Druckschrift 
3 (1864)
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Verwirrung in unsere sonst übereinstimmende Zeitrechnung gebrachtzu haben.

Herr von Kotzebne sagt:Der 13. April war der schrecklicheTag, welcher meine schönsten Hoffnungen zerstörte. Wir befandenuns an demselben unter dem 44" 30" N. B. und 181" 8" W. L.Schon am 11. und 12. stürmte es heftig mit Schnee und Hagel;in der Nacht des 12. zum 13. brach ein Orkan aus; die ohnehinhochlaufendcn Wellen thürmten sich in ungeheuren Massen, wie ichsie noch nicht gesehen; der Rurik litt unglaublich. Gleich nachMitternacht nahm die Wuth des Orkans in einem solchen Gradezu, daß er die Spitzen der Wellen vom Meere trennte und sie inGestalt eines dicken Regens über die Fläche des Meeres herjagte.Eben hatte ich den Lieutenant Schischmareff abgelöst; außer mirwaren noch vier Matrosen auf dem Verdeck, von denen zwei dasSteuer hielten, das übrige Kommando hatte ich, der Sicherheit we-gen, in den Raum geschickt. Um 4 Uhr Morgens staunte ich ebendie Höhe einer brausenden Welle an, als sie plötzlich die Richtungauf den Rurik nahm und mich in demselben Augenblicke besinnungs-los niederwarf. Der heftige Schmerz, den ich beim Erwachen fühlte,ward übertäubt durch den traurigen Anblick meines Schiffes, dasdem Untergang nahe war, der unvermeidlich schien, wenn der Orkannoch eine Stunde anhielt; den» kein Winkel desselben war der Wuthjener gräßlichen Welle entgangen. Zuerst fiel nur der zerbrocheneVordermast (Bugspriet) in die Augen, und man denke sich die Ge-walt deü Wassers, welche mit einem Stoß einen Balken von zweiFuß im Durchmesser zersplitterte; dieser Verlust war um so wich-tiger, da die beiden übrigen Maste dem heftigen Hin- und Herschlen-dern des Schiffes nicht lange widerstehen konnten, und dann keineRettung denkbar war. Dem einen meiner Matrosen hatte die Rie-senwelle ein Bein zerschmettert; ein Unteroffizier ward in die Segeschleudert, rettete sich aber, indem er mit vieler Geistesgegenwartein Tau umklammerte, das neben dem Schiffe herschleppte; dasSteuerrad war zerbrochen, die beiden Matrosen, welche es hielten,waren sehr beschädigt, und ich selbst war mit der Brust gegeneine Ecke geschleudert, litt sehr heftige Schmerzen und mußte einige

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