Druckschrift 
3 (1864)
Entstehung
Seite
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des Unterleibes; und bei dem märchenhaften Schein erschallt dasGebell und das Gepolter der froschähnlichen Amphibien und derHelle Ton der Heuschrecken.

Den unerschöpflichen Reichthum der Flora Brasiliens beweisendie seit Jahren ihr gewidmeten Bemühungen von Auguste de SaintHilaire, Martins, Nees von Esenbeck, Pohl, Schlechtendal und mir,thcils auch von de Candolle und Adrien de Jussieu. Alles warneu für die Wissenschaft. Die Arbeiten so vieler Männer habensich noch nur über Bruchstücke erstrecken können; und hält EinerNachlese in einer Familie, die bereits ein Anderer bearbeitet hat,giebt oft diese der ersten Ernte wenig nach.

Am 13. Dezember, dem Morgen nach unserer Ankunft, wardder Rurik dem Lande näher gebracht, und ich begleitete sodann denKapitain nach der Stadt Nostra Senhora do Destcro, auf der Insel,beiläufig neun Meilen von unserm Ankerplatz, an der engsten Stelledes Kanals gelegen. Ich habe sie wiederholt besucht und sie hatmir keine deutliche Erinnerung zurück gelassen; auch von den Men-schen, mit denen ich in Berührung gekommen, vermisse ich in mirein bestimmtes Bild. Die Natur, nur die riesenhafte Natur hatmir bleibende Eindrücke eingeprägt.

Am 14. ward das Observatorium ans Land gebracht und da-selbst ein Zelt aufgeschlagen. Ein ärmliches Haus und das Zeltdienten dem Kapitain und der Schiffsgesellschaft, die er mit sichnahm, zur Wohnung, während Gleb Simonowitsch auf dem Schiffeblieb, dessen Kommando er übernahm.

Ich erfuhr, daß der Lieutenant Sacharin, der auf der Herreisemehr und mehr erkrankt war, sich hier, und gleich am andern Mor-gen, einer furchtbaren chirurgischen Operation unterwerfen wolle,und Eschscholtz, der sie verrichten sollte, «öffnete mir, daß er dabeiauf meine Beihülfe rechne. Es war, ich gestehe es, einer der ern-stesten Momente meines Lebens, 'als nach empfangenen Instruktionenund getroffenen Vorbereitungen ich mit Eschscholtz an das Bette desKranken trat und zu mir selber sagte:Fest und aufmerksam! Vondeiner unerschütterlichen Kaltblütigkeit hängt hier ein Menschen-leben ab." Als aber zu dem blutigen Werke geschritten werden