Druckschrift 
3 (1864)
Entstehung
Seite
128
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der in dem Hause eines ehemaligen Unteroffiziers seiner Compagnieein Stübchen unten auf dem Hofe bewohnte und von einigen klei-nen Gnadengehalten lebte, da er im unglücklichen Kriege, mehr ausBeschränktheit als aus Schuld, allen Anspruch auf eine Pensionverwirkt hatte. Fast verwundert, von einem Offizier des Regi-mentes, bei dem er nicht beliebt war, aufgesucht zu werden, undnicht Maß zu halten wissend, war er gegen mich von einer über-triebenen Höflichkeit, die mir in der Seele wehe that. Wie er mir ^die Hand reichte, befühlte er mit zwei Fingern das Tuch meines !Kleides, und was in diesem Griffe lag ich weiß es nicht, aberich werde ihn nie vergessen. Ich schickte ihm etliche Flaschen Weinals ein freundliches Geschenk, und als er, ich glaube im folgenden ,Jahre, verschied, fand es sich, daß er mich zu seinem Leichenbe-gängniß einzuladen verordnet hatte. Ich folgte ihm allein mit einemalten Major des Regimentes und seinem Unteroffizier; und Friedesei seiner Asche!

Ich will noch Einiges von den Thieren nachholen, die zur Zeit !Haus- und Gastrecht aus dem Rurik genossen. Unser kleiner Hundaus Concepcion, unser Valet, war uns treu geblieben. Er gehörtein die Kajüte de Campagne und war zur See mit Luft und Kunst '

von einer wahrhaft musterhaften Trägheit. Er sah uns alle bittend

an, und winkte ihm Einer Gewährung, so war er mit einem Satzein dessen Koye, wo er bis zu der nächsten Mahlzeit schlief. An i

jedem Landungsplatz hingegen mußte er zuerst an das Land, und ,

wenn man ihn im Boote nicht mitnehmcn wollte, so schwamm er ,

hin. Er suchte, wie wir, seine Gattung, kam aber meist, wenn er

sie gefunden, übel zugerichtet und zerfetzt wieder heim. Unser Va- :

let hatte an einem jungen Hunde von der unter den Eskimos dienen- ,

den Race, welchen der Kapitain von seiner Nordfahrt mitgebracht,einen Nebenbuhler gefunden. Dieser neue Gast hieß auf dem Rurik:der große Valet. Wir hatten drittens noch Schaffecha, die Sau,die übermüthig ihrem schon verkündeten Schicksal entgegenging.

Als wir von Kamtschatka nach Norden fuhren, hatten wireinen letzten Hahn am Bord, der, aus dem Hühnerkasten entlassen,als ein stolzer Gesell frei aus dein Verdeck spazieren ging. Ich