstenfliegenden Fische.
Diese Thiere, die an Gestalt Häringen zu vergleichen sind,haben Brustflossen, die, zum Fluge und nicht zum Schwimmen ge-schickt, so lang wie der Körper sind. Sie fliegen mit ausgebreitetenFlossen in gebogenen Linien ziemlich hoch und weit über die Wellen,in die sie wieder tauchen müssen, um die Geschmeidigkeit ihrerFlugwerkzeuge zu erhalten. Da sie aber das Auge des Vogels nichthaben und nicht brauchen, weil die Natur ihnen in der Luft keineHindernisse entgegen setzt, so wissen sie Schiffen, denen sie begegnen,nicht auszuweichen, und fallen häufig an Bord derer, die, wie derRurik, nicht höher, als sich ihr Flug erhebt, aus den Wellen ragen.Begreiflich ist es, daß dem Nordmann, zu dem die Kunde nicht