Druckschrift 
3 (1864)
Entstehung
Seite
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Der Zerknirschung, in der ich unterging, ward ich durch dmRuf als Professor am Lyceo zu Napoleonville entrissen, den uner-wartet im Spätjahr 1809 ein alter Freund meiner Familie an michergehen ließ. Ich reiste nach Frankreich; ich trat aber meine Pro-fessur nicht an. Der Zufall, daö Schicksal, das Waltende entschiedabermals über mich; ich ward in den Kreis der Frau von Stackgezogen. Ich brachte nach ihrer Vertreibung aus Blois den Winter181011 in Napoleon bei dem Präfekten Prosper von Barante zu,folgte im Frühjahr 1811 der hohen Herrin nach Genf und Eoppet,und war 1812 ein mitwirkender Zeuge ihrer Flucht. Ich habe beidieser großartig wunderbaren Frau unvergeßliche Tage gelebt, vieleder bedeutendsten Männer der Zeit kennen gelernt und einen Ab-schnitt der Geschichte Napoleon's erlebt, seine Befeindung einer ihmnicht unterwürfigen Macht; denn neben und unter ihm sollte nichtsSelbstständiges bestehen.

Im Spätjahr 1812 verließ ich Coppet und meinen FreundAugust von Stael, um mich auf der Universität zu Berlin demStudium der Natur zu widmen. So trat ich jetzt erst handelndund bestimmend in meine Geschichte ein und zeichnete ihr die Rich-tung vor, die sie fortan unverwandt verfolgt hat.

Die Weltereignisse vom Jahre 13, an denen ich nicht thätigenAntheil nehmen durfte, ich hatte ja kein Vaterland mehr, odernoch kein Vaterland, zerrissen mich wiederholt vielfältig, ohnemich von meiner Bahn abzulenken. Ich schrieb in diesem Sommer,um mich zu zerstreuen und die Kinder eines Freundes zu ergötzen,das Märchen Peter Schlemihl, das in Deutschland günstig aus-genommen und in England volksthnmlich geworden ist.

Kaum hatte der Boden sich wieder befestigt und wieder blauder Himmel sich darüber gewölbt, als im Jahre 1815 der Sturmsich wiederum erhob und auf's Neue zu den Waffen gerufen ward.Was meine nächsten Freunde mir beim ersten Ausmarsch zuschreienmüssen, sagte ich mir nun selbst' die Zeit hatte kein Schwert fürmich; aber aufreibend ist es, bei solcher waffenfreudigen Volksbewe-gung müßiger Zuschauer bleiben zu müssen.

Der Prinz Max von Wied-Neuwied schickte sich damals an,