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Farrenkräuter und Lichcne bedecken dürre Sandstriche. Ueber feuchtenGründen erheben luftige Palmen ihre Kronen, und gesellig übergrüntdie ganzblättrige Mangle (ltbiroxkoru) die unzugänglichen Moräste,in welche die Buchten des Meeres sich verlieren. Die Gcbirgsart,ein grobkörniger Granit, durchbricht nirgends die Dammerde undwird nur stellenweise am Gestade und an den Klippen wahrgenom-mcn, die aus dem Kanal hervorragen.
Ich muß bemerken, daß ich nirgends die Palmen, weder inBrasilien, noch auf Lu<;on, noch auf Java, so weit ich vom Schiffeaus die nahe liegende Küste überschauen konnte, die Vorherrschaftüber andere Pflanzenformen behaupten, den Wald überragen undden Charakter der Landschaft bedingen sah. Nur die von dem Men-schen angepflanzte und ihm nur hörige schönste der Palmen, dieschlanke, windbewegte Cocospalme auf den Südsceiuseln, könnte alsAusnahme angeführt werden. Aber vorherrschend sollen zwischen denTropen die Palmen sein in den weiten, nieder», oft überflossenenEbenen, durch welche die großen Flüsse Amerika's sich ergießen.
Obgleich Amerika den riesenhaften Thierformen der alten Welt,von den: Elephanten bis zu der Boaschlange, keine ähnliche entgegenzu stellen hat, scheint doch in der brasilianischen Natur die Mannig-faltigkeit und Fülle diesen Mangel auszuglcichen. Die Thierwelt istin Einklang mit der Pflanzenwelt. Der Lianenform der Gewächseentspricht der Kletterfuß der Vögel und der Wickelschwanz derSäugethiere, mit dem selbst Raubthiere versehen sind. Ucberall istLeben. Heerden von Krebsen bewohnen in der Nähe des Meeresdie feuchteren Stellen des Landes und ziehen sich vor dem Wandererin ihre Höhlen zurück, ihre größere Scheere über dem Kopfe schwin-gend. Der größte Reichthum und die größte Pracht herrschen unterden Insekten, und der Schmetterling wetteifert mit dem Kolibri..Senkt sich die Nacht über diese grüne Welt, entzündet rings dieThierwelt ihre Leuchtfeuer. Luft, Gebüsch und Erde erfüllen sichmit Glanz und überleuchten das Meer. Der Elater trägt in grad-linigem Fluge zwei Punkte beständigen Lichtes, zwei uervenverseheneLeuchtorgane auf dem Brustschild; die Lampyris wiegt sich in un-sicheren Linien durch die Luft mit ab- und zunehmendem Schimmer