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metaphysisch-poetische Versuch brachte mich zufällig einem andernJünglings nah, der sich gleich mir im Dichten versuchte, K. A.Varnhagen von Ense. Wir verbrüderten unS, und so entstandunreiferweise der Musenalmanach auf das Jahr 1804, der, weilkein Buchhändler den Verlag übernehmen wollte, auf meine KostenHerauskain. Diese Unbesonnenheit, die ich nicht bereuen kann, wardzu einem segensreichen Wendepunkte meines Lebens. Obgleich meindamaliges Dichten meist nur in der Ausfüllung der poetischen For-men, welche die sogenannte neue Schule anempfnhl, bestehen mochte,machte doch das Büchlein einiges Aufsehen. Es brachte mich einer-seits in enge Verbrüderung mit trefflichen Jünglingen, die zu aus-gezeichneten Männern heranwnchsen; anderseits zog cs auf mich diewohlwollende Aufmerksamkeit von Männern, unter denen ich nurFichte nennen will, der seiner väterlichen Freundschaft mich würdigte.
Dem ersten Musenalmanach von Ad. von Chamisso und K.A. Varnhagen folgten noch zwei Jahrgänge nach, zu denen sich einVerleger gefunden hatte, und das Buch hörte erst auf zu erscheinen,als die politischen Ereignisse die Herausgeber und Mitarbeiter aus-einander sprengten. Ich studirte indeß angestrengt, zuvörderst diegriechische Sprache, ich kam erst später an die lateinische, und gele-gentlich an die lebenden Sprachen Enropa's. Der Entschluß reiftein mir, den Kriegsdienst zu verlassen und mich ganz den Studienzu widme». Die verhängnißvollen Ereignisse vom Jahre 1806 tra-ten hemmend und verzögernd zwischen mich und meine Vorsätze.Die hohe Schule zu Halle, wohin ich den Freunden folgen sollte,bestand nicht mehr; sie selbst waren in die weite Welt zerstreut.Der Tod hatte mir die Eltern geraubt. Irr an mir selber, ohneStand und Geschäft, gebeugt, zerknickt verbrachte ich in Berlin diedüstere Zeit. Am zerstörendsten wirkte ein Mann auf mich ein,einer der ersten Geister der Zeit, dein ich in frommer Verehrunganhing, der, mich empor zu richten, nur eines Wortes, nur einesWinkes bedurft hätte, und der, mir jetzt noch unbegreiflich, sich an-gelegen sein ließ, mich niederzutreten. Da wünschte mir ein Freund,ich möchte nur irgend einen tollen Streich begehen, damit ich etwaswieder gut zu machen hätte und Thatkraft wiederfände.